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Karlsson fliegt wieder

Электронная книга - «Karlsson fliegt wieder». Краткое содержание книги:

Astrid Lindgren
Karlsson fliegt wieder
Verlag Friedrich Oetinger Hamburg
ORIGINALTITEL: KARLSSON PA TAKET FLYGER IGEN
AUS DEM SCHWEDISCHEN VON THYRA DOHRENBURG
EINBAND UND ILLUSTRATIONEN VON ILON WIKLAND.
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Er fand, das klinge geradezu vornehm, und das fand Krister offenbar auch, denn er verstummte völlig.

„Du kannst es ruhig Gunilla erzählen", sagte Lillebror.

„Ist es nicht furchtbar langweilig für dich?" fragte Krister, als er seine Sprache wiedergefunden hatte.

„Überhaupt nicht", sagte Lillebror, „ich habe ja ..."

Dann stockte er. Er wollte eigentlich „Karlsson" sagen, doch das durfte er Papas wegen nicht. Im Frühjahr allerdings waren Krister und Gunilla mehrmals mit Karlsson zusammen gewesen, aber das war, bevor Papa gesagt hatte, man dürfe keinem einzigen Menschen von ihm erzählen. Nun hatten Krister und Gu-

nilla ihn bestimmt allmählich vergessen, und das fand Lillebror nur gut. „Denn jetzt ist er mein geheimer Karlsson geworden", dachte er. Er sagte schnell auf Wiedersehen zu Krister.

„Auf Wiedersehen, ich habe jetzt keine Zeit mehr."

Es war eine finstere Angelegenheit, so allein mit Fräulein Bock zu essen, aber sie hatte recht gute Fleischklöße gebraten.

Lillebror aß viele. Als Nachtisch bekam er Apfelkuchen mit Vanillesoße. Da fing er so allmählich an zu glauben, daß Fräulein Bock vielleicht doch nicht so übel sei.

„Das beste am Hausbock ist der Apfelkuchen", dachte Lillebror,

„und das beste am Apfelkuchen ist die Vanillesoße, und das beste an der Vanillesoße ist, daß gerade ich sie esse."

Trotzdem machte dieses Essen keine Freude, weil so viele Plätze am Tisch leer waren. Lillebror sehnte sich nach Mama und Papa und Birger und Betty, genau in dieser Reihenfolge.

Nein, es machte wirklich keine Freude. Außerdem redete Fräulein Bock andauernd von Frieda, und die hatte Lillebror schon ziemlich über.

Allmählich wurde es Abend. Es war jetzt Herbst, und da wurde es ziemlich früh dunkel. Lillebror stand an seinem Fenster, blaß vor Spannung, und sah die Sterne über den Hausdächern funkeln. Er wartete. Dies war schlimmer als Heiligabend. Da wartete man nur auf den Weihnachtsmann, und was war der gegen das Gespenst vom Vasaviertel? Lillebror knabberte nervös an den Nägeln. Er wußte, jetzt wartete auch Karlsson irgendwo dort oben. Fräulein Bock saß in der Küche draußen mit den Füßen in einer Waschwanne. Sie nahm ihr tägliches Fußbad, aber danach wollte sie kommen und Lillebror gute Nacht sagen, das hatte sie versprochen. Dann war es Zeit, mit der Glocke zu läuten. Und dann - du guter Moses, wie Fräulein Bock zu sagen pflegte -, guter Moses, wie war das spannend!

„Wenn sie nicht bald kommt, platze ich", murmelte Lillebror.

Da kam sie. Zur Tür herein schritt Fräulein Bock auf großen, sauber gewaschenen bloßen Füßen, und Lillebror zuckte vor Schreck zusammen, obgleich er sie erwartet hatte und wußte, daß sie kommen würde.

Fräulein Bock blickte ihn mißbilligend an.

„Was stehst du da am offenen Fenster im Schlafanzug? Mach, daß du ins Bett kommst!"

„Ich ... ich sehe mir nur die Sterne an", stotterte Lillebror.

„Wollen Sie sie nicht auch einmal sehen, Fräulein Bock?"

Er sagte das mit List, um sie ans Fenster zu locken. Gleichzeitig steckte er die Hand heimlich hinter die Gardine, wo die Schnur hing, und zog einmal kräftig daran. Er hörte, wie es oben auf dem Dach läutete. Fräulein Bock hörte es auch.

„Ich höre Glockenklang im Weltenraum", sagte sie. „Wie seltsam!"

„Ja, das ist seltsam", sagte Lillebror.

Dann hielt er den Atem an. Denn jetzt kam vom Dach herab ein weißes und ziemlich rundliches kleines Gespenst im Gleitflug angeflogen. Und es kam mit Musik. Sehr leise und sehr traurig hörte es sich an, aber es war die „Gespensterklage", die durch den Herbstabend erklang, darüber konnte kein Zweifel bestehen.

„Da - oh, sieh dort — o du guter Moses", sagte Fräulein Bock.

Sie war kreideweiß im Gesicht und mußte sich auf einen Stuhl setzen. Und dabei hatte sie doch gesagt, sie habe keine Angst vor Geistern.

Lillebror versuchte, sie zu beruhigen.

„Ja, nun glaube ich allmählich auch, daß es spukt", sagte er.

„Aber das ist ja ein so kleines Gespenst, das ist bestimmt nicht gefährlich."

Fräulein Bock hörte nicht auf ihn. Sie starrte mit wildem Blick durch das Fenster, vor dem das Gespenst gerade phantastische Flüge vorführte.

„Nimm ihn weg! Nimm ihn weg!" keuchte sie.

Jedoch das Gespenst vom Vasaviertel konnte man nicht so einfach wegnehmen. Das schwebte hin und her, es stieg und es sank, und ab und zu schoß es einen Purzelbaum in der Luft.

Nicht einmal bei den Purzelbäumen verstummte die klagende Musik.

Lillebror fand es wirklich schön und stimmungsvoll, das weiße Gespenst, den dunklen Sternenhimmel und die klagende Musik.

Aber das fand Fräulein Bock nicht. Sie riß Lillebror zurück.

„Schnell, wir laufen ins Schlafzimmer und verstecken uns dort!"

Die Wohnung der Familie Svanteson hatte fünf Zimmer, Küche, Diele und Badezimmer. Birger, Betty und Lillebror hatten jeder ihr Zimmer, Mama und Papa hatten ihr Schlafzimmer, und dann war da noch ein großes Wohnzimmer. Während Mamas und Papas Abwesenheit wohnte Fräulein Bock im Schlafzimmer.

Das lag zum Hof, Lillebrors Zimmer zur Straße.

„Komm", keuchte Fräulein Bock, „komm, wir verstecken uns im Schlafzimmer."

Lillebror sträubte sich. Sie wollten doch nicht etwa vor der Spukerei ausrücken, da sie kaum erst begonnen hatte! Aber Fräulein Bock gab nicht nach.

„Beeil dich, sonst falle ich gleich ohnmächtig um!"

Und obwohl Lillebror nicht wollte, ließ er sich doch zum Schlafzimmer ziehen. Hier stand das Fenster ebenfalls offen, Fräulein Bock stürzte jedoch hin und schloß es mit Getöse. Sie ließ die Jalousien herab und zog die Vorhänge ganz dicht zu.

Dann begann sie, Möbel vor der Tür aufzustapeln, so viele, wie sie nur konnte. Es war eindeutig, daß sie um keinen Preis mehr Gespenster sehen wollte. Lillebror begriff das nicht, vorher war sie doch auf das Gespuke so versessen gewesen. Er saß auf Papas Bett und sah zu, wie sie sich abschuftete, und er schüttelte den Kopf.

„Solche Angst würde Frieda bestimmt nicht haben", sagte er.

Aber gerade jetzt wollte Fräulein Bock nichts von Frieda hören.

Sie schleppte unermüdlich Möbel herbei, die Kommode und den Tisch und sämtliche Stühle und ein kleines Bücherregal. Nun war eine ganz prächtige Barrikade vor der Tür errichtet.

„So, ja", sagte Fräulein Bock befriedigt. „Ich glaube, jetzt können wir ruhig sein."

Da hörte man unter Papas Bett eine dumpfe Stimme, die mit noch größerer Befriedigung sagte:

„So, ja! Ich glaube, jetzt können wir ruhig sein! Wir sind jetzt für die Nacht eingesperrt!"

Und hervor flog das Gespenst, daß es nur so brauste.

„Hilfe!" rief Fräulein Bock. „Hilfe!"

„Wofür denn?" fragte das Gespenst. „Zum Möbelschleppen, was? Man ist doch schließlich kein Umzugsmann."

Darüber lachte das Gespenst lange und hohl. Fräulein Bock dagegen nicht. Sie stürzte zur Tür und begann, die Möbel weg-

zuschieben, daß die Stühle durcheinanderwirbelten. Im Nu hatte sie die Sperre umgekippt und stürzte mit lautem Geschrei in die Diele hinaus. Das Gespenst hinterdrein. Lillebror ebenfalls. Als letzter kam Bimbo laut bellend. Er erkannte das Gespenst am Geruch wieder und fand dieses Spiel höchst vergnüglich. Das Gespenst offenbar auch.

„Hoho", schrie es und flatterte Fräulein Bock um die Ohren. Hin und wieder ließ es ihr einen kleinen Vorsprung, damit die Spannung noch größer würde. Es ging nunmehr durch die ganze Wohnung, Fräulein Bock voran und das Gespenst hinterdrein, hinein in die Küche und heraus aus der Küche, hinein ins Wohnzimmer und heraus aus dem Wohnzimmer, hinein in Lillebrors Zimmer und heraus aus Lillebrors Zimmer, rundherum und rundherum!

Fräulein Bock kreischte und schrie ununterbrochen, und zuletzt mußte das Gespenst versuchen, sie zu beruhigen:

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