Nie sollst Du vergessen
- Автор: Джордж Элизабет
- Серия: Inspector Lynley (de) #11
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Год: Goldmann Verlag
- Переводчик: Mechtild Sandberg-Ciletti
- Жанр: Полицейские детективы
Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
Wirklich?, fragte sie sich. Wie er dem Namen zugestimmt hatte, den sie für das Kind gewählt hatte? Wie er dem Vorschlag zugestimmt hatte, dass ihre Mutter ihr bei der Entbindung beistehen würde? Wie er zugestimmt hatte, statt seiner zuerst ihre Wohnung zu verkaufen? Das Haus in Harrow zu erwerben? Nur einmal mit dem Makler hinzufahren, um sich das Haus wenigstens anzusehen?
Was hatte es zu bedeuten, dass Richard jeden ihrer Pläne zunichte machte, mit den vernünftigsten Argumenten, so dass es stets den Anschein hatte, der Entschluss basiere auf einer beiderseitigen Entscheidung und nicht auf ihrem Nachgeben, weil sie - ja, was? Weil sie Angst hatte? Und wenn ja, wovor?
Die Antwort lag auf der Hand, obwohl die Frau tot war, obwohl sie nicht zurückkehren und sich zwischen sie drängen und verhindern konnte, was vom Schicksal bestimmt war…
Das Telefon klingelte. Jill fuhr zusammen, im ersten Moment verwirrt. Sie war so tief in Gedanken gewesen, dass sie nicht gleich wusste, dass sie noch in der Küche war und das Telefon im Wohnzimmer. Schwerfällig stand sie auf.
»Spricht dort Miss Foster?« Es war eine Frauenstimme, professionell und sachlich, so wie Jills Stimme einmal gewesen war.
»Ja«, sagte Jill.
»Miss Jill Foster?«
»Ja. Ja. Wer spricht denn bitte?«
Als sie die Antwort hörte, brach ihre Welt in Stücke.
Etwas an der Art, wie Noreen McKay das sagte - »Ich kann sie nicht entlasten« -, veranlasste Nkata, innezuhalten, bevor er sich zum Erfolg gratulierte. Im Blick der Frau lag Verzweiflung, und beginnende Panik in der Geste, mit der sie den Rest ihres Drinks in einem Zug hinunterkippte. Er sagte: »Können Sie nicht, oder wollen Sie nicht, Miss McKay?«
»Ich muss an zweijunge Menschen denken. Sie sind die einzige Familie, die mir geblieben ist. Ich möchte mich nicht mit ihrem Vater um das Sorgerecht streiten müssen.«
»Die Gerichte sind heutzutage liberaler.«
»Ich muss außerdem an meine berufliche Laufbahn denken. Es ist zwar nicht die, die ich mir gewünscht habe, aber sie ist mir wichtig, und ich habe sie mir aus eigener Kraft aufgebaut. Verstehen Sie denn nicht? Wenn herauskommt, dass ich -« Sie brach ab.
Nkata seufzte. »Sie war also bei Ihnen? Vor drei Tagen. Abends. Und gestern Abend auch? Spät?«
Noreen McKay sagte nichts. Groß und aufrecht saß sie auf ihrem Stuhl wie eine Pappfigur.
»Miss McKay, ich muss wissen, ob ich Ihren Namen streichen kann.«
»Und ich muss wissen, ob ich Ihnen trauen kann. Die Tatsache, dass Sie direkt hierher gekommen sind, direkt ins Gefängnis… Ihnen muss doch klar sein, was das vermuten lässt!«
»Es lässt vermuten, dass ich einen Haufen Arbeit hab und es deshalb blödsinnig wäre, vom einen Ende der Stadt zum anderen zu fahren, wenn ich Sie hier erreichen kann, keine zwei, drei Kilometer von Harriet Lewis' Kanzlei entfernt.«
»Aber das ist nicht alles«, entgegnete Noreen McKay. »Ich entnehme daraus, dass Sie ein Eigeninteresse haben, Constable, und wenn das zutrifft, was sollte Sie dann daran hindern, meinen Namen für nette fünfzig Pfund an die Presse zu verhökern? Die Story würde sich bestimmt gut verkaufen lassen, an die Mail, zum Beispiel. Sie haben mir im Lauf dieses Gesprächs bereits mit Schlimmerem gedroht.«
»Ach, ein Geschäft könnte ich schon jetzt machen. Überlegen Sie mal. Sie haben mir eine ganze Menge erzählt.«
»Was denn? Dass einmal abends eine Rechtsanwältin und ihre Mandantin bei mir waren? Was soll die Mail damit anfangen?«
Nkata musste einräumen, dass Noreen McKay mit ihrer Skepsis nicht unrecht hatte. Aus den dürftigen Informationen, die er von ihr bekommen hatte, ließ sich kaum etwas machen. Doch man sollte nicht zu gering einschätzen, was er bereits wusste, was er aus diesem Wissen schließen konnte, und was er daraus letztlich machen konnte. Tatsache allerdings war, so ungern er sich das eingestand, dass er von ihr lediglich eine Bestätigung brauchte und eine Zeitangabe. Alles andere, all das Wie und Warum, das hätte er zwar gern erfahren, aber es bestand keine dienstliche Notwendigkeit, es zu wissen.
»Der tödliche Autounfall mit Fahrerflucht in Hampstead«, sagte er, »geschah neulich Abend so zwischen zehn und elf. Harriet Lewis behauptet, sie könnten Katja Wolff für diese Zeit ein Alibi geben, würden es aber nicht tun. Aus diesem Grund vermute ich, dass zwischen Ihnen und Katja Wolff was läuft, was Sie schlecht aussehen lässt, wenn es rauskommt.«
»Ich habe es schon einmal gesagt: Darüber spreche ich nicht.«
»Das hab ich begriffen, Miss McKay. Wie war's dann, wenn Sie über das reden, worüber Sie zu reden bereit sind? Wie war's mit nüchternen Fakten ohne Schnörkel?«
»Wie meinen Sie das?«
»Nur ja oder nein.«
Noreen McKay schaute zum Tresen hinüber, wo ihre Kollegen Bier tranken. Die Tür wurde geöffnet, und es traten noch drei Gefängnisangestellte ein, alles Frauen in Uniformen wie Noreen McKay eine trug. Zwei von ihnen grüßten sie und schienen zu überlegen, ob sie an ihren Tisch kommen und sich mit ihrem Begleiter bekannt machen lassen sollten. Noreen McKay wandte sich brüsk von ihnen ab und sagte leise: »Das ist unmöglich. Ich hätte nicht… Wir müssen gehen.«
»Das würde sich aber nicht besonders gut machen, wenn Sie jetzt davonlaufen«, murmelte Nkata. »Schon gar nicht, wenn ich gleichzeitig aufspringe und Ihnen hinterherbrülle. Nur ein paar klare Antworten, ja oder nein, Miss McKay, und ich bin weg. Ich verschwinde wie Spülwasser, und Sie können denen über mich erzählen, was Sie wollen. Dass ich der Schulpsychologe bin und Sie wegen Ihres Neffen sprechen wollte. Oder ein Talentsucher von Manchester United, der sich für den Jungen interessiert. Ist mir völlig egal. Nur ja oder nein, und für Sie bleibt alles beim Alten, wie auch immer das ausschaut.«
»Sie haben keine Ahnung.«
»Eben. Das hab ich ja gesagt. Wie auch immer es ausschaut.«
Sie starrte ihn einen Moment lang schweigend an. Dann sagte sie: »Also gut. Fragen Sie.«
»War sie vor drei Tagen abends bei Ihnen?«
»Ja.«
»Zwischen zweiundzwanzig Uhr und Mitternacht?«
»Ja.«
»Um welche Zeit ist sie gegangen?«
»Wir hatten ja oder nein vereinbart.«
»Richtig. Ist sie vor Mitternacht gegangen?« »Ist sie vor zweiundzwanzig Uhr gekommen?«
»Ja.«
»Kam sie allein?«
»Ja.«
»Weiß Mrs. Edwards, wo sie war?«
Noreen McKay blickte bei dieser Frage an ihm vorbei, aber sie schien es nicht zu tun, weil sie die Absicht hatte, zu lügen. »Nein«, antwortete sie.
»Und gestern Abend?«
»Was meinen Sie?«
»War Katja Wolff gestern Abend bei Ihnen? Sagen wir, nachdem ihre Anwältin gegangen war?«
Noreen McKay sah ihn wieder an. »Ja.«
»Ist sie geblieben? War sie gegen dreiundzwanzig Uhr dreißig und Mitternacht noch da?«
»Ja. Sie ist - es dürfte ungefähr halb zwei gewesen sein, als sie ging.«
»Kennen Sie Mrs. Edwards?«
Wieder wanderte ihr Blick von ihm weg. Er beobachtete, wie ein Muskel an ihrem Hals sich anspannte. Sie sagte: »Ja. Ja, ich kenne Yasmin Edwards. Sie hat den größten Teil ihrer Strafe in Holloway verbüßt.«
»Sie wissen, dass sie und Katja…«