Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Сказки народов мира » Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten
Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten

Электронная книга - «Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten». Краткое содержание книги:

Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten
1 ... 11 12 13 14 15 16 17 18 19 ... 40
Перейти на страницу:

Urfin beschloß, eine Polizeitruppe aufzustellen, die die Leute bespitzeln und die Unzufriedenen festnehmen sollte. Die Soldaten waren ihm für dieses Amt zu ungeschickt. Er fertigte den ersten Polizisten an und beauftragte seine Gehilfen, ihn bei der weiteren Arbeit als Modell zu benutzen. Binnen kurzer Zeit überschwemmte die Polizei Stadt und Land.

Die Polizisten waren dünner und schwächer als die Soldaten, hatten aber lange, flinke Beine und riesige Ohren zum Horchen. Ihre Arme bestanden aus Baumwurzeln, deren Endverästelungen die Finger bildeten. Manche Polizisten hatten ihrer sieben bis zehn an jeder Hand, was Urfin für einen großen Vorteil hielt, da sie so ihre Opfer besser packen konnten. Er bewaffnete die Polizisten mit Schleudern, in deren Handhabung sie es bald zu großer Fertigkeit brachten.

Der Polizeichef hatte längere Beine und Arme und mehr Finger an den Händen als seine Untergebenen und durfte, wie der Oberste Zeremonienmeister, jederzeit bei Urfin zur Berichterstattung erscheinen.

Im Keller des Schlosses arbeiteten Tag und Nacht zwei ehemalige Soldaten, ein grüner und ein blauer, die zu Gefreiten befördert worden waren. Die Tischlerarbeit ging ihnen flott von der Hand, und bald hatten sie in einer Ecke der Werkstatt ganze Stapel hölzerner Soldatenrümpfe aufgeschichtet. Daneben lagen Haufen von Holzkugeln für die Köpfe. Für jeden Zug wurde ein Unteroffizier aus Mahagoniholz angefertigt. Abends schloß sich Urfin in einem besonderen Zimmer ein, wo er die Gesichter in die Kugeln schnitt und ihnen Augen aus grünen, roten und lila Glasknöpfen einsetzte. Er befestigte die Köpfe auf den Rümpfen und bestreute die Soldaten mit dem Zauberpulver. Dann wurden die neuen Mannschaften bemalt und nach dem Trocknen der

Farben auf den Hof gebracht, wo die Unteroffiziere und der Palisandergeneral (dessen Kopf Urfin inzwischen repariert und blankpoliert hatte) sie zu drillen begannen. Zug auf Zug marschierten die Soldaten unter Anführung der Unteroffiziere im Paradeschritt zum Tor hinaus . . .

Urfins Armee war jetzt fast 120 Mann stark. Soldatenpatrouillierten ständig in der Stadt und ihrer Umgebung. Mehrere Züge wurden in das Blaue Land der Käuer und das Violette Land der Zwinkerer ausgesandt, damit die Statthalter das Volk in Zucht und Ordnung halten konnten.

Zweiter Teil

Den Freunden zu Hilfe

EIN SELTSAMER BRIEF

Es war fast ein Jahr vergangen, seit Elli das Wunderland verlassen hatte, das durch eine Kette riesiger Berge und eine große Wüste von der übrigen Welt geschieden war. Sie lebte jetzt wieder bei ihren Ettern in Kansas, das sich nicht verändert hatte: Steppe ringsum, Weizenfelder und staubige Wege. Nur der Wohnwagen, mit dem Elli und Totoschka durch den Sturm in das Wunderland verschlagen worden waren, stand nicht mehr da. An seiner Stelle hatte der Farmer John ein Häuschen gebaut, in dem er jetzt mit seiner Frau Anna und seinem Töchterehen Elli wohnte.

An einem Sommerabend näherte sich ein müder Wanderer der Farm. Der Mann war in mittleren Jahren, breitschultrig, kräftig gebaut und trug einen Rucksack. Ein Holzbein, an das linke Knie geschnallt, hinterließ runde Spuren im Straßenstaub. Der Mann hatte den wiegenden Gang eines Matrosen, der über das schwankende Deck eines Schiffes schreitet. Die weit auseinanderstehenden grauen Augen in dem gebräunten Gesicht blickten gleichsam auf das weite Meer hinaus.

Totoschka sprang bellend den Ankömmling an und wollte ihn ins Holzbein beißen. Auf das Gebell hin wandte sich Frau Anna, die gerade die Hühner fütterte, um und lief mit einem Schrei auf den Mann zu.

„Charlie, mein Bruder", schluchzte sie und fiel ihm weinend um den Hals. „Du lebst!" „Natürlich lebe ich, wo ich doch wieder da bin", sagte Charlie Black, seine Schwester umarmend.

„Dein Kapitän hat uns vor fünf Jahren geschrieben, Menschenfresser hätten dich auf der Insel Kuru-Kusu gefangen!"

Elli. die vor der Tür stand, erbebte, als sie diese Worte hörte, denn sie wußte ja, was

Menschenfresser sind. Aber warum hatte die Mutter ihr niemals von einem Onkel Charlie

erzählt, dem Seemann, der Menschenfressern in die Hände gefallen war?

Bald sollte ihr aber alles klarwerden.

„Elli", rief die Mutter, „komm, sag Onkel Charlie guten Tag."

Elli ging auf den Onkel zu und reichte ihm die Hand, doch dieser nahm das Mädelchen in die Arme und küßte es.

„Erinnerst du dich noch an mich, Kindchen?" fragte er.

„Aber was red ich, du warst ja erst drei Jahre alt, als ich zum letzten Mal bei euch war. Die

Mutter hat dir sicherlich von mir erzählt, nicht wahr?"

Elli schaute die Mutter an und wußte nicht, was sie sagen sollte.

Verwirrt gestand Frau Anna:

„Verzeih, lieber Bruder. Als wir den Brief von deinem Kapitän erhielten, war Elli erst fünf,

und da beschlossen John und ich, dem Kind die schreckliche Nachricht nicht mitzuteilen.

Jahre vergingen. Elli fragte immer seltener nach dir . . . und dann hatte sie ihren Onkel

Charlie ganz vergessen."

Anna senkte schuldbewußt die Augen.

Charlie war ihr jedoch nicht böse.

„Na, wenn schon. Eigentlich habt ihr das richtig gemacht, wo ich doch lebe! Na, was meinst du, Elli, wollen wir gute Freunde sein?" „Aber klar, Onkel Charlie", rief das Mädchen erfreut. „Und wie bist du mit den Menschenfressern fertig geworden? Hast dich mit ihnen geschlagen und sie besiegt, ja?" „Nein, liebes Kind, so war es nicht", lachte Charlie. „Ich hätte die Msnschenfresser niemals besiegt, denn es waren viele Tausende. Aber sie zeigten sich als prächtige Kerle, diese Menschenfresser. Ich bewies ihnen, daß ich ihnen lebend mehr nützen würde, als wenn sie mich über dem Feuer rösteten, und so ließen sie mich gerne am Leben." „Wieso, Onkel, kennst du die Menschenfressersprache?" wunderte sich Elli. „Ich will's dir erklären, meine Liebe", lächelte der Seemann. „Wo der gute Wille vorhanden ist, kann man sich immer verständigen. Die Inselbewohner nahmen mich in den Stamm der Kuru-Kusu auf, und ich zeigte ihnen fünf neue Arten der Zubereitung von Fischgerichten, außerdem fand ich auf der Insel neun neue Sorten von eßbaren Pflanzen ... Als vier Jahre vergangen waren, gaben sie mir ein Boot mit Proviant und mehreren Fäßchen Trinkwasser und begleiteten mich ein gutes Stück aufs Meer hinaus. Beim Abschied empfahlen sie mich dem Schutz ihrer zahlreichen Götter. Wahrscheinlich bin ich aus diesem Grunde erst nach 42 Tagen endlich einem Schiff begegnet . . . Und so bin ich jetzt bei euch . . . Aber da kommt ja John!"

John hatte von den Nachbarn auf dem Feld erfahren, daß ein Unbekannter da war, hatte sich sogleich auf sein Pferd geschwungen und kam nun im Galopp angeritten. Er freute sich sehr, als er seinen Schwager Charlie Black erblickte. Die beiden begrüßten sich herzlich.

„Ich komme sozusagen geschäftlich, Schwager John", sagte Charlie, als sie mit dem Händeschütteln fertig waren.

„Sonst hättest du uns wohl noch immer nicht besucht?" erwiderte John mit leisem Vorwurf.

„Du weißt ja, ein Weltenbummler, wie ich es bin, hat immer etwas zu besorgen", rechtfertigte sich Charlie. „Weißt du, ich träume schon lange davon, mir ein kleines Schiff zu kaufen, um meine Freunde auf Kuru-Kusu zu besuchen. Mir fehlen nur etliche Tausender . . ."

Farmer John wußte, daß Charlie einen Hang zu absonderlichen Unternehmungen hatte, und so wunderte er sich nicht weiter über sein Anliegen.

1 ... 11 12 13 14 15 16 17 18 19 ... 40
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)