Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
1 ... 122 123 124 125 126 127 128 129 130 ... 160
Перейти на страницу:

Die Tür öffnete sich, und ein magerer, kleingewachsener junger Mann mit asiatischen Gesichtszügen kam herein. »Jim — hast du die Parameter für…«

Er hielt inne und starrte Lizzie an. Offenbar hatte sie in Oxford einen richtigen Verehrerschwarm gehabt. Wie Zuleika Dobson.[77]

»Hallo, Shoji«, sagte Lizzie.

»Hallo, Liz«, sagte er. »Was machst du hier?«

»Wie ist das Gespräch mit Prudence verlaufen?« wollte Jim wissen.

»Wie nicht anders zu erwarten. Nun macht ihm der Schlupfverlust Sorgen. Wie entsteht er? Warum variiert er so oft?« Seine Stimme wurde affektiert, eine Imitation von Lassiter. »›Wir müssen alle möglichen Konsequenzen in Erwägung ziehen, bevor wir zu handeln beginnen.‹« Dann klang er wieder wie er selbst. »Er will eine komplette Analyse aller jemals durchgeführten Sprünge und ihrer Schlupfverluste, bevor er überhaupt einen neuen Sprung in Betracht zieht.« Er begab sich aus meinem Blickfeld zu den Computern hinüber.

»Das ist doch nicht dein Ernst«, sagte Jim und folgte ihm. »Dazu brauchen wir mindestens sechs Monate. Wir kommen nirgendwo mehr hin.«

»Was wohl auch so beabsichtigt ist«, meinte Shoji, setzte sich vor den mittleren Monitor und begann zu tippen. »Wenn wir nirgendwohin springen, gibt’s auch kein Risiko. Warum sind die Schleier unten?«

Es existierte keine Aufzeichnung über einen Zeitreisenden aus der Zukunft oder der Vergangenheit, der sich plötzlich im Labor von Balliol materialisiert hätte. Was hieß, daß ich entweder nicht entdeckt werden würde oder mit einer absolut überzeugenden Geschichte aufwarten konnte. Fieberhaft versuchte ich, mir eine auszudenken.

»Wenn wir nirgends hinspringen«, sagte Jim, »wie können wir dann überhaupt etwas über Zeitreisen herausfinden? Hast du ihm gesagt, daß Wissenschaft Experimente erfordert?«

Shoji hämmerte auf die Tasten. »›Wir reden nicht von einem Chemielabor, Mr. Fujisaki‹«, sagte er mit wieder gezierter Stimme, während er tippte. »›Wir reden vom Raumzeitgefüge.‹«

Die Vorhänge begannen sich ruckelnd zu heben.

»Das weiß ich«, erwiderte Jim. »Aber…«

»Jim«, sagte Lizzie, immer noch außer Sicht, aber nicht lange, und beide drehten sich nach ihr um. »Fragst du ihn wenigstens? Es bedeutet…«

Und ich fand mich in einer Ecke von Blackwell’s Buchhandlung wieder. Das dunkle Holz und die bis zur Decke reichenden Bücherregale waren nicht nur sofort erkennbar, sondern zeitlos, und für einen Moment dachte ich, ich hätte es ins Jahr 2057 geschafft und könnte einfach über die Broad Street zum Balliol sprinten, aber als ich um die Ecke des Regals blickte, begriff ich, daß es so einfach nicht sein würde. Durch die Rundbogenfenster sah ich Schnee. Und vor dem Sheldonia-Theater parkte ein Daimler.

Weder einundzwanzigstes Jahrhundert noch, wenn ich mich so umschaute, das Ende des zwanzigsten. Keine Monitore, keine Taschenbücher, keine Heftchen. Leinengebundene Bücher, die meisten ohne Schutzumschläge, in Blau, Grün und Braun.

Und eine Verkäuferin, die sich, einen Notizblock in der Hand und einen gelben Bleistift hinterm Ohr, zu mir niederbeugte.

Es war zu spät, um sich in eine Ecke zu ducken. Sie hatte mich bereits gesehen. Glücklicherweise unterliegt Herrenkleidung über die Jahre im Gegensatz zur Damenmode nicht so vielen Veränderungen, und Bootsblazer und Flanellhosen sind auch heute im Straßenbild von Oxford zu sehen, wenn auch nicht unbedingt im tiefsten Winter. Mit Glück konnte ich als Erstsemester durchgehen.

Die Verkäuferin trug ein locker fallendes Matrosenkleid, das Verity bestimmt auf den Monat genau hätte bestimmen können, aber für mich sah im mittleren zwanzigsten Jahrhundert alles gleich aus. 1950? Nein, ihr Bleistift geschmücktes Haar war zu einem straffen Knoten geschlungen und ihre Schuhe geschnürt. Frühe 1940er?

Nein, die Fensterscheiben waren intakt, es gab keine Verdunklungsrollos, keinen Stapel Sandsäcke vor der Tür, und die Verkäuferin sah entschieden zu blühend für die Nachkriegszeit aus. Also die Dreißiger.

Die Dreißiger waren Veritys reguläres Arbeitsgebiet. Vielleicht hatte mich das Netz versehentlich zu einem der Koordinaten ihrer alten Sprünge geschickt. Oder sie war hier.

Nein, das konnte nicht sein. Meine Kleidung mochte noch durchgehen, aber nicht ihr langes, hochgeschlossenes Kleid und aufgestecktes Haar.

Die Orte und die Zeit, wo sie allein durch ihr Aussehen eine Inkonsequenz hervorrufen würde, waren äußerst begrenzt, doch glücklicherweise alle zivilisiert.

»Kann ich Ihnen helfen, Sir?« fragte die Verkäuferin und schaute mißbilligend auf meinen Schnurrbart. Den hatte ich ganz vergessen. Ging man in den Dreißigern glattrasiert? Hercule Poirot trug doch auch einen Schnurrbart, oder?

»Ja, bitte«, sagte ich. Und welche Bücher mochten sie bei Blackwell’s in den Dreißigern haben? Den Herrn der Ringe? Nein, der kam später.Goodbye, Mr. Chips? Das wurde zwar 1934 veröffentlicht, aber war das schon vorbei? Ich konnte auf dem Block der Verkäuferin kein Datum erkennen, und das letzte, was wir noch brauchten, wo uns sowieso schon das Kontinuum in Stücken um die Ohren fiel, war eine weitere Inkonsequenz.

»Verfall und Untergang des Römischen Reiches.« Damit ging ich auf Nummer Sicher. »Von Gibbon.«

»Das haben wir im ersten Stock«, sagte sie. »Bei Geschichte.«

Ich wollte aber nicht in den ersten Stock gehen, sondern dicht beim Netz bleiben. Was gab es unten? Achtzig Jahre später Metafiktion, doch ich bezweifelte, daß sie das schon hatten. Alice hinter den Spiegeln? Doch vielleicht war die Kinderliteratur bereits in einem separaten Laden.

»Die Treppe zum Obergeschoß ist dort drüben.« Die Verkäuferin zog den Bleistift hinterm Ohr hervor und deutete damit.

»Haben Sie Drei Mann in einem Boot von Jerome?« fragte ich.

»Da muß ich nachsehen«, erwiderte sie und ging ins Hinterzimmer.

»Ganz zu schweigen von dem Hunde«, rief ich hinter ihr her und hechtete, kaum daß sie ums Buchregal verschwunden war, wieder zurück in meine Ecke.

Ich hatte halb gehofft, daß das Netz sich öffnen oder wenigstens wie im Vorstadium leicht schimmern würde, aber nichts an der von oben bis unten mit Büchern bestückten Wand deutete darauf hin, daß es überhaupt jemals dort gewesen war. Oder darauf, in welchem Jahr ich mich befand.

Wahllos zog ich Bücher heraus und schlug sie auf. Titelseite. 1904. 1930. 1931. 1756. Das ist das Problem bei Büchern. Sie sind zeitlos. 1892. 1914. Kein Datum. Ich schlug die Seite um. Immer noch kein Datum. Ich blätterte zurück und las den Titel. Kein Wunder. Herodotus’Geschichte, grad das Buch, das der Colonel und Professor Peddick gestern abend gelesen hatten.

Die Türklingel bimmelte. Vorsichtig spähte ich um die Ecke, in der Hoffnung, es wäre Verity. Es waren drei Damen mittleren Alters mit Pelzstolen und tiefkrempigen Hüten. Sie blieben im Türrahmen stehen, um den Schnee von ihren Stolen zu klopfen, als seien es Haustiere, und unterhielten sich in’ näselndem Tonfall.

»…und brannte mit ihm durch!« sagte die Dame rechts. Ihre Stola glich einer flachen Version von Prinzessin Arjumand. »Wie romantisch!«

»Aber mit einem Bauern!« sagte die in der Mitte. Ihre Stola erinnerte mehr an Cyril und war beinahe ebenso breit.

»Es ist mir egal, ob er ein Bauer ist«, meinte die dritte. »Ich bin froh, daß sie ihn geheiratet hat.« Sie trug den wertvollsten Pelz, ein ganzes Bündel Füchse mit Köpfen und blanken kleinen Glasäuglein. »Wenn nicht, wäre sie immer noch in Oxford und würde sich bei Kirchenausschüssen langweilen und Wohltätigkeitsbasare ausrichten. Mein Gott, was wollte ich eigentlich kaufen? Heute morgen sagte ich noch zu Harold, wenn ich bei Blackwell’s bin, muß ich unbedingt… Was war das bloß?«

вернуться

77

Titelfigur des Romans Zuleika Dobson von Max Beerbohm. — Anm. d. Ü.

1 ... 122 123 124 125 126 127 128 129 130 ... 160
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)