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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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Bestürzt sah ihm Antonina nach. «Prokop», fragte sie dann, «weiß es der Kaiser wirklich schon?»

«Und wenn er es noch nicht wüßte, - zu viele sind schon in das Geheimnis eingeweiht. Nachträglich erfährt er jedenfalls, daß Ravenna und Italien sein war, und - daß Belisar um die Gotenkrone, die Kaiserkrone warb. Nur daß er sie erlangt und -abgeliefert, kann ihn rechtfertigen vor Justinian.»

«Ja», sagte Belisar seufzend, «er hat recht. Es bleibt mir keine

Wahl.»

«So geh», sprach Antonina eingeschüchtert, «Mir aber sei's erlassen, bei diesem Einzug dich zu begleiten: - es ist ein

Schlingenlegen, kein Triumph!»

*

Die Bevölkerung von Ravenna, wenn auch im unklaren über die näheren Bestimmungen, war doch gewiß, daß der Friede geschlossen und den langen und schweren Leiden des verheerenden Kampfes ein Ende gemacht sei.

Und die Bürger hatten in aufatmender Freude über diese Erlösung die Trümmer, die das Erdbeben auf sehr viele Straßen geworfen, hinweggeräumt und ihre befreite Stadt festlich geschmückt. Laubgewinde, Fahnen und Teppiche zierten die Straßen, das Volk drängte sich auf den großen Fora, in den Lagunenkanälen und in den Bädern und Basiliken in freudiger Bewegung, begierig, den Helden Belisar und das Heer zu sehen, die so lange ihre Mauern bedroht und endlich die Barbaren überwunden hatten.

Schon zogen starke Abteilungen von Byzantinern stolz und triumphierend ein, während die in schwachen Zahlen überall zerstreuten gotischen Posten mit Schweigen und mit Widerwillen die verhaßten Feinde in die Residenz Theoderichs einrücken sahen.

In dem ebenfalls reichgeschmückten Königspalast versammelten sich die vornehmsten Goten in einer Halle neben den Gemächern des Königs. Dieser bereitete sich, als die für den Einzug Belisars anberaumte Stunde nahte, die königlichen Kleider anzulegen: - mit Befriedigung, denn es war ja das letztemal, daß er die Anzeichen einer Würde tragen sollte, die ihm nur Schmerz und Unheil gebracht.

«Geh, Herzog Guntharis», sprach er zu dem Wölsung, «Hildebad, mein ungetreuer Kämmerer, hat mich verlassen. Vertritt du dies eine Mal seine Stelle: die Diener werden dir im

Königsschatz die goldene Truhe zeigen, die Krone, Helm und Purpurmantel, Schwert und Schild Theoderichs verwahren. Ich werde sie heute zum ersten- und letztenmal anlegen, sie dem Helden abzuliefern, der sie nicht unwürdig tragen wird. Was gibt es dort für Lärm!»

«Herr, ein Weib», antwortete Graf Wisand, «eine gotische Bettlerin. Sie hat sich schon dreimal herangedrängt. Sie will ihren Namen dir nur nennen! Weise sie hinaus! -»

«Nein, sagt ihr, ich will sie hören: - heute abend soll sie im Palast nach mir fragen.»

Als Guntharis das Gemach verlassen, trat Bessas ein mit Cethegus. Der Präfekt hatte diesem, ohne ihn einzuweihen, die Abschrift des Vertrages übergeben, die der Gotenkönig noch unterschreiben sollte. Aus dieser unverdächtigen Hand, glaubte er, würde jener die Urkunde argloser nehmen.

Witichis begrüßte die Eintretenden. Bei dem Anblick des Präfekten flog über sein Antlitz, das heute heller als seit langen Monden glänzte, ein dunkler Schatten. Doch bezwang er sich und sprach: «Du hier, Präfekt von Rom? Anders hat dieser Kampf geendet, als wir meinten! Jedoch, du kannst auch damit zufrieden sein. Wenigstens kein Griechenkaiser, kein Justinianus wird dein Rom beherrschen.»

«Und soll es nicht, solange ich lebe.»

«Ich komme, König der Goten», fiel Bessas ein, «dir den Vertrag mit Belisar zur Unterschrift vorzulegen.»

«Ich hab' ihn schon unterschrieben.» - «Es ist die für meinen Herrn bestimmte Doppelschrift.»

«So gib», sprach Witichis und wollte das Pergament aus des Byzantiners Hand nehmen.

Da trat Herzog Guntharis mit den Dienern eilfertig ins Gemach: «Witichis», rief er, «der Königsschmuck ist verschwunden.»

«Was ist das?» fragte Witichis. «Hildebad allein führte die Schlüssel davon.»

«Die ganze Goldtruhe, auch noch andere Truhen sind fort. In der leeren Nische, da sie sonst standen, lag dieser Streif Pergament. Es sind die Schriftzüge von Hildebads Schreiber.»

Der König nahm und las: «<Krone, Helm und Schwert, Purpur und Schild Theoderichs sind in meinem Gewahrsam. Wenn Belisar sie will soll er sie von mir holen.) Die Rune H - für Hildebad.»

«Man muß ihn verfolgen», sagte Cethegus finster, «bis er sich fügt.» Da eilten Johannes und Demetrius herein. «Eile dich, König Witichis», drängten sie. «Hörst du die Tubatöne? Belisar hat schon die Porta des Stilicho erreicht.»

«So laßt uns gehn», sprach Witichis, ließ sich von den Dienern den Purpurmantel, den sie statt des verschwundenen mitgebracht, um die Schultern werfen und drückte einen goldenen Reif auf das Haupt. Statt des Schwertes reichte man ihm ein Zepter. Und so wandte er sich zur Tür.

«Du hast nicht unterschrieben, Herr», mahnte Bessas.

«So gib», und er nahm die Schrift jetzt aus der Hand des Byzantiners. «Die Urkunde ist sehr lang», sagte er hineinblickend und hob an zu lesen. «Eile, König», mahnte Johannes.

«Zum Lesen ist nicht mehr Zeit», sagte Cethegus gleichgültig und reichte ihm die Schilffeder von dem Tisch. «Dann auch nicht zum Schreiben», antwortete der König. «Du weißt: ich war ein König von Bauernart, wie die Leute sagten. Bauern unterschreiben keine Zeile, ehe sie sie genau gelesen, gehen wir.» Und lächelnd gab er die Urkunde an den Präfekten und schritt hinaus. Die Byzantiner und alle Anwesenden folgten.

Cethegus drückte das Pergament zusammen: «Warte nur», flüsterte er grimmig, «du sollst doch noch unterschreiben.» Langsam folgte er den andern.

Die Halle vor dem Gemach des Königs war bereits leer.

Der Präfekt schritt hinaus auf den gewölbten Bogengang, der im Viereck den ersten Stock des Palastes umgab, und dessen byzantinischromanische Rundbogen den freien Blick in den weiten Hofraum gewährten. Derselbe war von Bewaffneten dicht gefüllt. An allen vier Toren standen die Lanzenträger Belisars. Cethegus lehnte hinter einem Bogenpfeiler und sprach, dem Gang der Ereignisse folgend, mit sich selbst: «Nun, Byzantiner genug, um ein kleines Heer gefangenzunehmen! Freund Prokop ist vorsichtig Da! - Witichis erscheint im Portal! Seine Goten sind noch weit hinter ihm auf der Treppe. Des Königs Pferd wird vorgeführt. Bessas hält dem König den Bügel. Witichis tritt heran, er hebt den Fuß. - Jetzt ein Trompetenstoß. - Die Treppentüre des Palastes fällt zu und schließt die Goten in den Treppenbau. Auf dem Dache reißt Prokop das Gotenbanner nieder. Johannes faßt seinen rechten Arm, brav Johannes. - Der König ruft: <Verrat, Verrat!) Er wehrt sich mächtig. Aber der lange Mantel hemmt ihn. - Da, da, er

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