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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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Sie kehrten mit erschreckenden Neuigkeiten zurück.

»Sie wurden abberufen«, sagte der Mime und unterstützte seine Erzählung wie immer gestenreich, um die passende Theatralik zu erreichen. »Die Lager, in denen die Orks sich auf die Eroberung der Menschenreiche sammelten, stehen leer, weil sie zu tausenden nach Süden marschieren. Es geht um die Einnahme einer Felsenfestung, hat man uns berichtet.« Er machte ein angestrengtes Gesicht. »Verflucht, wie hieß der Ort noch gleich?«

»Im Süden? Dann kann es nur Ogertod gewesen sein«, rief Ingrimmsch aufgeregt. »Ha, die Schweinchen brauchen tausende, um das Reich der Zweiten niederzuwerfen, habt ihr das gehört?! Oh, ich wäre gern dort, um unseren Brüdern und Schwestern zu helfen!«

»Nein, der Name war es nicht«, widersprach Rodario zu ihrem Erstaunen. »Dunkel... Braun... Verdammich, dabei konnte ich meine Texte stets memorieren. Es hatte etwas mit Ochsen zu tun.« Er fuchtelte mit den Händen. »Schnell, das Ding, das man über ihre Nacken legt.«

»Joch!«, riet Balyndis.

Tungdil fügte sich den Rest zusammen. »Das Schwarzjoch! Sie belagern das Schwarzjoch!«

Andôkai grübelte. »Das sagt mir nichts. Was hat es damit auf sich?«

»Es ist ein Tafelberg, den die Dritten in eine Festung verwandelten, um gegen die anderen Zwergenstämme Krieg zu führen. Der Berg liegt mitten im Geborgenen Land.« Aber wozu brauchen sie die vielen Orks?

»Vielleicht haben sich bedeutende Menschen dorthin geflüchtet, die Nôd’onn unbedingt in seine Hand bekommen möchte?«, schlug Narmora vor. »Die Könige von Gauragar und Idoslân vielleicht?«

Tungdil erinnerte sich, dass er Balendilín und Gundrabur von seiner Entdeckung berichtet hatte, konnte sich aber nicht erklären, weshalb sie sich an den verfluchten Ort begeben hatten. »Wir schauen nach, was sie am Schwarzjoch wollen, es liegt ohnehin auf unserer Strecke.«

Sie marschierten weiter.

*

Nach zwölf Sonnenumläufen seit ihrem Aufbruch aus dem Reich der Fünften betraten sie den Boden Âlandurs. Dazu brauchte Tungdil nicht einmal in die Karte zu schauen, die Natur zeigte es ihnen.

Sie durchliefen ein flaches, schneebedecktes Tal und sahen von weitem das satte Grün der Buchen, Eichen und Ahorne; davor stand eine schützende Wand aus Nadelbäumen. Der Anblick der intensiven Farben und lebendigen Pflanzen bewies ihnen, dass das letzte der Elbenreiche entgegen aller Gerüchte nicht gegen die Horden Nôd’onns gefallen war und sich unbeugsam hielt. Die Macht des Toten Landes endete hier.

»Dass ich mich einmal über den Anblick von Bäumen freuen würde«, meinte Ingrimmsch. Das Wissen, die vielen Tage über in totem Land unterwegs gewesen zu sein, drückte auch auf sein Gemüt. Seine Augen schweiften über die Stämme, die sich eng aneinander reihten, eine natürliche Palisade gegen jegliche Eindringlinge bildend. Sogleich langte er nach seinen Beilen. »Scheint, als müssten wir uns da einen Weg hindurchhacken.«

»Und den Anstoß zum Krieg gegen die Elben geben?«, meinte Andôkai. »Wir gebrauchen keine einzige Waffe, wenn wir den Wald betreten. Unser Eindringen wird nicht lange unbemerkt bleiben.« Auch sie betrachtete das vor ihnen liegende Terrain. »Wir sind bereits bemerkt worden«, verbesserte sie, als vier hoch gewachsene Gestalten aus dem Schutz der Bäume traten. Pfeile lagen schussbereit auf den Sehnen ihrer Langbögen. »Wer möchte mit ihnen reden?«

»Ich«, sagte Tungdil sofort. Er machte einen Schritt nach vorn und legte seine Axt so deutlich ab, dass die Elben es sehen mussten. Dann schritt er langsam auf sie zu.

»Die Wälder Âlandurs haben schon vieles gesehen«, hallte ihm die Stimme eines Wächters entgegen, »aber einen Unterirdischen noch nicht. Bleib stehen. Was willst du?«

Er betrachtete die vier vom Volk des Waldes. Sie trugen weiße Lederrüstungen und weiße Pelzumhänge, an ihrer Seite baumelte ein Schwert. Ihre langen hellen Haare lagen offen auf den Schultern, und für Tungdil sahen sie mit ihren ebenmäßigen Zügen fast gleich aus. Er mochte sie nicht.

»Ich bin Tungdil Goldhand vom Stamm der Vierten und mit meinen Freunden ausgezogen, um die Feuerklinge zu schmieden, die Nôd’onn den Zweifachen vernichten wird«, entgegnete er mit fester Stimme. »Gute Freunde sind bereits für dieses Ziel gestorben. Nun wollten wir darum bitten, dass ihr uns Zugang zu eurem Zuhause gewährt.«

»Wozu? Nôd’onn wirst du hier nicht finden.«

»In eurem Reich gibt es einen Eingang zu einem Höhlenlabyrinth meines Volkes. Wir möchten unter der Erde entlang zum Schwarzjoch«, erklärte er knapp. »Der Magus soll sich dort aufhalten.«

»Und ihr wollt ihn mit der Feuerklinge, was auch immer das sein möge, töten? Ihr Hand voll Krieger?«, fragte der Elb ungläubig. »Ich denke, dass ihr von Nôd’onn geschickt wurdet.«

»Ein feiner Plan wäre das!«, entfuhr es Tungdil aufgebracht, der dem langen Gesicht am liebsten eine Ohrfeige verpasst hätte. »Der Verräter schickt Zwerge zu Spitzohren, sicherlich, bei meinem Bart, das ergibt Sinn. Ihr würdet uns schließlich sofort mit offenen Armen empfangen, weil sich unsere Völker so sehr lieben, und wir könnten uns bei euch leicht einschleichen, um euch an Nôd’onn zu verraten.«

»Hei, der Magus ist gewitzt, was?!«, sagte Balyndis leise und mürrisch, aber nicht leise genug.

Tungdil musste grinsen, und wenn er sich nicht sehr täuschte, so huschte über eines der schlanken, hübschen Elbengesichter ein kleines Lächeln. Er mochte sie trotzdem nicht wirklich leiden. »Was können wir tun, um euch von unseren guten Absichten zu überzeugen?«

Die Elben berieten sich in ihrer Sprache. »Nichts. Ihr werdet warten«, kam die unfreundliche Antwort. »Solltet ihr unser Land betreten wollen, werdet ihr sterben.« Mit diesen Worten verschwanden sie zwischen den mächtigen Stämmen.

»Immerhin«, grinste der Zwilling und kreuzte die Arme vor der breiten Brust. »Wir haben sie verunsichert.«

Sie machten aus der Not eine Tugend und rasteten. Umherliegende Äste dienten ihnen als Brennholz für ein wärmendes Feuer. So verging viel Zeit, und die Sonne senkte sich schon hinter den Tannen herab, als die Elben wieder auftauchten. Sie brachten zwanzig Krieger und einen ranghohen Elbenkämpfer mit sich, wie sie an dessen Rüstung aus schimmerndem Palandium erkannten.

»Meine Späher berichteten mir von einer seltsamen Gruppe und einem noch seltsameren Vorhaben«, sprach er, und Vorsicht schwang in seiner Stimme mit. Sein Antlitz war makellos und eine Spur zu hübsch, sodass er überheblich wirkte. Die offenen dunkelroten Haare rahmten sein Gesicht ein und betonten die dunkelblauen Augen. »Lasst mich sehen, ob ihr die Wahrheit sagt.«

Er hob die Arme, seine Finger formten Zeichen in die Luft, und augenblicklich reagierte Andôkai, in dem sie zu einem Verteidigungsspruch anhob.

Der Elb sah es und brach seine Vorbereitungen verwundert ab. »Ihr scheint in der Lage zu sein, Magie zu nutzen. Dafür kommen nicht viele Kurzlebige infrage. Man berichtete uns, dass sie allesamt das Opfer von Nôd’onn wurden.« Er musterte sie. »Euer Äußeres gleicht der Frau, die man Andôkai nannte.«

»Ich bin Andôkai die Stürmische.« Sie deutete eine Verbeugung an. »Ich wäre in einem magischen Zweikampf kaum eine Herausforderung, Fürst Liútasil, denn unsere Reise schwächte mich.« Sie tippte gegen den Griff ihres Schwertes. »Aber da meine kämpferischen Fertigkeiten über einen gewissen Ruf Verfügungen, wäre ich dazu bereit, mit dir die Klinge zu kreuzen und auf diese Weise meine Echtheit unter Beweis zu stellen.«

Tungdil hob die Augenbrauen. Die Späher haben tatsächlich ihren obersten Herrscher zu uns gebracht.

Liútasil lachte, sanft, freundlich, dennoch überlegen. »Ihr seid die Maga, daran zweifle ich nun nicht mehr, aber trotzdem werde ich mich absichern. Die Albae haben schon zu viele Listen versucht, um uns zu überwinden.« Seine Finger vollführten anmutige Gesten, bis sich ein goldenes Leuchten aus ihnen löste und die Gruppe umhüllte.

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