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Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:

Als ein umherziehender Schausteller in Irland seine beweglichen Puppen vorführt, kommt man schnell seinem Geheimnis auf die Spur: In einem winzigen Kasten muß ein Junge diese Figuren bedienen. Er kommt so zu einer wahren Hexe in die Obhut, in die Armenschule, dann zu einer reichen Schauspielerin, aber nirgends wird dem Findling eine echte Heimat geboten. So schlägt er sich wieder allein durchs Leben und beweist dabei bald seinen unternehmerischen Geist. Ein unaufhaltsamer Aufstieg aus dem Elend beginnt für ihn, bei dem ihm aber nichts geschenkt wird.
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Die Bedingungen, unter denen die gute Frau ihre neue Stellung übernahm, waren bald und ohne Feilschen verabredet, denn sie empfand es keineswegs als einen Rückschritt, jetzt bei Little Boy statt früher im Trelingar-castle in Dienst zu stehen. Ihren neuen Herrn noch mit Du anzureden, dazu war sie freilich nicht zu bewegen; dieser war ja nicht mehr der Groom des Grafen Ashton, sondern der Chef des Hauses »Zum kleinen Geldbeutel«. Auch Bob wurde von ihr nur »Herr Bob« genannt, und höchstens Birk erfreute sich der alten vertraulichen Anrede. Bald machte sich die Anwesenheit der braven Frau im Hause bemerkbar. Jetzt blieb die Wirthschaft stets in schönster Ordnung und im Zimmer wie im Laden sah es noch einmal so sauber aus. Nach einem Restaurant zu Tische zu gehen, das mochte wohl für einen Commis passen, für den Principal eines Geschäfts aber schickte es sich ja nicht mehr, dieser mußte sein völlig eingerichtetes »Home« haben und am eigenen Tische speisen.

Das Jahr 1882 brachte für Little Boy and Co. einen sehr vorteilhaften Abschluß. Während der letzten Wochen konnte der Bazar zu Weihnachten und mm neuen Jahre kaum den Ansprüchen der Käufer genügen. Die Spielwaarenabtheilung mußte wohl zwanzigmal erneuert werden und Bob verkaufte mit einem Eifer sondergleichen Schaluppen, Kutter, Goeletten, Briggs, Dreimaster und selbst mechanische Dampfboote. Doch auch die andern Waaren fanden reißenden Absatz. In der seinen Welt gehörte es zum guten Ton, seine Bedürfnisse im Bazar »Zum kleinen Geldbeutel« zu decken.

Ein Geschenk galt nicht als »select«, wenn ihm die Marke Little Boy and Co. fehlte. Ja, die »Mode« ist etwas werth, wenn die Kinder sie machen und die Eltern diesen, wie es ihre Pflicht ist, gehorchen.

Findling hatte keine Ursache sich zu beklagen, daß er Cork verlassen und seinen Handel mit Zeitungen aufgegeben hatte. Den erweiterten Markt, den er in der Hauptstadt Irlands sachte, hatte er gefunden. O'Brien freute sich aufrichtig über die Zunahme der Geschäftsthätigkeit seines jungen Miethers, die dieser mit eignen Kräften und eignen Hilfsmitteln erzielt hatte. Seine Rathschläge wurden stets gern beachtet, sein Geld aber, das er in die Firma einzuschießen bereit war, lehnte Findling höflich ab.

Kurz nach Abschluß der Inventuraufnahme des ersten Jahres, dessen Verläßlichkeit O'Brien in allen Stücken anerkannte, konnte Findling gewiß höchst zufrieden sein: binnen sechs Monaten, seit dem Eintreffen in Dublin, hatte er sein Capital verdreifacht.

Zwölftes Capitel

Das Wiederfinden

»Wer irgendwelche Mittheilungen über die Familie Martin Mac Carthy »(früheren Pächter der Farm von Kerwan, Grafschaft Kerry, Kirchspiel Silton) »zu machen im Stande ist, wird dringend gebeten, diese der Firma »Little Boy »and Co. Bedford-Street, Dublin, zugehen zu lassen.«

Diese Anzeige in der Nummer vom 3. April 1884 der Gazette de Dublin hatte unser junger Held selbst aufgegeben und mit zwei Schillingen für die Zeile bezahlt. Am nächsten Tage stand derselbe Aufruf auch in den andern Blättern der Hauptstadt. Findling hätte eine halbe Guinee gar nicht besser anzuwenden gewußt, denn wie hätte er, das Adoptivkind der unglücklichen Familie, die ihm so viele Wohlthaten erwiesen hatte, diese jemals vergessen können? Er hielt es für seine Pflicht, alles zu versuchen, um sie wiederzufinden, ihr nach Kräften zu helfen, und er freute sich schon im voraus von ganzem Herzen darauf, der Familie an Lebensglück zurückerstatten zu können, was er an Liebe von ihr empfangen hatte.

Wie konnte er aber wissen, wo die Leute jetzt ein Obdach gefunden hatten, ob sie in Irland geblieben waren und jetzt vielleicht ihr Brod von Tag zu Tag erwerben mußten, ob Murdock, um sich weiteren Verfolgungen zu entziehen, vielleicht ausgewandert war und ob dessen Angehörige etwa gar sein Exil in fernem Lande, in Australien oder Amerika, theilten. Er hatte auch keine Ahnung, ob Pat noch segelte, und der Gedanke, daß die brave Familie wahrscheinlich jetzt noch unter der Last des Unglücks seufzte, verursachte ihm recht schweren Kummer.

Obwohl Findlings Aufruf jeden Sonnabend mehrere Wochen hindurch in allen Dubliner Blättern stand, blieb er doch erfolglos. Wäre Murdock in ein Gefängniß des Landes eingeliefert worden, so hätte er das jedenfalls erfahren. So konnte der Knabe nur annehmen, daß Martin Mac Carthy sich inzwischen mit den Seinigen nach Amerika oder Australien eingeschifft habe, von wo sie vielleicht nie mehr zurückkehrten, wenn sie da eine zweite Heimat gefunden hatten.

Die Hypothese einer Auswanderung nach Australien wurde übrigens durch Nachrichten, die O'Brien von früheren Geschäftsfreunden einzog, bald bestätigt. Ein von Belfast eingetroffener Brief brachte die erste Aufklärung. Nach Angabe der Bücher einer Auswanderungsagentur hatten sich die Mac Carthy's - drei Männer, zwei Frauen und ein Kind -vor fast zwei Jahren nach Melbourne eingeschifft. Hier ihre Spuren zu entdecken, war fast unmöglich, und alle Schritte, die O'Brien in dieser Richtung that, blieben ohne jeden Erfolg. Findling rechnete nun blos noch auf den zweiten Sohn Mac Carthy's, vorausgesetzt, daß dieser noch auf einem Schiffe des Hauses Macuard von Liverpool in Diensten stand. Er schrieb also an den Chef dieser Firma, erhielt aber die Antwort, daß Pat vor fünfzehn Monaten aus seiner Stellung bei ihnen geschieden sei und sie nicht wüßten, auf welchem Schiffe er jetzt segelte.

So blieb nur die einzige Hoffnung, daß Pat bei gelegentlicher Rückkehr nach Irland von der seine Familie betreffenden Anzeige Kenntniß erhielt, und an diese, wenn auch schwache Hoffnung wollte Findling sich vorläufig halten.

O'Brien bemühte sich vergeblich, seinem jungen Abmiether mehr Zuversicht einzuflößen, und eines Tages, als sie von der gleichen Angelegenheit sprachen, sagte er:

»Es sollte mich wundern, junger Freund, wenn Du die Familie Mac Carthy nicht früher oder später wiedersähest.

- Jetzt, wo alle in Australien, Tausende von Meilen von hier weg sind, Herr O'Brien?

- Wie kannst Du nur so sprechen, mein Kind! Australien gehört doch fast zu unsrer Stadt, es liegt beinahe vor unsrer Hausthür. Entfernungen giebt es heutigen Tages nicht mehr, die hat der Dampf zunichte gemacht. Jener Martin und seine Frau werden schon nach der Heimat zurückkehren. Irländer vergessen ihr Irland niemals, und haben sie da draußen etwas vor sich gebracht,.

- Könnte ich das wirklich erhoffen, Herr O'Brien? fragte Findling kopfschüttelnd.

- Gewiß, wenn sie so tüchtige Arbeiter sind, wie Du sagst.

- Muth und Einsicht genügen nicht immer, Herr O'Brien. Man muß auch etwas Glück haben, und das war den Mac Carthy's fast stets versagt geblieben.

- Was nicht ist, kann noch werden, mein Sohn! Glaubst Du etwa, daß ich selbst immer vom Glück begünstigt gewesen wäre?, Nein, ich habe manche Schwierigkeiten zu überwinden, manche Verluste zu tragen gehabt, bis ich mich als Herrn meiner Lage fühlte. Bist Du nicht selbst ein Beispiel dafür? Hast Du Deine Laufbahn nicht als ein Spielball des Elends begonnen, und jetzt,

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