Untot
- Автор: Руссо Джон
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Untot». Краткое содержание книги:
»Einen Fleischerhaken her! Beeil dich!« schrie Flack. Das brachte Wade wieder in Bewegung. Er wühlte auf der Ladefläche des Lasters herum; er holte zwei Paar Handschuhe hervor, warf Flack ein Paar zu und zog das andere selbst an. Die beiden Männer mußten dabei die Fackeln und die Waffen von einer Hand in die andere jonglieren. »Nur einen Haken«, sagte Flack. »Ich mach das, aber du mußt mir Feuerschutz geben. «Im Vertrauen auf die Wirkung der Fackeln steckte Flack den Revolver weg und nahm den Fleischerhaken, den Wade ihm reichte. Wade Connely deckte Flack, der zu der Leiche eines der überwältigten Humanoiden ging, mit dem Fleischerhaken kräftig ausholte und ihn in das weiche Fleisch in der Höhe des Zwerchfells rammte - wo die Rippen einen soliden Halt für den Haken bildeten -, um dann den Körper über den Boden zu schleifen. Flack zerrte auf diese Weise eine Leiche nach der anderen zu einer Stelle in der Mitte der Wiese und stapelte sie aufeinander wie Holzscheite. Die unterschwellige Angst ließ ihn schnell und zügig arbeiten, und Flack erledigte die grauenvolle Aufgabe, ungefähr ein Dutzend Leichen zu einem Scheiterhaufen aufzustapeln, in erstaunlich kurzer Zeit. Der Gestank von verrottendem Fleisch war überwältigend, und die beiden Männer atmeten kurz und flach, wenn sie die Luft nicht mehr länger anhalten konnten. Flack war erschöpft. Er benötigte größere Mengen Sauerstoff, als diese Atemtechnik ihm lieferte, und schließlich zwang er sich, tief durchzuatmen, und mußte dann gegen das Würgen und den Drang, sich zu erbrechen, ankämpfen.
Als die Leichen zu einem Stapel aufgeschichtet waren, nahm Flack den Kanister und goß hastig, um schnell fertig zu werden, und großzügig Kerosin darüber. Wade beobachtete ihn, den Finger am Abzug, und war drauf und dran, noch mehr von den Dingern abzuknallen, weil er meinte, es würde seinem Seelenfrieden guttun. Flack erkannte Wades Absicht. »Spar deine Munition«, gebot er. »Du hast doch auch einen abgeknallt«, erwiderte Wade. Flack verschloß den Kanister.
Die Leichenfresserkadaver waren bereit, angezündet zu werden. Die beiden Männer hatten nicht die Absicht, es sofort zu tun, sondern später, wenn sie vom Haus zu den Fahrzeugen durchzubrechen hatten. Sie hofften, daß das Feuer aus totem Fleisch angreifende Humanoide zurückweichen lassen würde. Mit Hilfe ihrer Waffen und Fackeln würden sie sich einen Fluchtweg bahnen können.
Flack und Wade zogen die Handschuhe aus und warfen sie zusammen mit dem Fleischerhaken auf den Laster. Dann nahmen sie ihre Gewehre und die Fackeln mit ins Haus. Wade ging noch einmal hinaus, um die Kerosinlampe und den Kanister zu holen. Als er zurückkam, verriegelte er die Tür und verrammelte sie wieder mit dem Balken.
Angel döste auf dem Sofa. John Carter saß im Sessel neben dem kalten Kamin und ließ seine Augen hin und wieder über die gefesselten Gefangenen gleiten, die flach auf dem Rücken in der Mitte des Wohnzimmers lagen. Neben Carter auf der Armlehne stand eine leere Teetasse.
Flack und Wade gingen in die Küche, um sich die Hände zu waschen. Auf dem Küchentisch standen Tassen, und eine Kanne mit Tee dampfte auf dem Herd. »Ich brauche mehr als nur Tee, Teufel noch mal«, rief Flack. »Ich hab' Kohldampf.« Er öffnete den Kühlschrank und suchte nach etwas Eßbarem. Im Obergeschoß hatten Billy und Ann Sue Ellen ins Bett gebracht und wachten bei ihr, daß sie bald wieder zu Bewußtsein käme.
Karen kam langsam die Treppe herauf. Sie hatte die Küche verlassen, als sie Wade und Flack hereinkommen hörte. Sie wandte ihre Augen ab und kämpfte mit den Tränen, als sie den Flur entlang an ihres Vaters Schlafzimmer vorbeiging. Die Tür zu dem Zimmer war nur angelehnt. Ein blasser Lichtstreifen von der Flurlampe fiel hinein, doch der größte Teil lag im Dunkel. In der hintersten Ecke des Raums stand reglos die gekrümmte Gestalt eines Humanoiden. Dieses tote Wesen hatte sich an Bert Millers Fleisch gelabt. Seine bestialische Gier war im Augenblick gestillt, und ohne den gierigen Freßtrieb war es damit zufrieden, reglos und still abzuwarten. Karen betrat das Zimmer, in dem Sue Ellen lag. Sie hoffte, ihre Schwester wach zu finden. Ann und Billy schauten auf. In ihren Gesichtern konnte sie lesen, daß sich Sue Ellens Zustand nicht verändert hatte. »Ich bleibe bei ihr«, erklärte Karen. »Wenn ihr wollt, könnt ihr nach unten gehen und ein bißchen Tee trinken.«
Als Billy und Ann sich anschickten, die Treppe hinunterzusteigen, hörten sie dröhnendes Gelächter aus dem Erdgeschoß. Flack, der gerade dabei war, sich ein Sandwich in den Mund zu stopfen, rannte, gefolgt von Wade Connely, am Treppenabsatz vorbei und ins Wohnzimmer, als Billy und Ann gerade die letzten Stufen erreichten.
Angel lachte. Sie kniete in der hinteren Ecke des Zimmers am Boden. Wade und Flack standen über sie gebeugt, und Flack stimmte kichernd in ihr Gelächter mit ein. Die beiden Gefesselten mühten sich ab, in Richtung von Angels Lachen zu schauen. Sie sahen, daß sie ein Bücherregal beiseite geschoben und einen alten Fußbodensafe entdeckt hatte. »Wetten, daß ich die Kombination rauskriege?« prahlte Angel und befeuchtete sich die Lippen mit einer schnellen Zungenbewegung. »Ich hatte eine Tante, die Wahrsagerin war.«
»Vielleicht sind wir am Ende doch den wirklichen Geiern in die Hände gefallen.«
Alle starrten Billy verblüfft an.
»Wie undankbar, so was zu sagen«, fauchte Angel mit zornblitzenden Augen.
Flack und Wade kamen drohend ein paar Schritte näher. Flack zog ein Messer aus einer Scheide an seinem Gürtel. Unvermittelt schwenkte er das Messer mit dem Griff voran vor Wades Lippen, als wäre es ein Mikrophon. Wade lachte, als er begriff, was für eine Komödie sich jetzt hier abspielte. Carter blieb schweigend sitzen und beobachtete die Szene. Billy und Ann bekamen es mit der Angst zu tun und fühlten, wie ihnen kalter Schweiß auf die Stirn trat. Das »Mikrofon« vor Wades Lippen haltend, sprach Flack in der Art eines Reporters: »Ich erfahre soeben, daß vor knapp zwei Stunden Beamte der Staatspolizei ein paar Landpomeranzen vor dem Angriff von Leichenfressern gerettet haben.«
»Ja, das stimmt«, bestätigte Wade mit ernstem Gesicht. Er gefiel sich sichtlich in der Rolle. »Die Beamten tauchten unerwartet aus dem Nichts auf und retteten ein paar Bauern im Handumdrehen. Ich würde sagen, die Beamten haben sich ihres Rufs würdig gezeigt.« Er grinste zufrieden über seinen eigenen witzigen Einfall.
»Das haben sie wirklich«, sagte Flack anerkennend. »Und wie fühlt man sich als Held, Staatspolizist Connely, wenn man ein paar Fremden gerade das Leben gerettet hat? Wenn man gerade Kopf und Kragen riskiert hat für Leute, die man noch nie im Leben gesehen hat?« »Am Anfang fühlt man sich großartig, aber dann...« »Dann was?«
»Die Leute haben ein kurzes Gedächtnis«, antwortete Wade zögernd und schaute dabei Ann und Billy herausfordernd an. »Nun mal halblang!« schnauzte Billy los, aber Flack ließ ihn nicht ausreden, stieß ihn rücklings aufs Sofa und hielt ihm die Messerspitze vor die Kehle.