Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:

Boston, Suffolk General Hospital: Hier praktizieren Adam Silverstone, der vielversprechende Operateur und Wissenschaftler, Rafael Meomartino, ein kubanischer Aristokrat und ehemaliger Playboy, und der Farbige Spurgeon Robinson. Sie alle unterliegen der unerbittlichen Aufsicht von Dr. Longwood. Eines Tages pflanzt Meomartino einem jungen Mädchen eine Niere ein und gibt sie in die Obhut von Silverstone. Alles verläuft gut, aber dann stirbt das Mädchen über Nacht. Dr. Longwood wittert einen Kunstfehler und sucht einen Schuldigen ...
1 ... 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123
Перейти на страницу:

»Stellen Sie es mir ein? Seien Sie ein Schatz!«, sagte er.

Oft lag er einfach nur da und dachte nach. Eines Nachmittags sah er eine Annonce im Massachusetts Physician, und er las sie mehrmals mit zunehmendem Interesse, bis die Idee in ihm Wurzel faßte.

Am Tag seiner Entlassung aus dem Krankenhaus nahm er ein Taxi zum Federal Building und führte dort ein sehr langes Gespräch mit einem Repräsentanten der Behörde für Internationale Entwicklungshilfe, nach dessen Beendigung er die Dokumente für achtzehn Monate Dienst als Zivilchirurg unterzeichnete.

Auf dem Weg zu der leeren Wohnung hielt er bei einem Juweliergeschäft an und kaufte eine rotsamtene Schachtel, nicht unähnlich derjenigen, in der sein Vater die Uhr aufbewahrt hatte, als Rafe noch ein kleiner Junge war. Als er heimkam, setzte er sich in seinem stillen Arbeitszimmer nieder, nahm Feder und Papier, und entschloß sich nach mehreren Versuchen, mit »Mein lieber Miguel«, »Mein lieber Sohn«, schließlich zu folgendem Kompromiß:

Mein lieber Sohn Miguel,

Ich muß Dir zunächst für ein Glück danken, das größer war, als ich es je gekannt habe: jemanden - nämlich Dich - zu lieben. In der kurzen Zeit Deines Lebens hast Du mir die schönsten Eigenschaften meiner Familie vor Augen geführt, und nicht eine einzige Schwäche, von denen, wie Du noch sehen wirst, die Welt immer zerrissen wurde, und mit der Welt auch wir selbst.

Wenn man Dir diesen Brief irgendwann einmal zu lesen gibt - wenn Du alt genug bist, ihn zu verstehen -, dann deshalb, weil ich von der Reise, die jetzt vor mir liegt, nicht zurückgekehrt bin.

Falls ich aber doch zurückkehre, werde ich die gesamte Juristenwelt auf den Kopf stellen, um die Vormundschaft über Dich zu erlangen. Sollte es sich jedoch herausstellen, daß diese Welt unmöglich auf den Kopf zu stellen ist, werde ich es einzurichten wissen, Dich regelmäßig und oft zu sehen.

Es ist jedoch möglich, daß Du diese Worte lesen wirst. Daher wünsche ich, ich könnte sie zu einem Credo machen, nach dem man leben kann, zu all dem, was ein Vater seinem Sohn zu geben vermag, oder zumindest einem wesentlichen Rat, der Dir hilft, den Schmerz des Daseins zu erleichtern. Leider vermag ich das nicht. Ich kann Dir nur raten, Dein Leben so zu leben, daß Du anderen so wenig Schaden wie möglich zufügst. Versuche, bevor Du stirbst, etwas zu tun oder gutzumachen, das nicht geschehen wäre, wenn Du nicht vorhanden gewesen wärst.

Das beste, das ich in meinem Leben gelernt habe, ist: Wenn man Angst hat, ist es am besten, sich ihr zu stellen und entschlossen darauf loszugehen. Ich weiß, daß dies einem Unbewaffneten, der vor einem hungrigen Tiger steht, als fragwürdiger Rat erscheinen mag. Ich gehe nach Vietnam, um dem Tiger zu begegnen und herauszufinden, welche moralischen Waffen ich als Mensch und als Mann besitze.

Die Uhr, die diesen Brief begleitet, ist viele Generationen hindurch jeweils dem ältesten Sohn weitergegeben worden. Ich bete, daß sie durch Dich noch viele Male weitergegeben wird. Poliere die Engel hie und da und öle das Werk. Sei gut zu Deiner Mutter, die Dich liebt und Deine Liebe und Unterstützung brauchen wird.

Denke an die Familie, aus der Du kommst, und daß Du einen Vater hattest, der wußte, daß sehr viel Gutes von Dir kommen wird.

In tiefster Liebe Rafael Meomartino

Er packte die Uhr sorgfältig ein, indem er die Schachtel zuerst mit zusammengeknüllten Seiten des Christian Science Monitor ausstopfte, um die Uhr gegen Stöße abzusichern. Dann schrieb er einen kurzen erklärenden Begleitbrief an Samourian.

Als er fertig war, saß er da, sah sich in dem kühlen, angenehmen Raum um, dachte an Untervermietung, an Möbeleinlagerung. Nach einigen Minuten ging er zum Telephon und rief Ted Bergstrom in Lexington an, bat um eine

Telephonnummer in Los Angeles und erhielt sie, wenn auch etwas kühl. Er meldete das Gespräch sofort an, hatte jedoch nicht damit gerechnet, daß es drei Stunden dauern würde, bis die Verbindung zustande kam.

Sein Telephon läutete erst um zehn Uhr abends.

»Hallo, Peg?« sagte er. »Hier spricht Rafe Meomartino. Wie geht es Ihnen? ... Gut ... Mir geht's fein, einfach prima. Ich bin geschieden, das heißt, ich werde es vermutlich jetzt jeden Augenblick sein . Ja. Nun . Hören Sie, ich fahre in einigen Wochen durch Kalifornien und möchte Sie sehr gern wiedersehen ... Ja? Wunderbar! Erinnern Sie sich, daß Sie mir einmal sagten, wir hätten nichts gemeinsam? Nun, das ist verdammt .«

19

ADAM SILVERSTONE

Die bevorstehende Vaterschaft hatte Adam zu einem Bauch-Abtaster gemacht. »Gehen wir doch in den Park und sehen uns die Hippieversammlung an«, sagte er eines Sonntagmorgens zu seiner Frau, als er ihren Bauch streichelte. Gaby war erst drei Monate schwanger und die kleine Schwellung noch kaum bemerkbar; sie sagte, es seien Gase, aber er wußte es besser. Die Schwangerschaft hatte sie in eine Rubensfrau en miniature verwandelt, zum erstenmal in ihrem Leben zeigten die kleinen Brüste eine Andeutung von Schwere, ihre Hüften und Sitzbak-ken einen sanften Schwung, und ihr Bauch, der die Last trug, eine entschieden nach außen gekrümmte Ellipse, viel zu schön, um von Gasen zu stammen. Für seine anbetende Handfläche gab es nichts als die glatte Haut der noch unreifen Fleischknospe, die nur durch den einwärts gezogenen Nabel unterbrochen wurde, aber im Geist sah er durch alle Schichten hindurch das winzige lebendige Ding, das in der amniotischen Flüssigkeit schwebte, derzeit noch ein kleiner Fisch, der jedoch bald ihre Züge, seine Züge, Arme, Beine, Geschlechtsmerkmale entwik-keln würde.

»Ich mag nicht mitkommen«, sagte sie.

»Warum nicht?«

»Geh du. Mach einen kleinen Spaziergang, schau dir die hübschen Mädchen an, und während du weg bist, mache ich das Frühstück«, sagte sie.

So verließ er ihr gemeinsames Bett, wusch sich und zog sich an, und schlenderte an einem lieblichen Sommermorgen über den Hügel. San Francisco gehörte der Vergangenheit an. Dieses Jahr spielte sich der Hippie-Aufzug im Bostoner Common ab. Einige Teilnehmer waren Height-Ashbury-Veteranen, andere Neuankömmlinge und Möchtegern-Hippies, die sich nur gelegentlich so kostümierten, aber es war lustig, alle miteinander zu beobachten. Die Männer waren weit weniger interessant als die Frauen, und nicht nur aus physischen Gründen, sagte er sich tugendhaft; die Männer neigten dazu, sklavische Konformisten ihres Nichtkonformismus zu sein und drängten sich mit einer begrenzten Vielfalt struppiger Stammesmerkmale zusammen. Die Frauen zeigten seiner Meinung nach mehr Phantasie und versuchten nicht neiderfüllt eine nach Bongo schmeckende Rothaarige anzustarren, die trotz der Hitze auf Indianerart in eine graue Decke gehüllt war; sie trug eine Feder in ihrem mit Glasperlen besetzten Haarband, und als sie auf wunderbaren, nackten Füßen an ihm vorbeiging, bewegten sich hinten die Buchstaben U. S. Navy im Rhythmus eines Tamtams auf und ab. Adam machte die Runde, aber nicht einmal das atemberaubendste Hippie-Mädchen ließ ihn bedauern, daß er schon eine Frau hatte.

1 ... 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)