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Від порога до порога

Электронная книга - «Від порога до порога». Краткое содержание книги:

Paul Celans zweiter Gedichtband «Von Schwelle zu Schwelle» (1955) enthält 47 Gedichte aus seiner frühen Pariser Zeit und reflektiert die wichtigsten Stationen seines Lebens zwischen 1952 und 1955. Die Grundmotive dieser Gedichte sind Liebe und Tod, Dichtung und Sprache, Totengedenken und menschliche Solidarität. Der poetische Code der Schwelle, bereits im Titel des Bandes doppelt genannt, bestimmt die symbolische Ebene dieser poetischen Texte, die den existenziellen Grenzzustand des lyrischen Helden mit tiefer bildlichen Kraft wiedergeben.
Поетична збірка Пауля Целана «Від порога до порога» (1955) містить 47 віршів раннього паризького періоду й рефлектує найважливіші події життя автора поміж 1952 та 1955 роками. Основними мотивами цих віршів є кохання і смерть, поезія й мова, пам’ять про мертвих і людська солідарність. Поетичний код порога, двічі названий уже в заголовку книги, визначає символічну площину цих поетичних текстів, які з глибокою образною силою відтворюють екзистенційний межовий стан ліричного героя.
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Auch Celans Vielsprachigkeit hat in Gedichten dieses Bandes ihre Spuren hinterlassen, während er Wörter, Redewendungen oder Sentenzen aus verschiedenen alten und neuen Sprachen verwendet, so z. B. aus dem Hebräischen (Schibboleth), Altgriechischen (Kenotaph), Lateinischen (Argumentum e silentio), Spanischen (No pasaran). Dieser Außenseiter und Fremdling, geboren am Rande des deutschen Sprachraums (was die deutsche Kritik ihm nie verzeihen wollte), demonstriert hier wieder ein erstaunlich feines und tiefes Sprachgefühl und bereichert seine deutsche Muttersprache mit Neuschöpfungen, die wesentlich ihre Grenze erweitern (Baumwort, lidweit, nachtverhangen, sömmernd, gedankenfarben, Flügelnacht, Zwillingsröte, Mittnacht, Doppelsilber, Sonnengrab, Spätmund, Lichtstumpf usw.), oder mit alliterierenden und paradoxen Wortspielen wie „die Zungen der Sehnsucht, / die Zangen“, „und tragen das Grün in dein Immer“, die ihn als einen der hellhörigsten sprachlichen Könner profilieren. Bereits in „Von Schwelle zu Schwelle“ entwickelt der Dichter seine seltene Gabe, durch vielschichtige Wortbedeutungen zu neuen semantischen Dimensionen und noch nicht erschlossenen Bildräumen vorzudringen, worin Jacques Derrida am Beispiel der Schibboleth-Chiffre das Grundprinzip seiner Dichtung durchschaute[10]. „Schibboleth“, ein Wort aus dem Alten Testament, bedeutet auf Hebräisch „Ähre“ oder „Woge“. Es diente für die Leute Jeftahs als Erkennungszeichen in ihrem Kampf gegen die Ephrai-miter, die es nicht richtig aussprechen konnten (Richter, 12, 1–7). Somit symbolisiert dieser Begriff, den schon Martin Buber für die Begründung seines „dialogischen Prinzips“ verwendete, ein poetologisch-sprachkritisches Problem, wie es noch Hugo von Hofmannsthal in seinem „Brief des Lord Chandos“ verstand, und skizziert Möglichkeiten eines Sprechens schlechthin sowie des von Celan angestrebten anderen Sprechens.

Bereits mit dem Gedichtband „Von Schwelle zu Schwelle“ beginnt Celans ästhetische Umorientierung, während er sich von den neoromantisch oder surrealistisch geprägten Bildstrukturen seiner frühen Gedichte allmählich entfernt, um eine neue — viel sachlichere und nüchternere — poetische Sprache zu finden. Das hängt mit der emotionalen und gedanklichen Verarbeitung geschichtlicher Prozesse der neuesten Zeit zusammen, vor allem mit der Erfahrung des Holocaust und der Veränderung seiner Vorstellungen über Wesen und Form der Dichtung „nach Auschwitz“. Die Konfrontation mit dieser schmerzhaften Problematik lässt ihn nicht nur thematische Richtungslinien und den bildlichen Charakter seiner lyrischen Texte neu gestalten, sondern auch seine sprachlichen und stilistischen Mittel stark reduzieren. Auf der Suche nach adäquater Sprache seiner Dichtung verwirft er überlieferte Modelle der rein ästhetischen Aussage zugunsten der poetischen Wirklichkeit, die sich nicht mehr in schönem Bild und harmonischem Klang, sondern im Wahren als Maß des Poetischen verwurzelt weiß. Das war aber ein langwieriger Prozess, der auch in den nächsten Cedichtbänden seine Fortsetzung haben sollte. „In diesen Jahren — schreibt dazu Wolfgang Emmerich — war der Rückzug ins Schweigen zwar eine Erwägung, aber er fand nicht statt. Vielmehr entwarf Paul Celan eine Poetik der Dichtung, die einerseits eine Absage an sein eigenes bisheriges Ideal des schönen Gedichts bedeutete und andererseits ein Weitersprechen auch angesichts von Schinderohren und falschen Lobgesängen ermöglichte“[11]. Natürlich musste es auch die Veränderung der äußeren Gestalt, der Architektonik des Gedichts nach sich ziehen — sie werden nun knapper, straffer und inhaltlich dichter an Substanz.

Der neue Gedichtband Celans entstand noch aus der geborgenen Atmosphäre der jungen Liebe und enger Freundschaften, was nicht nur in der Widmung des Buches an seine Frau, sondern auch in den Zueignungen einzelner Gedichte an die nächsten Freunde des Dichters seinen Ausdruck fand. So sind einige wichtige Texte Hannah und Hermann Lenz („Nächtlich geschürzt“), Rene Char („Argumentum e silentio“) oder Nani und Klaus Demus („Die Winzer“) gewidmet. Ein anderes wichtiges poetologisches Gedicht trägt den Titel „In memoriam Paul Eluard“. Damit werden auch der damalige Freundeskreis Celans und seine ästhetischen Präferenzen umrissen, was für die Geschichte der Entstehung des Bandes nicht ohne Relevanz ist.

Eine treffende Charakteristik dieser poetischen Leistung gibt in einem seiner Briefe an Celan sein Stuttgarter Dichterfreund Hermann Lenz, indem er den neuen Band mit Celans poetischem Debütbuch vergleicht und ihn nicht nur als eine biographische und wirklichkeitsbezogene Einheit wahrnimmt, sondern auch als den Weg von der Einsamkeit zur Utopie der menschlichen Solidarität beschreibt: „Der Band erscheint mir geschlossener als „Mohn und Gedächtnis“, obwohl ich — und das ist mir bei Gedichten immer besonders wichtig — dort die Stationen Deines Weges zu erkennen glaube. Die neuen Gedichte zeigen eine Konzentration auf das Wesentliche, und ich beneide Dich um die Sicherheit, mit der Du Deinen Weg fortgesetzt hast“. Und weiter heißt es: „In „Von Schwelle zu Schwelle“ ist eine große Einsamkeit zu spüren, das Buch ist ein Brevier für alle „Nachtgewiegten“, die durch weiße Fäden miteinander verbunden sind. Einen besseren Titel konntest Du für dieses Buch nicht finden“[12]. Diese Worte könnten als Antwort an jene Kritiker und Rezensenten adressiert sein, die in Celans Gedichten wieder zu willkürliche Metaphern und den Mangel an Wirklichkeitsbezug feststellten und von den surrealistischen Anklängen oder gar epigonalen Zügen sprachen. Heute erscheinen solche Anschuldigungen als grundlos, überholt und wissenschaftlich unproduktiv.

Celans zweiter Gedichtband bestätigte den Vektor seiner poetischen Entwicklung, der in „Mohn und Gedächtnis“ angebahnt wurde. Durch die Vertiefung und Weiterentwicklung seiner durchgehenden Bilder und Leitmotive (Liebe und Tod, Dichtung und Sprache, Totengedenken und menschliche Solidarität.), durch die dialogische Struktur seiner Gedichte, den regen Appell an den Anderen, erkämpfte sich dieser Band einen festen Platz in der deutschen Nachkriegslyrik als poetisches Buch von seltener Eindringlichkeit und tiefstem Wahrheitsgehalt.

Petro Rychlo

Поетична збірка Пауля Целана «Від порога до порога»

Через три роки після появи дебютної збірки віршів «Мак і пам’ять» (1952) у штуттґартському видавництві «Дойче Ферлаґсанштальт» вийшла нова поетична книжка Пауля Целана «Від порога до порога» (1955). Якщо вірші першої збірки виникали ще в різних місцях — у Чернівцях, Бухаресті, Відні та Парижі, то «Від порога до порога» охоплює тільки поетичні здобутки паризького часу. Біографічно ці три роки означали для Целана період важкої інтеграції у французьке суспільство, яка інтенсивно тривала як у публічній, так і в приватній сфері. 23-го грудня 1952 року він одружується з французькою художницею Жизель де Летранж. У серпні 1953 року Клер Ґолль розсилає німецьким критикам, радіожурналістам та видавцям свої перші безпідставні звинувачення, згідно з якими Целан начебто вдався до плагіату віршів її чоловіка, німецько-французького поета Івана Голля. 7-го жовтня 1953 року в молодого подружжя народжується їхній первісток Франсуа, який вже через два дні помирає. В 1953 році у гамбурзькому видавництві «Ровольт-Ферлаґ» виходить друком целанівський переклад філософського твору Еміля Чорана «Вчення про розпад», а роком пізніше в цюрихському видавництві «Архе» — переклад драми Пабло Пікассо «Як ловити за хвіст бажання». 6-го червня 1955 року народжується син Ерік, а через кілька днів Целан офіційно отримує французьке громадянство. 23-го червня 1955 року з’являються перші примірники збірки «Від порога до порога».

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10

Derrida Jacques. Schibboleth: Für Paul Celan. Hrsg. von Peter Engelmann. Aus dem Französischen von Wolfgang Sebastian Baur. — Wien: Passagen-Verlag 2002.

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11

Emmerich Wolfgang. Paul Celan. — Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1999, S. 96–97.

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Paul Celan — Hanne und Hermann Lenz. Briefwechsel, S. 30.

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