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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Wir nehmen den um zwei Uhr acht«, entschied Mrs. Mering. »Goring ist so gewöhnlich.«

»Und was ist mit Lady Godiva?« fragte Verity verzweifelt. »Sie muß doch einen Grund gehabt haben, Sie nach Coventry kommen zu lassen, Tante Malvinia.«

»Unter den gegebenen Umständen bin ich keineswegs überzeugt, daß es wirklich ihr Geist gewesen ist«, sagte Mrs. Mering. »Ich glaube, Madame Iritosky hatte recht damit, daß da böswillige Geister am Werk waren. Baine, sagen Sie dem Kutscher, er soll uns zum Bahnhof fahren.«

»Moment!« rief ich und sprang aus der Kutsche, direkt in eine Pfütze hinein. »Ich bin gleich wieder da! Warten Sie hier!« und lief fort, die Kirchenmauer entlang.

»Wo, um alles in der Welt, rennt er hin?« hörte ich Mrs. Mering sagen. »Baine, gehen Sie und sagen Sie Mr. Henry, er soll unverzüglich zurückkommen.«

Ich sprintete um die Ecke der Kirche, den Mantelkragen gegen den Regen hochgestellt. Von meiner Suche in den Trümmern und von der Rekonstruktion der Kathedrale her wußte ich, daß es sowohl an der Südseite wie an der Nordseite der Kathedrale eine Tür gab, und falls nötig, würde ich solange an die Tür der Sakristei klopfen, bis jemand öffnete.

Doch das war nicht nötig. Die südliche Tür stand offen und in ihr, durch das Überdach vom Regen geschützt, ein Handwerker, der mit einem jungen Mann, der einen geistlichen Kragen trug, diskutierte.

»Sie haben versprochen, daß die Lichtgaden am zweiundzwanzigsten fertig seien, und heute ist der fünfzehnte, und Sie haben nicht einmal damit begonnen, die Bänke zu lackieren«, sagte der Kurator gerade, der blaß und ziemlich glotzäugig war, was aber auch von dem Gespräch mit dem Handwerker kommen konnte. Dieser zog ein Gesicht, als hätte er das alles schon mal gehört und würde es auch noch öfter zu hören bekommen. »Mer kunnit eher mit’m Lackiern anfang’n, Meister, als bis die Lichtgade fertig sin. Weng dem Staub.«

»Na gut, dann sehen Sie zu, daß Sie mit den Lichtgaden fertig werden.«

Der Mann schüttelte den Kopf. »Geht nit. Bill, der wo die Stahlpfeiler in die Holzposte setzt, is krank wor’n.«

»Und wann kommt er wieder? Es muß alles bis nächsten Samstag fertig sein, zu unserem Kirchfest.«

Der Handwerker hob die Schultern, genau wie der Elektriker, den ich drei Wochen zuvor mit Lady Schrapnell hatte sprechen hören, und ich bedauerte es, daß sie nicht hier war. Sie hätte ihn fest am Ohr gepackt, und die Arbeit wäre Freitag fertig gewesen. Oder Donnerstag.

»Morje oder aach nächst’ Woch. Wozu brauche mir überhaupt die neue Bänk’? Die aale ham mir gut gefalle.«

»Sie sind kein Mitglied der Geistlichkeit«, sagte der Kurator, noch ein paar Grade glotzäugiger werdend. »Und auch kein Experte in moderner Kirchenarchitektur. Nächste Woche reicht nicht. Die Renovierungsarbeiten müssen am zweiundzwanzigsten beendet sein.«

Der Handwerker spie auf die feuchte Stufe. Dann schlenderte er in die Kirche hinein.

»Entschuldigung«, sagte ich und hielt den Kurator auf, bevor er ebenfalls verschwinden konnte. »Ist es wohl möglich, die Kirche zu besichtigen?«

»Oh, nein!« Er blickte aufgescheucht wie eine Hausfrau, die von unangemeldeten Gästen überrascht wird, um sich. »Die Renovierungsarbeiten an den Lichtgaden und dem Glockenturm sind in vollstem Gange! Die Kirche ist offiziell bis zum einunddreißigsten Juli geschlossen. Dann wird unser Vikar sicher gern eine Führung für Sie veranstalten.«

»Das ist zu spät«, sagte ich. »Wo wir doch gerade die Renovierungsarbeiten sehen wollen! Die Kirche von Muchings End muß nämlich auch dringend renoviert werden. Der Altar ist absolut mittelalterlich.«

»Äh… aber…« Er zögerte. »Wir stecken außerdem gerade mitten in den Vorbereitungen für ein Fest und wir…«

»Ein Fest!« rief ich. »Was für ein wunderbarer Zufall! Mrs. Mering richtete gerade auch ein Kirchfest in Muchings End aus!«

»Mrs. Mering?« Der Kurator schaute zur Tür zurück, als wolle er durch sie entfliehen. »Ich fürchte, in dem Zustand, in dem sich die Kirche gerade befindet, sollte sie von Damen nicht betreten werden. Man kann ja nicht einmal den Altar oder den Chorraum erkennen. Überall nur Sägemehl und Werkzeuge!«

»Das wird die Damen nicht stören«, versicherte ich und schob mich entschlossen zwischen ihn und die Tür. »Sägemehl ist genau das, was sie zu sehen wünschen.«

Baine kam mit einem Schirm herbeigeeilt, den er mir aushändigte. Ich gab ihn ihm zurück. »Holen Sie die Kutsche herbei«, sagte ich. »Und sagen Sie Mrs. Mering, daß wir die Kirche besichtigen können.«

Was nur zeigte, daß das Zusammensein mit Lady Schrapnell und ihren Vorfahren einem einiges darüber lehrte, wie man die Dinge ins Laufen brachte.

»Rasch! Beeilen Sie sich!« setzte ich hinzu, und Baine jagte durch das Nieseln, das unaufhaltsam in Regen umschlug.

»Meines Erachtens ist momentan eine Besichtigung keinesfalls ratsam«, sagte der Kurator. »Die Handwerker installieren eine neue Chorbalustrade, und ich habe eine Besprechung mit unserer Miss Sharpe wegen des Standes mit den Galanteriewaren.«

»Sie werden doch auch einen Basar haben, oder?«

»Basar?« fragte er unschlüssig.

»Das ist der allerletzte Schrei auf Kirchfesten. Ah, da sind sie ja.« Ich sprang die Stufen hinunter, als die Kutsche vorfuhr, packte Verity und zog sie an der Hand heraus. »Welch ein Glück! St. Michael ist doch geöffnet, und der Kurator hat sich freundlicherweise angeboten, uns zu führen. Rasch«, setzte ich flüsternd hinzu. »Bevor er es sich anders überlegt.«

Verity trippelte leichtfüßig zu dem Kurator, schenkte ihm ein strahlendes Lächeln und lugte durch die Tür. »Oh, Tossie, komm und schau dir das an!« rief sie und schwupps, war sie im Innern der Kirche. Terence half Tossie aus der Kutsche und in die Kirche und ich Mrs. Mering, über ihren Kopf den Schirm haltend, den Baine mir gegeben hatte.

»O je«, sagte sie mit besorgtem Blick zum Himmel. »Das sieht ja fürchterlich aus. Vielleicht sollten wir nach Hause fahren, ehe das Unwetter losbricht.«

»Einige der Handwerker sagten, sie hätten einen Geist gesehen«, unterbrach ich rasch. »Einer von ihnen wurde daraufhin sogar krank und mußte nach Hause.«

»Wie wundervoll!« sagte sie, gerade als wir den Kurator erreichten, der händeringend in der Türöffnung stand. »Ich fürchte, St. Michael wird eine Riesenenttäuschung für Sie werden, Mrs. Mering«, sagte er. »Wir sind gerade dabei…«

»…das jährliche Kirchfest vorzubereiten. Mrs. Mering, Sie müssen ihm unbedingt von Ihren Federhalterwischern erzählen«, sagte ich schamlos und manövrierte sie um ihn herum ins Innere der Kirche. »Die in Dahlienform. So zweckmäßig und außerdem noch hübsch.«

Ein krachender Donnerschlag folgte meinen Worten, so laut, daß ich überzeugt war, wegen meiner Lügerei vom Blitz getroffen worden zu sein.

»Meine Güte!« rief Mrs. Mering.

»Ich fürchte, das ist wirklich eine ungünstige Zeit für eine Besichtung«, sagte der Kurator im selben Moment. »Unser Vikar ist abwesend, und Miss Sharpe…«

Ich wollte gerade sagen: »Nur eine kurze Besichtigung, wo wir doch schon hier sind«, aber ich konnte es mir sparen. Ein weiterer krachender Donnerschlag erfolgte, und der Himmel öffnete seine Schleusen.

Mrs. Mering und der Kurator traten einen Schritt zurück, in die Kirche hinein, fort von den niederprasselnden Regentropfen, und Baine, der stets Geistesgegenwärtige, trat vor und schloß die Tür hinter uns. »Es sieht so aus, als blieben wir eine kleine Weile hier, Madam«, sagte er, und ich konnte hören, wie Verity vor Erleichterung aufseufzte.

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