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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
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Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]

Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:

Seit längerer Zeit wird vom besiedelten Teil der Galaxis aus ein rätselhafter Stern beobachtet: Nicht nur, dass er auf einer engen Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße läuft und hoch in den galaktischen Halo aufsteigt, nach jeweils 215 Jahren Dunkelperiode strahlt er auch plötzlich für 35 Jahre hell auf, um sich dann wieder zu verdunkeln. Als man feststellt, dass der einzige Planet, der ihn umkreist, von intelligenten Wesen bewohnt ist, rüsten die Dschöng Ho, eine friedliche Händlerzivilisation, ein Raumschiff aus, um Kontakt zu der fremden Spezies aufzunehmen. Zugleich jedoch startet das Schiff einer skrupellosen Aufsteiger-Zivilisation — Menschenabkömmlinge, die während der Isolation in die Barbarei abgesunken waren und inzwischen wieder zu Hochtechnologie und Raumfahrt fähig sind. Doch sie sind Barbaren geblieben: Sie überrumpeln die Händler, töten etliche von ihnen und versklaven den Rest. Und genau so gedenken sie mit der Bevölkerung des Planeten zu verfahren, um ihr wissenschaftliches Know-how zu erbeuten. Sie gehen in eine orbitale Lauerstellung und warten ab, bis die Sonne erneut in die Lichtphase tritt und die Bewohner in ihren ›Tiefen‹ aus dem Kälteschlaf erwachen. Aber sie ahnen nicht, dass auf dem Planeten auch jemand lebt, der von ihrer Anwesenheit weiß…
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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Nedering wandte sich vom Geländer ab und ging auf die Treppe zu. Er hörte ein lautes Rasseln und Scheppern, das von einer Gefechtstruppe von hundert Leuten hätte herrühren können, die die Treppe heraufkamen — aber es waren wohl eher Shepry Tourer und seine vier Wanderstiefel. Ein Augenblick verging, und sein Assistent schoss ins Freie heraus. Shepry war gerade mal fünfzehn, so weit außer der Zeit, wie ein Kind nur sein konnte. Es hatte eine Zeit gegeben, da sich Nedering nicht vorstellen konnte, er würde mit solch einem Scheusal reden, geschweige denn zusammenarbeiten. Auch das hatte sich für ihn in Weißenberg geändert. Jetzt — nun ja, Shepry war noch ein Kind und wusste so vieles nicht. Aber sein Enthusiasmus hatte etwas ungeheuer Starkes. Nedering fragte sich, wie viele Jahre Forschung am Ende der Jahres des Schwindens vergeudet wurden, weil die jüngsten Forscher schon in die mittleren Jahre kamen, Familien gründeten und zu sehr im Alltagstrott waren, als dass sie intensiv arbeiten konnten.

»Dr. Nedering! Herr Doktor!« Sheprys Stimme wurde von seinem Luftwärmer gedämpft. Der Junge schnappte nach Luft und büßte wieder ein, was er an Zeit gewonnen hatte, als er die Treppe heraufstürmte. »Großer Ärger. Ich habe die Funkverbindung nach Nordpunkt verloren« — zum anderen Ende des Interferometers, acht Kilometer entfernt. »Wir haben nichts als Rauschen auf allen Frequenzen.«

Also würde von seinen Plänen für heute Nacht nichts übrig bleiben. »Hast du Sam über das Kabel angerufen? Was…?« Er hielt inne, als ihm Sheprys Worte allmählich zu Bewusstsein kamen: Rauschen auf allen Frequenzen. Hinter ihm bewegte sich die seltsame Nordlicht-›Spitze‹ stetig nach Süden. Verwirrung mischte sich leise mit Angst. Obret Nedering wusste, dass die Welt am Rande eines Krieges stand. Alle wussten das. Die Zivilisation konnte in ein paar Stunden vernichtet werden, wenn die Bomben fielen. Selbst abgelegene Orte wie die Paradies-Insel waren vielleicht nicht sicher. Und dieses Licht? Es wurde jetzt schwächer, der helle Punkt verschwand. Eine Kernwaffendetonation im Magnetflecken konnte wie ein Nordlicht aussehen, aber gewiss nicht so asymmetrisch und mit derart langer Aufstiegszeit. Hmm. Oder vielleicht hatten ein paar schlaue Physiker etwas Raffinierteres als eine einfache Atombombe gebaut. Neugier und Entsetzen kämpften in Nederings Kopf.

Er wandte sich um und zerrte Shepry zurück zur Treppe. Nur die Ruhe bewahren. Wie oft hatte er Shepry diesen Rat gegeben? »Eins nach dem anderen, Shepry, und pass auf, dass deine Energieleitung sich nicht festhakt. Ist das Radar heute Nacht in Betrieb?«

»J-ja.« Sheprys schwere Stiefel tappten direkt hinter ihm die Treppe herab. »Aber in der Aufzeichnung wird bloß Rauschen sein.«

»Vielleicht.« Mikrowellen von Ionisationsspuren reflektieren zu lassen, war eins der kleineren Projekte, die Nedering und Tourer betreuten. Fast alle Reflexionen konnten mit zurückkehrendem Satellitenmüll in Verbindung gebracht werden, doch etwa einmal im Jahr sahen sie etwas, das sie sich nicht erklären konnten, ein Geheimnis aus der Großen Leere. Er hatte daraus beinahe einen Forschungsartikel gemacht. Dann hatten die verdammten Gutachter — der allgegenwärtige T. Lauerviel — ihr eigenes Programm durchgeführt und seine Schlussfolgerungen nicht akzeptiert. Heute würde es für das Radarfeld eine andere Verwendung geben. Das spitze Ende des seltsamen Lichtes — was, wenn es ein physisches Objekt wäre?

»Shepry, sind wir noch am Netz?« Ihre Hochleistungs-Verbindung war ein Glasfaserkabel, das auf dem Ozeaneis lag; er hatte vorgehabt, Supercomputer auf dem Festland zu benutzen, um die Beobachtungen heute Nacht zu steuern. Jetzt…

»Ich schau nach.«

Nedering lachte. »Vielleicht haben wir Weißenberg etwas Interessantes zu zeigen!« Er nahm die Radarmitschrift zur Hand und blätterte sie durch. War es die Natur oder der Krieg, was heute Nacht zu ihnen sprach? So oder so, die Botschaft war wichtig.

Fünfzig

Heutzutage bewirkte Fliegen, dass sich Hrunkner Unterberg sehr alt fühlte. Er erinnerte sich, wie Zylindermotoren hölzerne Propeller gedreht hatten und die Tragflächen noch über Holz gespanntes Tuch waren.

Und Viktoria Schmids Dienstflugzeug war keine normale Düsenmaschine. Sie flogen in einer Höhe von nahezu dreißig Kilometern mit dreifacher Schallgeschwindigkeit nach Süden. Die beiden Motoren arbeiteten fast geräuschlos, nur ein hoher stetiger Ton war zu vernehmen, der sich einem in die Eingeweide zu graben schien. Draußen waren Sonnen- und Sternenlicht zusammen gerade hell genug, dass in den Wolken unter ihnen Farben zu sehen waren. Schicht über Schicht bedeckten die Wolken die Welt. Aus dieser Höhe sahen selbst die obersten Wolken wie etwas Niedriges, Geducktes aus. Hier und da taten sich Schluchten in der Luft auf, und sie erhaschten einen Blick auf Eis und Schnee. In ein paar Minuten würden sie die Südliche Meerenge erreichen und den Luftraum des Einklangs verlassen. Der Kommunikationsoffizier sagte, rings um sie sei eine Staffel von Einklang-Kampfflugzeugen und würde sie den ganzen Weg bis zum Flugplatz der Botschaft in Südende begleiten. Der einzige Beweis für die Behauptung, den Unnerbei sah, war ein gelegentliches Glitzern in der Luft über ihnen. Ach ja. Wie alles Wichtige heutzutage bewegten sie sich zu schnell und zu weit entfernt, um von gewöhnlichen Sterblichen gesehen zu werden.

Eigentlich war General Schmids Privatflugzeug ein Überschall-Aufklärungsbomber, die Sorte, die mit dem Aufkommen der Satelliten veraltete. »Die Luftverteidigung hat es uns praktisch überlassen«, hatte Schmid bemerkt, als sie an Bord gekommen waren. »Das alles wird Schrott sein, wenn die Luft auszufrieren beginnt.« Dann würde es eine ganze neue Transportindustrie geben. Ballistische Flugkörper vielleicht? Antigravitations-Schweber? Vielleicht spielte es keine Rolle. Wenn ihre gegenwärtige Mission keinen Erfolg brachte, gab es womöglich überhaupt keine Industrie mehr, sondern nur endlose Kämpfe zwischen den Ruinen.

Die Mitte des Rumpfes war mit Reihe um Reihe von Computern und Nachrichtengeräten angefüllt. Unnerbei hatte die Laser- und Mikrowellen-Gehäuse gesehen, als er an Bord kam. Die Flugtechniker waren in das Militärnetz des Einklangs fast ebenso sicher eingeklinkt, als befänden sie sich im Landeskommando. Es gab auf diesem Flug keine Stewards. Unnerbei und General Schmid waren an kleinen Sitzgittern festgeschnallt, die nach den ersten paar Stunden schrecklich hart wirkten. Dabei hatte er es wahrscheinlich noch bequemer als die Kampftruppen, die hinten im Flugzeug an Netzen hingen. Eine Zehnergruppe, das war alles, was die Generalin an Leibwächtern hatte.

Viktoria Schmid war still und beschäftigt gewesen. Ihr Assistent, Tim Niederer, hatte all ihre Computerausrüstung an Bord gebracht: schwere, ungefüge Kästen, die sehr leistungsfähig sein mussten, sehr gut abgeschirmt — oder sehr veraltet. Die letzten drei Stunden hatte sie von einem halben Dutzend Bildschirme umgeben dagesessen, deren Licht schwach von ihren Augen widerschien. Hrunkner fragte sich, was sie wohl sah. Ihr Militärnetz im Verein mit all den offenen Netzen musste ihr eine fast Gott gleiche Sicht bieten.

Unnerbeis Bildschirm zeigte den letzten Bericht über die Untergrund-Bauarbeiten in Südende. Manches davon war gelogen — doch er kannte genug vom ursprünglichen Entwurf, um die Wahrheit zu erraten. Zum x-ten Mal zwang er seine Aufmerksamkeit zu der Lektüre zurück. Seltsam, als er jung gewesen war, seinerzeit im Großen Krieg, konnte er sich genauso konzentrieren, wie es die Generalin jetzt tat. Doch heute eilte sein Geist immer wieder voraus zu einer Situation und einer Katastrophe, die zu umgehen er keinen Weg sah.

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