Der Findling
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Детские и приключения
Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:
So erscheint es als kein Wunder, daß der Bazar von Little Boy nicht allein der reichlichst ausgestattete, sondern auch der schönste in der Bedford-Street, ja im ganzen Stadtviertel wurde. Daß hier die Hand einer Frau eingriff, erkannte man an tausend Kleinigkeiten. Grip, der redlich half, fing auch allmählich an zu glauben, daß er deren Ehemann sei, vorzüglich als ihm die Ahnung kam, daß die Reihe seiner Vorfahren nicht mit ihm abschließen würde.
Alle fühlten sich glücklich und dankbar verpflichtet dem Knaben, der ihnen ein so schönes Los zu bereiten verstanden hatte - das heißt alle, die sich jetzt im Bazar »Zum kleinen Geldbeutel« um Findling vereinigt fanden.
Was aus den andern, die in seinem Leben eine mehr vorübergehende Rolle spielten, geworden wäre oder werden würde, darüber wollte sich Findling nicht den Kopf zerbrechen. Thornpipe zog wahrscheinlich noch im Lande umher und stellte seine etwas alt gewordenen Königspuppen zur Schau;
O'Bodkins wurmte gewiß noch die freche Zerstörung seiner musterhaften Bücher; der Marquis und die Marquise Piborne lebten in der hochvornehmen Geistesbeschränktheit weiter, die ihr Sohn unverändert geerbt hatte; Scarlett verwaltete ohne Zweifel Trelingar-castle und was dazu gehörte zu seinem Vortheil weiter, und Miß Anna Walston.. starb jedenfalls fast Abend für Abend im fünften Acte. Von keinem der genannten war je etwas zu hören gewesen, außer daß sich - nach der Times - Lord Piborne doch einmal entschlossen hatte, im Oberhause eine Rede zu halten, welch löbliche Absicht nur deshalb nicht zur Ausführung kam, weil, als er das Wort ergreifen wollte, das künstliche Gebiß des hochedlen Herrn nicht nach Wunsch fungierte. Carker war zum Erstaunen Grips noch immer nicht gehenkt worden; er näherte sich dem Galgen aber jedenfalls mehr und mehr, nachdem er unlängst in London bei einer polizeilichen Razzia mit einer ganzen Rotte seines Schlags hinter Schloß und Riegel gebracht worden war.
Nun blieben nur die Mac Carthy's übrig, an die Findling unausgesetzt dachte und deren Heimkehr er ungeduldig erwartete. In den Seenachrichten fand sich noch nichts vom »Queensland«. Erschien er binnen einigen Wochen noch nicht, so mußte man für ihn fürchten, denn in der letzten Zeit war der Atlantische Ocean von sehr heftigen Stürmen heimgesucht worden. Und noch immer traf keine Depesche von den Rhedern in Queenstown ein!
Am 5. April brachte diese endlich ein Telegraphenbote. Bob hatte sie in Empfang genommen und sofort ertönte seine Stimme:
»Eine Depesche aus Queenstown!. Ein Telegramm aus Queenstown!«
Endlich eine Nachricht über die Adoptiveltern Findlings, die also jedenfalls in Irland zurück waren. die erste, einzigste Nachricht über sie!
Alle liefen erwartungsvoll zusammen. Die Depesche hatte folgenden Inhalt:
»Queeastown, 5. April 9,25,20.
»Findling, Little Boy and Co. Bedford-Street,
Dublin.
»Queensland« diesen Morgen eingelaufen. Familie Mac
Carthy an Bord. Erwarten Ihre Ordres.
Benett«.
Findling war es, als ob er ersticken sollte. Sein Herz hatte einen Augenblick still gestanden. Reichliche Thränen brachten ihm Erleichterung und er begnügte sich, als er die Depesche in die Tasche steckte, zu sagen:
»Es ist gut.«
Weiterhin sprach er gar nicht mehr von den Mac Carthy's, was Herrn und Frau Grip, Bob, die Kat und O'Brien nicht wenig verwunderte. Er widmete sich vielmehr seiner Thätigkeit wie gewöhnlich. Balfour erhielt nur Auftrag, ihm einen Check von hundert Pfund auszufertigen, über dessen Verwendung der junge Chef sich nicht äußerte.
Vier Tage verstrichen, die letzten vier Tage der Charwoche, denn jenes Jahr fiel Ostern auf den 10. April.
Am Sonnabend Morgen rief Findling sein gesammtes Personal zusammen und verkündete:
»Der Bazar bleibt bis nächsten Dienstag Abend geschlossen.«
Damit erhielten Balfour und die beiden Verkäufer Urlaub. Bob, Grip und Sissy beabsichtigten, die freie Zeit nach eignem Belieben auszunützen, als sie Findling fragte, ob sie nicht geneigt wären, während der drei Tage eine Reise zu machen.
»Eine Reise? rief Bob. Ich bin dabei. Wohin soll's denn gehen?
- Nach der Grafschaft Kerry, die ich einmal wiedersehen möchte,« erklärte Findling.
Sissy sah ihn fragend an.
»Und wir sollen Dich dahin begleiten?
- Es würde mir ein großes Vergnügen machen.
- Ich soll also auch dabei sein? fragte Grip.
- Selbstverständlich.
- Und Birk? setzte Bob hinzu.
- Birk ebenfalls.«
Das war also abgemacht. Der Bazar sollte unter Obhut der Kat bleiben und man beschäftigte sich mit den Vorbereitungen, die eine dreitägige Abwesenheit erheischt. Nachmittag um vier Uhr wollte man den Expreßzug benutzen, um elf Uhr würde die Gesellschaft in Tralee eintreffen, dort übernachten, und am nächsten Tage. nun, am nächsten Tage würde Findling das weitere Programm kund geben.
Um vier Uhr befanden sich alle auf dem Bahnhofe, Grip und Bob höchst vergnügt, Sissy aber etwas nachsinnend, da ihr Findling gar so unergründlich vorkam.
»Tralee, sagte sich die junge Frau, das ist doch ganz in der Nähe von Kerwan. Will er denn etwa in die Farm zurückkehren?«
Birk hätte ihr darauf vielleicht antworten können; dessen bekannte Discretion hielt sie aber ab, eine bezügliche Frage zu stellen.
Der Hund wurde im Packwagen untergebracht und von Bob der Sorgfalt des Packmeisters unter Hinzufügung eines vollwichtigen Schillings besonders empfohlen. Dann nahmen Findling und seine Begleiter ein Coupe erster Classe ein.
Die siebzig Meilen zwischen Dublin und Tralee wurden in sieben Stunden zurückgelegt. Von den durch den Zugführer
ausgerufenen Stationsnamen machte besonders einer auf Findling einen eigenthümlichen Eindruck. Das war der Name Limerick. Er erinnerte ihn an sein Debut auf dem dortigen Theater in dem Drama »Die Reue einer Mutter« und an die Scene, wo er sich so krampfhaft an die Herzogin von Kendall in der Person der Miß Anna Walston anklammerte,. Es war das aber nur eine Erinnerung, welche wie die flüchtigen Bilder eines Traumes wieder verschwand.