Wer die Wahrheit sucht
- Автор: Джордж Элизабет
- Серия: Inspector Lynley (de) #12
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Год: Blanvalet
- ISBN: 3-7645-0099-9
- Переводчик: Mechtild Sandberg-Ciletti
- Жанр: Полицейские детективы
Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
St. James bat Ruth Brouard um einen Taschenrechner, und sie nahm einen aus der Schreibtischschublade. Er addierte die Zahlungen an den ungenannten Empfänger und kam auf eine Summe von mehr als zwei Millionen Pfund.
«Mit welchem Betrag hat Ihr Bruder angefangen, als Sie hierher übersiedelt sind?«, fragte er Ruth.»Sie sagten, dass er damals fast alles auf Sie überschrieben hat, sich aber einen Teil für seine persönlichen Ausgaben zurückbehielt. Wissen Sie, wie viel das war?«»Anderthalb Millionen Pfund«, antwortete sie.»Er meinte, von den Zinsen könne er gut leben, wenn er es richtig anlege. Warum? Stimmt etwas.?«
Das nicht ließ sie unausgesprochen. Die Frage erübrigte sich. Mit den finanziellen Transaktionen ihres Bruders in den letzten Monaten vor seinem Tod stimmte ja ganz offensichtlich etwas nicht.
Das Klingeln des Telefons enthob St. James fürs Erste einer Antwort. Ruth ging an den Apparat, der auf dem Schreibtisch stand, und reichte den Hörer an St. James weiter.
«Du hast dich bei der Rezeptionistin in deinem Hotel nicht gerade beliebt gemacht«, sagte Thomas Lynley.»Sie meint, du sollst dir ein Handy zulegen. Ich gebe die Empfehlung hiermit weiter.«
«Verstanden. Hast du was herausbekommen?«
«O ja. Das Ganze ist richtig spannend, ich glaube allerdings nicht, dass du über meine Neuigkeiten erfreut sein wirst. Die Sache hat nämlich einen Haken.«
«Lass mich raten: In Bracknell gibt's keine Firma namens International Access.«
«Richtig. Ich habe mit einem alten Arbeitskollegen telefoniert, der in Hendon bei der Sitte ist. Er wollte sich die Firma mal ansehen, aber an der angegebenen Adresse gibt's nur ein Sonnenstudio. Es ist seit acht Jahren dort — das Geschäft mit der Sonne läuft anscheinend gut in Bracknell.«
«Werd ich mir merken.«
«Und die Betreiber behaupteten, sie wüssten überhaupt nicht, wovon der Kollege redet. Das führte zu weiteren Diskussionen mit der Bank, ich erwähnte kurz die Bankenaufsicht, woraufhin man sich bereit erklärte, mir ein bisschen was über das International-Access- Konto zu sagen. Das Geld aus Guernsey, das auf diesem Konto einging, wurde jeweils achtundvierzig Stunden später an einen Ort namens Jackson Heights in Queens im Staat New York überwiesen.«
«Jackson Heights? Ist das — «
«Das ist der Ort, nicht der Name des Kunden.«
«Hast du einen Namen?«
«Vallera & Sohn.«
«Ein Geschäftsunternehmen?«
«Offenbar. Aber wir wissen nicht, welcher Sorte. Die Bank hat auch keine Ahnung. Es sei schließlich nicht ihre Aufgabe und so weiter. Es schaut mir sehr nach etwas aus, was amerikanische Ermittlungsbehörden interessieren dürfte.«
St. James, der das Muster des Teppichs unter seinen Füßen studierte, wurde sich plötzlich der Nähe Ruth Brouards bewusst, die neben ihm stand, und als er aufblickte, sah er, dass sie ihn beobachtete. Ihr Gesicht war ernst, darüber hinaus jedoch war ihren Zügen nichts zu entnehmen.
Lynley versicherte ihm, dass man versuchen werde, jemanden von Vallera & Sohn ans Telefon zu bekommen, warnte ihn aber gleichzeitig, sich keine allzu großen Hoffnungen auf Kooperation der anderen Seite zu machen.»Wenn wir es tatsächlich mit dem zu tun haben, was zu vermuten ist, landen wir möglicherweise in einer Sackgasse. Es sei denn, wir klemmen uns hinter eine der knallharten Behörden drüben. Das Finanzamt. Das FBI. Die New Yorker Polizei.«
«Das wird bestimmt Wunder wirken«, sagte St. James sarkastisch.
Lynley lachte.»Ich melde mich. «Und schon war er weg.
Nachdem St. James aufgelegt hatte, nahm er sich einen Moment Zeit, um alles zu bedenken, was Lynleys Informationen beinhalteten. Er stellte es in Zusammenhang mit dem, was er bereits wusste, und war nicht erfreut über das Ergebnis.»Was ist?«, fragte Ruth Brouard schließlich. Er riss sich aus seinen Überlegungen.»Haben Sie zufällig noch die Verpackung, in der die Museumspläne hier angekommen sind, Miss Brouard?«
Zuerst bemerkte Deborah ihren Mann gar nicht, als sie aus dem Gebüsch trat. Es war dämmrig, und sie war in Gedanken noch bei dem, was sie in der Steinkammer des Dolmen gesehen hatte. Vor allem beschäftigte sie die Frage, was es zu bedeuten hatte, dass Paul Fielder die Zahlenkombination des Schlosses gekannt hatte und so sehr darauf bedacht gewesen war, sie die Kombination nicht sehen zu lassen.
Sie wurde erst auf Simon aufmerksam, als sie praktisch vor ihm stand. Er war auf der anderen Seite der drei Stallgebäude, die dem Herrenhaus am nächsten waren, damit beschäftigt, mit einem Rechen den Hausmüll zu durchsuchen, den er offenbar aus den vier Tonnen auf die Erde gekippt hatte.
Als sie ihn rief, hielt er inne. Auf ihre Frage:»Bist du jetzt unter die Müllmänner gegangen?«, antwortete er lächelnd:»Das wäre vielleicht gar nicht so dumm. Aber ich würde mich nur mit dem Müll von Popstars und Politikern befassen. Na, was hast du entdeckt?«
«Alles, was du wissen willst, und noch einiges dazu.«
«Hat Paul mit dir über das Bild gesprochen? Gut gemacht, Liebes.«
«Ich weiß nicht, ob Paul überhaupt spricht«, sagte sie.»Aber er hat mich an den Ort geführt, wo er es gefunden hat. Im ersten Moment dachte ich allerdings, er wollte mich dort einsperren. «Sie berichtete von dem Dolmen, zu dem Paul sie geführt hatte, beschrieb seine Lage und erzählte von dem Kombinationsschloss und den beiden Kammern im Inneren des prähistorischen Bauwerks.»Die Kondome, das Feldbett.«, sagte sie zum Schluss.»Es liegt auf der Hand, was Guy Brouard dort getrieben hat, Simon. Wobei ich, ehrlich gesagt, nicht verstehe, warum er seine Spielchen nicht einfach zu Hause gemacht hat.«
«Seine Schwester war fast immer da«, erinnerte St. James sie.»Und da er seine Spielchen unter anderem mit einem Teenager trieb.«
«Mit zwei, wenn Paul Fielder auch dazu gehört hat. Und ich vermute, dass es so war. Ziemlich unappetitlich das Ganze, nicht?«Sie blickte zurück zu den Büschen, zu der weiten Rasenfläche und dem Trampelpfad durch den Wald.»Also eines steht jedenfalls fest, sie waren dort bestens versteckt. Um sie zu finden, hätte man genau wissen müssen, wo der Dolmen steht.«
«Hat er dir auch gezeigt, wo genau?«
«Du meinst, wo er das Bild gefunden hat?«Als Simon nickte, berichtete es ihm Deborah. Auf den Rechen gestützt wie ein Landarbeiter, der sich einen Moment ausruht, hörte St. James ihr zu. Als sie mit ihrer Beschreibung des Opfersteins und der Mulde dahinter fertig war, und als er sich hatte bestätigen lassen, dass die Mulde sich tatsächlich im Boden befand, schüttelte er den Kopf.
«Das kann nicht stimmen, Deborah. Das Gemälde ist ein Vermögen wert. «Er erzählte seinerseits, was er von Kevin Duffy erfahren hatte, und schloss mit den Worten:»Und Brouard hätte das gewusst.«
«Er hätte gewusst, dass es ein de Hooch ist? Aber woher? Wenn das Bild über Generationen in seiner Familie war, wenn es als Erbstück vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde. Woher soll er das gewusst haben? Glaubst du, du hättest das in einem solchen Fall gewusst?«
«Nein. Aber selbst wenn er früher nichts gewusst hat, so hat er auf jeden Fall gewusst, was er bezahlt hatte, um das Bild zurückzubekommen, und das war ein Betrag um die zwei Millionen Pfund. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das Bild, nachdem er so viel Geld und Mühe aufgewendet hatte, um es zu finden, auch nur fünf Minuten lang in einem Dolmen deponiert hätte.«
«Aber wenn abgeschlossen war — ?«
«Darum geht es nicht, Liebes. Wir sprechen hier von einem Gemälde aus dem siebzehnten Jahrhundert. Das hätte er doch niemals an einem Ort versteckt, wo Kälte und Feuchtigkeit es hätten ruinieren können.«