Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
1 ... 124 125 126 127 128 129 130 131 132 ... 230
Перейти на страницу:

»Wird denn bei Ihnen nicht Karte gespielt werden?« fragte Werchowenski die Hausfrau und gähnte dabei mit weit geöffnetem Munde.

»Ich sympathisiere durchaus mit Ihrer Frage, durchaus!« rief die Studentin, die vor Entrüstung über die Worte des Majors einen ganz roten Kopf bekommen hatte.

»Man verliert nur die goldene Zeit, wenn man diese törichten Reden mit anhört,« sagte die Wirtin in scharfem Tone und blickte ihren Mann streng an.

Die Studentin schickte sich zum Reden an.

»Ich wollte der Versammlung von den Leiden und dem Proteste der Studenten Mitteilung machen, und da die Zeit mit unmoralischen Gesprächen vergeudet wird ...«

»Es gibt weder etwas Moralisches noch etwas Unmoralisches!« konnte der Gymnasiast sich nicht enthalten zu bemerken, sowie die Studentin angefangen hatte zu reden.

»Das habe ich viel früher gewußt, als man es Ihnen beigebracht hat, Herr Gymnasiast.«

»Und ich behaupte,« versetzte dieser wütend, »daß Sie ein Kind sind, das aus Petersburg hergekommen ist, um uns alle über Dinge aufzuklären, die wir bereits selbst wissen. Über das Gebot ›Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren‹, das Sie nicht aufsagen konnten, und darüber, daß es unmoralisch ist, wissen schon seit Bjelinski1 alle Leute in Rußland Bescheid.«

»Wird denn dieses Gerede nicht endlich einmal ein Ende nehmen?« fragte Madame Wirginskaja ihren Mann in scharfem Tone.

Als Wirtin schämte sie sich über die wertlosen Gespräche, besonders da sie bei den zum ersten Male eingeladenen Gästen eine gewisse Verwunderung und ein leises Lächeln bemerkte.

»Meine Herren,« sagte Wirginski auf einmal mit erhobener Stimme, »falls jemand wünschen sollte, über etwas mehr zur Sache Gehöriges zu reden, oder falls jemand eine Mitteilung zu machen hat, schlage ich vor, ohne weiteren Zeitverlust damit zu beginnen.«

»Ich bin so frei, eine Frage zu stellen,« sagte in sanftem Tone der lahme Lehrer, der bis dahin schweigsam und in besonders wohlanständiger Haltung dagesessen hatte: »ich würde gern wissen, ob wir hier jetzt eine Sitzung darstellen oder einfach eine Versammlung von gewöhnlichen Sterblichen bilden, die zu Besuch gekommen sind. Ich frage mehr um der Ordnung willen, und um mich nicht in Ungewißheit zu befinden.«

Die »listige« Frage tat ihre Wirkung; alle schauten einander an, als ob einer vom andern eine Antwort erwartete, und plötzlich richteten alle wie auf Kommando ihre Blicke auf Werchowenski und Stawrogin.

»Ich schlage einfach vor, über die Antwort auf die Frage: ›Sind wir eine Sitzung oder nicht?‹ abzustimmen,« sagte Madame Wirginskaja.

»Ich schließe mich diesem Vorschlag durchaus an,« ließ sich Liputin vernehmen, »obwohl er etwas unbestimmt ist.«

»Auch ich schließe mich an! Auch ich!« riefen mehrere Stimmen.

»Auch ich bin der Ansicht, daß dann tatsächlich mehr Ordnung sein wird,« fügte Wirginski bekräftigend hinzu.

»Also zur Abstimmung!« forderte die Hausfrau auf. »Ljamschin, bitte, setzen Sie sich ans Klavier; Sie können auch von dort aus Ihre Stimme abgeben, wenn die Abstimmung begonnen hat.«

»Schon wieder!« rief Ljamschin. »Ich habe Ihnen doch schon genug vorgetrommelt!«

»Ich bitte Sie dringend: setzen Sie sich hin, und spielen Sie! Wollen Sie denn nicht der Sache nützen?«

»Aber ich versichere Ihnen, Arina Prochorowna, daß niemand horcht. Das ist Ihrerseits nur eine Einbildung. Auch liegen ja die Fenster hoch, und wer kann da etwas verstehen, selbst wenn er horchte?«

»Wir verstehen ja selbst nicht einmal, um was es sich handelt,« brummte eine Stimme.

»Ich aber sage Ihnen, daß Vorsicht immer notwendig ist. Ich möchte es für den Fall, daß Spione da sind,« wandte sie sich erklärend an Werchowenski. »Mögen sie von der Straße aus hören, daß bei uns ein Namenstag gefeiert und musiziert wird.«

»Na, hol's der Teufel!« schimpfte Ljamschin, setzte sich ans Klavier und begann nachlässig und fast mit den Fäusten auf die Tasten schlagend einen Walzer zu spielen.

»Diejenigen, die da wünschen, daß eine Sitzung stattfindet, fordere ich auf, die rechte Hand in die Höhe zu heben,« schlug Madame Wirginskaja vor.

Einige hoben die Hand in die Höhe, andere nicht. Es gab auch solche, die die Hand in die Höhe hoben und wieder sinken ließen. Sie ließen sie sinken und hoben sie wieder in die Höhe.

»Donnerwetter, ich habe nichts verstanden!« rief ein Offizier.

»Ich verstehe es auch nicht!« rief ein anderer.

»Doch, ich verstehe es!« rief ein dritter. »Wenn ›ja‹, dann die Hand in die Höhe.«

»Aber was bedeutet denn ›ja‹?«

»Das bedeutet: Sitzung.«

»Nein, es bedeutet: nicht Sitzung.«

»Ich habe für Sitzung gestimmt,« rief der Gymnasiast, sich an Madame Wirginskaja wendend.

»Warum haben Sie denn dann nicht die Hand in die Höhe gehoben?«

»Ich habe immer nach Ihnen hingesehen; Sie haben sie nicht in die Höhe gehoben; deshalb habe ich es auch nicht getan.«

»Wie dumm! Ich habe es deswegen nicht getan, weil ich die Abstimmung vorschlug. Meine Herren, ich schlage noch einmal das umgekehrte Verfahren vor: wer eine Sitzung will, möge sitzen bleiben und die Hand nicht in die Höhe heben, und wer sie nicht will, der möge die rechte Hand in die Höhe heben!«

»Wer sie nicht will?« fragte der Gymnasiast.

»Sie tun das wohl mit Absicht, wie?« rief Madame Wirginskaja zornig.

»Nein, erlauben Sie, wer will, oder wer nicht will? Denn das muß doch ganz genau bestimmt werden,« erschollen zwei, drei Stimmen.

»Wer nicht will, wer nicht will.«

»Na ja; aber was soll der tun? Die Hand in die Höhe heben oder sie nicht in die Höhe heben, wenn er nicht will?« rief der Offizier.

»Ach, wir sind an den Parlamentarismus noch nicht gewöhnt!« bemerkte der Major.

»Herr Ljamschin, tun Sie uns den Gefallen, Sie pauken so darauflos, daß niemand ein Wort verstehen kann,« sagte der lahme Lehrer.

»Es horcht wahrhaftig niemand, Arina Prochorowna!« rief Ljamschin aufspringend. »Und ich will auch nicht mehr spielen! Ich bin als Gast zu Ihnen gekommen, und nicht um auf dem Klavier herumzutrommeln!«

»Meine Herren!« fuhr Wirginski fort; »antworten Sie alle mündlich: sind wir eine Sitzung oder nicht?«

»Eine Sitzung, eine Sitzung!« ertönte es von allen Seiten.

»Wenn es so ist, dann bedarf es keiner Abstimmung; das genügt. Sind Sie damit zufrieden, meine Herren, oder soll noch abgestimmt werden?«

»Nicht nötig, nicht nötig; wir haben verstanden.«

»Vielleicht wünscht jemand keine Sitzung?«

»Nein, nein, wir wollen alle!«

»Aber was ist denn eigentlich eine Sitzung?« rief eine Stimme.

Es erfolgte keine Antwort.

»Es muß ein Präsident gewählt werden!« wurde von verschiedenen Seiten gerufen.

»Der Hausherr, selbstverständlich der Hausherr!«

»Meine Herren, wenn es so ist,« begann der zum Präsidenten gewählte Wirginski, »so wiederhole ich den von mir vorhin gemachten Vorschlag: falls jemand wünschen sollte, über etwas mehr zur Sache Gehöriges zu reden, oder falls jemand eine Mitteilung zu machen hat, so möge er ohne Zeitverlust damit beginnen.«

Allgemeines Schweigen. Die Blicke aller wandten sich von neuem nach Stawrogin und Werchowenski hin.

1 ... 124 125 126 127 128 129 130 131 132 ... 230
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)