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Karlsson fliegt wieder

Электронная книга - «Karlsson fliegt wieder». Краткое содержание книги:

Astrid Lindgren
Karlsson fliegt wieder
Verlag Friedrich Oetinger Hamburg
ORIGINALTITEL: KARLSSON PA TAKET FLYGER IGEN
AUS DEM SCHWEDISCHEN VON THYRA DOHRENBURG
EINBAND UND ILLUSTRATIONEN VON ILON WIKLAND.
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Karlssons Augen wurden rund vor Staunen.

„Wie habt ihr den in die Büchse reingekriegt?"

Lillebror lachte hellauf.

„Ja, wie meinst du wohl? Er ist da hineingekrochen, als er klein war, das ist doch klar."

„Wofür habt ihr ihn denn?" wollte Karlsson wissen.

„Ach was, merkst du nicht, daß ich Spaß mache?" sagte Lillebror. „Natürlich ist er da nicht hineingekrochen, als er klein war, und wir haben ihn nicht für irgend etwas. Er ist nur einfach da, verstehst du, und sagt uns, wie morgen das Wetter ist. Er ist nämlich so ein Wettermann, weißt du."

Karlsson kicherte.

„Habt ihr extra einen Mann in eine Büchse gesteckt, nur damit er davon redet, was morgen für Wetter ist? Das werdet ihr doch sehen! Oder ihr könnt ebensogut mich fragen. Wir kriegen Ge-witter und Regen und Hagel und Sturm und Erdbeben. Bist du nun zufrieden?"

„An der Küste von Norrland ist für morgen Sturm und Regen zu erwarten", sagte der Wettermann auf dem Fernsehschirm.

Karlsson lachte begeistert.

„Was habe ich gesagt - Sturm und Regen!"

Er ging dicht an den Apparat heran und drückte seine Nase gegen die Nase des Wettermannes.

„Und dann auch Erdbeben, vergiß das nicht! Arme Norrländer, die kriegen aber ein Wetter! Sie können nur froh sein, daß sie überhaupt ein Wetter kriegen. Denk bloß, wenn sie ganz ohne dasitzen müßten."

Er versetzte dem Mann auf dem Bildschirm einen freundschaft-lichen Klaps.

„So ein netter kleiner Mann", sagte er. „Kleiner als ich. Das gefällt mir."

Dann kniete er sich hin und besah sich den Apparat von unten.

„Von wo ist er eigentlich da reingekrochen?"

Lillebror versuchte, ihm zu erklären, daß das auf dem Schirm nur ein Bild sei und kein lebendiger Mensch, aber da wurde Karlsson beinahe böse.

„Das kannst du einem anderen auf die Nase binden, du Dummer. Er bewegt sich doch, soviel ich sehe. Und das Wetter im nördlichen Norrland - erzählen tote Menschen im allgemeinen davon, was?"

Lillebror wußte nicht allzuviel über das Fernsehen, er strengte sich aber aufs äußerste an, um Karlsson die Sache klarzumachen. Und dann wollte er die Gelegenheit nutzen, gleich seine Warnung anzubringen.

„Weißt du, Fräulein Bock möchte gern ins Fernsehen kommen", fing er an, aber da brach Karlsson in ein schallendes Gelächter aus.

„Der Hausbock und in so eine kleine Büchse! Der große Klum-pen — da muß sie sich aber vierfach zusammenfalten."

Lillebror seufzte. Karlsson hatte offensichtlich nichts begriffen.

Lillebror mußte wieder von vorn anfangen. Es sah hoffnungslos aus, schließlich aber hatte er Karlsson doch so weit, daß er verstand, wie merkwürdig eine solche Einrichtung arbeitete.

Fräulein Bock brauche nicht selbst in den Apparat zu kriechen, sie könne in aller Gemütsruhe mehrere Kilometer weit weg sitzen, und trotzdem könne man sie leibhaftig auf dem Bildschirm sehen, versicherte Lillebror.

„Leibhaftiger Hausbock — uh, wie schauerlich", sagte Karlsson.

„Schmeißt die Büchse lieber raus oder tauscht sie gegen eine mit Wecken ein, davon habt ihr mehr."

Im selben Augenblick erschien eine hübsche Ansagerin auf dem Bildschirm. Sie lächelte, und Karlsson machte große Augen.

„Allerdings", meinte er, „müßten es natürlich sehr gute Wecken sein - unter diesen Umständen. Denn wie ich sehe, gibt es in dieser Büchse mehr, als man vorher ahnen konnte."

Die Ansagerin lächelte Karlsson immerzu an, und Karlsson lächelte zurück. Gleichzeitig knuffte er Lillebror in die Seite.

„Guck dir nun bloß dieses Schnuckelchen an! Ich gefalle ihr! Ja, sie sieht ja auch, daß ich ein schöner und grundgescheiter und ziemlich dicker Mann in den besten Jahren bin."

Plötzlich verschwand die Ansagerin. Es erschienen nun zwei ernsthafte, garstige Herren, die in einem fort redeten. Das gefiel Karlsson nicht. Er begann, an allen Rädchen und Knöpfen zu schrauben, die da waren.

„Neeiin, laß das", sagte Lillebror.

„Doch, ich möchte das Schnuckelchen wieder herbeischrauben", sagte Karlsson.

Er schraubte wie wild, aber die Ansagerin kam nicht wieder.

Das einzige, was geschah, war, daß die garstigen Herren noch garstiger wurden. Sie bekamen ganz, ganz kleine, kurze Beine und sehr hohe Stirnen. Darüber lachte Karlsson. Eine ganze Weile vergnügte er sich auch damit, den Apparat abwechselnd abzustellen und wieder anzudrehen.

„Diese Burschen kommen und gehen, ganz, wie ich will", sagte er befriedigt.

Die beiden Herren redeten und redeten, sobald Karlsson ihnen Gelegenheit dazu gab.

„Was mich betrifft, so meine ich nun so ...", sagte der eine.

„Das ist mir ganz schnuppe", sagte Karlsson. „Mach, daß du nach Hause kommst!"

Er stellte den Apparat ab und lachte begeistert.

„Denk nur, wie dieser Bursche sich ärgert, wenn er nicht mehr davon reden kann, was er so meint!"

Jetzt hatte Karlsson aber das Fernsehen satt und wollte etwas anderes haben, was Spaß machte.

„Wo ist der Hausbock? Hol sie her, damit ich sie figurieren kann."

„Figurieren - wie machst du das denn?" fragte Lillebror beunruhigt.

„Es gibt", sagte Karlsson, „drei Arten, wie man Hausböcke bändigt. Man kann sie tirritieren oder ihnen einen Streich spielen oder sie figurieren. Ja, eigentlich ist es alles dasselbe.

Wenn man sie aber figuriert, dann ist es sozusagen mehr ein Nahkampf."

Lillebror wurde noch unruhiger. Wenn Karlsson sich nun mit Fräulein Bock in einen Nahkampf einließ, dann bekam sie ihn ja zu sehen, und genau das durfte nicht geschehen. Lillebror mußte ihn bewachen, solange Mama und Papa weg waren, wie schwierig das auch sein mochte. Auf irgendeine Weise mußte er versuchen, Karlsson einen Schrecken einzujagen, so daß Karlsson von selbst vernünftig genug war, Fräulein Bock aus dem Wege zu gehen. Lillebror überlegte, dann sagte er listig:

„Du, Karlsson, möchtest du vielleicht ins Fernsehen kommen?"

Karlsson schüttelte heftig den Kopf.

„In die Büchse da? Nicht, solange ich bei Kräften bin und imstande, mich zur Wehr zu setzen."

Dann aber wurde er nachdenklich.

„Wenn allerdings ... wenn dieses Schnuckelchen dann gleichzeitig da wäre ..."

Lillebror sagte mit großer Bestimmtheit, das solle sich Karlsson nur nicht einbilden. O nein, wenn Karlsson ins Fernsehen komme, dann sicher mit dem Hausbock zusammen.

Karlsson sprang auf.

„Der Hausbock und ich in derselben Büchse - oh, oh, wenn nicht vorher schon ein Erdbeben im nördlichen Norrland gewesen ist, dann kommt eins, das geb' ich dir schriftlich. Wie kommst du nur auf solchen hirnverbrannten Gedanken?"

Da erzählte Lillebror alles über das Spukprogramm, das Fräulein Bock im Fernsehen machen wollte, damit Frieda vom Stuhl fallen sollte.

„Hat der Hausbock denn einen Geist gesehen?" fragte Karlsson.

„Nein, nicht gesehen", sagte Lillebror. „Sie hat aber draußen vorm Fenster etwas gehört, ein Muhen. Sie denkt, du bist ein Geist."

Und Lillebror erklärte ganz genau den Zusammenhang zwischen Frieda und dem Hausbock und Karlsson und dem Fernsehen; wenn er aber geglaubt hatte, das würde Karlsson abschrecken, dann hatte er sich geirrt. Karlsson klatschte sich auf die Knie und tobte vor Begeisterung, und als er fertig getobt hatte, knuffte er Lillebror in den Rücken.

„Hüte den Hausbock gut! Er ist das beste Möbel, das ihr im Hause habt. Hüte sie unter allen Umständen gut! Denn jetzt werden wir wirklich einen Spaß haben."

„Wie denn?" fragte Lillebror ängstlich.

„Hoho", rief Karlsson, „jetzt wird nicht nur Frieda vom Stuhl fallen! Nee, haltet euch fest, alle Hausböcke und Fernsehmänner! Jetzt werdet ihr sehen, wer da angedampft kommt!"

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