Der Findling
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Детские и приключения
Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:
Einmal wurde nun Grip bezüglich seiner Herzensangelegenheit so sehr an die Mauer gedrückt, daß er sich eigentlich hätte erklären müssen.
Eines Tags, als er sich um die Kat zu thun machte - und dieser würdigen Frau hätte er sich zuerst vielleicht am liebsten offenbart - begann die Kat ganz hingeworfen:
»Ist's Ihnen nicht aufgefallen, Grip, daß die Sissy von Tag zu Tag reizender wird?
- Nein, antwortete Grip, das hab' ich nicht bemerkt. Warum sollte mir's auch aufgefallen sein?. Ich achte doch darauf nicht so besonders.
- Ah, so, Sie bemerken das also nicht?. Nun, dann machen Sie nur einmal die Augen ordentlich auf, da werden Sie ja sehen, welch wunderhübsches Mädchen wir hier haben. Wissen Sie denn, daß sie bald neunzehn Jahre alt wird?
- Was?, Schon?, versetzte Grip, der das Alter Sissys auf die Stunde genau kannte. Sie irren sich wohl, Kat!
- Nein, gewiß nicht, neunzehn Jahre, sie wird nun bald heiraten müssen, Findling wird einen braven Mann für sie suchen, so einen von sechs- bis siebenundzwanzig Jahren, ja, ungefähr wie Sie. Es muß natürlich einer sein, zu dem man volles Vertrauen haben kann, und der nicht der Marine angehört, nicht der Marine, Seemann, Ehemann, das stimmt nicht gut zusammen. Da Sissy außerdem eine hübsche Mitgift bekommt,
- Die braucht sie gar nicht, warf Grip dazwischen ein.
- Das ist wahr, eine so liebreizende Person, am letzten Ende ist es aber doch nicht schädlich,. Na, unser junger Herr wird wohl bald den Rechten finden,.
- Er hat wohl schon einen im Auge?
- Ich glaub' es.
- Einen, der häufig nach dem Bazar kommt?.
- Sehr häufig.
- Kenne ich ihn?
- Nein, mir scheint, Sie kennen ihn nicht, antwortete Kat mit einem Blicke auf Grip, der die Augen niederschlug.
- Und, der, der gefällt auch Mamsell Sissy? fragte er, wobei ihm die Worte halb in der Kehle stecken blieben.
- Ja, wer kann das wissen? Bei Leuten, die nicht von der Leber weg reden,
- Herr Gott, was giebt es doch für Schwachköpfe! rief Grip.
- Ja, das sind' ich allerdings auch!« stimmte die gute Kat ihm zu.
Auch dieser Wink mit dem Zaunpfahle verhinderte den Heizer nicht, acht Tage später mit abzufahren. Als er am 29. October wiederkam, sah man's ihm auf dem Gesicht an, daß er einen großen Entschluß gefaßt hatte, nur gelang es ihm noch nicht, diesen in Worte zu kleiden.
Jetzt hatte er freilich genügende Zeit dazu. Der »Vulcan« sollte zwei Monate lang hier liegen bleiben, um verschiedene nothwendig gewordene Reparaturen daran auszuführen, und zwei Monate reichen doch übrig dazu, ein einziges kleines Wort auszusprechen.
»Mamsell Sissy ist doch noch nicht verheiratet? hatte er die Kat beim ersten Besuche gefragt.
- Das noch nicht. lange wird's aber nicht mehr dauern. Es brennt schon!« antwortete darauf die gute Frau.
Nach Abtakelung des »Vulcan« hatte Grip an Bord selbstverständlich nichts zu thun, und folglich hielt er sich sehr häufig - sagen wir lieber, immer - im Bazar von Little Boy auf. Höchstens wenn er hier gleich wohnte, hätte er noch mehr daselbst sein können. Während seiner ganzen Urlaubszeit kamen die suchen jedoch keinen Schritt weiter.
Als die Reparaturen des »Vulcan« in der dazu bestimmten Frist beendigt waren, sollte er eine Woche später wieder in See gehen. Und dieser Schwachkopf von Grip hatte den Mund noch immer nicht aufgethan - wenigstens nicht, um das zu sagen, was man von ihm erwartete.
Da ereignete sich in der ersten Decemberwoche ein unerwarteter Zwischenfall.
Ein an O'Brien gerichteter Brief, die Antwort auf dessen letzte Anfrage in Australien, brachte folgende Nachrichten:
Martin und Martine Mac Carthy, Murdock, dessen Frau und Töchterchen, sowie Sim und Pat, die jenen gefolgt waren, hatten sich in Melbourne zur Rückkehr nach Irland wieder eingeschifft. Das Glück war ihnen auch hier nicht günstig gewesen und sie kamen ebenso elend heim, wie sie einst fortgegangen waren. Das Emigrantenschiff, auf dem sie sich befanden, der Segler »Queeasland«, konnte vor Ablauf von drei Monaten in Queenstown schwerlich eintreffen.
Unsern Findling betrübten diese Nachrichten recht schmerzlich, meldeten sie ihm doch, daß die Familie Mac Carthy auch heute noch unglücklich, ohne Arbeit und ohne Mittel sei. Er sollte aber wenigstens seine Adoptiveltern wiedersehen, sollte endlich die Genugthuung haben, ihnen beistehen zu können. Ja, wenn er zehnmal so vermögend gewesen wäre, um ihre Lage zehnmal besser gestalten zu können!
Den Brief, den er sich von O'Brien erbeten hatte, verschloß er in seinem Schreibtische, und - wunderbar! - von jenem Tage ab erwähnte er desselben mit keiner Silbe und sprach auch überhaupt nicht mehr von den früheren Pächtern von Kerwan.
Jene Nachrichten übten aber einen unerwarteten Einfluß auf Grip aus. Das Menschenherz bleibt sich ja immer gleich, selbst in der Brust eines ersten Heizers. Da sollten die Mac Carthy's heimkehren, die beiden Brüder Sim und Pat, gewiß jetzt ein paar prächtige Burschen, die Findling fast wie leibliche Brüder liebte, wer konnte wissen, ob er nicht einem von diesen diejenige, die fast seine Schwester war, zugedacht hatte? Kurz, Grip wurde eifersüchtig, entsetzlich eifersüchtig, und am 9. December war er fest entschlossen, der Ungewißheit ein Ende zu machen, als Findling ihn zur Seite nahm und sagte:
»Komm nach meinem Comptoir, Grip, ich habe mit Dir zu sprechen.«
Ganz bleich - er hatte das Vorgefühl, daß es sich um etwas sehr wichtiges handelte - folgte Grip der Aufforderung Findlings.
Als sie sich allein gegenüber saßen, begann der Chef des »Kleinen Geldbeutels« trocknen Tones:
»Ich werde mich voraussichtlich auf ein umfänglicheres Geschäft einlassen, und dazu braucht' ich Dein Geld.
- Na, meinte Grip, das giebt nicht sehr viel. Wie viel brauchst Du denn?
- Alles, was Du in der Sparcasse liegen hast.
- Nimm, was Du willst.
- Hier ist Dein Sparbuch. Du mußt es unterzeichnen, damit ich das Geld erheben kann.«
Grip schlug das Buch auf und unterschrieb.