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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
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Es machte mir keine Schwierigkeiten zu sehen, wem diese Aufgabe zufallen würde. Das Problem war nur, wenn ich es nicht richtig hinbekam, würden wir alle an Lebensmittelvergiftung sterben.

»Gut«, sagte ich wenig begeistert. Jamie erkannte meinen Tonfall und grinste mich an.

»Das ist der erste Schuppen, Sassenach«, sagte er. »Der zweite ist für dich.«

»Für mich?« Jetzt taute ich etwas auf.

»Für deine Kräuter und Pflanzen. Sie nehmen einigen Platz in Anspruch, wenn ich mich richtig erinnere.« Er wies über die Lichtung, und die Begeisterung des Bauherrn leuchtete ihm aus den Augen. »Und da drüben, da kommt die Hütte hin, in der wir überwintern.«

Zu meiner Überraschung hatten sie am Ende des zweiten Tages die Wände des ersten Schuppens errichtet. Sie hatten sie provisorisch mit Zweigen überdacht, bis sie dazu kommen würden, Schindeln für ein richtiges Dach zurechtzuschneiden. Die Wände bestanden aus schlanken, eingekerbten und nicht entrindeten Stämmen, zwischen denen sich merkliche Zwischenräume befanden. Doch der Schuppen war so groß, dass wir drei und Rollo bequem darin schlafen konnten, und wenn wir in der steingefassten Grube in der Ecke ein Feuer anzündeten, war es wirklich gemütlich.

Sie hatten so viele Zweige vom Dach entfernt, wie für einen Rauchabzug nötig war, und ich konnte die Abendsterne sehen, als ich mich an Jamie kuschelte und mir anhörte, wie er seine Handwerkskunst kritisierte.

»Sieh dir das an«, sagte er verärgert und wies mit dem Kinn in die entlegenste Ecke. »Da habe ich doch glatt einen krummen Stamm genommen, und jetzt ist ab da alles schief geworden.«

»Ich glaube nicht, dass das dem Wildbret etwas ausmacht«, murmelte ich. »Komm, zeig mir deine Hand.«

»Und der Dachbalken liegt an der einen Seite gute zwanzig Zentimeter niedriger als an der anderen«, redete er weiter, ohne mich zu beachten, überließ mir aber seine linke Hand. Seine Hände waren beide mit glatter Hornhaut überzogen, doch ich spürte die frischen Kratzer und Risse und so viele Holzsplitter, dass sich seine Handfläche ganz stachelig anfühlte.

»Du fühlst dich an wie ein Stachelschwein«, sagte ich und strich mit der Hand über seine Finger. »Komm, rück näher ans Feuer, damit ich genug sehen kann, um dich zu entholzen.«

Er setzte sich gehorsam in Bewegung und kroch um Ian herum, der – ebenfalls frisch entsplittert – mit dem Kopf auf Rollos pelziger Flanke eingeschlafen war. Unglücklicherweise enthüllte der Stellungswechsel Jamies kritischem Auge noch weitere Schwächen in der Konstruktion.

»Du hast doch noch nie einen Schuppen aus Baumstämmen gebaut, oder?«, unterbrach ich sein vernichtendes Urteil über den Eingang und zog ihm dabei mit der Pinzette einen großen Splitter sauber aus dem Daumen.

»Au! Nein, aber –«

»Und ihr habt das verdammte Ding in zwei Tagen gebaut und hattet dazu nur eine Axt und ein Messer, zum Kuckuck! Ihr habt keinen einzigen Nagel benutzt! Warum erwartest du dann, dass es aussieht wie der Buckingham-Palast?«

»Ich habe den Buckingham-Palast noch nie gesehen«, sagte er nachsichtig. Er hielt inne. »Ich verstehe aber, was du meinst, Sassenach.«

»Gut.« Ich beugte mich tiefer über seine Handfläche und kniff die Augen zusammen, um die kleinen dunklen Streifen der Splitter zu sehen, die unter seiner Haut saßen.

»Ich schätze, er wird zumindest nicht einstürzen«, sagte er nach einer längeren Pause.

»Ich denke nicht.« Ich drückte ein Tuch auf den Hals der Brandyflasche, rieb ihm damit die Hand ab und wandte meine Aufmerksamkeit seiner rechten Hand zu.

Eine Zeitlang sagte er nichts. Das Feuer knisterte leise vor sich hin und flammte dann und wann auf, wenn ein Luftzug zwischen die Balken fasste, um es zu kitzeln.

»Das Haus kommt oben auf den Hang«, sagte er plötzlich. »Dahin, wo die Erdbeeren wachsen. Ja?«, murmelte er.

»Du meinst die Blockhütte? Ich dachte, die käme an den Rand der Lichtung.« Ich hatte so viele Splitter aus seinen Handflächen herausgezogen, wie ich konnte, die übrigen waren so tief eingedrungen, dass ich abwarten musste, bis sie sich näher an die Oberfläche gearbeitet hatten.

»Nein, nicht das Blockhaus. Ein richtiges Haus«, sagte er leise. Er lehnte sich mit dem Rücken an die rohen Baumstämme und blickte über das Feuer und durch die Ritzen in die Dunkelheit. »Mit einem Treppenhaus und Glasfenstern.«

»Das ist schön.« Ich legte die Pinzette in ihr Fach zurück und schloss die Kiste.

»Mit hohen Decken und einem Eingang, der so hoch ist, dass ich mir beim Eintreten nie den Kopf stoße.«

»Das ist wunderbar.« Ich lehnte mich neben ihm an die Wand und legte meinen Kopf an seine Schulter. Irgendwo in der Ferne heulte ein Wolf. Rollo hob mit einem leisen Wuff! den Kopf, lauschte einen Augenblick lang und legte sich dann mit einem Seufzer wieder hin.

»Mit einer Kräuterkammer für dich und einem Arbeitszimmer für mich mit Regalen für meine Bücher.«

»Mmmm.« Im Moment besaß er genau ein Buch – Die Naturgeschichte North Carolinas, erschienen 1733, das er als Reiseführer und Nachschlagewerk mitgebracht hatte.

Das Feuer war wieder heruntergebrannt, doch keiner von uns machte Anstalten, noch Holz nachzulegen. Die Glut würde uns in der Nacht wärmen, und am Morgen würden wir sie wieder anfachen.

Jamie legte mir den Arm um die Schultern, neigte sich seitwärts und zog mich mit herab, so dass wir zusammengerollt auf der dicken Laubschicht lagen, die unser Bett war.

»Und ein Bett«, sagte ich. »Du kannst doch ein Bett bauen, oder?«

»Mindestens so schön wie die im Buckingham-Palast«, sagte er.

Myers – Dank sei seinem großen Herzen und seiner treuen Seele – kehrte innerhalb eines Monats zurück und brachte nicht nur drei mit Werkzeugen, kleinen Einrichtungsgegenständen und so Lebensnotwendigem wie Salz beladene Maultiere mit, sondern auch Duncan Innes.

»Hier?« Innes betrachtete interessiert die winzige Niederlassung, die auf dem erdbeerbewachsenen Bergrücken Formen anzunehmen begann. Wir hatten jetzt zwei stabile Schuppen und einen Pferch aus halbierten Baumstämmen für die Pferde und das Vieh, das wir noch erwerben würden.

Im Augenblick bestand unser gesamtes Vieh aus einem kleinen, weißen Ferkel, das Jamie dreißig Meilen weiter in einer Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeinde gegen einen Sack Yamswurzeln, die ich gesammelt hatte, und ein Bündel Besen, die ich aus Weidenruten gemacht hatte, eingetauscht hatte. Da es noch viel zu klein für den Pferch war, hatte es bis jetzt mit uns den Schuppen bewohnt, wo es sich mit Rollo angefreundet hatte. Mir persönlich war es nicht ganz so sympathisch.

»Aye. Es ist gutes Land mit viel Wasser, im Wald sind Quellen, und der Bach läuft mittendurch.«

Jamie führte Duncan an eine Stelle, von der aus man die westlichen Abhänge unterhalb des Bergrückens sehen konnte. Dort waren entstandene waldfreie Streifen, die im Augenblick mit wildem Gras überwuchert waren, sich aber hervorragend zum Ackerbau eigneten.

»Siehst du?« Er wies über den Hang, der sanft vom Bergrücken zu einem flachen Felsstreifen abfiel, auf dem eine Platanenreihe das Flussufer anzeigte. »Für den Anfang ist da Platz für mindestens dreißig Parzellen. Wir müssten ein Stück Wald roden, aber es ist jetzt schon Platz genug, um zu beginnen. Jeder Bauer, der etwas taugt, könnte seine Familie mit einem Gemüsegarten ernähren, so fruchtbar ist der Boden.«

Duncan war Fischer gewesen, kein Bauer, doch er nickte gehorsam, den Blick auf die Landschaft gerichtet, während Jamie sie mit zukünftigen Häusern bevölkerte.

»Ich habe es abgeschritten«, sagte Jamie gerade, »doch es muss so bald wie möglich ordentlich vermessen werden. Aber ich habe die Beschreibung im Kopf – habt ihr zufällig Tinte und Papier mitgebracht?«

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