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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Er wandte sich ihr zu. »Nehmt die Waffe auf.«

Sie gehorchte augenblicklich. So also ging alles zu Ende. Langsam richtete sie die Spitze des Dolches auf ihre Brust, bereit, den Stahl in ihrem Herzen zu versenken. Besser sie war tot, als mit der Gewissheit leben zu müssen, ihn enttäuscht zu haben.

»Seht mich an, meine Dame!«

Gehorsam, doch mit schwerem Herzen hob sie das Haupt. Sie wollte nicht die Enttäuschung in seinen Augen sehen. Aber was sie dort entdeckte, war Interesse. Er studierte sie.

»Ich nehme an, Ihr habt mit den besten Absichten gehandelt, meine Dame, weil Ihr der Ansicht wart, dass etwas Wichtiges meiner Aufmerksamkeit entgangen sein könnte. Ferner vermute ich, dies ist auch der Grund, aus dem Ihr Euch die Freiheit herausnehmt, Eure Gefährten auf waghalsige Missionen nach Nangog zu schicken.«

»Sie trifft keine Schuld«, beteuerte Bidayn. »Ich habe meine Position ausgenutzt, um ihnen Befehle zu erteilen, die ihrer Auffassung von Loyalität zu Euch zuwiderliefen. Ich verdiene es, nun die Strafe für meine Eigenmächtigkeit zu erfahren.«

»Und wieder maßt Ihr Euch an, meine Entscheidungen für mich zu treffen, Dame Bidayn. Was Ihr verdient und was nicht, obliegt einzig meinem Urteil, nicht dem Euren.«

Jedes dieser Worte war ein Dolchstich in ihre Seele.

»Nun erweist mir die Güte, mich darüber in Kenntnis zu setzen, was mir Eurer Meinung nach entgangen ist.«

Gehetzt berichtete sie von der Elfe, die Unsterbliche ermordete und zuletzt den Herrscher Valesias hingerichtet hatte. »Ich konnte mit einem Krieger sprechen, der sie hat kämpfen sehen. Es muss eine Drachenelfe sein! Welcher Eurer Brüder verfolgt die Mission, die mir und den Meinen zugedacht war?«

Es war unmöglich, in seinen Zügen abzulesen, was er dachte. Er wirkte nicht erzürnt, als er ihr antwortete. »Muss ich Euch darauf hinweisen, dass nicht ich es bin, der Euch Rechenschaft schuldet, meine Dame. Ich muss Euch weder meine Entscheidungen erläutern noch die meiner Brüder.«

»Gewiss«, flüsterte sie. So war es also. Sie hatten schon jemanden gefunden, der sie ersetzen konnte.

»Ihr vergesst, dass ich in Euren Gedanken lesen kann, meine Liebe.«

Das hatte sie in der Tat vergessen, doch bereute sie nichts. Er durfte wissen, was sie fühlte. Diese eine Freiheit beanspruchte sie für sich, auch wenn sie ihm ansonsten ganz und gar ergeben war.

»Ihr seid noch immer meine erste Dienerin, meine Dame, allerdings wäre es schön, wenn Ihr Euer Wohlbefinden weniger abhängig von Bekundungen meines Wohlwollens machen könntet. Und nun seid so gut und schiebt dieses Messer in seine Scheide. Ich werde Eure Eigenmächtigkeiten vor meinen Brüdern verantworten.«

Ihre Hand zitterte, als sie den Dolch in seine Lederscheide gleiten ließ. Bidayn schämte sich dafür, dass er sie hatte rügen müssen. Und zugleich war sie unglaublich erleichtert, nicht seine Gunst verloren zu haben.

»Was habt Ihr mir noch zu berichten? Ich ziehe es vor, es mit Euren eigenen Worten zu hören, statt danach in Euren Gedanken zu suchen.«

In allen Einzelheiten schilderte sie ihm die Flotte aus Wolkensammlern, die sie gesehen hatte. Er zeigte sich wenig beeindruckt. »Es wird eine letzte große Schlacht geben, die unmittelbar bevorsteht. Und Ihr, ebenso wie die zwei Kinder, werdet über die Zukunft Albenmarks entscheiden. Die Stunde, in der Ihr einlösen müsst, worauf Ihr Euch all die Jahre vorbereitet habt, ist nahe. Ihr werdet Euch in höchste Gefahr begeben, doch ich vertraue Euch ganz und gar.«

Er schenkte ihr ein Lächeln, das sie mit Sehnsucht erfüllte. Sich seiner Gunst bewusst zu sein war mit keinem anderen Hochgefühl zu vergleichen, das sie je genossen hatte. Der Goldene war voller Zuversicht, das spürte sie deutlich. Und sie war erleichtert, dass sie nun endlich beweisen könnte, dass sie jeden seiner Wünsche erfüllen konnte.

Er winkte ihr, und ein Verlangen blitzte in seinen Augen, das er ihr allzu lange nicht gezeigt hatte. »Dies ist kein Ort, um über das Schicksal dreier Welten zu parlieren, meine Dame. Wir könnten es gemütlicher und auch intimer haben als auf diesem verfallenen Burghof voller trauriger Erinnerungen. Wollt Ihr mir diese Gunst erweisen, schöne Bidayn?«

Schöne Bidayn, so hatte er sie seit Jahren nicht genannt. Schauder überliefen sie bei der Erwartung dessen, was seine Worte verhießen. Allein um diese zwei Worte zu hören, würde sie alles für ihn tun, auch zwei Kinder auf dem Altar seines Ehrgeizes opfern.

Als der Umhang fiel

»Das wirst du rückgängig machen!« Es war das erste Mal in ihrer an Spannungen so reichen Ehe, dass Shanadeen sie anschrie.

»Ausgeschlossen«, entgegnete Bidayn ruhig.

Wie sehr sie ihren hageren, fantasielosen Mann doch verachtete. Noch immer spürte sie die Berührungen des Goldenen, wenn sie die Augen schloss. Wahrscheinlich nistete noch sein Wohlgeruch in ihrem Haar, und hätte sie sich vor Shanadeen entblößt, könnte er die Spuren der Leidenschaft der Himmelsschlange auf ihrem Rücken sehen. Sich dem Goldenen hinzugeben hieß, eine Wollust zu erleben, die durch Schmerz versüßt wurde. Eine Wollust, wie sie ihr nicht einmal Asfahal zu schenken vermochte, obwohl er ein erlesener Liebhaber war.

»Wenn du nicht gehst, werde ich ihre Namen von der Liste streichen lassen.« Shanadeen sah zu Graumur. »Du weißt, wo dieser verdammte Werber seinen Tisch aufgestellt hat.«

»Ja, Herr.« Es war dem Minotauren anzusehen, wie unwohl er sich in diesem Augenblick fühlte, obwohl er ein tapferer, im Kampf erprobter Krieger war. Er hatte an ihrer Seite gestanden, als die beiden Mädchen ihre Namen auf die Liste gesetzt hatten.

»Worauf wartest du? Bring mich dorthin!«

Graumur wand sich vor Verlegenheit. »Herr, ich glaube, es ist richtig, wenn Lydaine und Farella dein Haus verlassen und ein Abenteuer erleben. Es wird ihnen guttun.«

»Ein Abenteuer?«, fauchte Shanadeen seinen Leibwächter an. »Hast du dir das letzte bisschen Hirn zwischen deinen Hörnern weggesoffen? Ein Abenteuer? Sie werden in einen verdammten Krieg ziehen.«

»Bei allem Respekt, Herr«, beharrte Graumur, »auch wenn sie so aussehen mögen, sind Lydaine und Farella keine Mädchen mehr. Gestatte ihnen, durch ihre Taten die Größe zu erlangen, die ihnen ein grausames Schicksal auf immer verwehren wird.«

»Wer hat dir denn diese Worte in den Mund gelegt?« Shanadeen bedachte Bidayn mit einem hasserfüllten Blick. »Nun, ganz gleich, was ihr beide hier treibt, ich werde dem ein Ende setzen.«

»Ich glaube, du überschätzt deine Möglichkeiten, mein Gemahl. Diese Werber unterstehen dem unmittelbaren Befehl der Himmelsschlangen.«

»Und ich glaube, du hast die erstaunliche Zaubermacht des Goldes immer noch nicht verstanden. Es gibt nichts, das man nicht erreichen kann, wenn nur das Angebot stimmt.«

Bidayn bedachte ihren Gemahl mit einem spöttischen Lächeln. Er war eine solche Krämerseele. Doch die Zeit ihrer Maskerade in seinem Haus war nun vorüber. »Graumur, dies ist der Augenblick, in dem du dich für ihn oder für den Ruhm entscheiden musst. Ich wünsche, dass du die Mädchen als ihr Leibwächter begleitest. Du wirst mit ihnen an der Seite der größten Helden unseres Zeitalters in die Schlacht ziehen.«

Sie sah, wie seine müden Augen aufleuchteten. Sie wusste genau, wovon er träumte.

»Du begleitest mich jetzt, Graumur! Hör nicht auf ihr Geschwätz. Ich habe dich in Dienst genommen. Du bist allein mir verpflichtet!«

Der alte Minotaur rang mit sich. Er schwankte zwischen Loyalität, die sein Leben bestimmt hatte, und der Hoffnung auf unsterblichen Ruhm als Krieger. Obwohl sie ihn so viele Jahre kannte, war Bidayn sich nicht sicher, wie er entscheiden würde. Sie könnte ihren Willen auch ohne ihn durchsetzen, aber sie wollte Shanadeen demütigen. Sie wollte, dass sein Leibwächter, der ihn drei Jahrzehnte lang mit seinem Leben beschützt hatte, die Seiten wechselte. Sie wollte, dass dieser verfluchte Münzenzähler sah, dass er nicht alles kaufen konnte.

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