Witiko
- Автор: Штифтер Адальберт
- Язык: немецкий
- Жанр: Классическая проза
Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:
»Er ist mit Gewalt mitgegangen, da wir ihn zurückweisen wollten«, rief David, der Zimmerer.
»Sie verstehen die Dinge nicht«, sagte Tom Johannes, »ich halte mit der linken Hand die Lanze, und habe es gut gelernt, und heute in der Nacht bin ich bei dem Kmeten dieser Stadt gewesen, ihn zu ehren, wie du bei dem Zupane.«
»So führe deinen Schaft nur gut, wie du es kannst«, sagte Witiko.
»Ich führe ihn besser als auf dem Berge«, sagte Tom Johannes.
»Dann wird es recht sein«, antwortete Witiko.
Und die Männer Witikos und die anderen Männer kamen in das Lager, und Witiko wies sie an ihre Stellen. Und die Wachen wurden herein gerufen, und Witiko ordnete an, daß das Lager aufgehoben werde, und daß die Männer zum Zuge sich stellen.
Als dieses geschehen war, tönten die Hörner, der Zug ging durch die Menschen gegen die Brücke, er ging über die Brücke, er ging durch den Burgflecken, er ging an der Zupenburg vorüber, und gelangte dann auf freies breites Feld. Auf dem Felde stand eine Macht von Kriegern, und hinter den Kriegern standen sehr viele Menschen. Der erste an den Kriegern war Lubomir. Er saß auf dem schwarzen Rosse. Über dem dunkeln Gewande hatte er ein glänzendes Waffenkleid und einen goldenen Gürtel mit grünen Steinen. Auf der schwarzen Haube hatte er einen grünen Stein und eine weiße gerade Feder. Er hielt das entblößte Schwert in der Hand empor. Hinter ihm war auf einem Rosse Wentislaw, der Zupenrichter, neben diesem war Rastislaw, der Meier, daneben Widimir, der Schreiber, daneben Kodim, der Kämmerer, daneben Momir, der Zöllner, dann Diš, der Schenke, dann Hostiwil, der Marschalk und die andern Männer der Ämter. Sie hatten lichte Waffenkleider, weiße Federn auf den Hauben, und die emporragenden Schwerter in den Händen. Dann waren die Reiter in Waffen und im Schmucke. Dann standen die Fußgänger. Sie hatten Schwerter an den Seiten und Lanzen in den Händen. Witiko ritt mit Augustin, Urban, Mathias und noch vier Männern gegen Lubomir. Lubomir senkte vor Witiko das Schwert, und die Männer der Ämter senkten die Schwerter. Witiko senkte sein Schwert, und seine Männer senkten ihre Schwerter. Dann öffnete sich die Kriegsmacht Lubomirs, und zeigte eine Gasse. Witiko ritt in die Gasse ein, und seine Männer ritten in die Gasse, und seine Krieger zogen in dieselbe. Und sie zogen durch die Gasse hindurch.
Die Krieger Lubomirs hielten ihre Waffen gesenkt, die Reiter Witikos trugen gesenkte Schwerter und die Fußgänger geneigte Lanzen oder Armbruste und Bogen. Keulen oder Schwerter oder Stangen oder Hämmer hatten sie mit Riemen an den Leibern hängen. Als die Männer Witikos und sein Troß durch die Gasse waren, hoben sich die Waffen empor, sowohl bei Witiko als bei Lubomir. Die Macht Lubomirs schloß sich hinter dem Zuge und geleitete ihn. Hinter der Macht gingen viele Menschen. Dann erhoben die Männer Lubomirs einen Ruf des Grußes, und alle Männer Witikos antworteten mit einem Rufe. Dann riefen auch die Menschen, die von Daudleb gekommen waren. Darauf blieb die Kriegsmacht Lubomirs stehen, der Zug Witikos ging weiter.
Er ging in der Richtung zwischen Mitternacht und Morgen dahin.
Die Krieger Lubomirs wendeten sich um, und zogen nach Daudleb zurück, und die Menschen von Daudleb gingen mit ihnen.
Die Krieger Witikos aber setzten ihren Weg fort.
Sie kamen am Mittage nach Lišau und am Abende nach Lomnic.
Am dritten Tage zogen sie mitternachtwärts nach Wessely, und dann in die Felder von Austi. Sie waren an diesem Tage in ein Land gekommen, in welchem kein Schnee mehr lag. In Austi waren die Scharen Ctibors, und es kam ein Zug Nemoys.
Am vierten Tage gingen die Krieger Witikos morgenwärts nach Chynow und gegen die Nacht auf die Felder vor Pilgram.
Sie hatten auf ihrem Zuge nicht Leute gesehen, welche ihr Vieh oder ihre Habe vor den Feinden flüchteten. Menschen kamen an den Weg, den sie gingen, und grüßten sie, und auf ihren Haltplätzen wurden sie wie in Daudleb geehrt und gepflegt, und wo Krieger waren, von ihnen mit Kriegsbrauch geachtet.
Auf dem Lande vor Pilgram war ein großes Lager. Die Männer Witikos sahen, weil die Dämmerung schon gekommen war, viele Feuer an vielen Stellen brennen. Auf dem Wege, den sie gekommen waren, stand mit einer kleinen Schar Reiter Hermann von Attes.
»Sei gegrüßt, Hermann!« rief Witiko.
»Sei gegrüßt, Witiko«, antwortete Hermann.
»Du hast deine Zusage erfüllt«, sprach Witiko.
»Ich habe sie erfüllt«, entgegnete Hermann, »lasse mir deine Leute folgen.«
Und Hermann von Attes ritt mit seinen Männern des Weges, und der Zug Witikos folgte. Sie kamen nach einer Zeit auf einen freien Platz, und Hermann sagte: »Diese Stelle ist dir zum Lagern zugewiesen.«
»Habe Dank«, sagte Witiko.
»Ruhet, und morgen werden wir ratschlagen, was weiter zu tun ist«, sprach Hermann.
Dann ritt er mit seinen Männern seitwärts, und verließ den Zug Witikos.
Die Männer Witikos errichteten nun ein Lager, wie es in der Dunkelheit möglich war.
Am andern Tage befestigten sie das Lager, und richteten es zum Verweilen ein.
Es hatten sich schon mehrere Züge von Herren und Zupanen in diesen Feldern gesammelt, und die Führer kamen zu den Waldleuten, und Witiko ging wieder zu den Führern. Sie sagten, an vielen Stellen sammeln sich Männer, und sie erwarten Boten von dem Herzoge, was weiter zu unternehmen sei; denn die Kundschaftet melden, daß die Feinde stark rüsten, und hier seien ihnen die Krieger des Herzoges näher als an den andern Sammelplätzen.
Nach mehreren Tagen kam Rowno mit den Seinigen, und es kam Osel und Diet. Am Tage darnach kam der von Ottau und von Hora. Und drei Tage nach diesen kam der Zupan Lubomir mit seinen Zupenleuten, mit seinen Söhnen und mit den Leuten seiner Söhne. Boten meldeten, daß Wyhon von Prachatic und der von Winterberg und die anderen Waldleute, die weiter nach Mitternacht wohnten, sich in Caslau versammelt haben.
Witiko sendete mit Männern Lubomirs Kundschafter gegen Mähren. Sie kamen zurück, und meldeten, daß Züge von allen Gegenden des abendlichen Landes Mähren in der Richtung gegen Znaim gehen, um zu Konrad zu gelangen, und die Leute erzählen, daß der Herzog Konrad mit einer Macht vorwärts gehe, um die Züge zu sich aufzunehmen.
Es kamen Boten von dem Herzoge Wladislaw, welche sagten, die Scharen ziehen sich von den Sammelplätzen zusammen, und das Heer werde gegen Pilgram hervor kommen.
Alle, welche vor Pilgram gelagert waren, befestigten sich immer mehr, und harrten. Witiko übte täglich seine Leute.
Es kamen nun neue und größere Züge auf die Lagerfelder, und am siebenzehnten Tage, nachdem Witiko angekommen war, ritt der Herzog Wladislaw mit den Seinigen auf diese Felder. Es waren seine Brüder bei ihm, es war der Bischof von Prag bei ihm, es waren die Abte bei ihm, Bolemil war wieder da, der alte Wšebor und Diwiš und fast alle, welche auf dem Berge Wysoka gekämpft hatten, und dort von dem Tode verschont worden waren. Die fehlten, standen nur noch auf andern Sammelplätzen. Die Scharen des Herzoges lagerten, und pflanzten ihre Zeichen auf, und vor dem Gezelte des Herzoges war das große seidene rosenrote Banner.
Welislaw, Odolen, Jurik, der Sohn Juriks, Beneda, Sezima, Zwest und andere junge Ritter kamen sogleich zu Witiko, ihn zu begrüßen.
Witiko ging wieder zu jedem, und begrüßte ihn.
Auf den fünften Tag nach der Ankunft des Herzogs war ein Rat in dem Gezelte des Herzoges angeordnet, zu dem alle Führer entboten waren.
Witiko ging in das Gezelt. Es war sehr lange, und man hatte in seiner Länge aus Brettern einen Tisch errichtet. Am oberen Ende des Tisches saß Wladislaw, der Herzog von Böhmen und Mähren. Er war, wie schon oft, in ein dunkelbraunes Gewand gekleidet, hatte eine braune Haube ohne Feder, trug ein dunkles Waffenhemd und an der Seite in einer dunkelbraunen steinlosen Scheide ein Schwert. Zu seinen Seiten saßen die Abkömmlinge Premysls, die Fürsten der Kirche, die Lechen und Zupane und die älteren Führer des Heeres. Die jungen Männer standen geschart gegen das untere Ende des Tisches, und es war mancher geringere Mann und Wladyk unter ihnen.