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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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Als er das Stück aus der Esse nahm, glühte es weiß. Mit raschen Schlägen walzte er es aus, und legte es wieder zurück in die Esse.

Sobald es glühte, holte er es heraus, trennte es in der Mitte, legte die Stücke übereinander und schmiedete sie mit kräftigen Schlägen zu einem Stück zusammen.

Sein Herz jubelte, als er nach so langer Zeit wieder den Schmiedehammer führte und das geliebte Klingen hörte. Das war die Magie der Zwerge, durch ihre Fertigkeit entfalteten sich geheimnisvolle Kräfte im Metall, die ein Magus niemals verstehen würde.

Er blickte zufrieden zu ihr hinüber; ihre Schläge erklangen gleichzeitig, ohne dass sie sich abgesprochen hatten.

Dann legte er sein Werkstück zurück. »Ich gehe zu den anderen und helfe Steine schleppen, ehe sie murren, ich würde deine Arbeit zunichte machen«, erklärte er. »Wie viele Lagen wird die Axt haben, wenn sie fertig ist?«

Sie hämmerte weiter. »Um die dreihundert. Der Stahl ist sehr gut, er wird es mitmachen. Danke für deine Hilfe.«

Tungdil winkte ihr zu und schloss sich den Steineschleppern an. Die Fünften brauchten so gut wie keine Rast, ihre untoten Körper verlangten nicht danach, aber Boїndil und Tungdil teilten sich ihre Kräfte genau ein; ihr Proviant ging allmählich zur Neige, und Nachschub gab es keinen.

»Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, welche Weitsicht Vraccas besaß, als er die Wege von so vielen verschiedenen Leuten sich kreuzen ließ«, sagte Ingrimmsch irgendwann.

»Wie meinst du das?« Der Zwerg verblüffte Tungdil mit Überlegungen, die er ihm nicht zugetraut hätte.

Er wandte ihm sein mittlerweile tief gebräuntes, bärtiges Zwergengesicht zu. »Jeder von uns hat seine Aufgabe zu leisten, um die Feuerklinge zu schmieden. Ohne dich hätten wir niemals den Vorsatz gefasst, ohne die Zwerge hätten wir sie niemals schaffen können, ohne den Schauspieler wären wir nicht lebend durch die Schweineschnauzen gelangt. Furgas repariert die Vorrichtungen, und das Spitzohr wird die Waffe letztlich gegen das Böse führen.« Er setzte sich auf einen Stein. »Wir sind die beste Truppe für diese Expedition...«

»Was ist mit Goїmgar?«

»Mh... Na, ohne ihn hätte Gandogar sein Leben verloren.«

»Du hast dich und deinen Bruder vergessen. Ihr habt uns mit euren Beilen Wege durch die Reihen der Feinde gebahnt, wo andere aufgegeben hätten«, sagte er bestimmt. »Ohne euch wären wir nicht bis zur Esse gelangt.« Er klopfte ihm auf den Rücken.

Ingrimmsch grinste. »Wer hätte gedacht, dass wir aus dem Gelehrten einen echten Zwerg machen? Na, es müssen die guten Veranlagungen sein. Wir haben sie nach der Zeit bei den Langen aus ihrem Schlummer geholt und ordentlich aufpoliert.« Er schlug spielerisch nach ihm. »Du kannst inzwischen sogar richtig gut kämpfen.«

»Meine Veranlagungen«, wiederholte er behutsam. Im Stillen dachte er daran, dass er nach wie vor nicht wusste, welchem Stamm er angehörte.

Boїndil hatte ausnahmsweise ein Gespür für seine Sorgen. »Keine Sorge. Wenn die Vierten dich nicht wollen, nehmen wir dich gern in unsere Reihen auf«, versprach er ihm augenzwinkernd. »Ich wäre immer bereit zu behaupten, dass du der nichteheliche Vetter meiner unbekannten Tante vierunddreißigsten Grades wärst.« Sie lachten.

Giselbart kam von dem Guckloch zurück, durch das er in regelmäßigen Abständen nach draußen blickte, um die Lage zu überprüfen, und seine Miene verhieß nichts Gutes. »Sie haben sich neue Rammböcke gebaut. Dieses Mal könnten sie Erfolg haben, fürchte ich.«

»Gibt es einen anderen Weg hinaus?«, erkundigte sich Tungdil. »Der Trick mit dem falschen Magus wird nicht noch einmal funktionieren.« Sein Blick fiel auf den Abzug der Esse. »Was ist damit?«

»Ho, der Gelehrte hat einfach die besten Gedanken«, lobte ihn Ingrimmsch.

»Es könnte gelingen, aber es wird ein schwieriger Aufstieg.«

»Den wir meistern«, sagte Tungdil sofort. »Nichts wird uns mehr daran hindern, das Geborgene Land zu befreien, schon gar nicht jetzt, wo wir die Feuerklinge so gut wie fertig geschmiedet haben.«

Es krachte, als wollte der Berg über ihnen einstürzen.

Das Portal erbebte, Gesteinsbrocken rieselten herab, und das Metall der Torflügel gab einen leidenden Laut von sich. Der Angriff hatte begonnen.

VIII

Das Geborgene Land, das Fünfte Zwergenreich, Giselbart,

im Winter des 6234sten Sonnenzyklus

Drei Sonnenumläufe lang dröhnte unablässig der Schlag gegen das Portal durch die Schmiede, und die Anstrengungen der Bestien zeigten Erfolge. Das harte Eisen des Tores hatte sich verbogen, und an manchen Stellen war es kurz davor zu bersten und der enormen Gewalt nachzugeben.

Tungdil schuftete inzwischen auch an der Esse und schmiedete Eisenstangen, um sie auf der Rückseite der Türflügel zu befestigen und diese damit zu stabilisieren, was auf Dauer jedoch nicht gegen die Bemühungen der Angreifer ausreichen würde.

Balyndis kam indessen gut voran und stand vor dem Abschluss der Grobarbeiten. Giselbart trieb die Linien für die Intarsien und die Runen in den warmen Stahl. Gandogar hatte seine Edelsteine an der notdürftig eingerichteten Schleifbank in Form gebracht und sie spitz zulaufen lassen, damit sie sich bei einem Schlag durch die Haut des Magus bohrten. Die Widerhaken, die Bavragor aus schwarzem Granit formte, waren so lang wie der Zeigefinger einer Männerhand geworden und standen bereit, eingesetzt zu werden.

Das Stück Sigurdazienholz wurde von Tungdil nach Narmoras Anweisungen in Form gebracht. Mit Eisensäge, Feile und Schleifstein passten sie das Holz, das sich beinahe so hart wie Metall verhielt, ihren Fingern an. Das Glattschleifen überließ er ihr und kümmerte sich sogleich wieder um die Verstrebungen am Tor. Nach vier Sonnenumläufen waren die Widerhaken eingesetzt, und die Diamanten wurden entlang der Schneide in den erhitzten Stahl eingebracht.

Balyndis arbeitete hoch konzentriert, jeder Schlag musste sitzen, das Material kannte keine Nachsicht mit ihr. Täte sie nur einen falschen Handgriff an entscheidender Stelle, wäre die Feuerklinge verloren, und sie müssten von vorn beginnen. Diese Zeit aber besaßen sie nicht. Das stete, glockentonartige Rumpeln machte es den Handwerkern nicht leicht, ihre Gedanken beisammenzuhalten.

Giselbart bereitete sich darauf vor, die Edelmetalle zu einer einzigen Legierung zu schmelzen, was in einer normalen Glut nicht gelingen würde. Der Vorgang faszinierte die Zwerge, sie standen staunend um die Schmelzgefäße, in denen dunkelgelbes Gold, schimmerndes Silber, rotgelbes Vraccasium, weißliches Palandium und das münzgroße Stück schwarzes Tionium brodelten.

Nacheinander nahm er die Behältnisse und schüttete die Flüssigkeiten behutsam in die glockenförmige Gussbirne, ein Gefäß, das im Inneren mit gepresstem Sand ausgekleidet war. Als er das schwarze Metall einfüllte, zischte es unheilvoll; seine Bosheit, die es von seinem Schöpfer Tion erhalten hatte, verband sich schwer mit der Reinheit des Palandiums.

Da krachte es wieder, Eisenträger gaben aufkreischend nach, und der Rammbock schob einen Flügel einen halben Schritt weit auf. Sofort quetschte sich ein Bogglin hindurch und schaute sich mit großen Augen um. Er fiepte aufgeregt.

»Ho, du kleines hässliches Ferkel!«, begrüßte Ingrimmsch ihn glücklich und rannte los. Endlich erhielt er wieder die Gelegenheit, seiner Wut freien Lauf zu lassen. »Zum Lohn für deinen Mut erhältst du eines meiner Beile!«

»Ihm nach«, befahl Tungdil rasch. »Narmora, du bleibst zurück.« Balyndis und Giselbart, Andôkai und Djerůn begaben sich zum Portal, um Boїndil, wenn auch gegen seinen Willen, gegen die ersten Widersacher beizustehen.

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