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Shades of Grey - Geheimes Verlangen

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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Ich freue mich schon auf Ihre Rückkehr.

CHRISTIAN GREY

CEO mit einer juckenden Handfläche

Grey Enterprises Holdings, Inc.

Scheiße. Genau das ist das Problem mit Christians Humor – ich kann nie genau sagen, ob er Witze macht oder stinksauer ist. In diesem Fall tippe ich allerdings auf Letzteres. Im Schutz der Decke, damit es die Flugbegleiterin nicht mitbekommt, tippe ich eine Antwort.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Ist das ein Witz?

Datum: 30. Mai 2011, 22:30 Uhr

An: Christian Grey

Ich habe keine Ahnung, ob das ein Scherz ist. Wenn nein, bleibe ich lieber gleich in Georgia. Käfige sind eindeutig ein Hard Limit für mich. Tut mir leid, dass ich Sie wütend gemacht habe. Bitte sagen Sie mir, dass Sie mir verzeihen.

A.

Von: Christian Grey

Betreff: Ist es

Datum: 30. Mai 2011, 22:31 Uhr

An: Anastasia Steele

Wie können Sie jetzt noch mailen? Riskieren Sie etwa das Leben sämtlicher Passagiere an Bord, einschließlich Ihr eigenes, indem Sie mit Ihrem BlackBerry herumhantieren? Ich würde sagen, das verstößt gegen unsere Regeln.

CHRISTIAN GREY

CEO mit zwei juckenden Handflächen

Grey Enterprises Holdings, Inc.

Zwei juckende Handflächen? Eilig verstaue ich den BlackBerry, während die Maschine zur Startbahn rollt, und ziehe meine zerfledderte Ausgabe von Tess heraus, eine leichte Lektüre für den Flug. Kurz nach dem Start klappe ich meinen Sitz nach hinten und schlafe ein.

Die Flugbegleiterin weckt mich, als wir uns im Landeanflug auf Atlanta befinden. Es ist 05:45 Uhr Ortszeit, aber ich habe nur etwa vier Stunden geschlafen und bin ziemlich müde. Dankbar nehme ich das Glas Orangensaft entgegen, das sie mir anbietet, und schiele nervös auf meinen BlackBerry. Keine weiteren Nachrichten von Christian. Na ja, in Seattle ist es kurz vor drei Uhr morgens, und wahrscheinlich will er verhindern, dass ich die Bordelektronik lahmlege, weil ich den BlackBerry eingeschaltet habe.

Mein Zwischenaufenthalt in Atlanta dauert nur eine Stunde. Wieder schwelge ich im Luxusangebot der Firstclass-Lounge. Einen Moment lang bin ich versucht, es mir auf einem der üppig gepolsterten Sofas bequem zu machen und ein bisschen zu schlafen, aber die Zeit reicht nicht. Um mich wach zu halten, klappe ich meinen Laptop auf und verfasse eine lange Mail, in der ich Christian detailliert schildere, was in mir vorgeht.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Machst du mir gern Angst?

Datum: 31. Mai 2011, 06:52 Uhr EST

An: Christian Grey

Du weißt genau, wie sehr es mir gegen den Strich geht, dass du so viel Geld für mich ausgibst. Okay, du bist reich, trotzdem ist mir nicht wohl dabei. Ich komme mir dabei vor, als würdest du mich für Sex bezahlen. Allerdings muss ich zugeben, dass es Spaß macht, erster Klasse zu fliegen. Es ist so viel stilvoller als in der Holzklasse. Deshalb danke ich dir dafür. Das ist mein voller Ernst – Jean-Pauls Massage war sehr angenehm. Und er war sehr schwul. Dieses Detail habe ich dir in meiner vorherigen Mail verschwiegen, um dich zu ärgern, weil ich wütend auf dich war. Ich entschuldige mich dafür.

Aber wie üblich reagierst du total über. Du kannst nicht einfach solche Dinge schreiben – gefesselt und geknebelt in einem Käfig. (Hast du das ernst gemeint, oder war das tatsächlich bloß ein Scherz?) Das macht mir Angst … du machst mir Angst … ich bin völlig hingerissen von dir und ziehe ernsthaft einen Lebensstil in Betracht, von dem ich bis vergangene Woche noch nicht einmal gewusst habe, dass er überhaupt existiert, und dann kommst du und schreibst solche Dinge, bei denen ich am liebsten schreiend davonlaufen würde, wenn ich sie lese. Was ich natürlich nicht tun werde, weil du mir fehlst. Sehr sogar. Ich wünsche mir sehr, dass das zwischen uns funktioniert, aber die Tiefe meiner Gefühle macht mir Angst wie auch die Abgründe, in die du mich hineinziehst. Was du mir anbietest, ist wahnsinnig erotisch und sexy, und ich bin ein neugieriger Mensch, aber ich habe auch Angst, verletzt zu werden – körperlich und emotional. Du könntest ohne Weiteres nach drei Monaten mit mir Schluss machen, und was bliebe mir dann? Andererseits besteht dieses Risiko ja immer, egal mit wem man sich einlässt. Das hier ist nun einmal nicht die Art von Beziehung, die ich mir vorgestellt hatte, schon gar nicht als die erste in meinem Leben.

Du hattest völlig Recht, als du sagtest, ich hätte absolut nichts Devotes an mir … in diesem Punkt stimme ich dir inzwischen zu.Trotzdem will ich mit dir zusammen sein, und wenn ich dafür deine Sub sein muss, werde ich es versuchen. Allerdings fürchte ich, dass ich am Ende grün und blau sein werde, und diese Vorstellung gefällt mir ganz und gar nicht.

Ich bin überglücklich, dass du dich darum bemühst, mehr zwischen uns entstehen zu lassen als eine rein körperliche Beziehung. Allerdings muss ich darüber nachdenken, was dieses »mehr« für mich zu bedeuten hat.

Das ist einer der Gründe, weshalb ich ein bisschen Abstand wollte. Du bringst mich so um den Verstand, dass ich kaum einen klaren Gedanken fassen kann, wenn ich in deiner Nähe bin.

Mein Flug wird aufgerufen. Ich muss los.

Später mehr.

Deine

Ana

Ich drücke auf »Senden«, schleppe mich zum Gate und steige in meine Maschine. Diesmal hat die erste Klasse nur sechs Plätze. Kaum sind wir in der Luft, kuschle ich mich unter meine Decke und schlafe ein.

Viel zu früh weckt mich eine der Flugbegleiterinnen und bietet mir einen weiteren Orangensaft an, während wir zum Anflug auf den Savannah International Airport ansetzen. Todmüde nippe ich an meinem Glas und gestatte mir ein Fünkchen Vorfreude. Gleich sehe ich meine Mutter zum ersten Mal nach sechs Monaten wieder. Verstohlen checke ich noch einmal meinen BlackBerry. Ich erinnere mich nur vage, dass ich eine ellenlange Mail an Christian geschrieben habe – aber er hat nicht darauf geantwortet. In Seattle ist es fünf Uhr morgens. Hoffentlich schläft er tief und fest und spielt nicht irgendwelche todtraurigen Stücke auf dem Klavier.

Das Tolle an Rucksäcken mit Rollen ist, dass man einfach gehen kann, ohne sich vorher stundenlang am Gepäckband anstellen und auf die Koffer warten zu müssen. Und das Tolle an der Firstclass ist, dass man als Erste aussteigen darf.

Meine Mom und Bob erwarten mich bereits. Es ist so schön, sie endlich wiederzusehen. Keine Ahnung, ob es an dem langen Flug, meiner Erschöpfung oder an der schwierigen Situation mit Christian liegt, aber kaum nimmt Mom mich in den Arm, breche ich in Tränen aus.

»Oh, Ana, Schatz. Du musst völlig erledigt sein.« Sie wirft Bob einen besorgten Blick zu.

»Nein, Mom, es ist nur … es ist so schön, dich zu sehen.« Ich drücke sie fest an mich.

Sie fühlt sich wunderbar an. Widerstrebend löse ich mich von ihr und lasse mich von Bob in eine unbeholfene Umarmung ziehen. Er schwankt ein klein wenig, und mir fällt wieder ein, dass er sich ja eine Bänderdehnung zugezogen hat.

»Willkommen, Ana. Aber weshalb weinst du denn?«, fragt er.

»Oh, Bob, ich freue mich nur, dich zu sehen.« Ich blicke in sein markantes Gesicht mit den blauen Augen, die mich liebevoll betrachten. Ich mag deinen Mann, Mom. Der darf gern bleiben. Er nimmt meinen Rucksack.

»Meine Güte, was schleppst du denn da mit dir herum?«

Das muss an dem Mac liegen. Arm in Arm verlassen wir das Flughafengebäude.

Ich vergesse jedes Mal, wie unerträglich heiß es in Savannah ist. Die feuchte Hitze ist wie ein Schlag ins Gesicht, als wir aus der klimatisierten Kühle des Flughafens treten. Verdammt! Innerhalb von Sekunden bricht mir der Schweiß aus. Ich muss mich aus Moms und Bobs Umarmung lösen, um meine Kapuzenjacke auszuziehen. Ein Glück, dass ich Shorts eingesteckt habe. Manchmal fehlt mir die trockene Hitze von Las Vegas, wo ich mit Mom und Bob gelebt habe, als ich siebzehn war. Diese drückende Schwüle, die einen bereits um halb neun Uhr früh umhaut, ist dagegen ziemlich gewöhnungsbedürftig. Als ich auf dem Rücksitz von Bobs herrlich kühlem Tahoe-Geländewagen sitze, fühle ich mich wie ein nasser Waschlappen, und mein Haar kräuselt sich als Zeichen des Protests gegen die ungewohnte Wärme. Ich schreibe Ray, Kate und Christian eine SMS:

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