Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
- Автор: Мартин Джордж Рэймонд Ричард
- Серия: Das Lied von Eis und Feuer #2
- Год: 2000
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Helweg
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04». Краткое содержание книги:
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Schenkt mir einen Drachen, meinst du. »Ich werde Euch nicht heiraten, Xaro.«
Daraufhin war sein Gesicht kalt geworden. »Dann geht.«
»Aber wohin?«
»Weit, weit fort von hier.«
Nun, vielleicht war es an der Zeit. Die Menschen ihres Khalasar hatten die Gelegenheit genutzt und sich von den Strapazen der Roten Wüste erholt, doch nachdem sie ausgeruht und satt waren, wurden sie langsam ungebärdig. Dothraki waren nicht daran gewöhnt, lange an einem Ort zu bleiben. Sie waren Krieger und nicht für die Stadt geschaffen. Vielleicht hatte sie bereits zu lange in Qarth verweilt und sich von dem Luxus und der Pracht hier verführen lassen. Die Stadt hatte stets mehr versprochen, als sie gewährte, schien es ihr, und von dem herzlichen Willkommen war nichts mehr zu spüren, seit das Haus der Unsterblichen in einer großen Wolke aus Rauch und Flammen in sich zusammengestürzt war. Über Nacht erinnerten sich die Qartheen daran, wie gefährlich Drachen sein konnten. Sie wollten sich nicht länger gegenseitig mit Geschenken für sie übertreffen. Stattdessen hatte die Turmalinbruderschaft sich in aller Öffentlichkeit für ihre Verbannung ausgesprochen, und die Alte Gilde der Gewürzhändler sogar für ihre Hinrichtung. Xaro war es gerade noch gelungen, die Dreizehn davon abzuhalten, diesen Forderungen zuzustimmen.
Aber wohin soll ich mich wenden? Ser Jorah schlug vor, weiter nach Osten zu ziehen, fort von ihren Feinden in den Sieben Königslanden. Ihre Blutreiter wären lieber zu ihrem Großen Grasmeer zurückgekehrt, selbst wenn sie dazu die Rote Wüste abermals durchqueren mussten. Dany selbst hatte mit dem Gedanken gespielt, sich in Vaes Tolorro niederzulassen, bis ihre Drachen herangewachsen und stark geworden waren. Doch ihr Herz war voller Zweifel. Jeder dieser Vorschläge fühlte sich irgendwie falsch an … und sogar, als sie entschied, wohin die Reise gehen sollte, bereitete ihr die Frage, wie sie dorthin gelangen sollten, immer noch Sorgen.
Xaro Xhoan Daxos würde ihr keine Hilfe sein, das wusste sie inzwischen. Ungeachtet all seiner Hingabe trieb er lediglich sein eigenes Spiel mit ihr und war insofern Pyat Pree nicht unähnlich. In jener Nacht, in der er sie aufgefordert hatte fortzugehen, hatte Dany ihn um einen letzten Gefallen gebeten. »Eine Armee, ja?«, hatte Xaro gefragt. »Einen Topf voll Gold? Eine Galeere vielleicht?«
Dany war errötet. Sie hasste es zu betteln. »Ein Schiff, ja.«
Xaros Augen glitzerten so hell wie die Edelsteine in seiner Nase. »Ich bin Händler, Khaleesi. Daher sollten wir vielleicht nicht mehr von Geschenken, sondern lieber von einem Tausch sprechen. Für einen Eurer Drachen sollt Ihr die zehn besten Schiffe meiner Flotte bekommen. Ihr braucht nur das eine süße Wort auszusprechen.«
»Nein«, sagte sie.
»Ach«, schluchzte Xaro, »dieses Wort hatte ich nicht gemeint. «
»Würdet Ihr eine Mutter bitten, Euch eines ihrer Kinder zu verkaufen?«
»Warum nicht? Sie kann schließlich jederzeit neue bekommen. Jeden Tag verkaufen Mütter ihre Kinder.«
»Die Mutter der Drachen nicht.«
»Und für zwanzig Schiffe?«
»Nicht einmal für hundert.«
Er zog die Mundwinkel nach unten. »Ich habe keine hundert. Aber Ihr habt drei Drachen. Gewährt mir einen, für all meine Freundlichkeit. Ihr werdet noch immer zwei haben, und dazu dreißig Schiffe.«
Dreißig Schiffe würden genügen, um mit einer kleinen Armee an der Küste von Westeros zu landen. Nur habe ich keine kleine Armee. »Wie viele Schiffe besitzt Ihr, Xaro?«
»Dreiundachtzig, wenn ich meine Lustbarke nicht mitzähle. «
»Und Eure Partner bei den Dreizehn?«
»Alle zusammen vielleicht tausend.«
»Und die Gewürzhändler und die Turmalinbruderschaft? «
»Ihre lächerlichen Flotten zählen nicht.«
»Trotzdem, sagt es mir.«
»Die Gewürzhändler haben zwölf- oder dreizehnhundert. Die Bruderschaft nicht mehr als achthundert.«
»Und die Asshai’i, die Braavosi, die Leute von den Sommerinseln, die aus Ibben und all die anderen Völker, die das große Salzmeer befahren, wie viele Schiffe haben sie? Alle zusammen?«
»Viele, sehr, sehr viele«, antwortete er gereizt. »Was bedeutet das schon?«
»Ich versuche nur einen Preis für einen der drei einzigen lebenden Drachen der Welt festzusetzen.« Dany lächelte ihn süß an. »Mir scheint, ein Drittel aller Schiffe der Welt wäre gerechtfertigt.«
Xaro rannen die Tränen auf beiden Seiten seiner juwelenverzierten Nase herab. »Habe ich Euch nicht gewarnt, den Palast des Staubes zu betreten? Das ist genau das, was ich fürchtete. Das Geflüster der Hexenmeister hat Euch ebenso verrückt gemacht wie Mallarawans Weib. Ein Drittel aller Schiffe der Welt? Pah! Pah, sage ich. Pah.«
Dany hatte ihn seitdem nicht mehr gesehen. Sein Seneschall brachte ihr seine Botschaften, von denen eine kühler war als die vorhergehende. Sie müsse sein Haus verlassen. Er habe genug davon, sie und ihr Volk durchzufüttern. Er verlange seine Geschenke zurück, die er in gutem Glauben gegeben habe. Ihr einziger Trost war es, dass sie so vernünftig gewesen war, ihn nicht zu heiraten.
Die Hexenmeister haben von dreifachem Verrat gesprochen … einen um des Blutes willen und einen um des Goldes willen und einen um der Liebe willen. Den ersten Verrat hatte sicherlich Mirri Maz Duur begangen, die Khal Drogo und ihren ungeborenen Sohn ermordet hatte, um ihr Volk zu rächen. Konnten Pyat Pree und Xaro Xhoan Daxos der zweite und der dritte sein? Das glaubte sie nicht. Pyat handelte nicht des Goldes wegen, und Xaro hatte sie niemals wirklich geliebt.
Die Straßen wurden leerer, während sie in ein Viertel vordrangen, in dem hauptsächlich düstere Lagerhäuser aus Stein standen. Aggo ritt vor ihr, Jhogo hinter ihr, Ser Jorah an ihrer Seite. Leise klingelte ihr Glöckchen, und Danys Gedanken kehrten abermals zum Palast des Staubes zurück. Kind der Drei hatten die Hexenmeister sie genannt, Tochter des Todes, Tod der Lügen, Braut des Feuers. Immerfort kam die Drei vor. Drei Feuer, drei Hengste, dreifacher Verrat. »Der Drache hat drei Köpfe«, seufzte sie. »Wisst Ihr, was das bedeutet, Jorah?«
»Euer Gnaden? Das Wappen des Hauses Targaryen ist ein dreiköpfiger Drache, Rot auf Schwarz.«
»Das weiß ich. Es gibt aber keine dreiköpfigen Drachen.«
»Die drei Köpfe stehen für Aegon und seine Schwestern.«
»Visenya und Rhaenys«, erinnerte sie sich. »Ich stamme von Aegon und Rhaenys ab, durch ihren Sohn Aenys und ihren Enkel Jaehaerys.«
»Blaue Lippen sprechen nur Lügen, hat Euch Xaro das nicht gesagt? Warum kümmert Ihr Euch um das, was die Hexenmeister flüsterten? Sie wollten Euch nur das Leben aussaugen, das wisst Ihr doch jetzt.«
»Vielleicht«, antwortete sie widerwillig, »Dennoch habe ich Dinge gesehen …«