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Karlsson fliegt wieder

Электронная книга - «Karlsson fliegt wieder». Краткое содержание книги:

Astrid Lindgren
Karlsson fliegt wieder
Verlag Friedrich Oetinger Hamburg
ORIGINALTITEL: KARLSSON PA TAKET FLYGER IGEN
AUS DEM SCHWEDISCHEN VON THYRA DOHRENBURG
EINBAND UND ILLUSTRATIONEN VON ILON WIKLAND.
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„Hihi", sagte Lillebror, „mir fiel eben eine witzige Geschichte ein ..." Er überlegte scharf, ob er nicht auf irgendeine Geschichte kommen könnte.

„Die von dem Stier, der hinter einem Pferd herjagt, und da kriegt das Pferd solche Angst, daß es auf einen Baum klettert, haben Sie die schon gehört, Fräulein Bock?"

Diese Geschichte pflegte Birger zu erzählen, Lillebror hatte aber noch nie darüber gelacht, denn ihm tat das arme Pferd, das auf einen Baum klettern mußte, leid. Fräulein Bock lachte auch nicht.

„Komm mir nicht mit solchen albernen Geschichten. Du weißt genau, daß Pferde nicht auf Bäume klettern können."

„Nee, das können sie nicht", sagte Lillebror, genau wie Birger.

„Aber hinter diesem war ein wütender Stier her. Was zum Kuckuck sollte es da machen?"

Birger hatte gesagt, man dürfe „zum Kuckuck" sagen, wenn man eine Geschichte erzählte, in der „zum Kuckuck" vorkam.

Der Meinung aber war Fräulein Bock nicht. Sie starrte mit Abscheu auf Lillebror.

„Da sitzt du und lachst und fluchst, während deine Mutter und deine Geschwister krank liegen und leiden. Ich muß schon sagen, ich wundere mich ..."

Genau in diesem Augenblick wurde sie unterbrochen. Vom Bett her vernahm man plötzlich die „Gespensterklage", nur ein paar kurze, schneidende Töne, doch immerhin so viel, daß Fräulein Bock zusammenzuckte.

„Was war das, um Himmels willen?" „Wie soll ich das wissen?" sagte Lillebror. Aber Fräulein Bock, die wußte es! „Das waren Töne aus einer anderen Welt, das ist sicher." „Aus einer anderen Welt was bedeutet das?" fragte Lillebror. „Aus der Welt der Geister", sagte Fräulein Bock. „In diesem Zimmer befinden nur wir beide uns, du und ich, und keiner von uns kann solche Töne hervorbringen. Es war keine menschliche Stimme, es war eine Geisterstimme. Hast du das nicht gehört? Es klang wie eine Seele in Not."

Sie sah Lillebror mit weit aufgerissenen Augen an.

„Guter Moses, jetzt muß ich ans Fernsehen schreiben."

Sie warf Handfeger und Schaufel hin und setzte sich an Lillebrors Schreibtisch. Dort ergriff sie Papier und Federhalter. Sie schrieb lange und mit Ausdauer. Dann sagte sie:

„Hör zu, ich lese es dir vor:

An das Schwedische Fernsehen. Meine Schwester Frieda Bock hat in Ihrer Serie über Geister und Spuk mitgemacht. Ich fand das Programm nicht sonderlich gut, da mag Frieda sagen, was sie will. Man muß etwas Besseres machen, und das kann man auch. Denn jetzt bin ich selbst in einem richtigen Geisterhaus gelandet, und hier erhalten Sie eine Liste über meine Spukereien.

1. Sonderbar muhende Stimme außerhalb des Fensters, und eine Kuh war es nicht, denn wir wohnen vier Treppen hoch, es schien sozusagen nur ein Muhen zu sein.

2. Es verschwinden auf rätselhafte Weise Sachen, zum Beispiel Zimtwecken und eingeschlossene kleine Jungen.

3. Türen werden an der Außenseite abgeschlossen, während ich auf der Innenseite bin. Erklären Sie das, sofern Sie können!

4. Grausige Geisterschrift an der Küchenwand.

5. Plötzliche Klagemusik beim Saubermachen. Man möchte am liebsten weinen.

Kommen Sie sofort her, denn es kann ein Programm daraus werden, das von sich reden machen dürfte.

Hochachtungsvoll

Hildur Bock

PS. Wie sind Sie auf den Gedanken gekommen, ausgerechnet Frieda ins Fernsehen zu nehmen?"

Nun lief Fräulein Bock voller Eifer davon, um den Brief in den Kasten zu werfen. Lillebror schaute zu Karlsson hinunter. Der lag unterm Bett mit funkelnden Augen. Jetzt aber kroch er hervor, munter und vergnügt.

„Hoho", rief er, „warte nur bis heute abend, wenn es dunkel ist!

Da kriegt der Hausbock was, worüber sie erst recht ans Fernsehen schreiben kann."

Lillebror mußte von neuem kichern, und er schaute Karlsson zärtlich an.

„Es macht Spaß, isoliert zu sein, wenn man nur mit dir isoliert ist", sagte Lillebror.

Er dachte flüchtig an Krister und Gunilla, mit denen er immer spielte. Eigentlich müßte er betrübt sein, daß er nun für eine Weile nicht mit ihnen zusammenkommen konnte. „Aber das macht nichts, es ist lustiger, mit Karlsson zu spielen", dachte Lillebror.

Karlsson hatte nun allerdings keine Zeit mehr zum Spielen. Er müsse nach Hause und seinen Schalldämpfer heilmachen, sagte er.

„Es hat keinen Sinn, daß das Gespenst vom Vasaviertel ange-dröhnt kommt wie eine fliegende Tonne, nicht wahr. Nein, leise und gespenstisch und schaurig muß es sein, so daß sich dem Hausbock die Haare sträuben."

Dann verabredeten Karlsson und Lillebror besondere Zeichen für ihre Klingelleitung.

„Wenn du einmal läutest", sagte Karlsson, „dann heißt das:

,Komm sofort her', und wenn du zweimal läutest, dann heißt das: ,Komm unter keinen Umständen her', und dreimal soll hei-

ßen: ,Denk nur, daß es einen in der Welt gibt, der so schön und grundgescheit und ziemlich dick und mutig und in jeder Weise in Ordnung ist wie gerade du, Karlsson.'"

„Weshalb soll ich deswegen läuten?" fragte Lillebror.

„Na ja, man muß seinen Freunden so etwa alle fünf Minuten freundliche und aufmunternde Dinge sagen, und 50 oft kann ich hier nicht herkommen, das mußt du schließlich begreifen."

Lillebror betrachtete Karlsson nachdenklich..

„Ich bin doch dein Freund, nicht wahr? Aber soviel ich weiß, sagst du so etwas nie zu mir,"

Karlsson lachte.

„Da ist doch wohl ein Unterschied, denke ich. Du, du bist doch nur ein dummer kleiner Junge."

Lillebror nickte. Er wußte, Karlsson hatte recht.

„Magst du mich aber trotzdem?"

„Ja, tatsächlich, das tue ich", versicherte Karlsson ihm. „Ich weiß selber nicht, wieso, aber ich grübele immer darüber nach, wenn ich nachmittags schlaflos liege."

Er klopfte Lillebror auf die Wange.

„Klar, daß ich dich mag, und auf irgendwas muß das ja zurückzuführen sein - wahrscheinlich, weil du so ganz anders bist als ich, armes Kind."

Er flog zum Fenster hinaus und winkte zum Abschied.

„Und wenn du läutest, als wäre Feuer ausgebrochen", sagte er,

„dann bedeutet es, daß entweder Feuer ausgebrochen ist, oder aber: ,Ich habe dich wieder geweckt, lieber Karlsson, bring eine große Tasche mit und komm her und hol dir alle meine Spielsachen — du kriegst sie ohne weiteres.'"

Und dann war Karlsson weg.

Bimbo aber legte sich vor Lillebror auf den Fußboden und klopfte mit dem Schwanz auf den Teppich. Das war seine Art, zu zeigen, daß er einen richtig gern hatte und wollte, daß man sich um ihn kümmere. Lillebror legte sich neben ihn auf den Fußboden. Da sprang Bimbo auf und bellte vor Wonne. Dann kuschelte er sich in Lillebrors Arm zusammen und schloß die Augen.

„Du findest es wohl schön, daß ich nicht in die Schule gehe und zu Hause bleibe und isoliert bin", sagte Lillebror. „Du, Bimbo, du findest sicher, daß ich der Beste der Welt bin."

Das Gespenst vom Vasaviertel

Lillebror hatte einen langen, einsamen Tag, und er sehnte von ganzem Herzen den Abend herbei. Ihm kam es beinahe vor wie Heiligabend. Er spielte mit Bimbo und sah sich seine Briefmarken an und machte ein paar Rechenaufgaben, um nicht zu sehr hinter seinen Schulkameraden in der Klasse zurückzubleiben. Und als er meinte, Krister müsse nun aus der Schule gekommen sein, läutete er ihn an und berichtete von dem Scharlach.

„Ich kann nicht in die Schule gehen, ich bin nämlich isoliert, verstehst du!"

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