Witiko
- Автор: Штифтер Адальберт
- Язык: немецкий
- Жанр: Классическая проза
Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:
»Zu Gott, dem Herrn des Himmels, und zu den Heiligen im Himmelreiche«, riefen die Männer der Versammlung.
»Seid bedankt, ihr Herren«, sagte Wladislaw, »und achtet der Zeichen, wenn sie tönen werden, daß wir vorwärts dringen.«
Er erhob sich von seinem Sitze, und die Männer um ihn erhoben sich von ihren Sitzen.
Da ging ein Krieger von denen, welche an dem Eingange des Zeltes standen, zu dem Herzoge, und sagte: »Hoher Herr! Der Leche Bozebor harret, seit die Beratungen begonnen haben, vor dem Zelte, und bittet um Einlaß. Er ist mit vielen Männern gekommen. Sie sind außer dem Lager gehalten worden.«
»Er trete ein«, sagte der Herzog.
Der Krieger entfernte sich aus dem Zelte, und gleich darauf kam Bozebor in dasselbe.
»Gehe zu mir, Bozebor«, sagte der Herzog.
Bozebor ging bis zu dem Herzoge, und blieb stehen.
»Was begehrest du?« fragte der Herzog.
Bozebor löste sein Schwert von dem Gürtel, reichte es gegen den Herzog, und sprach: »Ich bringe dir mein Schwert, daß du es nehmest, hoher Herr, und mich strafest, so du mich einer Strafe würdig erachtest. Die mit mir gekommen sind, lasse an dem Kampfe für die Länder Anteil nehmen, und gib ihnen einen Führer, welcher ihnen gut ist.«
»Bozebor«, sagte der Herzog, »ich habe in der Hofburg von Prag gesprochen: Es hat ein jeder die Freiheit, zu reden, wie sein Herz denkt, ich habe zu dir gesprochen: Handle nach deinem Sinne, bleibe, wo du willst, bis diese Sache aus ist, und dann komme zu mir, ich werde dir die Hand reichen. Du bist da, und ich reiche dir die Hand.
Befestige dein Schwert wieder an deinem Gürtel, und führe deine Männer; denn du bist ihnen gut.«
Nach diesen Worten reichte er Bozebor die Hand.
Bozebor nahm sie, und sprach nicht.
Dann sagte der Herzog: »Führe deine Schar in das Lager, und die Ordnung werde eingeleitet wie auf dem Wysoka.«
Da rief Bozebor: »Ich werde sie herein führen, es wird sein wie auf dem Wysoka, und mehr.«
»Gepriesen sei Wladislaw«, rief Predbor mit lauter Stimme.
»Wladislaw, der Herzog von Böhmen und Mähren«, riefen alle in der Versammlung.
»Wir sind alle Freunde«, sagte der Herzog, »und ich glaube, wir werden es bleiben.«
»Immer, immer, immer«, riefen die Männer.
»Und so trennen wir uns, und tue jeder, was er für nötig erachtet«, sagte der Herzog.
Und die Versammelten schickten sich an, das Zelt zu verlassen. Die älteren Männer gingen zuerst, und ihnen folgten die jüngeren.
Vor dem Gezelte grüßten sich viele, und sprachen noch mit einander. Mehrere gingen zu Bozebor, und reichten ihm die Hand. Er befestigte das Schwert erst jetzt an seinem Gürtel, und ging auf den Weg, seine Männer zu holen. Einige geleiteten ihn.
Witiko gab Welislaw, Odolen, Sezima, Jurik, dem Sohne Juriks, Zwest, Ben, dem Sohne Bens, Zdeslaw und Beneda den Gruß, den sie brachten, zurück, und ging dann mit Rowno und Diet von Wettern und Osel und Hermann von Attes und Wyhon von Prachatic gegen die Stelle, auf welcher die Waldleute gelagert waren.
Als er dort angekommen war, verkündete er seinen Männern, was der Herzog verfügt hatte.
»Das muß sein«, rief der Schmied von Plan.
»Das haben wir gemacht«, rief Tom Johannes, der Fiedler.
»Das ist recht«, »das ist gut«, riefen die Männer.
»Wir werden zeigen, wie der Wald ist«, rief Sifrid von Milnet, der goldblonde Jüngling.
Gleich darauf kam auch der Bote des Herzogs, welcher die Meldung machte, daß Witiko der Führer der Krieger aus dem Walde sei, welche sich unter ihn gestellt haben. Ein Herold des Herzogs brachte den Kriegern ein seidenes rosenrotes Banner.
Witiko sagte seinen Männern, sie sollen das Lager abbrechen, und nach dem Platze ziehen, welchen ihnen der Herzog angewiesen hatte. Die Männer brachen das Lager ab, und zogen nach dem Platze. Das rosenrote Banner wurde vor ihnen getragen. Auf dem Platze errichteten sie ein neues Lager. Rowno und die andern Leute aus dem großen Walde nahmen auch ihre neuen Stellen ein.
Witiko teilte nun seine Krieger nach den Zeichen ab, die sie hatten, und sagte, sie sollen unter jedem Zeichen einen Mann wählen, daß er in dem Zeichen befehle. Sie vollbrachten die Wahl. Er befestigte jetzt noch mehr die Anordnung der Abteilungen, und bestimmte die leichtere Bewegung der Reiter und Schützen. Vor seinem Zelte wurde die rote Fahne aufgerichtet.
An einem Tage zog der Herzog mit Männern der Kirche und Kriegsherren durch alle Lager. Sie kamen auch an die Stelle, an welcher hin die Krieger ausgebreitet waren, die den Weg von dem langen Walde, welcher der jungen Moldau entgegen ging, zu dieser Stadt der Versammlung gemacht hatten. Die Männer standen nach ihren Ordnungen. Der Herzog sah auf alle, und er sprach mit Witiko und mit Rowno und mit Osel, bei dem seine Knaben auf den Pferden waren, welche ihnen der Herzog geschenkt hatte, und mit Diet von Wettern und mit Hermann von Attes und mit Witislaw von Hora und mit Wolf von Tusch und mit Wernhard von Ottau und mit Wyhon von Prachatic und mit Wenzel von Winterberg und mit mehreren der untergeordneten Männer. Dann wendete er sich mit seinem Geleite, und zog wieder durch die Lager zurück.
Des zweiten Tages darauf wehete die Fahne der Versammlung auf dem Zelte des Herzogs. Die Führer gingen in das Zelt. Der Herzog sprach: »Es sind alle Sachen geordnet, welche geordnet werden mußten, und es sind die Scharen gekommen, welche kommen sollten. Es werden heute noch die Zeichen gegeben werden, daß in dem nächsten Frühlichte der Zug beginne. Wir müssen die Veste Znaim hinweg nehmen. Die Feinde ziehen uns entgegen; aber wir werden doch des Weges dahin gehen. Die Ordnungen werden wir erfüllen, wie wir sie beraten haben, und ich wünsche einem jeden Heil und Segen auf der Stelle, auf welcher er ist.«
»Heil und Segen«, riefen die Männer.
»Und wir werden Ordnung und Kriegszucht erfüllen«, sagte Bolemil.
»Wir werden sie erfüllen«, riefen die Männer.
»Und so sagen wir uns Lebewohl, bis wir uns wieder auf einem andern Platze versammeln«, sprach der Herzog.
»Lebe wohl«, riefen die Männer, und zerstreuten sich, und gingen zu ihren Leuten.
Nach einer Stunde tönten die Zeichen, daß mit dem Anbruche des folgenden Morgens der Zug in Bewegung kommen solle, und die Zeichen pflanzten sich durch alle Lager fort.
Und es begannen die Arbeiten zur Beseitigung alles dessen, was hindern könnte.
Und als das Licht nach der Frühlingsnacht wieder gegen die Erde dämmerte, standen die Tausende der Männer auf ihren Füßen oder saßen auf ihren Pferden, und die Ordnungen waren eingerichtet, daß die Züge sich entfalten konnten.
Witiko hatte sein dichteres Lederkleid angelegt, und saß auf dem eisengrauen Pferde. Er bildete die Stellung seiner Schar, ließ zu der Meldung der Zeichen die Hörner der Ziegenböcke bestehen, und zu dem Zuge die langen Pfeifen, wie sie auf dem Wege zu dem Berge Wysoka gewesen waren, und die Männer des Waldes gingen auf den Gefilden, die ihnen zugewiesen worden waren, dahin.
Weit ausgebreitet auf den Feldern und Wiesen und Weiden und in den Wäldern gingen auf allen Wegen und Pfaden die Züge Wladislaws dem Lande Mähren entgegen.
Auf dem Boden des Landes Mähren standen die meisten Banner der Feinde.
Witiko empfing die Nachrichten von Boten, die er ausgesendet hatte, und sendete wieder neue Boten aus, und eines Morgens sahen die Männer die weißen Zeichen in den dunkeln Gefilden des Frühlings. Und wie die Sonne höher an dem Himmelsbogen stieg, waren die Zeichen vor den Scharen Witikos.
Witiko ließ die Männer antreten, wie er sie gelehrt hatte.