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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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«Oder ein Glied seines Hauses!» verbesserte Cethegus in Gedanken, aufatmend.

«Eilt in den Hafen, unsern Herrn zu empfangen», mahnte

Belisar.

*

Sein Stolz und seine Freude wurden enttäuscht, als ihnen auf dem Wege nach Classis die ersten ausgeschifften Höflinge begegneten und im Palast Quartier forderten, nicht für den Kaiser selbst, sondern für dessen Neffen, den Prinzen Germanus.

«So sendet er doch den Ersten nach ihm selbst», sprach Belisar, sich selber tröstend im Weitergehen zu Cethegus. «Germanus ist der edelste Mann am Hof. Unbestechlich, gerecht und unverführbar rein. Sie nennen ihn: <die Lilie im Sumpf>. Aber du hörst mich nicht!»

«Vergib, ich bemerkte dort im Gedränge, unter den eben Gelandeten, meinen jungen Freund Licinius.»

«Salve Cethege!» rief dieser, sich Weg zum Präfekten bahnend.

«Willkommen im befreiten Italien! Was bringst du von der Kaiserin?» fragte er flüsternd.

«Das Abschiedswort: Nike (Viktoria)! und diesen Brief», flüsterte der Bote ebenso leise. «Aber», und seine Stirne furchte sich - «schicke mich nie mehr zu diesem Weibe.» - «Nein, nein, junger Hippolytos, ich denke, es wird nie mehr nötig sein.»

Damit hatten sie die Steindämme des Hafens erreicht, dessen Stufen soeben der kaiserliche Prinz hinanstieg. Die edle Erscheinung, von einem reich geschmückten Gefolge umgeben, ward von den Truppen und dem rasch zusammenströmenden Volk mit Jubelruf und kaiserlichen Ehren empfangen.

Cethegus faßte ihn scharf ins Auge. «Das bleiche Antlitz ist noch bleicher geworden», sagte er zu Licinius. «Ja, man sagt: die Kaiserin hat ihn vergiftet, weil sie ihn nicht verführen konnte.»

Der Prinz, nach allen Seiten dankend, hatte jetzt Belisarius erreicht, der ihn ehrfurchtsvoll begrüßte. «Gegrüßt auch du, Belisarius», erwiderte er ernst. «Folge mir sogleich in den Palast. Wo ist Cethegus, der Präfekt? Wo Bessas? Ah, Cethegus», sagte er, dessen Hand ergreifend, «ich freue mich, den größten Mann Italiens wiederzusehen. Du wirst mich alsbald zu der Enkelin Theoderichs begleiten. Ihr gebührt mein erster Gang. Ich bringe ihr Geschenke Justinians und meine Huldigung. Sie war eine Gefangene in ihrem eigenen Reich. Sie soll eine Königin sein am Hofe zu Byzanz.»

«Das soll sie», dachte Cethegus. Er verneigte sich tief und sprach: «Ich weiß: du kennst die Fürstin seit lange, ihre Hand war dir bestimmt.»

Eine rasche Glut flog über des Prinzen Wange. «Leider nicht ihr Herz. Ich sah sie hier, vor Jahren, am Hof ihrer Mutter: und seitdem hat mein inneres Auge nichts mehr als ihr Bild gesehen.» - «Ja, sie ist das schönste Weib der Erde», sagte der Präfekt, ruhig vor sich hin sehend. «Nimm diesen Chrysopras zum Dank für dieses Wort», sagte Germanus und steckte einen Ring an des Präfekten Finger.

Damit traten sie in das Portal des Palastes.

«Jetzt, Mataswintha», sprach Cethegus zu sich selbst, «jetzt hebt dein zweites Leben an. Ich kenne kein römisch Weib - ein Mädchen vielleicht ausgenommen, das ich kannte! - das solcher

Versuchung widerstehen könnte. Soll diese rohe Germanin widerstehen?» -

Sowie sich der Prinz von den Mühen der Seefahrt einigermaßen erholt und die Reisekleider mit einem Staatsgewand vertauscht hatte, erschien er an der Seite des Präfekten in dem Thronsaal des großen Theoderichs im Mittelbau des Palastes.

An den Wänden der stolz gewölbten Halle hingen noch die Trophäen gotischer Siege. Ein Säulengang lief an drei Seiten des Saales hin: in der Mitte des vierten erhob sich der Thron Theoderichs.

Mit edlem Anstand stieg der Prinz die Stufen hinan. Cethegus blieb mit Belisar, Bessas, Demetrius, Johannes und zahlreichen andern Heerführern im Mittelgrund.

«Im Namen meines kaiserlichen Herrn und Ohms nehme ich Besitz von dieser Stadt Ravenna und von dem abendländischen Römerreich. An dich, Magister Militum, dies Schreiben unseres Herrn, des Kaisers. Erbrich und lies es selbst der Versammlung vor. So befahl Justinianus.»

Belisar trat vor, empfing kniend den kaiserlichen Brief, küßte das Siegel, erhob sich wieder, öffnete und las:

«Justinianus, der Imperator der Römer, Herr des Morgen- und des Abendreichs, Besieger der Perser und Sarazenen, der Vandalen und Alanen, der Lazer und Sabiren, der Hunnen und Bulgaren, der Awaren und Sclavenen und zuletzt der Goten, an Belisar, den Consularen, ehemals Magister Militum.

Wir sind durch Cethegus den Präfekten von den Vorgängen unterrichtet, die zum Fall von Ravenna geführt. Sein Bericht wird, auf seinen Wunsch, dir mitgeteilt werden. Wir aber können seine darin ausgesprochene gute Meinung von dir und deinen Erfolgen wie von deinen Mitteln mitnichten teilen: und wir entheben dich deiner Stelle als Befehlshaber unseres Heeres. Und wir befehlen dir angesichts dieses Briefes sofort nach

Byzanz zurückzukehren, um dich vor unserem Throne zu verantworten. Einen Triumph wie nach dem Vandalenkrieg können wir dir um so weniger gewähren, als weder Rom noch Ravenna durch deine Tapferkeit gefallen: sondern Rom durch Übergabe, Ravenna durch Erdbeben, den Zorn Gottes über die Ketzer und höchst verdächtige Verhandlungen, deren Unschuld du, des Hochverrats angeklagt, vor unserem Thron erweisen wirst. Da wir, eingedenk früherer Verdienste, nicht ohne Gehör dich verurteilen wollen, denn Morgenland und Abendland sollen uns für ferne Zeiten feiern als den Kaiser der Gerechtigkeit -sehen wir von der Verhaftung ab, die deine Ankläger beantragt. Ohne Ketten - nur in den Fesseln deines dich selbst anklagenden Gewissens - wirst du vor unser kaiserliches Antlitz treten.»

Da wankte Belisar. Er konnte nicht weiter lesen: er bedeckte das Gesicht mit den Händen: das Schreiben entfiel ihm.

Bessas hob es auf, küßte es und las weiter: «Zu deinem Nachfolger im Heerbefehl ernennen wir den Strategen Bessas. Ravenna übertragen wir dem Archon Johannes. Die Steuerverwaltung bleibt, trotz der wider ihn von den Italiern erhobenen höchst ungerechten Klagen, dem in unserm Dienst so eifrigen Logotheten Alexandros. Zu unserm Statthalter aber in Italien ernennen wir den hochverdienten Präfekten von Rom, Cornelius Cethegus Cäsarius. Unser Neffe, Germanus, mit kaiserlicher Vollmacht ausgerüstet, haftet mit seinem Haupt dafür, dich unverweilt nach unsrer Flotte auf der Höhe Ariminum zu bringen, auf welcher dich Aerobindos nach Byzanz führen wird.»

Germanus erhob sich und befahl allen, bis auf Belisar und Cethegus, den Saal zu verlassen. Darauf stieg er die Stufen des Thrones herab und schritt auf Belisar zu, der nicht mehr wahrnahm, was um ihn her geschah. Er stand unbeweglich, das Haupt und den linken Arm an eine Säule gelehnt, und starrte zur Erde.

Der Prinz faßte seine Rechte. «Es schmerzt mich, Belisarius, der Träger solcher Botschaft zu sein. Ich übernahm den Auftrag, weil ihn ein Freund milder als einer der vielen Feinde, die sich dazu drängten, ausführen kann. Aber ich verhehle dir nicht: dieser dein letzter Sieg hebt die Ehre deiner früheren auf. Nie hätte ich von dem Helden Belisar solch Lügenspiel erwartet. Cethegus hat sich ausgebeten, daß sein Bericht an den Kaiser dir vorgelegt werde. Er ist deines Lobes volclass="underline" hier ist er. Ich glaube, es war die Kaiserin, die Justinians Ungnade gegen dich entzündet hat. Aber du hörst mich nicht -» Und er legte die Hand auf seine Schulter.

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