Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:

An seinem monumentalen Werk über die Gründungsgeschichte des Königreiches Böhmen im 12. Jahrhundert arbeitete Stifter zehn Jahre lang wie »ein Pflugstier«. Durch den Romanhelden Witiko, der stellvertretend für den sittlich handelnden Menschen steht, wird das grandiose Historiengemälde zum Bildungsroman, als dessen Meister sich der Autor mit seinem ›Nachsommer‹ in die Literaturgeschichte eingeschrieben hatte.
1 ... 137 138 139 140 141 142 143 144 145 ... 223
Перейти на страницу:

Als die Menschen und Tiere gerastet hatten und gesättiget waren, ging der Zug wieder gegen Morgen weiter. Er ging zwischen Feldern und Wiesen und kleinen Wäldchen und zerstreuten Wohnungen hindurch, er ging an dem Orte Welešin vorüber, und kam gegen den Abend nach Daudleb. Als er dort auf den Feldern stehen blieb, ritt eine große Zahl von Männern über die Brücke zu ihm heraus. An der Spitze dieser Männer war der alte Lubomir, dann war Rastislaw, dann war Widimir, dann war Wentislaw, dann war Kodim, und es waren Momir und Diš.

Witiko erkannte unter den Männern auch Slawa und Radim und Hostiwil und andere. Hinter allen ritt der Priester in dem dunkeln Gewande, der bei der Verteidigung von Prag gewesen war. Witiko war vor seinen Männern auf seinem Pferde. Hinter ihm waren die Reiter, und hinter den Reitern waren in einem großen Bogen die Fußgänger. Alle richteten ihre Angesichter gegen die, welche kamen.

Als die Reiter zu Witiko gelangt waren, hielten sie an. Lubomir saß auf einem schwarzen Rosse. Er hatte ein dunkles faltiges Gewand an, das von einem silbernen Gürtel gehalten wurde, auf dem blaue Steine waren. Sein Haupt trug eine schwarze Haube aus Sammet, von der aus einem großen blauen Steine eine kurze weiße Feder emporragte. Unter dem Rande der Haube waren die weißen Haare zu erblicken. Das Pferd hatte eine dunkle Ausrüstung und Zäumung, die mit Silber besetzt war.

Als nach seiner Ankunft einen Augenblick Schweigen gedauert hatte, hob er seine rechte Hand empor, fuhr mit ihr in einem Bogen gleichsam über die Männer, hielt sie dann ruhig aus dem faltigen Ärmel gestreckt, und rief: »Lubomir, der Zupan, begrüßt die Männer auf dem Boden seiner Zupanei, und seine Sippen begrüßen die Männer. Die Krieger wird er morgen begrüßen, wenn seine Krieger versammelt sind.«

Dann ließ er die Hand wieder nieder sinken.

Dann rief er: »So viele die Zupenburg beherbergen kann, sind geladen, sich zu erquicken. Es werden Speisen und Getränke und Decken und Lagerzeuge und Geschirre und Pferdebedürfnisse auf das Feld hinaus geschafft werden, und so mein Wort gilt, werden die Türen der Häuser des Burgfleckens geöffnet werden.«

Auf diese Worte rief eine Stimme unter den Männern, die hinter Witiko waren: »Das ist der edle Zupan, und er ist in Prag gewesen, und wir sind ihm Dankbarkeit schuldig für das, was er bietet.«

Es war die Stimme des Schmiedes, Peter Laurenz, gewesen, welche gerufen hatte.

»Dankbarkeit und Dank«, rief eine große Zahl von Stimmen.

Dann wandte sich Lubomir zu Witiko, und sagte: »Du reitest so wie einer von diesen Männern vor ihnen. Sei gegrüßt, und wenn du mein Dach nicht verschmähst, so lasse es heute mit denen über deinem Haupte sein, die noch darunter eingehen wollen.«

»Ich nehme Eure Gastlichkeit mit Ehrfurcht an«, sagte Witiko, »seid gegrüßet, hoher Zupan.«

»Und nun waltet eurer Bequemlichkeit«, rief Lubomir.

Nach diesen Worten wendete er sein Pferd, und seine Begleiter wendeten ihre Pferde, und sie ritten wieder über den Fahrsteg gegen die Häuser von Daudleb hinein.

Aber viele Menschen waren von Daudleb heraus gekommen, sie drängten sich über den Steg, sie drängten sich an die Männer, welche von Plan gekommen waren, und einer, der ein dunkelblaues Wollkleid an hatte, das mit einem roten Gürtel gebunden war, rief gegen die Männer: »Ihr seid einer wie der andere, man kann euch nicht unterscheiden, ich weiß nicht, wer der Vorgesetzte ist, ich bin der Kmete des Burgfleckens von Daudleb, und lade alle ein, die bei uns Platz haben, wir werden tun, was wir vermögen.«

»Wir sind einer wie der andere«, sagte Witiko, »und es ist einerlei, an wen du deine Worte richtest, edler Kmete, wir sind alle dankbar.«

»Wir sind dankbar«, riefen viele Stimmen.

»Kommet zu uns herein«, »kommt zu uns«, »zieht in mein Haus«, »geht in unsere Herbergen«, riefen die Stimmen der Menschen von Daudleb durcheinander.

»Schönen Dank«, »wir kommen«, »das freut uns«, »das ist recht«, »ihr seid freundlich«, scholl es entgegen.

Dann rief Witiko: »Augustin und Urban, saget jedem Zeichen, daß das Lager an dem Flusse Malsch abgesteckt werde, es soll einen Bogen haben, und vierzig Männer der Zeichen haben in Ablösung die Wache der Nacht. Und, Mathias, nimm Männer der Zeichen, und ordnet, wer in den Burgflecken gehen will, und vier Reiter jedes Zeichens und vier Fußgänger jedes Zeichens begleiten mich in die Burg. Wir werden durch die Gastlichkeit des hohen Zupanes und des Burgfleckens geehrt, und ehren die Gastlichkeit wieder.«

»Das ist herrlich«, »das ist in Pracht«, riefen Menschen aus Daudleb.

»Das ist wie Reiter und Krieger«, riefen Männer, die mit Witiko waren.

»Die Ehre ist hier, und die Ehre ist dort, und die Ehre muß bewahrt werden«, rief der Schmied von Plan, »sonst ist es einerlei, ob wir auf der Wolldecke schlafen oder in dem Hause, und wir werden uns einteilen, wer die Ehre geben und nehmen soll.«

»Wir werden uns einteilen«, schrie Paul Joachim, der Maurer.

»Wir werden uns einteilen, und in den künftigen Tagen wechseln«, rief Stephan, der Wagenbauer.

»Ja, ja«, riefen mehrere.

»Nun rüstet das Lager«, rief Witiko.

Nach diesen Worten wendete er sein Pferd, und ritt durch den Haufen der Reiter gegen die Fußgänger zurück, und ritt an ihnen dahin, und sah, wie die Züge der Männer sich auflösten, und daran gingen, das Lager zu errichten. Die Menschen von Daudleb mischten sich unter die Angekommenen, und es waren vielfache Gespräche.

Als das Lager geordnet war, und als die Wachen um dasselbe gestellt waren, zog Witiko mit zwanzig Reitern und vierzig Fußgängern über die Brücke gegen die Burg. Die Männer in dem Lager wählten dann auch aus den ihrigen, und die Gewählten zogen im Geleite von Menschen aus dem Burgflecken gegen die Häuser des Burgfleckens.

Witiko wurde mit seinem Geleite durch das Tor in die Burg gelassen, und die Schar der gewählten Männer wurde in den Häusern des Burgfleckens verteilt.

Und Witiko wurde mit den Seinigen in der Nacht in der Burg gepflegt, und schlief innerhalb der Mauern derselben, und die gewählten Männer wurden in den Häusern des Burgfleckens gepflegt und beherbergt, und die anderen Männer und die Frauen, die mit dem Zuge gekommen waren, schliefen auf Decken in dem Lager, und Feuer brannten überall, und die Wachen waren rings um das Lager, und wurden abgelöst, wie es Witiko eingerichtet hatte.

Als das erste Licht des Morgens schien, verabschiedete sich Witiko von dem alten Zupane Lubomir, von seiner Gattin Boleslawa, und von seinen Sippen.

Lubomir geleitete mit seinen Sippen Witiko bis an das Tor der Burg. Dort sprach er: »Ziehe mit Gott. Wie ich gesagt habe, findest du das Rechte. Du ziehest früher des Weges als wir andern. Ich werde dir mit den Meinigen, und mit Moyslaw und Radosta, die mir geblieben sind, folgen. Die Kinder des dritten Sohnes, Pustimir, welcher auf dem Berge Wysoka das Leben verlassen hat, sind noch zu klein, als daß sie auf das Feld reiten können. Sammle deine Leute zu dem Kriegsgruße, den wir bringen. Lebe wohl.«

»Lebet wohl, hochehrwürdiger Zupan und Leche Lubomir«, sagte Witiko.

Dann zog er mit den Seinigen von der Burg gegen das Lager.

Als sie in das Freie kamen, sahen sie von verschiedenen Seiten Reiter und Fußgänger gegen Daudleb eilen.

Die Männer, welche in dem Burgflecken übernachtet hatten, zogen wieder in das Lager. An ihrer Spitze ging der Fiedler, Tom Johannes. Witiko rief ihm zu: »Wie ist es denn, daß du bei den Streitern bist, Tom Johannes, da deine Hand der Waffe nicht mächtig ist?«

1 ... 137 138 139 140 141 142 143 144 145 ... 223
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)