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Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:

Boston, Suffolk General Hospital: Hier praktizieren Adam Silverstone, der vielversprechende Operateur und Wissenschaftler, Rafael Meomartino, ein kubanischer Aristokrat und ehemaliger Playboy, und der Farbige Spurgeon Robinson. Sie alle unterliegen der unerbittlichen Aufsicht von Dr. Longwood. Eines Tages pflanzt Meomartino einem jungen Mädchen eine Niere ein und gibt sie in die Obhut von Silverstone. Alles verläuft gut, aber dann stirbt das Mädchen über Nacht. Dr. Longwood wittert einen Kunstfehler und sucht einen Schuldigen ...
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Sie verließen zusammen das Krankenhaus. Die Sonne versetzte ihnen einen Schlag, und sie mußten blinzeln, als sie einander die Hand reichten.

»Alles Gute, Vasken«, sagte Rafe. »Vorsicht vor jungen mexikanischen Gärtnern.«

Samourian sah ihn an, als sei er verrückt.

Am selben Nachmittag hielten sie in Anwesenheit der Gastprofessoren aus Cleveland eine Konferenz über die chirurgischen Komplikationen der vergangenen Woche ab. Rafe hörte dem Auf und Ab der Stimmen kaum zu. Er saß da, dachte an vieles, und merkte erst nach einer Weile, daß soeben der Fall Longwood diskutiert wurde.

»... Ich fürchte, er ist am Ende«, sagte Dr. Kender. »Der Apparat kann ihn zwar weiter am Leben erhalten, aber er lehnt es ab, sich weiter behandeln zu lassen, und diesmal ist es ihm ernst damit. Er zieht es vor, sich dem Tod zu stellen.«

»Wir können aber nicht einfach zusehen«, sagte Miriam Parkhurst.

Sack brummte. »Es wäre schön, Miriam, wenn wir in allen diesen Angelegenheiten eine Wahl hätten«, sagte er. »Leider haben wir sie nicht. Wir können einem Patienten die Dialyse anbieten, aber wir können ihn nicht zwingen, sie anzunehmen.«

»Harland Longwood ist nicht bloß ein Patient«, sagte sie.

»Er ist ein Patient«, sagte Sack verletzt. »Wir müssen ihn jetzt als Patienten betrachten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist das Beste für ihn.«

Dr. Parkhurst vermied es, Sack anzusehen. »Selbst wenn wir vergessen, was Harland jedem von uns und der Chirurgie schon gegeben hat«, sagte sie, »ist ein zwingender Grund vorhanden, warum wir nicht einfach zusehen dürfen. Einige von uns haben das Manuskript des Buches gelesen, an dem er arbeitet. Es ist ein wertvoller Beitrag, ein Lehrbuch, das viele Generationen junger Chirurgen entscheidend beeinflussen wird.«

»Dr. Parkhurst«, sagte Kender.

»Nun, das Leben Hunderter Menschen wird in Mitleidenschaft gezogen, wenn man zuläßt, daß dieser Mann stirbt.«

Sie hat recht, dachte Meomartino.

Sie sah die beiden Gastprofessoren aus Cleveland an. »Sie sind Nierenfachleute«, sagte sie. »Können Sie etwas vorschlagen, das wir versuchen könnten?«

Der Arzt namens Rogerson beugte sich vor. »Sie müssen warten, bis ein Leichenspender mit B-negativer Blutgruppe verfügbar ist«, sagte er.

»Aber das können wir nicht«, sagte sie verächtlich. »Haben Sie nicht zugehört?«

»Miriam«, sagte Dr. Kender, »du mußt dich mit der Situation abfinden. Wir bekommen keinen B-negativen

Spender. Und wir können Harland Longwood nicht ohne B-negativen Spender retten.«

»Ich bin B-negativ«, sagte Meomartino.

Sie befaßten sich zu lange mit dem Risiko seiner eventuell verminderten Lebenserwartung. »Ich habe Nieren wie ein Roß«, sagte er. »Ich werde mit einer genauso lange auskommen wie mit beiden.«

Kender und Miriam Parkhurst sprachen unter vier Augen mit ihm und gaben ihm jede Gelegenheit, das Angebot ehrenhaft zurückzuziehen.

»Wollen Sie es wirklich tun?« fragte Kender zum drittenmal. »Im allgemeinen ist der Spender ein Verwandter.«

»Er ist mein angeheirateter Onkel«, sagte Meomartino.

Kender schnaubte, Rafe aber lächelte. Er wußte, daß sie mit ihren Argumenten am Ende waren. Ihr Gewissen war beruhigt, und sie würden sich gierig auf seine Niere stürzen.

Kender bestätigte es. »Ein nicht verwandter lebender Spender ist viel besser als eine Leiche«, sagte er. »Wir werden Tests machen müssen.« Er sah Rafe an. »Was das Chirurgische dabei betrifft, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Einen lebendigen Spender hat noch nie jemand verloren.«

»Ich mache mir keine Sorgen«, sagte Rafe. »Ich habe nur eine Bedingung. Er darf nicht wissen, von wem die Niere stammt.«

Die arme Miriam sah verwirrt aus.

»Er würde sie nicht annehmen. Wir mögen einander nicht.«

»Ich sage ihm, daß der Spender keine Publicity will«, sagte Kender.

»Nehmen wir an, er will sie trotzdem nicht annehmen«, sagte Miriam.

»Dann wiederholen Sie einfach Ihre Rede über das geniale Werk, das es zu vollenden gilt«, sagte Meomartino. »Dann nimmt er sie.«

»Wir werden diesmal Anti-Lymphocytenserum nehmen«, sagte Kender. »Adam Silverstone hat die Dosis ausgearbeitet.«

Das einzige mögliche Hindernis stellte sich als nicht vorhanden heraus, als man Gewebeproben von ihm und dem alten Mann verglich und fand, daß sie durchaus miteinander verträglich waren. In einer, wie es ihm schien, erschreckend kurzen Zeit lag er im OP 3 auf dem Rücken: es war ein seltsames Gefühl, jetzt selbst in diesem Haus auf dem Operationstisch zu liegen und von Norman Pome-rantz freundlich und schmerzlos anästhesiert zu werden.

»Rafe«, sagte Pomerantz zu ihm, und die Worte kollerten in seine Ohren.

»Rafe? Kannst du mich hören, Freundchen?«

Natürlich kann ich dich hören, versuchte er zu sagen.

Er sah, wie sich Kender dem Tisch näherte, hinter ihm Silverstone.

Schneide gut, mein Feind, dachte er.

Ausnahmsweise zufrieden, einmal andere arbeiten zu lassen, schloß er die Augen und schlief ein.

Die Rekonvaleszenz war eine langsam dahinschleichende Unwirklichkeit.

Liz' Abwesenheit fiel auf, und die Leute schienen langsam zu begreifen, daß ihre Ehe gescheitert war.

Die Flut von Besuchern versickerte zu einem Geriesel, als die Zeit verging und sich die Sensation legte. Miriam

Parkhurst schenkte ihm einen kleinen trockenen Kuß und einen Korb mit Obst, der viel zu groß war. Im Lauf der Tage wurden die Bananen schwarz, und die Pfirsiche und Orangen entwickelten eine schleichende weiße Fäulnis und verbreiteten einen Geruch, der ihn zwang, alles außer den Äpfeln wegzuwerfen.

Seine Niere funktionierte in dem Alten großartig. Rafe fragte absichtlich nie danach, aber man hielt ihn über Har-land Longwoods Fortschritt auf dem Laufenden.

Das Fernsehen bot zeitweilige Ablenkung. Eines Tages blätterte er im Fernsehprogramm, als Joan Anderson mit Eiswasser in sein Zimmer kam. »Ist das Spiel heute auch im Fernsehen oder nur im Rundfunk?« fragte er.

»Fernsehen. Wissen Sie schon von Adam Silverstone?«

»Was ist mit ihm?«

»Er ist an die Fakultät ernannt worden.«

»Nein, wußte ich noch nicht.«

»Dozent für Chirurgie.«

»Fein. Auf welchem Kanal ist das Spiel?«

»Fünf.«

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