Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
- Автор: Уиллис Конни
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- Переводчик: Christian Lautenschlag
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:
»Könnte sie angekommen sein, ohne daß Sie sie bemerkt haben?« fragte ich. »Während dieses Gesprächs?«
»Nein, Sir. Wir standen im Netzbereich, und Miss Warder ließ die Konsole nicht aus den Augen, wegen Carruthers.« Sein Gesicht war nachdenklich. »Hatten Sie irgendwelche Probleme mit dem Netz?«
»Probleme?« sagte ich und vergaß ganz, meine Stimme gedämpft zu halten. »Wir haben mindestens fünf Stunden probiert, das Mistding aufzubekommen!«
»Pscht«, machte Finch. »Nicht so laut«, aber es war sowieso unwichtig. Baines und Tossies Stimmen hatten inzwischen Schreistärke erreicht.
»Und kommen Sie mir nicht mit Zitaten von Tennyson!« wütete Tossie.
»Das war nicht Tennyson«, donnerte Baine. »Das war William Shakespeare, der hervorragend zum Zitieren geeignet ist. ›Denkt Ihr, ein kleiner Schall betäubt mein Ohr? Vernahm ich Feuerschlünde nicht im Feld, in Wolken donnernd Jovis’ schwer Geschütz‹?«[74]
»Das Netz öffnete sich nicht?« fragte Finch.
»Deshalb habe ich Ihnen ja die Nachricht zukommen lassen. Es öffnete sich weder für Verity noch für mich. Verity versuchte es seit drei Uhr heute nacht.« Mir fiel etwas ein. »Wann sprangen Sie durch?«
»Um halb drei.«
»Also bevor Verity es versuchte. Wie groß war der Schlupfverlust?«
»Es gab keinen.« Finch blickte besorgt. »Oh, Gott, Mr. Lewis sagte, so etwas Ähnliches könnte passieren.«
»So etwas Ähnliches?«
»Ein paar seiner Waterloo-Simulationen zeigten Anomalitäten im Netz, aufgrund der Inkonsequenzen.«
»Was für Anomalitäten?«
»Daß sich das Netz nicht öffnet. Oder daß mit dem Zielort was nicht klappt.«
»Was meinen Sie damit — ›daß mit dem Zielort was nicht klappt‹?«
»In zwei der Simulationen kam der Historiker bei dem Rückkehrsprung irgendwo anders an. Es war nicht bloß eine lokale Verschiebung, sondern ein völlig anderer Zeitraum und Ort. Mexiko 1872 zum Beispiel.«
»Ich muß sofort zu Mr. Dunworthy«, sagte ich. »Wann kamen Sie zurück?«
»Um zwanzig nach zehn.« Er eilte mir nach und zog die Taschenuhr heraus. »Vor zwölf Minuten.«
Gut. Das hieß, es dauerte nur noch fünf Minuten bis zum nächsten Rendezvous. Ich hatte den Pavillon erreicht und ging zu dem Grasfleck, von dem aus Verity gesprungen war.
»Halten Sie das für eine gute Idee, Sir?« fragte Finch besorgt. »Wenn das Netz nicht richtig funktioniert…«
»… ist Verity vielleicht in Mexiko oder Gott weiß wo«, sagte ich.
»Aber sie würde doch sofort zurückspringen, wenn sie merkt, daß sie am falschen Ort ist.«
»Nicht, wenn sich das Netz nicht öffnet.« Ich versuchte, die Stelle zu finden, an der Verity gestanden hatte.
»Stimmt, Sir«, sagte Finch. »Kann ich irgend etwas tun?« Er wies auf den Korb. »Man erwartet mich zwar aus Little Rushlade zurück, aber ich könnte…«
»Am besten, Sie bringen den Chattisbournes die Kohlköpfe und kommen dann wieder hierher zurück, um mich zu treffen. Wenn ich nicht hier bin, springen Sie zu Dunworthy und erzählen ihm, was geschehen ist.«
»Ja, Sir«, sagte Finch. »Und wenn sich das Netz nicht öffnet, Sir?«
»Es wird sich öffnen«, entgegnete ich grimmig.
»Ja, Sir.« Er eilte mit dem Korb davon.
Ich starrte verbissen ins Gras, wie um den Schimmer herbeizuzwingen. Immer noch hielt ich die Katze im Arm und konnte sie nicht herunterlassen. Sie war imstande, in letzter Minute ins Netz zu stolzieren, und eine weitere Inkonsequenz war das letzte, was wir noch brauchten.
Mir blieben noch drei Minuten. Ich drückte mich wieder in den Flieder, wo Tossie und Baine standen, mit der Absicht, die Katze dort abzusetzen, damit sie sie sahen.
Die Dinge standen nicht zum besten. »Wie können Sie es wagen?« rief Tossie.
»›Nun komm schon, Kate!‹« sagte Baine. »›Schau nicht so sauer drein!‹«[75]
Ich ging in die Hocke und ließ Prinzessin Arjumand zu Boden gleiten. Sie schlenderte durch die Büsche zu Tossie hin, und ich sprintete zum Absetzort zurück.
»Ich werde meinem Verlobten sagen, wie impertinent Sie waren«, rief Tossie. Offenbar hatte sie Prinzessin Arjumand noch nicht entdeckt. »Wenn Mr. St. Trewes und ich verheiratet sind, werde ich ihn dazu bringen, sich fürs Parlament aufstellen zu lassen und ein Gesetz einzubringen, das es Dienstboten verbietet, zu lesen und Flausen im Kopf zu haben.«
Ein schwaches Summen, und die Luft schimmerte leicht. Ich trat in die Mitte des Schimmers.
»Und ich werde alles, was Sie sagten, in mein Tagebuch schreiben«, sagte Tossie. »Damit meine Kinder und Enkelkinder erfahren, was für ein roher, barbarischer, impertinenter, gewöhnlicher… Was machen Sie?«
Das Netz fing an, richtig zu schimmern, und ich wagte nicht mehr, hinauszutreten. Ich verrenkte den Hals, um besser über die Sträucher blicken zu können.
»Was tun Sie da?« schrie Tossie. »Lassen Sie mich herunter!« Eine Serie Schreichen folgte. »Lassen Sie mich sofort herunter!«
»Ich habe nur das Beste für Sie im Sinn«, sagte Baine.
Ich schaute auf das immer stärker werdende Licht und versuchte, zu schätzen, wie lange ich noch Zeit hatte. Nicht lang genug, und ich konnte es nicht riskieren, auf das nächste Rendezvous zu warten, nicht wenn Verity Gott weiß wo steckte. Hatte es in Mexiko in 1870ern nicht eine Revolution gegeben?
»Dafür werde ich Sie einsperren lassen!« Eine Serie dumpfer Schläge, als trommle jemand gegen die Brust eines anderen. »Sie arroganter, schrecklicher, unzivilisierter Kerl!«
»›So beug’ ich ihren harten, störr’schen Sinn‹«, sagte Baine. »›Wer Widerspenst’ge besser weiß zu zähmen, mag’s zu sagen sich bequemen.‹«[76]
Die Luft um mich herum füllte sich mit Licht. »Nicht jetzt«, sagte ich, und wie zur Antwort wurde das Licht schwächer. »Nein!« sagte ich, unschlüssig, ob ich wollte, daß sich das Netz öffnen sollte oder nicht.
»Lassen Sie mich herunter!« schrie Tossie.
»Wie Sie wünschen, Miss«, erwiderte Baine.
Das Licht des Netzes flammte auf und umhüllte mich. »Moment!« sagte ich, als es sich schloß, und es schien mir, als hörte ich einen Platscher.
23. Kapitel
»Kannst du rudern?« fragte das Schaf und reichte Alice ein Paar Stricknadeln.
»Ja, ein bißchen — aber nicht auf dem Land — und nicht mit Stricknadeln…« begann Alice, als sich die Nadeln in ihren Händen plötzlich in Ruder verwandelten und sie und das Schaf mit einemmal in einem kleinen Boot saßen, das langsam zwischen den Ufern dahinglitt; und so blieb ihr nichts anderes übrig, als aus Leibeskräften zu rudern.