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Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:

An seinem monumentalen Werk über die Gründungsgeschichte des Königreiches Böhmen im 12. Jahrhundert arbeitete Stifter zehn Jahre lang wie »ein Pflugstier«. Durch den Romanhelden Witiko, der stellvertretend für den sittlich handelnden Menschen steht, wird das grandiose Historiengemälde zum Bildungsroman, als dessen Meister sich der Autor mit seinem ›Nachsommer‹ in die Literaturgeschichte eingeschrieben hatte.
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Dann wurde der Morgengottesdienst gefeiert, und die Männer in der Kirche knieten auf den Boden nieder, und die Männer vor der Kirche knieten in dem Schnee, und die Reiter waren von den Pferden gestiegen, und knieten neben den Pferden.

Als der Gottesdienst geendigt war, segnete der Pfarrer die Männer in der Kirche, und dann ging er vor die Tür, und segnete die Männer außerhalb der Kirche.

Nach der Segnung erhoben sich die Männer von dem Schnee, verabschiedeten sich noch ein Mal von den Ihrigen, und suchten in ihre Stellungen zu gelangen. Die in der Kirche gewesen waren, kamen heraus, nahmen auch noch von ihren Angehörigen Abschied, und stellten sich in die Ordnung. Witiko ging, von dem Pfarrer geleitet, zu seinem Pferde. Dort nahm er von dem Pfarrer und von Martin und Lucia Abschied, und bestieg das Pferd. Augustin, Urban und Mathias waren auf ihren Pferden neben ihm, damit sie dasjenige, was er während des Zuges anordnen würde, schnell an die Orte brächten, an denen es notwendig sein könnte. Die zwei Herzogspferde Witikos wurden von Raimund und Jakob an den Zügeln neben den Pferden, auf denen sie ritten, geführt.

Veit Gregor hatte das große Horn des Bockes. Andere aus Plan und aus anderen Orten hatten kleinere Hörner.

Witiko, da er auf dem Pferde saß, angetan mit dem groben Wollgewande, wie es die Bewohner des Waldes trugen, gab das Zeichen, und es ertönte das große Horn, und die kleinen Hörner antworteten.

Auf diesen Schall erhob sich ein Geschrei der Männer, die zurück blieben, der Frauen, der Mädchen und der Kinder. Es war zum Teile ein Geschrei der Ermutigung, zum Teile der Freude, zum Teile des Schmerzes.

Der Zug setzte sich in Bewegung. An der Spitze waren die Reiter, welche ihre Pferde in langsamem Schritte gehen ließen. Dann kamen die Fußgänger. Am Ende waren die Säumer, dann die Frauen, welche mancherlei Arbeiten bei dem Kriegszuge zu verrichten hatten, und verschiedene Knechte.

Man zog in der Richtung gegen den Morgen. So viele Menschen, als aus dem Orte Plan und aus den umliegenden Waldhäusern und aus größeren Entfernungen herbei zu kommen vermocht hatten, gingen mit dem Zuge. Man kam an dem steinernen Hause Witikos vorüber, man gelangte unter die Föhren, welche in der Richtung gegen Morgen von Plan weg dahin standen, man gelangte auf die Höhenscheide der Föhren, von der man noch das Tal von Plan und die Moldau sehen konnte, und ging jenseits der Scheide hinunter. Mehrere Haufen der Menschen, die den Zug begleiteten, sonderten sich ab, und gingen zurück. Man zog über die Talschlucht des Waldes, in welcher der Bach rieselte, und ging dann in dem Waldesdickichte sachte gegen die Mugrauer Heide empor. Als man auf die Heide gekommen war, hatten sich alle Begleiter umgewendet, und hatten den Rückweg angetreten. Andere kamen dafür aus verschiedenen Gegenden herzu, sahen den Zug an, und mehrere begleiteten ihn eine Weile.

Gegen den Mittag langten die Männer bei dem Turme Rownos an. Da blieben sie stehen. Witiko ritt mit einem Geleite in den Turm. Rowno stand in dem Hofe, ihn zu begrüßen. Witiko und seine Begleiter stiegen von den Pferden, und gingen in die große Stube. Dort waren mehrere Sippen Rownos versammelt. Es wurde der Empfangstrunk gereicht. Dann sagte Rowno: »Es ist gut, Witiko, wie du es versprochen hast, sei gegrüßt, und wir werden nicht säumen.«

»Ich komme, dir nur den Gruß zu bringen«, antwortete Witiko, »es ist, wie wir gesagt haben.«

»Es ist so«, entgegnete Rowno, »meine Männer ziehen heran. Es können dich nicht alle meine Sippen begrüßen, sie sind zu den Jungfrauen geritten, sich weissagen zu lassen.«

»Es ist gut«, sagte Witiko.

In dieser Frist öffnete sich die Tür, und Ludmila, die Ehefrau Rownos, und Dimut, seine Schwester, traten herein. Ludmila war in einem grauen Gewande mit einem goldgewirkten Gürtel, Dimut trug ein dunkles Kleid, wie sie es in der Verteidigung Prags gehabt hatte, und das Kleid war mit Silber gegürtet.

Ludmila ging zu Witiko, reichte ihm die Hand, und sprach: »Seid gegrüßt, edler Mann Witiko, Ihr ziehet wieder auf die Felder zum Schutze des Reiches, und möge der höhere Schutz des Himmels Euch geleiten. Wir zu Hause wünschen es, und bringen unseren Anteil an dem Gebetschemel des Schlafgemaches dar.«

»Seid gegrüßt, verehrungswürdige Frau«, sagte Witiko, »es ist wahrhaftig der Schutz des Reiches, und es wird wahrhaftig der höhere Schutz nicht fehlen, um den gerechte Frauen bitten.«

Nun ging Dimut zu Witiko, reichte ihm gleichfalls die Hand, und sagte: »Sei gegrüßt, Witiko, du gehest wieder so, wie du im vorigen Jahre gegangen bist, und wirst wieder finden, die du in dem vorigen Jahre gefunden hast. In Prag werden die Heiligtümer aufgerichtet, und wenn sie fertig sind, werden die kommen, die sich des Werkes freuen, und werden darin beten. Und ihr werdet das Reich aufrichten, und wenn das Rechte geschieht, wie es auf Erden und im Himmel gilt, werden die kommen, die sich dessen freuen.«

»Sei gegrüßt, edle Jungfrau«, entgegnete Witiko, »du hast Worte gesagt wie im vergangenen Jahre. Mögen sie sich auch so erfüllen.«

»Sie werden sich erfüllen«, sagte Dimut.

Darauf sprach Witiko zu Ludmila: »Beurlaubet mich, hohe Frau, meine Männer stehen draußen in dem Schnee. Gehabet Euch wohl.«

»Gehabet Euch wohl, Witiko«, sagte Ludmila.

»Lebe wohl, Dimut«, sprach Witiko.

»Behalte die Freude, mit der du ziehst«, antwortete Dimut.

»Ich werde sie behalten«, sagte Witiko.

Darauf sprach er zu Rowno: »Lebe wohl.«

Rowno antwortete: »Lebe wohl.«

Dann rief Witiko zu den Männern, die in der Stube waren: »Seid gegrüßt, ihr Krieger, und gehabet euch wohl. Wir werden bald wieder auf dem nämlichen Boden stehen.«

»Sei gegrüßt, und lebe wohl«, riefen die Männer.

Dann ging Witiko aus der Stube. Rowno und mehrere Männer geleiteten ihn. Da er in dem Hofe war, bestieg er sein Pferd, und seine Begleiter bestiegen ihre Pferde. Desgleichen setzten sich Rowno und seine Männer auf ihre Pferde, und da Witiko durch das Tor und über den Damm hinaus ritt, gaben sie ihm das Geleite, bis er bei seinem Zuge angekommen war. Dort grüßten ihn Rowno und die Seinigen noch mit kriegerischer Ehre, und wandten sich dann zu dem Turme zurück. Witiko aber gab das Zeichen, die Hörner ertönten, und der Zug setzte sich wieder in Bewegung.

Er ging in dem Tale an dem Bache dahin, der gegen den Morgen floß.

Hie und da begegneten ihm Männer, die zu Rowno zogen.

Als der Mittag schon vorüber war, gelangte der Zug in die krumme Au. Von dort ging er zwischen den Felsen und der Moldau hinaus in freieres Land. Auf diesem Lande machte er ein Lager. Mehrere Männer saßen auf Steinen, mit denen die Äcker eingefaßt waren, andere saßen auf Stellen, welche schon der Schnee verlassen hatte, oder auf Dingen, die aus dem Schnee hervor ragten, und viele standen, und stützten sich auf ihre Lanzen. Sie nahmen Nahrung hervor, und erquickten sich. Die Frauen und manche Männer, die ihnen halfen, machten aus Holz, das sie gesammelt oder aus Dingen umher gewonnen hatten, zahlreiche Feuer, daran man sich wärmen, und Speisen bereiten konnte. Den Pferden wurde ihre Nahrung gereicht, und ihr Trank aus der Moldau geholt.

Da dieses geschah, ritt eine Zahl von Männern von der krummen Au her gegen das Lager. Als sie an demselben angekommen waren, und man sie gefragt hatte, was sie wollten, sagten sie, Diet von Wettern sende sie, und sie müßten mit Witiko sprechen. Sie wurden zu Witiko geführt, und er sprach eine Zeit mit ihnen. Dann ritten sie auf dem Wege, auf dem sie gekommen waren, wieder zurück.

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