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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Viele Zwerge vermochten nur gestützt auf Kameraden zu gehen. Andere hatte der Sturz ins Nichts den Verstand gekostet. Sie fingen zuweilen ohne Grund an zu kichern oder zu schreien, als würde ihnen ein Speer in den Leib gerammt.

Nyr ging neben Galar. Der Schmied lag auf einem großen Elfenschild, der ihnen als Trage diente. Der Schild ruhte auf drei Speeren, die von sechs Zwergen getragen wurden. Es stand schlecht um seinen Freund. Sich einem Devanthar in den Weg zu stellen war die mit Abstand dümmste Idee in einem Leben gewesen, in dem an unvernünftigen Entscheidungen kein Mangel geherrscht hatte.

Aus den Augenwinkeln sah Nyr zu den Zwergen, die gekommen waren, sie zu begrüßen. Er hatte das Gefühl, angegafft zu werden. Und nicht dazuzugehören. Sie waren wie wilde Tiere, die zur Schau gestellt wurden. Wieder ließ er den Kopf sinken. Er durfte kein unnötiges Risiko eingehen! Deshalb hatte er Galar auch die Decke, die ihn wärmen sollte, halb übers Gesicht gezogen. Sie beide waren von Eikin, dem Alten in der Tiefe, zum Tode verurteilt worden. Nicht öffentlich. Es hätte eine heimliche Hinrichtung werden sollen, der sie vor sieben Jahren nur knapp entronnen waren. Doch Nyr war überzeugt, dass Eikin sie nicht vergessen hatte. Sie durften keinem seiner Vertrauten auffallen!

Irgendein Würdenträger stand weit vorne in der Halle auf einer Tribüne und hielt eine Rede, von der Nyr nur vereinzelte Worte verstand. Der übliche Unsinn über Heldenmut und glorreiche Siege, den nur jene Männer von sich gaben, die nie in einer Schlacht in vorderster Reihe gestanden hatten. Nyr war stolz auf seine Siege in den vergangenen Jahren, so war es nicht. Aber er würde niemals auf solche Art davon sprechen. Vor allem nicht darüber, dass er es gewesen war, der die Frau mit dem Schlangenhaar getötet hatte. Eine Devanthar! Sollte Hornbori nur diesen Ruhm ernten. Sein glorreicher Gefährte würde mehr Nutzen aus dieser Heldentat ziehen, als er es könnte. Und das würde ihnen letzten Endes allen zugutekommen.

Nyrs Blick wanderte zu den Wänden der weiten Höhle, die ganz und gar mit Amethysten bedeckt waren. Das Licht der Fackeln und Feuerschalen brach sich in den lilafarbenen Kristallen. Doch da war noch ein anderes Licht. Eines, das den Edelsteinen selbst innezuwohnen schien. Es lief in Wellen über die Wände und hatte etwas an sich, das Nyr schwindelig werden ließ.

Plötzliche Hochrufe und beifälliges Murmeln in den Reihen der Zwerge deuteten an, dass die Rede beendet war.

»Diesen Klugscheißer würde ich gerne mal auf eine Reise in die Wilde Sau mitnehmen«, grummelte Ulur. »Nach drei Tagen an der Kurbelwelle hätte der ’nen anderen Blick auf Helden. Ich hoffe, sie fangen jetzt bald mit dem Fressen und Saufen an. Was Worte angeht, bin ich satt für heute.«

Ulur sollte enttäuscht werden. Schon betrat der nächste Festredner die Bühne. Und an dessen Seite stand nun auch Hornbori. War ja klar, dass ihr Held und Wortedrechsler sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen ließ. Auf solchen Festen war Hornbori in seinem Element. Doch zuerst sprach der Zwerg an Hornboris Seite. Ein alter Kerl, dessen krächzende Stimme kaum zu verstehen war.

In die Reihen vor ihnen kam Bewegung. Wachen in schimmernden Kettenhemden schoben sich zwischen die Heimkehrer. Welch Unterschied doch zwischen diesen schmucken Vorzeigekriegern und richtigen Kämpfern bestand.

Sie winkten die Verwundeten durch einen Seitengang aus der Halle.

»Dürfen wir euch eure Last abnehmen?«, fragte ein junger Zwerg mit blondem Bart und rosigen Wangen und deutete auf Galar. Ihn begleiteten noch fünf andere Wachen.

»Heh, was bildest du dir ein, Puderdosenfresse!«, fuhr Ulur den Wachmann an. »Da liegt ein Held. Wie kannst du es wagen, ihn eine Last zu nennen!«

»Ist schon gut«, beschwichtigte Nyr. Das Letzte, was er und Galar gebrauchen konnten, war Aufmerksamkeit.

»Entschuldigt meine unbedachte Wortwahl«, sagte der junge Zwerg zerknirscht. »Ich bin hier, um die Helden in unsere Krankenkammern bringen zu lassen. Ich glaube, sie brauchen gute Betten und die kundige Hilfe von Heilern, die ihre Schmerzen lindern, mehr als lobende Worte.«

»Das hört sich schon besser an!« Ulur maß den jungen Krieger mit abfälligen Blicken. »Ich hoffe doch, ihr habt da auch ein paar ansehnliche Gehilfinnen an der Seite eurer Heiler. Ein Lächeln und ein paar hübsche Augen wirken größere Wunder als irgendwelche Salben und übelriechenden Säfte.«

»In den Ehernen Hallen ist für Helden das Beste stets gerade gut genug«, erklärte der Jungzwerg beflissen. »Im Übrigen möchte der edle Eikin nicht, dass ihr das Festessen versäumt, weil ihr pflichtschuldig eure Verwundeten in die Krankenkammern tragt.«

Ulur sah Nyr unschlüssig an.

Kein Aufsehen, dachte der Richtschütze. Wenn sie jetzt ein vernünftiges Angebot ablehnten, würde dies Verdacht erwecken. »In Ordnung. Geht ihr zum Essen, ich allein kümmere mich um Galar.« Er rang sich ein Lächeln ab. »Und vielleicht kümmere ich mich auch um eine der hübschen Gehilfinnen der Heiler.«

Ulur lachte. »Gut, tu das. Mich finden die Hübschen immer erst nett, wenn sie ein paar Krüge Pilz intus haben.«

Die Wachen übernahmen die improvisierte Trage, auf der Galar lag. Der Schmied war nicht bei Bewusstsein. Kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn.

Eilig folgten sie den anderen Trägern und Verwundeten, deren Zug sich durch lange, verlassene Tunnel bewegte. Offenbar hatte sich alles, was Beine hatte, in der Amethysthalle versammelt, um die Heimkehrer zu begrüßen, obwohl auch eine Himmelsschlange zugegen war. Der Goldene hatte sie in Gestalt eines Elfenkriegers begleitet. Eine weitere schlechte Idee, wie Nyr fand. Drachen, ganz gleich welche, waren unter den Zwergenvölkern nicht sonderlich beliebt. Viele würden in diesem Besuch eine Provokation sehen. Er hatte auf einem Zwergenfest nichts verloren. Es sei denn, er war dort, um ihnen die Stimmung zu verderben.

Langsam löste sich der Verwundetenzug vor ihnen auf. Die meisten Tragen waren in Seitentunnel gebracht worden. Nun überholten sie nur noch hin und wieder ein paar hinkende Zwerge, die, auf ihre Gefährten gestützt, nur langsam vorankamen. Nyr dachte an Frar. Wie der Junge jetzt wohl aussah? Er musste groß geworden sein. Ob Amalaswintha gut auf ihn achtgegeben hatte? Frar nach mehr als sieben Jahren des Kämpfens endlich wiederzusehen war das einzig Gute, was die Ehernen Hallen ihm zu bieten hatten.

Wie so oft rief er all die Erinnerungen an den Kleinen wach. Wie sie ihn mit Drachenblut gesäugt hatten, weil sie nichts anderes hatten. Wie der Kleine sie in Glamirs Turm in die Verbannung begleitet hatte. Nyr war sich ziemlich sicher, dass er ein lausiger Ersatz für die tote Mutter des Jungen gewesen war, aber nach einer Weile hatte Frar ihn stets mit einem Lächeln empfangen. Dieses Lächeln hatte er vermisst. Es war so rein, so unverfälscht und ohne Hintergedanken.

Als Nyr, der mit gesenktem Haupt hinter den anderen hergetrottet war, aufblickte, sah er, dass der Blonde seinen Kriegern ein Zeichen gab, woraufhin diese in einen ungewöhnlich engen Seitentunnel abbogen. Die wenigen, die von der Kolonne noch übrig geblieben waren, nahmen keine Notiz davon und folgten weiter dem Hauptgang.

»Wohin bringst du uns?«, fragte Nyr nervös.

»An einen ganz besonderen Ort. Wir sind schon fast angekommen.«

Vor ihnen öffnete sich eine schwere, mit Eisenbändern beschlagene Eichentür. Bevor Nyr reagieren konnte, war die Trage mit Galar bereits durch die Tür. Der blonde Zwerg hielt sich nun dicht hinter ihm, in der Hand ein Kurzschwert.

»Wirst du so freundlich sein, mir zu erlauben, Gewalt anzuwenden?«

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