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Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:

Als ein umherziehender Schausteller in Irland seine beweglichen Puppen vorführt, kommt man schnell seinem Geheimnis auf die Spur: In einem winzigen Kasten muß ein Junge diese Figuren bedienen. Er kommt so zu einer wahren Hexe in die Obhut, in die Armenschule, dann zu einer reichen Schauspielerin, aber nirgends wird dem Findling eine echte Heimat geboten. So schlägt er sich wieder allein durchs Leben und beweist dabei bald seinen unternehmerischen Geist. Ein unaufhaltsamer Aufstieg aus dem Elend beginnt für ihn, bei dem ihm aber nichts geschenkt wird.
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Ein Spaziergang durch den Phönix-Park bis zu dem hier angeschlossenen Zoologischen Garten beendigte diesen Ausflug durch die Stadt. Es war um fünf Uhr, als die Knaben von Grip Abschied nahmen, um nach ihrem Gasthaus in der Saint-Patrick-Street zurückzukehren, nachdem sie übereingekommen waren, sich alle drei jeden Tag bis zur Abfahrt des Dampfers zu treffen.

Als sie sich trennen wollten, sagte Grip noch zu Findling:

»Nun, mein Boy, ist Dir denn im Laufe dieses Nachmittags ein guter Gedanke gekommen?

- Ein Gedanke, Grip?.

- Nun ja, hast Du Dich für etwas entschieden, was Du anfangen willst?

- Was ich anfangen will, nein, das noch nicht, doch was ich nicht anfangen will, ja. Unsern Straßenhandel wie in Cork wieder aufzunehmen, das ist hier aussichtslos. Für den Verkauf von Zeitungen und Broschüren giebt es zu viel Concurrenz.

- Das mein' ich auch, sagte Grip.

- Ob wir mit dem Karren durch die Straßen fahren sollen, das weiß ich nicht, welcherlei Waaren sollte man da verkaufen?, Auch solche fahrende Händler giebt es schon sehr viele. Nein, es erscheint mir das rathsamste, gleich einen kleinen Laden zu miethen,.

- Jetzt bist Du auf dem richtigen Wege, mein Boy!

- Einen Laden in einem Stadttheil mit lebhaftem Verkehr, nicht von reichen Leuten, so etwa in einer Straße der Freiheiten,.

- Ganz vortrefflich! rief Grip.

- Was sollen wir da aber verkaufen? fragte Bob.

- Lauter nützliche Dinge, antwortete Findling, alles, was täglich gebraucht wird,.

- Also etwas zum Essen, meinte Bob, zum Beispiel Kuchen, nicht wahr?

- Das Leckermäulchen! rief Grip. Kuchen gehören doch nicht zu den nützlichen Dingen..

- O doch, weil sie gut schmecken.

- Das genügt nicht, vor allem müssen die Dinge nothwendig sein, erwiderte Findling. Doch. das wird sich finden. Erst will ich mir das Quartier da unten noch ansehen. Allem Anscheine nach machen die Händler daselbst gar nicht so schlechte Geschäfte. Ich denke, so eine Art Bazar..

- Ein Bazar. richtig! jubelte Grip, der schon den großen, reich ausgestatteten Laden Findlings mit glänzender Firma vor sich sah.

- Ich werde mir's überlegen, Grip. - Nur nicht überhasten! Ehe man sich entscheidet, muß man alles reiflich erwägen.

- Und vergiß nicht, mein Boy, daß ich mein ganzes Geld zu Deiner Verfügung stelle. Ich weiß so wie so nicht, was ich damit anfangen soll, und wirklich, es belästigt mich nicht wenig, es immer bei mir zu tragen..

- Warum legst Du es denn nicht an, Grip.?

- Ja, gern, bei Dir. Willst Du es?

- Wir werden sehen, vielleicht später. wenn unser Handel gut geht. Für jetzt fehlt mir ja nur mehr das Hans, in dem ich einen Laden eröffnen könnte, und wo nicht zu viel Risico dabei wäre.

- Keine Angst, mein Boy! Ich sage Dir, Du erwirbst Dir ein Vermögen, das weiß ich gewiß! Ich sehe Dich schon im Besitz von hunderten, von tausenden Pfund Sterling.

- Wann fährt denn der »Vulcan« ab, Grip?

- Etwa in acht Tagen.

- Und kehrt hierher zurück?

- Nicht vor Verlauf von zwei Monaten, denn wir wollen nach Boston, Baltimore, ich weiß nicht, wohin, oder vielmehr überall hin, wo Fracht einzunehmen,

- Und hierher zu bringen ist!« rief Findling mit heimlichem Neide.

Endlich trennten sie sich. Grip wandte sich nach den Docks zu, während Findling mit Bob und Birk die Brücke über die Liffey überschritt, um nach Saint-Patrick zurückzugelangen.

Wie vielen Atmen beiderlei Geschlechts begegneten sie da, doch auch wie vielen, die von übermäßig genossenem Whisky und Gin widerwärtig dahinschwankten!

Wozu hatte es genützt, daß der Erzbischof Johann bei einem 1186 in der Hauptstadt Irlands abgehaltenen Concil so wüthend gegen die Trunksucht gedonnert hatte? Sieben Jahrhunderte später trank Paddy noch immer über die maßen und weder ein andrer Erzbischof noch ein andres Concil dürfte jemals im Stande sein, diesen traurigen Erbfehler auszurotten.

Elftes Capitel

Der Bazar »Zum kleinen Geldbeutel«

Unser Held zählte jetzt elfeinhalb und Bob acht Jahre, so daß beide zusammen noch nicht einmal das majorenne Alter dargestellt hätten. Findling schon mitten in der Geschäftsthätigkeit, im Begriff, ein Handelshaus zu gründen. Es gehörte wirklich die blinde Vorliebe eines Grip dazu, um zu glauben, daß er damit gleich Glück haben, daß sein Handel nach und nach Umfang genug erreichen werde, um damit ein Vermögen zu erwerben.

Jedenfalls besaß das Quartier Saint-Patrick zwei Monate nach dem Eintreffen der beiden Knaben in der Hauptstadt Irlands einen Bazar, der die Aufmerksamkeit der Leute erregte und auch eine große Kundschaft heranlockte.

Dieser Bazar aber war nicht etwa in den ärmlichen Straßen der Freiheiten zu suchen, die sich in der Umgebung der Saint-Patrick-Street kreuzen.

Findling hatte es vorgezogen, sich mehr nach der Liffey zu, in der Bedford-Street, zu etablieren, wo man nichts überflüssiges, sondern nur Bedarfsgegenstände einzukaufen pflegt. Für die nothwendigsten Gegenstände finden sich ja stets Käufer, wenn jene gut und nicht zu theuer sind. Das hatte die Erfahrung dem jungen Kaufmann schon gelehrt, als er noch mit dem Karren durch die Straßen von Cork zog und dann die Grafschaften von Munster und Leinster durchwanderte.

Ein wirkliches Magazin war es, treu bewacht von Birk, der jetzt nicht mehr zum Zugthier erniedrigt wurde. Der Laden führte ein in die Augen fallendes Schild mit der Inschrift »Zum kleinen Geldbeutel«, und darunter die Firma »Little Boy and Co.«

Little Boy, das war Findling; and Co. das war Bob, und ohne Zweifel auch Birk.

Das betreffende Haus in der Bedfort-Street bestand aus drei Stockwerken. Eine Treppe hoch wohnte darin der Besitzer O'Brien, ein früherer Colonialwaarenhändler, der sich nach erfolgreicher Thätigkeit vom Geschäft zurückgezogen hatte, übrigens ein rüstiger alter Junggeselle von fünfundsechzig Jahren, der mit Recht im Rufe eines hochachtbaren Mannes stand. O'Brien war natürlich nicht wenig erstaunt, als ein Kind von elfeinhalb Jahren kam, um einen seit einigen Monaten leerstehenden Laden im Erdgeschoß von ihm zu miethen. Die verständigen und praktischen Antworten aber, die er auf seine Fragen von dem Knaben erhielt, nahmen ihn schnell für diesen ein, und so kam ein Miethcontract bald zu Stande, vorzüglich, da der junge Miether sich erbot, den Zins für ein ganzes Jahr gleich im Voraus zu entrichten.

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