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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Das habe ich auch gerade festgestellt«, sagte ich, während sich meine Gedanken überschlugen. Ich hatte angenommen, mir blieben ein paar Tage, um Beweise für meine Theorie zu sammeln, aber nun blieb kaum die Zeit, um nach Coventry und wieder zurück zu fahren.

»Kann ich helfen?« fragte Verity.

»Wir brauchen den Beweis, daß die Inkonsequenz beseitigt ist«, sagte ich. »Eigentlich wollte ich Carruthers losschicken…«

»Ich kann gehen«, sagte Verity. Ich schüttelte den Kopf.

»Soviel Zeit haben wir nicht mehr. Wann beginnt die Einweihung?« fragte ich Miss Warder.

»Um elf Uhr.«

»Und wie spät ist es jetzt?«

»Viertel nach neun.«

Ich schaute zu T. J. hinüber. »Wie lange dauert’s noch, bis die Simulation steht?«

»Eine Minute.« T. J.’s Finger flogen über die Tasten. »Fertig.« Er drückte »RETURN«, die Koordinaten verschwanden, und das neue Modell erschien.

Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte. Das Modell auf dem Monitor sah haargenau aus wie das vorherige — ein konturloses, schattenhaftes Grau.

»Nun, wollen Sie mal sehen?« fragte T. J., noch mehr Tasten drückend. »Das hier ist der neue Fokus… und darüber habe ich eine Waterloo-Suppenkesselsimulation gelegt.«

Er sprach in das Computermikrofon. Beide Modelle erschienen, eines über dem anderen, und sogar ich konnte erkennen, daß sie übereinstimmten.

»Stimmen sie überein?« wollte Miss Warder wissen.

»Allerdings.« T. J. nickte nachdenklich. »Bis auf ein paar kleine Differenzen. Der Verlust bei dem Zwischenfall ist nicht so groß, und sehen Sie, hier und hier stimmt’s nicht ganz überein«, er deutete auf nichts Erkennbares, »aber es handelt sich eindeutig um das Muster einer Selbstkorrektur. Sehen Sie, wie sich der Schlupfverlust gegen 1888 hin verringert. Er verschwindet ganz am…«

»Achtzehnten Juni«, vollendete ich.

T. J. gab einige Zahlen ein. »Achtzehnter Juni. Ich werde noch ein paar Überprüfungen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen laufen lassen müssen, um herauszufinden, was das hier soll«, er klopfte auf das nicht näher Erkennbare, »aber es sieht eindeutig so aus, als sei das die Inkonsequenz.«

»Welche?« fragte Carruthers. »Und wer verursachte sie?«

»Das solltest du für mich in Coventry herausfinden«, entgegnete ich mit einem Blick auf meine nutzlose Taschenuhr. »Aber wir haben keine Zeit mehr.«

»Natürlich haben wir noch Zeit«, sagte Verity. »Dies hier ist ein Zeitreiselabor. Wir können Carruther zurückschicken, um die Informationen zu holen.«

»Er kann nicht ins Jahr 1940 zurück«, sagte ich. »Er war bereits da. Und das letzte, was wir brauchen ist eine weitere Inkonsequenz.«

»Nicht 1940, Ned. Die vergangene Woche tut’s auch.«

»Er kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein«, sagte ich, und dann wurde mir klar, daß er das auch nicht sein würde. Letzte Woche war er in 1940 gewesen, nicht in 2057. »Miss Warder, wie lange brauchen Sie, um einen Sprung zu berechnen?«

»Einen Sprung! Ich muß bereits drei Rendezvous…«

»Ich werde die Chorgewänder pressen«, sagte Verity.

»Er braucht… Carruthers, wie lange wirst du brauchen? Einen Tag?«

»Zwei«, sagte Carruthers.

»Für zwei Tage. Wochentage. Am Wochenende sind die Kirchenarchive geschlossen. Und es müssen zwei Tage sein, an denen er bereits in 1940 war. Und dann bringen Sie ihn sofort hierher zurück.«

Miss Warder schaute störrisch. »Woher soll ich wissen, daß er nicht wieder in Coventry steckenbleibt?«

»Deshalb.« Ich wies auf den Computer. »Die Inkonsequenz ist beseitigt.«

»Ist schon gut, Peggy«, meinte Carruthers. »Setz dich hin und berechne den Sprung.« Er wandte sich mir zu. »Hast du die Liste mit den Sachen, die ich rausfinden soll?«

Ich reichte sie ihm. »Und noch was. Ich brauche eine Liste der Vorsitzenden aller Frauenausschüsse der Kirche im Jahr 1940.«

»Um die Vorsitzende des Blumenausschusses brauche ich mich nicht zu kümmern«, sagte Carruthers. »Die kenne ich schon. Es ist Miss Sharpe, diese Harpye.«

»Aller Frauenausschüsse, einschließlich des Blumenausschusses«, sagte ich.

Verity drückte Carruthers einen Stift und einen Notizblock in die Hand. »Damit Sie kein Papier von letzter Woche mit zurück durchs Netz bringen müssen.«

»Fertig?« sagte Carruthers zu Miss Warder.

»Fertig«, erwiderte sie argwöhnisch.

Er stellte sich ins Netz, und Miss Warder kam herbei, um seinen Kragen zu glätten. »Sei ja vorsichtig«, sagte sie und richtete seine Krawatte.

»Ich bin doch nur ein paar Minuten weg.« Er grinste albern. »Oder?«

»Wenn nicht«, sagte Miss Warder lächelnd, »hol ich dich persönlich zurück.«

»Ich glaub’s einfach nicht«, flüsterte ich Verity zu.

»Zeitkrankeit«, flüsterte sie zurück, während Miss Warder gurrte: »Ich habe ein Zehn-Minuten-Intermittent gesetzt.«

»Ich bleibe keine Sekunde länger fort, als ich muß«, versicherte Carruthers. »Ich bin so schnell zurück wie’s geht, damit ich dich zur Einweihung begleiten kann.« Damit zog er sie in seine Arme und gab ihr einen langen Kuß.

»Tut mir leid, daß ich dieses zärtliche Beisammensein unterbrechen muß«, sagte ich, »aber in zwei Stunden ist die Einweihung.«

»Schon gut«, schnappte Miss Warder, strich noch einmal glättend über Carruthers Kragen, um dann zur Konsole zurückzustapfen. Liebe mag zwar alles und jeden besiegen, aber alte Gewohnheiten sind nur schwer abzulegen, und ich hoffte, Baine beabsichtigte, sich in den Vereinigten Staaten in der Nähe eines Flusses niederzulassen.

Miss Warder senkte die Schleier, und Carruthers verschwand. »Wenn er nicht wohlbehalten in zehn Minuten zurück ist«, sagte sie zu mir, »sende ich Sie zum Hundertjährigen Krieg.« Und dann zu Verity: »Sie haben versprochen, die Chorgewänder zu pressen.«

»Gleich«, sagte ich und reichte Verity eines der Faksimiles.

»Wonach suchen wir?« fragte sie.

»Briefe an den Herausgeber. Oder einen offenen Brief. Ich bin mir nicht sicher.«

Ich durchblätterte den Midlands Daily Telegraph. Ein Artikel über den Besuch des Königs, eine Liste der Opfer, ein Artikel, der mit dem Satz begann: »Ein überwältigender Beweis für Coventrys Willen, sich wieder aus den Trümmern zu erheben.«

Im Coventry Standard fand ich eine Anzeige für Luftschutz-Sandsäcke, Standardausführung, zum Preis von 36 Pfund und 6 Shilling pro hundert Stück, ebenso ein Bild der ausgebombten Kathedrale.

»Hier sind noch mehr Briefe.« Verity gab mir ihr Blatt.

Ein Brief, in dem die Feuerwehr für ihren mutigen Einsatz gelobt wurde und einer, in dem jemand anfragte, ob irgend jemand Molly, eine wunderschöne Gingerkatze gefunden hätte, die zuletzt in der Nacht vom 14. November in der Greyfriars Lane gesehen worden war. In einem weiteren Brief beklagte sich ein Leser über die Luftschutzwarte.

Die Außentür öffnete sich, und Verity fuhr hoch, aber es war nicht Lady Schrapnell. Es war Finch. Schneeflocken bedeckten sein Haar und seine Butlerlivree. Sein rechter Ärmel war durchnäßt.

»Wo waren Sie?« fragte ich. »Sibirien?«

»Es ist mir nicht erlaubt, darüber zu sprechen«, entgegnete er und wandte sich T. J. zu. »Mr. Lewis, wo ist Mr. Dunworthy?«

»In London.« T. J. starrte auf den Bildschirm.

»Oh.« Finch klang sehr enttäuscht. »Gut, sagen Sie ihm…« — er warf uns einen wachsamen Blick zu —, »der Auftrag sei beendet.« Er wrang seinen Ärmel aus. »Obwohl der Teich eine dicke Eisschicht hatte und das Wasser am Gefrieren war. Sagen Sie ihm, es wären…« — wieder ein wachsamer Blick zu uns — »es wären sechs.«

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