Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Биографии и мемуары » Wladimir - die ganze Wahrheit
Wladimir - die ganze Wahrheit - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wladimir - die ganze Wahrheit

Электронная книга - «Wladimir - die ganze Wahrheit». Краткое содержание книги:

Wenn Paranoia als Sinn für die Realität gelten muss: Der Moskauer Kremlkundler Stanislaw Belkowski analysiert Wladimir Putins Verhältnis zur Macht und zu seinen russischen Landsleuten.
Wer ist Putin wirklich? Er inszeniert sich als Angler mit gestähltem Oberkörper, als Taucher, Pilot, Macho und Frauenheld – doch obwohl es mittlerweile Dutzende Bücher und Tausende Artikel über den Staatschef Wladimir Putin gibt, bleibt die Person hinter dem Amt seltsam unklar. Ist er tatsächlich der russische »Übervater«? Der Staatserneuerer, der das Tor zu einer leuchtenden Zukunft aufgestoßen hat? Oder doch eher der »Kremltyrann«, der im Begriff ist, die junge russische Demokratie zu zerstören? Stanislaw Belkowski, Insider des Moskauer Politbetriebes, widerlegt in seinem Buch die hartnäckigsten Mythen über Wladimir Putin und beleuchtet dessen persönliche Motive für sein.
1 ... 11 12 13 14 15 16 17 18 19 ... 78
Перейти на страницу:

Die Wirtschaft der Stadt wurde in jener Zeit zu zwei Dritteln (wenn nicht mehr) von der organisierten Kriminalität kontrolliert. Ihre einflussreichsten Vertreter waren die Gruppe der »Tambower« (Anführer: Wladimir Kumarin-Barsukow) und die »Malyschewer« (Anführer: Alexander Malyschew, Gennadi Petrow). Auf dem kriminell organisierten Spielfeld agierten auch noch andere, zum Beispiel ein Mann mit dem Spitznamen »Antibiotikum«, oder Konstantin Jakowlew (»Mogila«).

Das Schicksal all dieser Leute, mit deren Namen und Beinamen man in der nördlichen Hauptstadt in den 1990er-Jahren die Kinder erschrecken konnte, gestaltete sich im Weiteren sehr unterschiedlich. »Antibiotikum« und Konstantin »Mogila« kamen ums Leben. Malyschew und Petrow sitzen wegen Geldwäsche bei Immobilienankäufen Haftstrafen in Spanien ab. Kumarin-Barsukow, der einige Attentatsversuche überlebte und einen Arm verlor, befindet sich seit 2007 in Moskau in Untersuchungshaft. Wahrscheinlich würde Putin einerseits gern diese Seite der »tollkühnen« und »herrlichen« Neunzigerjahre des 20. Jahrhunderts vergessen, in die diese speziellen Helden mit ihren Kalaschnikows und den kiloschweren Goldketten an ihren nicht weniger massiven Stiernacken gehören. Andererseits bleibt »die Zeit rechtlos im Angesicht der Erinnerung« (Brodsky).

Als eingefleischter russischer Intelligenzler konnte Anatoli Sobtschak keinen Kontakt aufnehmen mit Menschen und Strukturen dieser Art. Es war ihm zudem unmöglich herauszufinden, welche Rolle sie für die Wirtschaft der Stadt wirklich spielten. An dieser Stelle konnte sich der beflissene Wladimir Putin nützlich machen, zusammen mit seinem neuen Mitarbeiterstab: Igor Setschin, Ilja Traber (genannt »der Antiquar«), Gennadi Timtschenko und so weiter. Außerdem konnte Putin etwas zuwege bringen, was Sobtschak nie gelungen wäre – den Zufluss von Schattengeld für die Bedürfnisse des Bürgermeisteramts zu sichern. Dabei kam es auch zu Dienstleistungen, die mehr oder weniger fragwürdig sind, zum Beispieclass="underline"

•Annahme von Bestechungsgeldern für überteuerte juristische Dienstleistungen Putin-naher Rechtsfirmen oder bei Verkauf von antiquarischen Gegenständen zu vielfach überhöhten Preisen;

•Kontrolle über die »schmackhaften« Unternehmen in Sankt Petersburg und im angrenzenden Leningrader Verwaltungsgebiet, zum Beispiel über das Öl verarbeitende Unternehmen Kirischinefteorgsintes;

•Schmuggel von Möbeln aus Finnland nach Sankt Petersburg über Karelien.

Durch alle diese Projekte und aufgrund seiner Fähigkeiten und Geschicklichkeit wuchs Putins Einfluss in Sobtschaks Umfeld rasch, wobei man natürlich den Faktor der persönlichen Ergebenheit nicht außer Acht lassen darf, ebenso wie die Fähigkeit, dem Boss das Leben angenehm zu gestalten: Darin war Wladimir Wladimirowitsch unschlagbar.

Nicht umsonst war es ausgerechnet Putin, der Anfang 1996 die Petersburger Regionalverwaltung der Regierungspartei »Unser Haus – Russland« und Sobtschaks Wahlkampfstab leitete. Für den Mai war die Wahl des Gouverneurs angesetzt. Sobtschaks Lager zweifelte nicht an seinem Sieg, und niemand machte sich überhaupt Gedanken, ob Putin über ausreichend politische Erfahrung zur Lösung schwieriger Aufgaben verfügte.

Währenddessen fand in Moskau ein Treffen von Sobtschak und Jelzin statt, das dem Bürgermeister von Petersburg einen schicksalhaften Schlag versetzte und unseren Helden zum wiederholten Male um ein Haar unter die Erde brachte.

Kapitel 6: Sobtschaks Scheitern – die Reise von Sankt Petersburg nach Moskau

Anatoli Sobtschak war nicht nur einfach der »Hausherr« der nördlichen Hauptstadt, sondern auch eine Kultfigur des demokratischen Lagers. Viele waschechte Demokraten der ersten Welle, also die Säulen der Bewegung »Demokratisches Russland« von 1990/91, waren zum Ende von Boris Jelzins erster Amtszeit mehr als enttäuscht von ihrem einstigen Idol. Die einen störte Jelzins unkontrollierter Hang zum Alkohol, der nicht selten zu Blamagen und internationalen Skandalen führte. Man erinnere sich nur daran, wie der erste russische Präsident im Sommer 1994 in schwer alkoholisiertem Zustand anlässlich der Verabschiedung der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland stationierten russischen Streitkräfte in Berlin ein Militärorchester dirigierte. Vor dem Hintergrund der Trauerstimmung, in der sich an diesem Tag die Söhne des zusammengebrochenen Imperiums befanden, wirkte Jelzins Benehmen geradezu blasphemisch.

Oder 1995: Der Kremlherr wurde am Flughafen Shannon erwartet, aber er kam und kam nicht aus der Maschine und ließ das Treffen mit dem Premierminister von Irland platzen. Jelzins Leibwächter Alexander Korschakow erinnerte sich daran, dass der russische Präsident in der Luft auf dem Weg nach Shannon einen Mikroinfarkt erlitten hatte. Das russische Volk und die »progressive Öffentlichkeit« hingegen waren sich sicher, dass sein Alkoholmissbrauch das Problem gewesen war.

Nach dem Vorfall von Shannon erhielt Boris Jelzin einen besorgten Brief von sechs seiner Assistenten: Alexander Korschakow, Michail Barsukow (Leiter des Föderalen Dienstes für Bewachung, der sich um die Sicherheit aller hochgestellten Personen mit Ausnahme des Präsidenten sorgte), Viktor Iljuschin (engster Mitarbeiter, der für die wichtige Frage des Terminplans von Boris Jelzin zuständig war), Dmitri Rjurikow (Assistent und Chefanalytiker für internationale Angelegenheiten in der Kreml-Administration), Wjatscheslaw Kostikow (Pressesprecher) und Ljudmila Pichoja (Redenschreiberin). Der Hauptgedanke dieses Briefes war folgender: Der erste demokratisch gewählte Präsident der Russischen Föderation habe die Verbindung mit der Gesellschaft verloren, verschließe sich in seinem Elfenbeinturm und entferne sich von seinen wichtigsten Anhängern und Mitstreitern.

Faktisch wurde ihm damit gesagt: Hör auf zu trinken und auszuspannen, und kehre zurück zur politischen Aktivität der früheren »Blütejahre« (1990/91). Korschakow schreibt in seinen Memoiren Boris Jelzin: Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang, der Präsident habe deutlich seine Verärgerung über den »respektlosen« Brief gezeigt, aber keinen der Beamten entlassen, die den besorgten Geheimbrief unterschrieben hatten. Allerdings ist anzumerken, dass keine der genannten Personen mehr zu Jelzins späterer Mannschaft gehörte, die sich dann zusammen mit Wladimir Putin in das neue politische Zeitalter hinüberrettete. Der erste russische Präsident, der später zu einem Mythos wurde, konnte nicht nur Größe zeigen, sondern auch Rachsucht.

Viele waren zu dieser Zeit verärgert über das Eindringen der alten kommunistischen Parteinomenklatura in Jelzins enges Umfeld. Exemplarisch dafür stand Viktor Tschernomyrdin, russischer Ministerpräsident von 1992 bis 1998. Zur selben Zeit gerieten andere, die mit der »Generation demokratischer Reformen« in Zusammenhang gebracht wurden, ins politische Abseits. Nein, die reformatorischen Ideen selbst – beginnend mit der »großen Privatisierung« bis hin zur Integration neuer Eliten in die westliche Welt – waren nicht verloren gegangen und wurden nach wie vor umgesetzt. Nur die Dividenden ihrer Umsetzung kamen häufig nicht denen zugute, die der Meinung waren, sie für sich beanspruchen zu können.

Der eigentliche Stein des Anstoßes jedoch waren selbstverständlich die Präsidentschaftswahlen 1996. Die Parlamentswahlen im Dezember 1995 hatten die Kommunisten souverän für sich entschieden, indem sie mehr als 22 Prozent der Stimmen erhielten. Die offizielle Regierungspartei »Unser Haus – Russland« erhielt fast ein Drittel weniger – nur etwas mehr als 8 Prozent der Stimmen. Und die Partei »Demokratische Wahl Russlands«, eine politische Struktur, welche die Liberalen hinter Gaidar vereinigte, schaffte es überhaupt nicht ins Parlament.

1 ... 11 12 13 14 15 16 17 18 19 ... 78
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)