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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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Langsam verstrich die regnerische, eisige Nacht. Die Flüchtlinge litten von der Kälte, und dennoch erwarteten sie den Tag nur mit größter Besorgnis. Ein Gebell, das ihnen zuweilen ans Ohr schlug, verriet, daß die Hunde auf der Halbinsel losgelassen worden waren. Bei ihrer Gewohnheit, die Sträflinge schon aus der Ferne zu wittern und die Tracht der Anstaltsinsassen zu erkennen, entdeckten die Tiere früher oder später jedenfalls die Felsenhöhle, worin sich Farnham und seine Gefährten verbargen.

Kurz nach Mitternacht war der Strand von der zunehmenden Flut bedeckt, da der Weststurm das Wasser hierher drängte. Das Meer stieg sogar so hoch, daß es den unteren Teil des Steilufers bespülte. Eine halbe Stunde lang standen die Flüchtlinge fast bis zum Knie im Wasser. Zum Glück schwoll dieses nicht noch weiter an, und der Ebbestrom führte es trotz der Fortdauer des Sturmes allmählich wieder zurück.

Kurz vor Tagesanbruch zeigte der Sturm aber Neigung zur Abnahme. Der Wind lief nach Norden um, und die Bai wurde damit etwas leichter befahrbar. Farnham, O'Brien und Macarthy durften also hoffen, daß der Wogengang sich mildern werde. Als es hell wurde, war die Besserung schon sehr deutlich merkbar. Brandeten die Wellen auch noch an der Außenseite der Klippen, so hätte schon jetzt doch ein Boot an der Rückseite der Saint-Jamesspitze anlegen können.

Leider mußte der Abend abgewartet werden, ehe sich die Flüchtlinge wieder herauswagen konnten.

Farnham machte aus den Lebensmitteln, dem Zwieback und dem Dörrfleische, die er hierher geschafft hatte, drei gleiche Teile. Da der kleine Vorrat nicht erneuert werden konnte, sollte er sparsam verbraucht werden, weil ja auch eine Verzögerung von mehr als achtundvierzig Stunden nicht ausgeschlossen war. Süßwasser konnte am Abend leicht wieder aus dem Bache in der Nähe geholt werden.

Ein Teil des frühen Morgens verstrich, ohne daß sich irgend etwas Auffälliges ereignete. Der Sturm legte sich gänzlich und zwischen den letzten Wolken des Osthimmels stieg die Sonne heraus.

»Jetzt, meinte O'Brien, wird das Schiff, das auf der Reede von Hobart-Town liegt, in die Storm-Bai einfahren können und gegen Abend kann es in der Nähe der Halbinsel sein.

- Man wird aber, antwortete Macarthy, auch die Küste desto sorgsamer überwachen.

- Nur ruhig Blut, mahnte O'Brien. In Port-Arthur weiß kein Mensch, daß von Amerika ein Schiff gekommen ist, um uns an Bord zu nehmen, ebensowenig, daß wir hierher, nach der Saint-Jamesspitze, bestellt worden sind. Was ergibt sich daraus? Doch nur, daß man glaubt, wir wären im Walde verborgen, und wenigstens die ersten Tage wird man dort eher als an der Küste nach uns suchen.

- Wie mag es denn mit Walter stehen? bemerkte da Farnham. Vor zwei Tagen, am Sonnabend, haben wir ihn noch auf der nach Port-Arthur führenden Straße gesehen. Ob er wohl nach Hobart-Town. zurückgekehrt ist?, Höchst wahrscheinlich. Er wird sich an Bord des Dampfers begeben und dem Kapitän mitgeteilt haben, daß wir am Montag Abend an der Saint-Jamesspitze sein würden.

- Ja, sicherlich, meinte Macarthy, denn wenn Walter nicht nach Hobart-Town zurückgekehrt wäre, hätte er uns in der vergangenen Nacht aufgesucht. Bei der Finsternis wäre es ihm ja ein Leichtes gewesen, den Patrouillen auszuweichen.

- Das glaube ich auch, stimmte O'Brien zu. Walter wird mit einem der Dampfboote, die auf der Bai verkehren, Port-Arthur schon am Sonntag verlassen haben.

- Und wir dürfen annehmen, setzte Farnham hinzu, daß er die Abfahrt des Dampfers möglichst beschleunigen wird. Gedulden wir uns also noch ein wenig, sobald es dunkel wird, stößt das Boot jedenfalls an die Küste.

- Gott gebe es!« antwortete O'Brien.

Gegen ein Uhr Nachmittag wurde es in der Nähe lebhaft. Oben an der Kante des Steilufers, hundert Fuß über der Höhle, die die Flüchtlinge verbarg, ertönte ein Gewirr von Stimmen. Gleichzeitig schlugen die Hunde an, die von ihren Herren offenbar gehetzt wurden.

»Die Polizeisoldaten!, Die Hunde! rief Farnham. Jetzt droht uns Gefahr!«

In der Tat war ja zu befürchten, daß die Tiere nach dem Strande herunterkämen, wohin ihnen dann jedenfalls die Aufseher und Polizisten auf demselben Wege nachfolgten, den Farnham am Tage vorher benutzt hatte. Dann schnüffelten die Doggen hier umher, ihr Instinkt würde sie nach dem Fuße des Steilufers treiben und zuletzt entdeckten sie zweifellos auch die Höhle,

Welchen Widerstand konnten dann O'Brien, Macarthy und Farnham, die keine Waffen besaßen, einem Dutzend bewaffneter Männer entgegensetzen?, Sie wären doch kurzer Hand überwältigt und in die Strafanstalt zurückgetrieben worden, und welches Los sie da erwartete, darüber konnten sie nicht im Zweifel sein: die doppelte Kette und der finstere Kerker für O'Brien und Macarthy, die Todesstrafe für Farnham, da er ihre Flucht begünstigt hatte.

Alle drei verhielten sich in der Höhle regungslos still. Ungesehen daraus wegzugehen, war ganz unmöglich. Wohin hätten sie sich von diesen letzten Felsgebilden der Landspitze aus auch flüchten sollen?, Um nicht in den Bagno zurückzukommen, blieb ihnen nichts anderes mehr übrig, als sich ins Meer zu stürzen, Ja, alles lieber, nur nicht in die Hände der Häscher fallen!

Inzwischen kamen die Stimmen noch näher. Sie verstanden schon einzelne Worte, die über ihrem Schlupfwinkel gewechselt wurden, und hörten die Rufe derer, die sie verfolgten, ebenso wie das wütende Bellen der Doggen.

»Hierher!, Dorthin! ertönte es einmal ums andere.

- Laßt doch die Hunde frei, rief ein dritter, der Strand hier muß abgesucht werden, ehe wir umkehren!

- Was sollten sie denn hier gemacht haben? antwortete sofort der gewalttätigrohe Führer der Abteilung, den Farnham an der Stimme erkannte. Durch Schwimmen haben sie sich nicht retten können, wir müssen unsere Nachforschungen im Walde wieder aufnehmen!«

O'Brien ergriff die Hand seiner Gefährten. Nach diesem Einwurf ihres Führers konnte man erwarten, daß die Verfolger sich entfernen würden. Da rief aber noch einer von diesen:

»Nun, nachsehen könnten wir doch einmal!, Wir wollen hier den Pfad hinuntersteigen, der nach dem Strande führt. Wer weiß, ob die Drei sich nicht in irgend einem Loche versteckt halten!«

Die Drei?, Man nahm in Port-Arthur also als ausgemacht an, daß Farnham, der Helfer bei diesem Fluchtversuche, auch bei den Irländern sei.

Waren die Worte der Leute jetzt weniger gut verständlich -ein Beweis, daß sich die Verfolger dem herunter führenden Wege zugewendet hatten - so ertönte das Heulen und Bellen der Hunde in um so größerer Nähe.

Ein glücklicher Umstand verhinderte aber vielleicht die Entdeckung der Flüchtlinge. Das augenblicklich noch ziemlich hohe Meer überflutete den Strand bis zum Fuße des Steilufers und seine äußersten Wellen rollten bis zum Eingange der Höhle. Diesen selbst konnte nur sehen, wer um die Felsmasse herumging. Von der Saint-Jamesspitze selbst lagen die äußersten Blöcke noch unter dem Schaum der Wellen. Die Ebbeströmung mußte wenigstens noch zwei Stunden abgewartet werden, ehe der Strand wieder gangbar wurde. Es war aber unwahrscheinlich, daß die Verfolger hier so lange verweilen würden, statt sich einer mehr Erfolg versprechenden Fährte zuzuwenden.

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