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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Und als Nelson zuletzt die vereinigte gegnerische Flotte erblickte, schrieb er in sein privates Notizbuch:

Möge der Allmächtige, dem ich auf den Knien huldige, im Interesse des unterdrückten Europas England einen umfassenden und überwältigenden Sieg schenken, und möge er uns die Gnade gewähren, dass keine Verfehlung der siegreich Kämpfenden den Sieg schmälert. Was mich betrifft, empfehle ich mein Leben meinem Schöpfer an. Möge der Segen des Herrn auf meinen Bestrebungen ruhen, treu meinem Land zu dienen. Ihm allein überantworte ich die heilige Sache, zu deren Verteidigung mich zu berufen er die Gnade hatte. Amen! Amen! Amen!«

Und nach diesem Gebet in seiner Mischung aus Mystik und Begeisterung, die zu manchen Zeiten unter der rauen Schale des Seefahrers sichtbar wurde, setzte er sein letztes Testament auf:

21. Oktober 1805,

im Angesicht der vereinigten Flotte Frankreichs und Spaniens in etwa zehn Meilen Entfernung zu uns.

In Anbetracht des Umstands, dass Emma Lyon, Witwe Sir William Hamiltons, weder vom König noch von der Nation je die erheblichen Dienste gedankt wurden, die sie dem König und der Nation geleistet hat, erinnere ich ausdrücklich daran, dass es Lady Hamilton erstens im Jahr 1799 gelang, sich Kenntnis von einem Brief des Königs von Spanien an seinen Bruder, den König von Neapel, zu verschaffen und zu erfahren, dass der König von Spanien England den Krieg zu erklären beabsichtigte, woraufhin der Premierminister Sir John Jervis den Befehl erteilen konnte, die spanischen Arsenale und die spanische Flotte zu vernichten, sofern sich Gelegenheit dazu bot, und wenn nichts dergleichen geschehen ist, dann trägt daran Lady Hamilton kein Verschulden; dass zweitens die britische Flotte unter meinem Kommando kein zweites Mal nach Ägypten hätte zurückkehren können, wenn nicht Lady Hamilton ihren Einfluss auf die Königin von Neapel dahingehend verwendet hätte, dem Gouverneur von Syrakus den Befehl erteilen zu lassen, unserer Flotte zu gestatten, sich in den Häfen Siziliens mit allem zu versehen, was sie benötigte, so dass ich auf diesem Weg alles erhielt, was ich brauchte, und die französische Flotte vernichten konnte.

Deshalb lege ich es meinem König und meinem Vaterland anheim, Lady Hamilton für ihre Dienste zu belohnen und für ihren Unterhalt aufzukommen.

Außerdem empfehle ich meine Adoptivtochter Horatia Nelson dem Wohlwollen der Nation, und ich wünsche, dass sie künftig den Namen Nelson tragen wird.

Dies sind die einzigen Gunstbeweise, um die ich den König von England bitte, nun ich im Begriff stehe, mein Leben für mein Vaterland einzusetzen. Möge Gott meinen König und mein Vaterland und alle, die mir teuer sind, in seine Obhut nehmen!

NELSON

Die Vorkehrungen, die Nelson traf, um die Zukunft seiner Geliebten zu sichern und zu festigen, beweisen hinlänglich, dass ihn Todesahnungen beschäftigten. Um seinem Testament noch mehr Nachdruck zu verleihen, rief er Hardy, seinen Flaggkapitän, und Blackwood, den Kapitän der Euryalus, der ihn in Merton abgeholt hatte, herbei und ließ sie das Testament als Zeugen unterschreiben. Beider Namen finden sich im Bordbuch neben Nelsons Namen eingetragen.

92

Trafalgar

Zu jener Zeit, also am 21. Oktober 1805, war in Frankreich nur ein Vorgehen in Seegefechten bekannt: sich dem Feind in einer langen Schlachtlinie zu nähern, am besten mit günstigem Wind, das jeweils gegenüber befindliche gegnerische Schiff zu beschießen und es zu zerstören oder von ihm zerstört zu werden, je nachdem, wie der Zufall entschied.

Es gab noch andere Grundsätze, beinahe Glaubensregeln, die den Kampf für unsere Feinde gefahrloser machten als für uns.

Die von der Marine veröffentlichten offiziellen Anweisungen wiesen mit allem Nachdruck darauf hin, erstes und vornehmstes Ziel eines Seegefechts sei, das Schiff des Gegners abzutakeln und zu entmasten.

»Bei Gefechten mit den Franzosen«, schreibt der englische General Sir Edward Douglas, »ist uns immer wieder aufgefallen, dass die Takelage unserer Schiffe weitaus schwerer beschädigt wurde als der Schiffsrumpf.«

Hinzu kam die Überlegenheit der englischen Artillerie; die englischen Kanonen ließen sich dreimal so schnell laden und abfeuern wie die unseren. Als Ergebnis dieser Diskrepanz übersäten die Engländer unsere Schiffsdecks mit Toten, während unsere Kanonenkugeln, die auf Masten und Tauwerk zielten, oft genug ergebnislos verschossen wurden. Ein englisches Kriegsschiff mit vierundsiebzig Kanonen hingegen feuerte bei jeder Breitseite dreitausend Pfund Eisen in die Luft, die pro Sekunde fünfhundert Meter zurücklegten. Wenn diese dreitausend Pfund Eisen auf einen Schiffskörper trafen, anders gesagt: auf ein Hindernis, das sie durchschlagen und zu Splittern zertrümmern konnten, die todbringender waren als die Kugeln selbst, dann zermalmten sie den Schiffsrumpf, setzten die Kanonen außer Gefecht und töteten jeden, der ihnen in den Weg kam.

Diesem Hagel von Kanonenkugeln, schrieb Nelson an die Admiralität, verdanke England seine unumschränkte Herrschaft auf dem Meere und er selbst verdanke ihm seinen Sieg bei Abukir fünf Jahre zuvor.

Was die Formation der Schlachtlinie betrifft, hatte Nelson diese seit Langem aufgegeben und durch eine Gefechtsordnung ersetzt, die bei uns noch unbekannt war. Er bildete Kolonnen aus seinen Schiffen, die zu einem V oder Spitzkeil angeordnet waren, um die französische Schlachtlinie zu durchbrechen; sein eigenes Schiff erhielt dabei die Position an der Spitze dieses makedonischen Keils mit der Aufgabe, die feindliche Schlachtlinie aufzubrechen, von beiden Seiten aus zu feuern und sich dann zurückzuziehen; die zweite Kolonne sollte genauso vorgehen, und bevor den abgeschnittenen gegnerischen Schiffen Hilfe zuteilwerden konnte, waren sie vernichtet.

In dem Kriegsrat, den Admiral Villeneuve zwei Tage früher abgehalten hatte, hatte er gesagt: »Das Bestreben all unserer Schiffe muss sein, den angegriffenen Schiffen Beistand zu leisten und dem Schiff des Admirals nachzueifern, das ihnen darin Vorbild sein wird. Jeder kommandierende Kapitän muss sich mehr auf seine Tapferkeit und seine Liebe zum Ruhm verlassen als auf die Signale des Admirals, der selbst in den Kampf verwickelt und vom Rauch verdeckt ist und vielleicht keine Gelegenheit findet, Signale setzen zu lassen:

Jeder Kapitän, der nicht mitten im Gefecht ist, befindet sich nicht an seinem Posten, und das Signal, das ihn dorthin zurückruft, wird für alle Zeiten seine Ehre beflecken.«

Nelson hatte gesagt: »Ich werde meine Flotte in zwei Kolonnen aufteilen und dann zwei verschiedene Schlachten schlagen: einen Angriffskampf, den ich Collingwood überlassen werde, und einen Verteidigungskampf, den ich selbst übernehmen werde. Villeneuve wird seine Schlachtlinie voraussichtlich fünf bis sechs Meilen breit entfalten; ich werde mich auf ihn werfen und seine Linie in zwei Teile spalten, woraufhin Collingwood dem Gegner zahlenmäßig überlegen sein wird, sich aber allein mit ihm auseinandersetzen muss.

Die englische Flotte besteht aus vierzig, die französisch-spanische Flotte aus sechsundvierzig Schiffen. Collingwood wird mit sechzehn Schiffen zwölf gegnerische Schiffe angreifen, ich werde mit den verbleibenden vierundzwanzig die übrigen vierunddreißig des Gegners in Schach halten, und mehr als das: Ich werde nahe dem Zentrum der gegnerischen Linie die Schiffe angreifen, die das Flaggschiff des Kommandanten umgeben, und werde auf diese Weise Admiral Villeneuve von seiner Armee abschneiden und ihn daran hindern, seine Befehle der Vorhut zu übermitteln.

Sobald der Kommandant der zweiten Kolonne mit meinen Absichten vertraut ist, obliegen ihm unumschränkt Führung und Kommando seiner Kolonne; er wird seinen Angriff so vortragen, wie er es für richtig hält, und jeden Vorteil nutzen, bis es ihm gelungen sein wird, die Schiffe, gegen die er kämpft, gekapert oder vernichtet zu haben. Ich werde Sorge tragen, dass die anderen Schiffe des Gegners ihn dabei nicht stören. Und falls die Kapitäne unserer Flotte während des Kampfgeschehens die Signale ihres Admirals nicht vollständig erkennen oder verstehen, mögen sie unbesorgt sein, denn sie können nichts falsch machen, solange sie ihr Schiff zum Nahkampf mit einem gegnerischen Schiff führen.«

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