Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Leg den Kopf an mich, mein Herz«, flüsterte er. »Morgen bringe ich dich heim.«
Wir erhoben uns kurz vor Tagesanbruch, und als die Sonne aufging, waren wir schon auf dem Weg bergab, denn wir brannten darauf, Craigh na Dun hinter uns zu lassen.
»Wohin gehen wir, Jamie?«, fragte ich, froh, einer Zukunft mit ihm entgegenzublicken, auch wenn ich damit meine letzte Chance hinter mir ließ, zu dem Mann zurückzukehren, der mich einst geliebt hatte – oder lieben würde?
Jamie parierte das Pferd durch, um sich noch einmal umzusehen. Der grauenvolle Steinkreis war von hier aus nicht zu erkennen, doch der felsige Hang schien sich unpassierbar hinter uns zu erheben, übersät mit Steinen und Ginster. Von hier aus sah auch die Ruine der Kate wie eine kleine Erhebung aus, ein Knöchel an der Granitfaust des Hügels.
»Ich wünschte, ich hätte an deiner Stelle mit ihm kämpfen können«, sagte er plötzlich und richtete den Blick wieder auf mich. Seine blauen Augen waren dunkel und ernst.
Gerührt lächelte ich ihn an.
»Es war nicht dein Kampf, es war meiner. Aber du hast ihn ja trotzdem gewonnen.« Ich streckte meine Hand aus, und er drückte sie.
»Aye, aber das habe ich nicht gemeint. Wenn ich Mann gegen Mann mit ihm gekämpft und gewonnen hätte, brauchtest du es nicht zu bereuen.« Er zögerte. »Wenn ich je …«
»Es gibt kein Wenn mehr«, unterbrach ich ihn entschlossen. »Ich habe gestern jedes einzelne Wenn niedergerungen, und ich bin noch hier.«
»Gott sei Dank«, sagte er lächelnd, »und Gott steh dir bei.« Und fügte hinzu: »Obwohl ich nie verstehen werde, warum.«
Ich legte ihm die Arme um die Taille und hielt mich fest, während das Pferd die letzte steile Stelle hinunterrutschte.
»Weil ich«, sagte ich, »einfach nicht ohne dich sein kann, Jamie Fraser, und damit basta. Also, wohin bringst du mich?«
Jamie verdrehte sich im Sattel, um noch einmal bergauf zu blicken.
»Ich habe gestern während des ganzen Aufstiegs gebetet«, sagte er leise. »Nicht darum, dass du bleibst, das wäre mir nicht recht erschienen. Nein, ich habe um die Kraft gebetet, dich fortzuschicken.« Er schüttelte den Kopf. Sein Blick war immer noch auf den Hügel gerichtet, doch seine Gedanken schienen anderswo zu sein.
»Ich habe gebetet: ›Herr, wenn ich noch nie im Leben Mut besessen habe, dann schenke ihn mir jetzt. Gib mir die Tapferkeit, nicht vor ihr auf die Knie zu fallen und zu flehen, dass sie bleibt.‹« Er riss seinen Blick von dem Hügel los und lächelte mich flüchtig an.
»Das war das Schwerste, was ich je getan habe, Sassenach.« Er drehte sich wieder um und lenkte das Pferd nach Osten. Es war ein ausnehmend schöner Morgen, und die aufgehende Sonne, die alles vergoldete, umrahmte den Zügel, den Pferdehals und die breiten Flächen von Jamies Kopf und Schultern mit einer schmalen Kante aus Feuer.
Er holte tief Luft und wies kopfnickend über das Moor hinweg auf einen fernen Pass zwischen zwei Bergen.
»Also kann ich jetzt wohl das Zweitschwerste tun.« Er gab dem Pferd sacht die Fersen und schnalzte mit der Zunge. »Wir gehen heim, Sassenach. Nach Lallybroch.«
Fünfter Teil
Lallybroch
Kapitel 26
Die Rückkehr des Gutsherrn
Anfangs waren wir so froh, einfach nur zusammen zu sein und Leoch hinter uns zu lassen, dass wir nicht viel redeten. Auf dem flachen Moor konnte uns Donas beide problemlos tragen, und ich hatte die Arme um Jamies Taille liegen und kostete das Gefühl aus, die Bewegung seiner sonnenwarmen Muskeln unter meiner Wange zu spüren. Ganz gleich, was für Probleme uns erwarteten – und ich wusste, dass es nicht wenige sein würden –, wir waren zusammen. Für immer. Und das war genug.
Als der erste glückliche Schock schließlich der Wärme der Kameradschaft wich, begannen wir wieder, uns zu unterhalten. Zuerst über die Gegend, die wir durchquerten. Dann, vorsichtig, über mich und die Zeit, aus der ich gekommen war. Meine Schilderungen des modernen Lebens faszinierten ihn, obwohl ich merkte, dass ihm meine Geschichten zum Großteil wie Märchen erschienen. Besonders faszinierten ihn Autos, Panzer und Flugzeuge, die ich ihm wieder und wieder beschreiben musste, so detailliert es ging. In stiller Übereinstimmung vermieden wir es, Frank auch nur am Rande zu erwähnen.
Während wir immer weiterritten, wandte sich das Gespräch wieder unserer Gegenwart zu; Colum, der Burg, der Hirschjagd und dem Herzog.
»Eigentlich scheint er ganz sympathisch zu sein«, sagte Jamie. Da das Terrain jetzt schwieriger wurde, war er abgestiegen und ging neben Donas her, was uns die Unterhaltung erleichterte.
»Das fand ich auch«, erwiderte ich. »Aber …«
»Oh, aye, der Schein kann trügen, ich weiß. Trotzdem, wir haben uns gut verstanden, er und ich. Wir haben abends in der Jagdhütte am Feuer gesessen und uns unterhalten. Er ist auf jeden Fall um einiges intelligenter, als es scheint; er weiß, wie seine Stimme auf die Leute wirkt, und ich glaube, er benutzt sie, um ein wenig wie ein Trottel zu erscheinen, während gleichzeitig sein Verstand unablässig am Werk ist.«
»Mmm. So habe ich ihn eingeschätzt. Hast du … es ihm erzählt?«
Er zuckte mit den Schultern. »Nur ein paar unvollständige Einzelheiten. Er kannte natürlich meinen Namen noch von damals.«
Ich lachte bei der Erinnerung an seine Schilderung dieser Ereignisse. »Habt ihr, äh, in Erinnerungen an die gute alte Zeit geschwelgt?«
Er grinste, und der Herbstwind wehte ihm die Haarspitzen um das Gesicht.
»Oh, nur ein bisschen. Er hat mich gefragt, ob ich immer noch Magenbeschwerden habe. Ich habe keine Miene verzogen und gesagt, im Allgemeinen nicht, aber ich hätte gerade das Gefühl, dass es ein wenig zu zwicken begänne. Er hat gelacht und gesagt, er hoffe, diese Art von Schwierigkeiten würde meiner schönen Frau keine Unannehmlichkeiten bereiten.«
Ich lachte ebenfalls. Was der Herzog zu tun gedachte oder auch nicht, schien mir nicht von überwältigender Wichtigkeit zu sein. Trotzdem konnte er uns eines Tages möglicherweise nützlich sein.
»Ich habe ihm also erzählt«, fuhr Jamie fort, »dass man mich für vogelfrei erklärt hat, ich aber nicht schuldig im Sinne der Anklage bin, obwohl es mir so gut wie unmöglich ist, das zu beweisen. Er schien sich zwar dafür zu interessieren, aber ich wollte ihm nicht die gesamten Umstände erklären – geschweige denn, dass man ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt hat. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihm den Rest anvertrauen sollte, und überlegte noch, als … Nun ja, dann kam Alec ins Lager gerast, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her, und Murtagh und ich sind in demselben Tempo aufgebrochen.«
Apropos. »Wo ist Murtagh eigentlich?«, fragte ich. »Er ist doch mit dir zurück nach Leoch gekommen?« Ich hoffte, dass der schmächtige Schotte weder Colum noch den Bewohnern von Cranesmuir in die Hände gefallen war.
»Er ist mit mir zusammen losgeritten, aber sein Pferd konnte mit Donas nicht mithalten. Aye, du bist wirklich ein feiner Kerl, ruaidh.« Er klopfte dem Fuchs auf den glänzenden Hals, und Donas schüttelte schnaubend die Mähne. Jamie blickte zu mir auf und lächelte.
»Mach dir keine Sorgen um Murtagh. Er lacht über so etwas.«
»Murtagh – lachen? Ich glaube, ich habe ihn im Leben noch nicht lächeln gesehen. Du?«
»Oh, aye. Mindestens zweimal.«
»Seit wann kennst du ihn denn schon?«
»Seit zweiundzwanzig Jahren. Er ist mein Taufpate.«
»Oh. Das erklärt natürlich einiges. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er sich meinetwegen so angestrengt hätte.«
Jamie tätschelte mir das Bein. »Natürlich hätte er das getan. Er hat dich gern.«
»Das muss ich dir dann wohl glauben.«
Da wir nun bei den jüngsten Ereignissen angelangt waren, holte ich tief Luft und fragte ihn etwas, was ich unbedingt wissen wollte.
»Jamie?«