Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
1 ... 99 100 101 102 103 104 105 106 107 ... 113
Перейти на страницу:

Es war also nicht die von Walter angemeldete »Illinois«, deren Rauch die Flüchtlinge beobachteten. Der Dampfer lag noch immer auf der Reede von Hobart-Town. Immerhin war es noch Zeit. Vielleicht erschien er erst mitten in der Nacht.

Nun gut, sie wollten warten, wollten nach ihm ausspähen. Sobald es dunkel genug war, gedachten O'Brien, Macarthy und Farnham sich über das Vorland bis zum äußersten Ende der Saint-Jamesspitze zu begeben und sich hinter den letzten Felsblöcken zu verbergen. Näherte sich dann ein Dampfer, so hörten sie das Keuchen seiner Maschine und den Wasserwirbel von seiner Schraube. Und wenn er endlich ein Boot abschickte, wollten sie es anrufen, um es durch die Klippen der Bucht zu leiten. Verhinderte es schließlich die Brandung, unmittelbar am Lande anzulegen, so wollten sie selbst ins Meer gehen. dann würden sie aufgenommen und nach der »Illinois« gebracht werden. Ja, wie O'Brien gesagt hatte: sollte es ihnen auch das Leben kosten. nur nicht zurück in den Bagno!

Eben verschwand die Sonne unter dem Horizonte. Zur jetzigen Jahreszeit konnte der Himmel durch die Dämmerung nicht mehr lange erhellt bleiben. Die Bai und das Ufer mußten bald in der Dunkelheit der Nacht zusammenfließen. Der das letzte Viertel zeigende Mond konnte nicht vor drei Uhr morgens aufgehen. Unter dem sternenlosen, von einer Wolkendecke verhüllten Himmel mußte die Finsternis eine sehr tiefe werden.

Draußen war alles still und stumm. Der schwache Wind, der sich gegen Abend fast ganz gelegt hatte, wurde nur zeitweilig durch einen Hauch bemerkbar. Von der Seite der Bai her hätten die Flüchtlinge das Rauschen von einem auf die Küste zu steuernden Dampfer selbst auf zwei bis drei Seemeilen Entfernung gehört, und mindestens auf fünf bis sechs Kabellängen das Geräusch von einem durch Ruder bewegten Boote.

O'Brien konnte sich gar nicht mehr zügeln und wollte trotz des Widerspruchs seiner Gefährten nach dem Ende der Saint-Jamesspitze hinauseilen.

Das war unklug, denn bei dem noch vorhandenen schwachen Lichte hätte er vom Rande des Steilufers her doch von Verfolgern bemerkt werden können. Immerhin schien es, als ob sich keine lebende Seele auf diesem Teile der Küste befände. Auf dem Sande hinkriechend, erreichte O'Brien die Stelle, wo die Saint-Jamesspitze an der äußersten Strandlinie ausläuft. Hier erhoben sich noch mächtige Felsblöcke, die mit Tang überkleidet waren und deren bei Tiefebbe sichtbare

Fortsetzung zwei- bis dreihundert Schritt weit hinausreichte und sich dann mehr nach Norden zu krümmte.

Da ertönte die Stimme O'Briens bis zu Farnham, der mit Macarthy in der Höhle zurückgeblieben war.

»Hierher, vorn nach der Spitze!« rief er.

Hatte O'Brien ein Boot entdeckt oder wenigstens das Plätschern von Ruderschlägen gehört? Jedenfalls durften die beiden anderen nicht zögern, ihm nachzueilen. Farnham und Macarthy begaben sich also schnellen Schrittes über das Vorland hin.

Als alle drei am Fuße der letzten Felsen standen, sagte O'Brien:

»Ich glaube, ja, ich glaube noch, es nähert sich ein Boot,

- Von welcher Seite?

- Von dieser hier.«

O'Brien wies nach Nordwesten.

Das war genau die Richtung, die ein Boot hätte einhalten müssen, das von draußen durch die Risse steuern wollte.

Macarthy und Farnham lauschten. Auch sie vernahmen taktmäßige Ruderschläge. Kein Zweifeclass="underline" von draußen kam ein Boot, das, weil es des Weges nicht ganz sicher war, nur langsam weitergetrieben wurde.

»Ja ja, bestätigte Farnham, man hört das Anschlagen der Ruder an die Bordrandpflöcke, da draußen bewegt sich ein Boot,

- Ist es aber auch das von der 'Illinois'?« bemerkte O'Brien.

Es konnte ja kaum ein anderes sein als das, das vom Dampfer

nach der verabredeten Stelle abgeschickt worden war. Bei der zunehmenden Dunkelheit war es den Flüchtlingen freilich unmöglich, etwas von dem Schiffe zu entdecken. Vielleicht hielt es eine gute Meile weit draußen, teils um von der Küste aus bestimmt nicht bemerkt zu werden, und teils, um sich dieser und ihren gefährlichen Rissen nicht zu sehr zu nähern.

Es galt nun also, so weit wie möglich vorzudringen, um das Boot im Auge zu behalten, es nötigenfalls anzurufen, um ihm den Weg durch die Klippen zu bezeichnen, und endlich hineinzuspringen, wenn es die äußersten Felsblöcke erreicht hatte.

Da erscholl aber plötzlich oben auf dem Steilufer ein lautes Bellen, dem verschiedene Rufe nachfolgten.

Am Rande hielt eine Abteilung Aufseher, die ein Dutzend Hunde bei sich hatten. Nach Durchsuchung des Waldsaumes waren sie wieder an die Küste gekommen.

Nicht weit davon rüsteten sich die Rotten, die an der Lichtung arbeiteten, zum Rückwege nach Port-Arthur.

Bei den Ausrufen der Verfolger sagten sich O'Brien, Macarthy und Farnham, daß sie entdeckt wären. Sie mochten wohl bemerkt worden sein, als sie über das Vorland hinschritten, oder vielleicht hatte der erste Ruf O'Briens sie schon verraten.

Jetzt beruhte ihre Rettung nur noch darauf, daß das Boot zeitig genug herankam, und ihnen war es doch unmöglich, dessen Fahrt zu beschleunigen. Und wenn sie sich nicht getäuscht hatten, wenn das Boot sich näherte, würde es sie aufnehmen können, ehe die Verfolger auch am Wasserrande anlangten?

Kam wohl von Matrosen eine genügende Zahl, die Aufseher und Polizeisoldaten anzugreifen, wenn jene überhaupt auf einen Kampf eingerichtet waren?, Würde es ihnen möglich sein, den Verfolgern die Gefangenen wieder zu entreißen und sie an Bord der »Illinois« in Sicherheit zu bringen?

»Die Hunde, die Hunde!« rief in diesem Augenblicke Macarthy.

Den Pfad von der Uferwand herunter stürmend, sprangen die Doggen sogleich über das Vorland hin, vier oder fünf dieser zur Verfolgung von Sträflingen abgerichteten Tiere, die ein wütendes Gebell ausstießen.

Fast gleichzeitig tauchten ein Dutzend mit Revolvern bewaffnete Aufseher und Polizeisoldaten auf.

»Hierher!. Hierher! rief einer dem anderen zu.

- Dort sind sie. alle Drei!

- Vorwärts nach der Landspitze!

- Da kommt schon ein Boot heran!«

O'Brien hatte sich nicht getäuscht: ein Boot war im Begriff, in die kleine Bucht einzulaufen. Daß seine Gefährten und er es vorher nicht hatten sehen können, lag daran, daß gerade zwischen dem Fuße des Steilufers und dem kleinen Fahrzeuge mehrere Klippen aufragten.

Dagegen war durch das Boot die Aufmerksamkeit der oben am Felsrande hinschreitenden Verfolger erweckt worden, denn diese bemerkten, daß es erst längs der Küste hinsteuerte und dann durch den Klippengürtel zu gleiten suchte. Natürlich vermuteten sie, daß es nur hierher komme, um die Irländer aufzunehmen. Ein Blick auf das Meer hinaus zeigte ihnen auch, daß dort, der Bai gegenüber, ein unter diesen Umständen Verdacht erweckender Dampfer lag.

1 ... 99 100 101 102 103 104 105 106 107 ... 113
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)