Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
1 ... 13 14 15 16 17 18 19 20 21 ... 60
Перейти на страницу:

«Nein, zu Hause geht es allen gut», sagte ich. «Nur ich selber muß mich jetzt operieren lassen.»

«Ach! Das tut mir aber leid!» sagte sie. Sie meinte es sogar aufrichtig. Ich bereute sofort, daß ich das gesagt hatte, aber es war zu spät.

«Nichts Ernstes. Ich habe nur einen ganz kleinen Tumor im Gehirn.»

«Wie schrecklich!» Sie hielt sich die Hand vor den Mund.

«Ach, ich erhole mich bald wieder. Er liegt nicht tief, ganz außen sogar. Und er ist sehr klein. Man kann ihn in zwei Minuten entfernen.»

Dann fing ich an, in dem Fahrplan zu lesen, den ich in der Tasche hatte. Nur um mit dem Lügen aufzuhören. Sobald ich einmal in Fahrt bin, kann ich stundenlang weiterlügen, wenn ich dazu aufgelegt bin. Stundenlang, im Ernst!

Danach sagten wir nicht mehr viel. Sie las in einem Vogue-Heft, und ich schaute eine Weile zum Fenster hinaus. In Newark stieg sie aus. Sie wünschte mir alles Gute für die Operation. Sie nannte mich immer weiter Rudolf. Dann lud sie mich ein, Ernie im Sommer in Gloucester zu besuchen, in Massachusetts. Sie sagte, sie wohnten ganz am Strand, und sie hätten einen Tennisplatz und so.

Aber ich bedankte mich nur und sagte, ich ginge mit meiner Großmutter nach Südamerika. Das war besonders stark, weil meine Großmutter kaum jemals auch nur ihr Haus verläßt höchstens für irgendeine verdammte Matinee oder so. Aber diesen Hund Morrow würde ich um alles Geld in der Welt nicht besuchen, nicht einmal, wenn ich am Verzweifeln wäre.

9

Als ich in Penn Station ausstieg, ging ich zuallererst in eine Telefonkabine. Ich hatte Lust, irgend jemand anzurufen. Ich ließ die Koffer vor der Kabine stehen, um sie im Auge zu behalten, aber sobald ich drinnen war, fiel mir kein Mensch ein, mit dem ich hätte telefonieren können. Mein Bruder D.B. war in Hollywood. Meine kleine Schwester Phoebe geht immer um neun ins Bett - sie kam also auch nicht in Betracht. Sie selbst hätte zwar nichts dagegen gehabt, wenn sie von mir geweckt worden wäre, aber leider hätte nicht sie das Telefon abgenommen, sondern meine Eltern. Das ging nicht. Dann wollte ich Jane Galaghers Mutter anrufen und fragen, wann Janes Ferien anfingen, aber dann war ich doch nicht in der Stimmung dazu. Außerdem war es schon reichlich spät. Schließlich dachte ich an das Mädchen, mit dem ich oft ausgegangen war, Sally Hayes, weil ich wußte, daß sie schon Ferien hatte - sie hatte mir einen langen affektierten Brief geschrieben und mich eingeladen, ihr am Heiligen Abend den Baum schmücken zu helfen -, aber ich befürchtete, daß ihre Mutter ans Telefon käme.

Ihre Mutter kannte meine Mutter, und ich konnte mir vorstellen, wie sie sich sofort ein Bein ausreißen würde, um meine Mutter anzurufen, und ihr mitteilen würde, daß ich in New York sei. Ich legte überhaupt keinen großen Wert darauf, mit Mrs. Hayes zu telefonieren. Sie hatte einmal zu Sally gesagt, ich sei haltlos und hätte keine feste Lebensrichtung. Zu guter Letzt fiel mir noch Carl Luce ein, mit dem ich früher in Whooton gewesen war, aber ich hatte ihn nicht besonders gern. Deshalb rief ich schließlich überhaupt niemand an. Ich kam nach ungefähr zwanzig Minuten wieder aus der Kabine heraus, nahm meine Koffer und ging zu den Taxis hinüber.

Ich bin so verdammt zerstreut, daß ich dem Fahrer aus lauter Gewohnheit meine richtige Adresse gab - ich vergaß vollständig, daß ich ein paar Tage lang in einem Hotel absteigen wollte, bis die Ferien anfingen. Es fiel mir erst wieder ein, als wir schon halb durch den Central Park gefahren waren. Ich rief: «He, könnten Sie wohl bei der nächsten Gelegenheit umkehren? Ich wollte in die Stadt hinein.»

Der Fahrer antwortete ziemlich frech: «Hier kann ich nicht umkehren, Mic. Einbahn. Ich muß bis zur Nineteenth Street fahren.»

Ich wollte keine Diskussion. «Schön», sagte ich. Dann kam mir plötzlich ein anderer Einfall.

«Kennen Sie die Enten in dem See beim Central Park South?» fragte ich. «In dem kleinen See? Wissen Sie zufällig, wo die Enten hinkommen, wenn der See zugefroren ist?» Ich wußte, daß die Chance, er könne es wissen, eins zu einer Million stand. Er drehte sich um und warf mir einen Blick zu, als ob ich wahnsinnig wäre. «Was soll denn das bedeuten?» fragte er. «Wollen Sie mich zum Narren halten?»

«Nein, es hätte mich nur interessiert.»

Er gab keine Antwort mehr. Ich schwieg ebenfalls, bis wir an der Nineteenth Street aus dem Park kamen. Dann sagte er: «So, wohin jetzt?»

«Wissen Sie, ich möchte in keinem Hotel hier herum absteigen, weil ich da auf Bekannte stoßen könnte. Ich reise inkognito», sagte ich. Solche Ausdrücke wie «inkognito reisen» sind mir zwar verhaßt, aber wenn ich mit einem groben Menschen zu tun habe, benehme ich mich entsprechend.

«Sie wissen nicht zufällig, welche Band im Taft oder im New Yorker spielt?»

«Keine Ahnung, Mac.»

«Nun, dann fahren Sie mich einfach zum Edmont. Wollen Sie unterwegs irgendwo halten und einen Cocktail mit mir trinken? Meine Einladung. Ich bin gut bei Kasse.»

«Das geht nicht, Mac. Tut mir leid.» Er war eine höchst angenehme Gesellschaft, wahrhaftig. Eine ausgeprägte Persönlichkeit. Wir kamen am Hotel Edmont an, und ich stieg aus. Im Taxi hatte ich meine rote Jagdmütze aufgesetzt, einfach zum Spaß, aber bevor ich ins Hotel ging, nahm ich sie doch wieder ab. Ich wollte nicht so zweifelhaft aussehen. Mein Gott, war ich naiv!

Ich wußte damals noch nicht, daß dieses verdammte Hotel voll von perversen und zweifelhaften Leuten war.

Sie gaben mir dieses miese Zimmer mit Aussicht auf die andere Seite des Hotels. Es war mir ziemlich gleichgültig. Ich war zu deprimiert, um mir etwas aus der Aussicht zu machen. Der Pförtner, der mich hinaufführte, war dieser alte Kerl von ungefähr fünfundsechzig. Er war noch viel deprimierender als das Zimmer. Er hatte sich alle Haare von der Seite über die Glatze gekämmt, um sie zu verdecken. Ich wäre lieber kahl, als mich so zu frisieren. Den Leuten die Koffer zu schleppen und auf Trinkgeld zu warten, ist nicht gerade eine fabelhafte Tätigkeit für einen Mann von fünfundsechzig Jahren. Er schien mir zwar nicht sehr intelligent zu sein, aber ich fand es trotzdem schrecklich.

Als er fortgegangen war, schaute ich eine Weile lang im Mantel aus dem Fenster. Ich hatte nichts anderes zu tun. Es war sehenswert, was auf der anderen Seite des Hotels vor sich ging. Die Leute machten nicht einmal die Läden zu. Ein grauhaariger, sehr distinguiert aussehender Mann in Unterhosen führte sich so auf, daß man mir kaum glauben wird, wenn ich es erzähle. Zuerst stellte er seinen Koffer auf das Bett. Dann packte er lauter Frauensachen aus und zog sie an. Seidenstrümpfe, Schuhe mit hohen Absätzen, Büstenhalter und ein Korsett mit Strumpfbändern. Dann zog er ein enges schwarzes Abendkleid an. Dann ging er mit kleinen Schritten wie eine Frau im Zimmer auf und ab, rauchte eine Zigarette und betrachtete sich im Spiegel. Ganz für sich allein. Vielleicht war jemand im

1 ... 13 14 15 16 17 18 19 20 21 ... 60
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)