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Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:

Boston, Suffolk General Hospital: Hier praktizieren Adam Silverstone, der vielversprechende Operateur und Wissenschaftler, Rafael Meomartino, ein kubanischer Aristokrat und ehemaliger Playboy, und der Farbige Spurgeon Robinson. Sie alle unterliegen der unerbittlichen Aufsicht von Dr. Longwood. Eines Tages pflanzt Meomartino einem jungen Mädchen eine Niere ein und gibt sie in die Obhut von Silverstone. Alles verläuft gut, aber dann stirbt das Mädchen über Nacht. Dr. Longwood wittert einen Kunstfehler und sucht einen Schuldigen ...
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Er verbrachte jetzt viel Zeit in stummer Dankbarkeit für das, was sie besaßen. Mit jedem Tag wuchsen Gabys Chancen.

Als er die Dozentur bekam, fühlten sie sich einen Augenblick lang reich. Ein Mädchen, das Gaby von der Schule her kannte, gab ihre Wohnung im ersten Stock in der Commonwealth Avenue auf, viel hübscher als die Kel-lerwohnung in der Phillips Street, größer und in einem umgebauten Stadthaus mit einer ehrwürdigen Magnolie hinter dem winzigen Eisengitter. Aber sie hatten sich entschlossen, die Wohnung doch nicht zu nehmen. Einmal würden sie bestimmt umziehen; sie waren sich einig, daß es für ein Kind herrlich wäre, auf Wiesen im weiten Land aufzuwachsen. Aber sie besaßen das Strandgrundstück in Truro, wohin sie fahren konnten, wann immer es ihre Zeit zuließ, und vorderhand wollten sie mit dem Beacon Hill vorlieb nehmen. Gaby legte jeden Monat das Geld, das sie für die Wohnung in der Commonwealth Avenue ausgegeben hätten, beiseite. Wenn sie die Babysachen kaufen mußte, waren sie dann schon bezahlt.

Er hingegen fand die Ausrede, die er gebraucht hatte, um das Rauchen aufzugeben. Statt Schuldgefühle anzuhäufen, weil er als Arzt rauchte, ließ er in entsprechenden Abständen den Preis für ein Päckchen Zigaretten in einen Pappbehälter fallen, der für pathologische Proben bestimmt war, und sparte für den Ankauf eines englischen Kinderwagens, wie er und Gaby ihn auf Spaziergängen im Stadtpark bewundert hatten. Die finanzielle Seite des Wochenbetts war geregelt. Gaby stand unter der persönlichen Betreuung von Dr. Irving Gerstein, dem Chef der Gynäkologischen Station des Krankenhauses, der nicht nur der beste Geburtshelfer war, den Adam kannte, sondern auch äußerst verständnisvoll gegenüber werdenden Vätern. Eines Tages saß Adam mit ihm in der Cafeteria des Krankenhauses und erörterte Gabys schmales Becken und trank Kaffee, während Gerstein eine Wassermelone aß. Er nahm einen der glatten schwarzen Samen zwischen Daumen und Zeigefinger, drückte ihn zusammen, und das kleine Ei spritzte heraus. »So leicht wird Ihr Baby geboren werden«, sagte er.

Als Adam vom Common heimkam, war er zufrieden und ungeheuer hungrig. Er aß die Grapefruit, die Eier, den knusprigen Speck, die sie ihm vorsetzte, und häufte reiches Lob auf ihre frischgebackenen Brötchen vom Supermarkt, aber sie war eigenartig schweigsam.

»Ist etwas nicht in Ordnung?« fragte er, als er mit seiner zweiten Tasse Tee begann.

»Ich wollte dir das Frühstück nicht verderben, Darling.«

Fehlgeburt, dachte er benommen.

»Es handelt sich um deinen Vater, Adam«, sagte sie.

Sie wollte mitkommen, er bestand jedoch darauf, daß sie zu Hause blieb. Er gab den größten Teil des Geldes für den englischen Kinderwagen den Allegheny Airlines und flog nach Pittsburg. Der Rauch, der einst alles bedeckt hatte, war durch die Technik verbannt worden, und die Luft schien nicht schmutziger zu sein als die von Massachusetts. Es gibt nichts Neues unter der Sonne: der Verkehr war der gleiche wie in Boston; das Taxi entließ ihn vor einem Krankenhaus, das ganz wie das Suffolk County General aussah; im dritten Stock fand er in einem Bett, für das die Steuerzahler aufkamen, seinen Vater, und der sah ebenfalls genauso aus wie irgendeines der Wracks, denen Dr. Silverstone täglich in seiner Abteilung begegnete.

Myron Silberstein war wegen Delirium tremens schwer sediert und würde eine Zeitlang nicht zu sich kommen. Adam saß auf einem Stuhl, den er nahe ans Bett gezogen hatte, und starrte in das hagere Gesicht, dessen Blässe durch die vielsagende Tönung der Gelbsucht noch betont wurde. Aber die Züge waren seine eigenen, erkannte er mit einem Frösteln.

Welch eine Verschwendung menschlicher Kräfte, dachte er. Ein und derselbe Mensch konnte so viel tun oder auch alles wegwerfen. Und dennoch wurde einem menschlichen Wrack oft ein langes Leben geschenkt, ohne daß er es ver-diente, während ... Er dachte an Gaby und wünschte, er hätte die Macht, dem einen Körper Krankheit wegzunehmen und sie einem anderen einzupflanzen.

Voll Scham schloß er die Augen und horchte auf die Geräusche des Krankensaals, da ein Stöhnen, dort ein verächtliches Kichern im Delirium, schweres Atmen, ein Seufzer. Eine Schwester kam vorbei, und er bat, den Oberarzt sprechen zu dürfen.

»Dr. Simpson wird später vorbeikommen, auf Visite«, sagte sie. Sie deutete mit dem Kinn auf die Gestalt im Bett. »Sind Sie mit ihm verwandt?«

»Ja.«

»Als man ihn einlieferte, regte er sich schrecklich über irgendwelche Sachen auf, die man dort, wo er wohnt, zurückgelassen hatte. Wissen Sie etwas darüber?«

Sachen? Was konnte er schon Wertvolles besitzen? »Nein«, sagte Adam.

»Haben Sie seine Adresse?«

Eine Viertelstunde später kam sie mit einem Zettel zurück.

So konnte er die Wartezeit wenigstens verkürzen. Er ging hinunter, nahm ein Taxi und war nicht überrascht, als ihn der Wagen vor einer dreistöckigen Fassade mit angeschlagenen roten Ziegeln absetzte, einem alten Wohnhaus, das jetzt eine Pension war.

Durch einen nur widerwillig geöffneten Türspalt sprach er mit der Hausfrau, die, obwohl Mittag schon vorbei war, noch immer einen alten braunen Bademantel trug, das schüttere Haar auf metallenen Lockenwicklern.

Er fragte nach Mr. Silbersteins Zimmer.

»Hier wohnt niemand dieses Namens«, sagte sie.

»Er ist mein Vater. Sie kennen ihn nicht«?

»Das habe ich nicht gesagt. Er war bis vor wenigen Tagen hier Hausmeister.«

»Ich komme seine Sachen holen.«

»Es waren nur Lumpen und Mist. Ich habe sie verbrannt. Ich bekomme einen neuen Hausmeister, der morgen früh einzieht.«

»Oh.« Er wollte gehen.

»Er schuldet mir acht Dollar«, sagte sie und sah ihm zu, als er die Noten aus der Brieftasche nahm und abzählte. Ihre Hand entriß ihm das Geld, als er es hinstreckte. »Er war ein besoffener alter Landstreicher«, kam es, gleichsam als Quittung, durch den sich schließenden Türspalt.

Als er ins Krankenhaus zurückkam, war sein Vater bei Bewußtsein. »Hallo«, sagte er.

»Adam?«

»Ja. Wie geht's dir?«

Die blutunterlaufenen blauen Augen versuchten ihn zu erfassen, der Mund lächelte. Myron Silberstein räusperte sich. »Wie soll's mir schon gehen?«

»Gut.«

»Bist du für lange hier?«

»Nein. Ich komme bald wieder, jetzt muß ich sofort zurück. Heute nacht habe ich meine letzte Schicht als Oberarzt.«

»Bist schon ein großer Mann?«

Adam lächelte hilflos. »Noch nicht.«

»Wirst einen Haufen Geld verdienen?«

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