Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Прочая древняя литература » Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen
Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen

Электронная книга - «Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen». Краткое содержание книги:

Das letzte Zeichen 02 - Die Verschwundenen
1 ... 14 15 16 17 18 19 20 21 22 ... 70
Перейти на страницу:

»Möchtest du ein Akademiker sein?«, fragte Thomas. »Mit einem super Examen von Oxford?«

Adrian runzelte die Stirn. »Ich war nie an einer Universität.«

»Die Belege sagen etwas anderes«, meinte Thomas lächelnd. »Und das werden potenzielle Freundinnen lesen, wenn sie dich googeln. Oder wie wär’s mit einer großen Erbschaft?«

Adrian zog eine Augenbraue hoch. »Sie fälschen also ein paar Fotos und Dokumente. Na und? Ich bin trotzdem immer noch ich.« Er versuchte, cool zu klingen, aber Thomas sah das Verlangen in seinem Blick.

»Nein, das bist du nicht. Nicht, wenn du es nicht willst«, erklärte Thomas aalglatt. »Ich spreche nicht von digitaler Bildbearbeitung. Es geht darum, eine Geschichte, eine Person zu entwerfen.«

»Aber das ist nicht real«, entgegnete Adrian unsicher.

Thomas lachte. »Real? Was ist schon real? Das, was du im Fernsehen siehst oder im Internet liest? Verstehst du denn immer noch nicht? Wir kontrollieren die Suchmaschine, wir kontrollieren die Informationen, die die Leute sehen, wir kontrollieren die Realität. Verstehst du? Ist dir klar, was wir hier tun können?«

»Ja.« Adrian nickte, und er sah wie gebannt auf den Bildschirm.

Jetzt hatte Thomas ihn so weit, die Angst war verschwunden. Man musste behutsam mit ihm umgehen, ihn direkt ins Zentrum bringen, mit einbinden und unterstützen. Aber er würde es schon schaffen. Thomas hatte ein gutes Gefühl.

»Gut«, sagte er. »Also, nimm dein Abzeichen nie wieder ab …«

8

Devil starrte in die Augen des Jungen. Er sah die Angst darin, aber es sprach für den Jungen, dass er nicht blinzelte und den Blick nicht senkte, wie die anderen es getan hatten. Seine Arme hingen seitlich herunter, er trug eine helle Jeans und sah aus, als wäre er gerade erst aufgestanden.

»Verstehst du mich? Hast du gehört, was du tun sollst?«

Der Junge nickte.

»Dann sag’s mir.«

Der Junge wiederholte Wort für Wort, was Devil ihm aufgetragen hatte.

»Und was passiert, wenn du es nicht tust?«

Nicht einmal seine Lippen bebten. Vielleicht war dieser Junge tougher, als er aussah. Vielleicht sollte er ihn im Auge behalten.

»Ich komme in die Hölle«, sagte der Junge mit leiser, hoher Stimme. Wie ein Chorknabe, dachte Devil und lachte in sich hinein. Hier in der Gegend gab es gar keinen Chor. Der einzige Gesang kam von den Junkies, den Landstreichern, die sich unter der Brücke herumtrieben und die vor lauter Verzweiflung grölten.

»Du weißt Bescheid über die Hölle?«, fragte Devil. Er wollte eine Weile sein Spielchen mit dem Jungen treiben, um sicherzugehen, dass der wusste, mit wem er redete und womit er es hier zu tun hatte. Der Junge nickte. »Hast du das in der Kirche gelernt? Oder von deiner Mama?« Devil betonte das Wort in der Absicht, den Jungen vor dem Rest der Gang als Waschlappen hinzustellen. Gedämpftes Lachen war zu hören. Die anderen kannten die Übung schon. Sie hatten das alles selbst durchgemacht. Manche stießen Beleidigungen aus, aber der Junge schien keine Notiz davon zu nehmen. Er nickte nur wieder.

»Na gut, dann hast du also keine Ahnung«, fuhr Devil fort und erwärmte sich jetzt so richtig für das Thema. Er wusste, wie man den Leuten Furcht einflößte und sie aufwühlte. Sein Dad hatte ihm alles beigebracht, was er wissen musste. Er hatte seinem Dad immer zugehört, wenn dieser auf der Kanzel stand und wenn die Gemeinde ihm huldigte. Die Leute hingen an seinen Lippen, als wäre er Jesus Christus höchstselbst. Das war, bevor sie erkannten, dass er ihnen ihr Geld stahl, und bevor die Polizei kam und ihn mitnahm.

Und bevor seine Mutter mit ihnen in dieses Dreckloch zog.

»Die Kirche hat keine Ahnung von der Hölle. Jedenfalls nicht von der Hölle, in die du kommen wirst. Die Kirche glaubt, die Hölle sei ein Ort, wo man hinkommt, wenn man stirbt. Aber es gibt auch eine Hölle auf Erden. Und von dieser Hölle rede ich.« Devil erhob sich und baute sich drohend vor dem Jungen auf. Devil war groß und breitschultrig, wie sein Vater. Er wusste, dass er von seiner Statur her so ziemlich jeden einschüchtern konnte, wenn er wollte. Und er wollte meistens. »Ich habe meine eigene Hölle für Leute, die mich ärgern. Verstehst du, was ich meine? Eine Hölle voller Schmerzen. Für dich, für deinen kleinen Bruder, für deine kleine Schwester, für deine Mutter. Willst du deine kleine Schwester schreien hören, wenn wir ihre Hände in kochendes Wasser tauchen? Soll deine Mutter an Fußketten gefesselt meine Pisse aufwischen? Das ist die Hölle, die ich meine. Daran musst du denken, wenn du dich entscheidest, ob du deinen Gegner erledigen willst oder nicht. Hörst du? Das ist ein Kampf jeder gegen jeden. Da gibt es keine Überlebenden.«

Der Junge nickte schweigend. Er zittert zwar nicht, aber er weiß, wer der Boss ist, dachte Devil. Er würde tun, was man von ihm verlangte.

»Gut.« Devil zog ein Messer aus der Tasche und wischte es sorgfältig ab, wegen der Fingerabdrücke. Eines Tages würde er etwas Besseres haben als ein Messer. Bald würde die Dalston-Bande groß und stark genug sein, um es mit den Großen aufzunehmen, gegen sie zu kämpfen und zu gewinnen. Bald würde er den ganzen Londoner Osten kontrollieren, nicht nur dieses Scheißviertel. Jeder würde wissen, dass er der Boss war. Jeder würde Angst vor ihm haben. »Und hinterher versteckst du das gut für mich, ja? So lange, bis ich es wieder brauche. Du wirst es mir nicht zurückbringen. Und was machst du, wenn die Bullen kommen und nachschauen?«

»Ich weiß von nichts«, sagte der Junge und plapperte nach, was man ihm gesagt hatte.

»Und wenn sie dich anschwärzen? Wenn sie hinter dir her sind? Wenn die Polizei deine Mama mit auf die Wache nimmt und sie dich anfleht, die Wahrheit zu sagen, zu sagen, wo du das Messer herhast und wer dich zu der Tat angestiftet hat? «

»Ich sage ihnen, dass der Kerl mich gereizt hat und dass es ganz allein meine Idee war. Dass ich das Messer gefunden habe.« Die Stimme des Jungen wurde ruhiger, sein Blick verfinsterte sich.

Devil lächelte. Ein entwaffnendes Lächeln, das die Menschen glauben machte, er habe vielleicht doch menschliche Gefühle. Auf diese Weise kontrollierte er sie. Im einen Moment hatten sie Angst vor ihm und im nächsten Moment wollten sie ihm helfen und waren ihm treu ergeben. So mochte er das. Es hatte lange gedauert, bis er sich diese Position erobert hatte.

»Okay«, sagte er, »ich bin so weit fertig mit dir. Erledige deinen Job. Und dann steht ihr ein Leben lang unter dem Schutz der Dalston-Bande. Hast du verstanden? Du, deine Mutter, deine Schwester und dein kleiner Bruder. Alle werden sicher sein. Keine eingeschlagenen Fensterscheiben mehr, kein verschwundenes Geld, kein Feuer in eurer Wohnung. Klar?«

»Klar.«

Der Junge nahm das Messer und steckte es in seinen Hosenbund. Erst als er sich zum Gehen wandte, bemerkte Devil, dass die Hose des Jungen nass war. Im Schritt war ein großer dunkler Fleck zu erkennen. Einen Moment lang fühlte Devil sich irgendwie schuldig, und er fragte sich, wer er eigentlich war und was er war. Was aus ihm geworden war. Einen Augenblick lang sah er Leona vor sich, die ihn wütend anstarrte, und er verachtete sich selbst, so wie damals, als er sie wegen ihrer Zahnspange gehänselt hatte. Er schüttelte sich. Nein, er war nicht mehr derselbe wie damals. Er war jetzt Devil und er ließ sich nicht unterkriegen.

1 ... 14 15 16 17 18 19 20 21 22 ... 70
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)