Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Aye, haben wir. Und noch ein paar andere Sachen.« Duncan lächelte mich an, und sein langes, melancholisches Gesicht war wie verwandelt. »Miss Jo hat ein Federbett mitgeschickt und meinte, es käme Euch vielleicht gelegen.«
»Ein Federbett? Wie wundervoll!« Ich verdrängte auf der Stelle alle kleinlichen Gedanken, die ich jemals über Jocasta Cameron gehegt hatte. Jamie hatte uns einen ausgezeichneten, stabilen Bettrahmen aus Eichenholz gebaut und den Boden raffiniert aus verknoteten Seilen gearbeitet, doch ich hatte es nur mit Zedernzweigen auslegen können, und diese dufteten zwar, waren aber unangenehm knotig.
Meine genüsslichen Träumereien wurden von Ian und Myers unterbrochen, die aus dem Wald auftauchten, Letzterer mit einem Paar Eichhörnchen am Gürtel. Ian präsentierte mir stolz ein riesiges schwarzes Ding, das sich bei näherem Hinsehen als Truthahn entpuppte, der sich an den herbstlichen Körnern fett geschlemmt hatte.
»Der Junge hat ein gutes Auge, Mrs. Claire«, sagte Myers und nickte beifällig. »Sind clevere Vögel, diese Truthähne. Sogar die Indianer fangen sie nicht so schnell.«
Es war noch zu früh für Thanksgiving, doch ich war entzückt über den Vogel, der den ersten größeren Artikel in unserer Speisekammer darstellen würde. Jamie ging es ebenso, wobei er sich eher auf die Schwanzfedern des Vogels freute, die ihn mit einem ordentlichen Vorrat an Schreibkielen versorgen würden.
»Ich muss dem Gouverneur schreiben«, erklärte er beim Abendessen, »und ihm sagen, dass ich sein Angebot annehme, und ihm Informationen über das Landstück zukommen lassen.«
»Pass wegen der Nussschalen auf«, sagte ich etwas nervös. »Nicht, dass du dir einen Zahn ausbeißt.«
Das Abendessen bestand aus über dem Feuer gegrillten Forellen, in der Glut gebackenen Yamswurzeln, wilden Pflaumen und einem simplen Kuchen aus dem Mehl von Hickorynüssen, die ich in meinem Mörser zerstoßen hatte. Wir hatten zum Großteil von Fisch sowie essbaren Pflanzen gelebt, wenn ich welche finden konnte, da Ian und Jamie zu sehr mit den Bauarbeiten beschäftigt waren, um sich Zeit zur Jagd zu nehmen. Ich hoffte sehr, dass es Myers möglich war, ein wenig zu bleiben – lange genug, um einen Hirsch oder eine andere schöne, große Proteinquelle einzusacken. Die Aussicht auf einen Winter, in dem es nichts als Trockenfische gab, war etwas entmutigend.
»Keine Sorge, Sassenach«, murmelte Jamie, den Mund voll Kuchen, und lächelte mich an. »Er ist gut.« Er wandte seine Aufmerksamkeit Duncan zu.
»Wenn wir fertiggegessen haben, Duncan, willst du dann mit mir zum Fluss gehen und dir dein Grundstück aussuchen?«
Innes’ Gesicht verlor jeden Ausdruck, dann errötete es in einer Mischung aus Freude und Bestürzung.
»Mein Grundstück? Du meinst Land, Mac Dubh?« Unwillkürlich zog er die Schulter hoch, an der ihm der Arm fehlte.
»Aye, Land.« Jamie spießte mit einem angespitzten Stöckchen eine heiße Yamswurzel auf und begann, sie sorgfältig mit den Fingern zu pellen, ohne Innes anzusehen. »Ich brauche dich als meinen Bevollmächtigten, Duncan – wenn es dir recht ist. Es ist nur recht und billig, dass du dafür bezahlt wirst. Also, was ich mir gedacht habe – natürlich nur, wenn es dir recht ist –, ist, dass ich ein Grundstück auf deinen Namen eintragen lasse, aber da du nicht hier sein wirst, um es zu bestellen, werden Ian und ich dafür sorgen, dass auf deinem Land etwas Getreide ausgesät und ein kleines Haus gebaut wird. Da hast du dann später einen Ort, wo du dich niederlassen kannst, wenn du willst, und ein bisschen Getreide. Wärst du damit einverstanden?«
Während Jamie redete, hatte Duncan eine Vielfalt von Gefühlen gezeigt, die von Bestürzung über Erstaunen bis hin zu einer Art zurückhaltender Aufregung reichte. Eigenes Land zu besitzen, war das Letzte, womit er jemals gerechnet hatte. Besitzlos und unfähig, sich seinen Lebensunterhalt mit eigener Hände Arbeit zu verdienen, hätte er in Schottland als Bettler gelebt – wenn er überhaupt noch gelebt hätte.
»Aber«, begann er, hielt dann inne und schluckte, wobei sein knorriger Adamsapfel auf und ab hüpfte. »Aye, Mac Dubh. Damit wäre ich einverstanden.« Ein leises, ungläubiges Lächeln war in seinem Gesicht aufgekeimt, während Jamie sprach, und es hielt sich dort, als bemerkte Duncan es gar nicht.
»Bevollmächtigter.« Er schluckte erneut und griff nach einer der Aleflaschen, die er mitgebracht hatte. »Was soll ich für dich tun, Mac Dubh?«
»Zwei Dinge, Duncan, wenn’s recht ist. Das Erste ist, Siedler für mich zu suchen.« Jamie wies mit der Hand auf die Anfänge unserer Blockhütte, die bis jetzt nur aus einem Fundament aus Feldsteinen bestand, dem Balkenwerk für den Fußboden und einer großen Schieferplatte, die wir für die Feuerstelle ausgesucht hatten und die im Augenblick am Fundament lehnte.
»Ich kann hier im Augenblick nicht weg. Ich möchte, dass du möglichst viele von den Männern findest, die aus Ardsmuir deportiert worden sind. Sie sind bestimmt überall verstreut, aber sie sind über Wilmington gekommen; viele von ihnen sind bestimmt in North oder South Carolina. Finde, so viele du kannst, und sag ihnen, was ich hier vorhabe – und bring alle, die dazu bereit sind, im Frühjahr hierher.«
Duncan nickte langsam, die Lippen unter dem herabhängenden Schnurrbart gespitzt. Nur wenige Männer trugen solchen Gesichtsschmuck, doch er stand ihm gut und gab ihm das Aussehen eines dünnen, freundlichen Walrosses.
»In Ordnung«, sagte er. »Und das Zweite?«
Jamie sah erst mich an, dann Duncan.
»Meine Tante«, sagte er. »Würdest du es auf dich nehmen, ihr zu helfen, Duncan? Sie braucht dringend einen ehrlichen Mann, der mit den Schuften von der Marine umgehen kann und sie in Geschäftsdingen vertreten kann.«
Duncan hatte keinen Moment gezögert, als es darum ging, die Kolonien über Hunderte von Kilometern auf der Suche nach Siedlern für unser Unterfangen zu durchkämmen, aber die Vorstellung, mit Schuften von der Marine umzugehen, erfüllte ihn mit tiefer Beklommenheit.
»Geschäftsdinge? Aber ich habe doch keine Ahnung von –«
»Keine Sorge«, sagte Jamie und lächelte seinen Freund an, und seine Beschwörung funktionierte bei Duncan genauso gut wie bei mir: Ich konnte sehen, wie das geballte Unwohlsein aus Duncans Augen zu weichen begann. Ich fragte mich ungefähr zum zehntausendsten Mal, wie er das machte.
»Du wirst keine großen Probleme damit haben«, sagte Jamie beschwichtigend. »Meine Tante weiß genau, was zu tun ist; sie kann dir sagen, was du sagen und tun sollst – aber sie braucht einen Mann, der es sagt und tut. Ich schreibe ihr einen Brief, den du mit zurücknehmen kannst und in dem ich ihr erkläre, dass du sie mit Freude vertreten wirst.«
Während des letzten Teils der Unterredung hatte Ian in den Paketen herumgewühlt, die von den Maultieren abgeladen worden waren. Jetzt zog er ein flaches Metallstück hervor und blinzelte es neugierig an.
»Was ist das?«, fragte er in die Runde. Er hielt es uns entgegen, ein flaches Stück dunkles Metall, das an einem Ende wie ein Messer zugespitzt war, mit angedeuteten Querstücken. Es sah aus wie ein kleiner Dolch, der unter eine Dampfwalze gekommen war.
»Eisen für euren Herd.« Duncan ergriff es und reichte es Jamie mit dem Griff zuerst. »Es war Miss Jos Idee.«
»Wirklich? Wie lieb von ihr.« Die langen Tage unter freiem Himmel hatten Jamies Gesicht einen dunklen Bronzeton verliehen, doch ich sah, wie sein Hals an der Seite rot anlief. Er strich mit dem Daumen über die glatte Oberfläche des Eisenstückes, dann gab er es mir.
»Heb es gut auf, Sassenach«, sagte er. »Wir segnen unseren Herd ein, bevor Duncan aufbricht.«
Ich konnte sehen, dass ihn das Geschenk tief berührte, verstand aber nicht genau, warum, bis Ian mir erklärte, dass man Eisen unter einem neuen Herd vergräbt, um für das neue Haus Segen und Wohlergehen zu erwirken.
Damit hatte Jocasta unserem Unterfangen ihren Segen gegeben, ihr Einverständnis mit Jamies Entscheidung gezeigt – und Vergebung für das, was so aussehen musste, als hätte er sie im Stich gelassen. Es war mehr als nur Großzügigkeit, und ich wickelte das kleine Eisenstück vorsichtig in mein Taschentuch und steckte es zur sicheren Aufbewahrung in meine Tasche.