Die Gedanken Des Bösen
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Gedanken Des Bösen». Краткое содержание книги:
»Ein atemberaubend spannendes Buch.« (»New York Times Book Review«)
Zu diesem Buch
Michael Crichton hat in seinem Roman kenntnisreich und mit großer Fabulierkunst das heute technisch Machbare und das vielleicht morgen schon Mögliche verbunden. Er führt den Leser zugleich in die fernsten Regionen des Alls und in die Tiefen des Unterbewußtseins.
»>Die Gedanken des Bösen< bestätigen Crichtons Rang als Mitbegründer und erfolgreichsten Vertreter des Genres >Science-Thriller<: spannend bis zur letzten seite.« (»welt am sonntag«)
Michael Crichton, geboren 1942 in Chicago, studierte Philosophie und Medizin an der Universität Harvard. Seine Romane und populärwissenschaftlichen Bücher (u. a. »Im Kreis der Welt«, rororo Nr. 12946) sind internationale Bestseller. Michael Crichton ist auch ein erfolgreicher Filmregisseur, so drehte er u. a. »Der erste große Eisenbahnraub« (nach seinem eigenen Roman), »Kein Mord von der Stange« und »Runaway«.
Ein neuer Angriff begann.
Sie rannten zurück durch den seitlichen Verbindungsgang, der B und D direkt miteinander verband. Norman bemerkte im Vorbeilaufen, daß die weiblichen Marineangehörigen verschwunden waren. In Röhre D schrillten die Sirenen, und die mit den Außensensoren verbundenen Anzeigen leuchteten
grellrot. Norman sah auf den Computerbildschirm.
ICH KOMME.
Beth ließ rasch den Blick über die Anzeigen laufen.
»Wärmereaktion im Innenbereich. Der kommt, und wie.«
Sie spürten einen Ruck, und Norman sah aus dem Bullauge. Der grüne Kalmar war schon da. Seine riesigen, mit Saugnäpfen besetzten Arme wickelten sich um die Stützpfeiler des Habitats. Einer schlug flach gegen das Bullauge, die Saugnäpfe wirkten durch den Druck auf das Glas verformt.
ICH BIN DA.
»Harryyy!« schrie Beth.
Ein Stoß durchfuhr die Konstruktion, als die Arme des Kalmars das Habitat packten. Das Knirschen des Metalls fuhr ihnen durch Mark und Bein. Harry kam in den Raum gestürzt.
»Was ist los?«
»Das weißt du ganz genau, Harry!« rief Beth.
»Nein, keine Ahnung. Was ist?«
»Der Kalmar, Harry!«
»O Gott, nein«, stöhnte Harry.
Das Habitat erbebte. Die Innenbeleuchtung flackerte und erlosch. Lediglich die blinkenden Alarmlampen verbreiteten noch ein rotes, Ungewisses Licht.
Norman wandte sich an Harry. »Hör auf damit.«
»Wovon redest du?« beschwerte sich dieser.
»Das weißt du ganz genau.«
»Das weiß ich nicht.«
»Tu doch nicht so, Harry. Du weißt, daß du es bist«, sagte Norman. »Wer sonst?«
»Aber nein. Doch nicht ich! Ich schwöre es!«
»Doch, Harry. Und wenn du nicht damit aufhörst, kommen wir alle um.«
Erneut bebte das Habitat. Einer der Deckenheizer explodierte, heiße Glas- und Drahtstückchen rieselten auf sie herab.
»Los, Harry .« »Nein, nein!«
»Wir haben nicht viel Zeit. Du weißt, daß du es bist.«
»Viel hält das Habitat nicht mehr aus, Norman«, sagte Beth.
»Ich kann es nicht sein!«
»Doch, Harry. Du mußt dich dem stellen. Und zwar sofort.«
Während er redete, spähte Norman nach der Spritze. Irgendwo in diesem Raum hatte er sie liegenlassen, aber jetzt herrschte hier Chaos - Papiere rutschten von den Tischen, Bildschirme krachten zu Boden .
Das ganze Habitat wankte in seiner Verankerung. Aus einer anderen Röhre ertönte eine furchtbare Explosion, und wieder schrillte Alarm. Norman vernahm ein tosendes Vibrieren, das er sogleich erkannte - Wasser, das unter ungeheurem Druck ins Habitat strömte.
»Wassereinbruch in C!« rief Beth mit einem Blick auf die Bildschirme. Sie rannte den Gang hinunter. Norman hörte, wie sie mit lautem Dröhnen die Schott-Türen schloß. Der Raum füllte sich mit salzigem Nebel.
Norman stieß Harry gegen die Wand. »Harry! Gesteh es dir ein und mach Schluß damit!«
»Ich kann es nicht sein, wirklich nicht!« stöhnte Harry.
Ein neuer Anprall schleuderte sie fast von den Füßen.
»Ich kann es nicht sein!« rief Harry. »Es hat nichts mit mir zu tun!«
Dann schrie Harry wild auf, sein Körper wand sich, und Norman sah Beth die Spritze aus seiner Schulter ziehen. An der Nadel hing ein Tropfen Blut.
»Was tust du da?« rief Harry, aber sein Blick war schon leer und glasig. Er taumelte und stürzte beim nächsten Anprall benommen auf die Knie. »Nein«, sagte er leise, »nein ...«
Dann sackte er zusammen und fiel mit dem Gesicht auf den Teppich. Im selben Augenblick hörte das Knirschen des Metalls auf. Der Alarm verstummte. Alles wurde seltsam still, man hörte nur noch das leise Glucksen des Wassers von ir-gendwo im Habitat.
Beth handelte rasch, las eine Anzeige nach der anderen ab.
»Innenbereich aus. Außenbereich aus. Alles aus. In Ordnung! Keine Werte mehr!«
Norman rannte zum Bullauge. Der Kalmar war verschwunden. Der Meeresboden draußen lag verlassen.
»Schadensmeldung!« rief Beth. »Hauptstromversorgung ausgefallen! Röhre E ausgefallen! Röhre C ausgefallen! Röhre B ...«
Norman fuhr herum und sah sie an. Wenn auch Röhre B ausgefallen war, dann hätten sie die Lebenserhaltungssysteme verloren und würden mit Sicherheit sterben. »Röhre B - hält stand«, sagte sie schließlich. Ihr Körper sackte zusammen. »Wir haben es geschafft.«
Norman ließ sich erschöpft auf den Teppich sinken. Mit einemmal spürte er die Spannung und Belastung am ganzen Leibe.
Es war vorüber. Sie hatten die Krise überstanden. Jetzt würde doch noch alles gut. Sein Körper entspannte sich.
Es war vorüber.
Die Blutung aus Harrys gebrochener Nase war zum Stillstand gekommen, und er schien jetzt gleichmäßiger und weniger angestrengt zu atmen. Norman nahm den Eisbeutel ab, um einen Blick auf das geschwollene Gesicht zu werfen, und regulierte die Durchflußgeschwindigkeit des intravenösen Tropfs. Nach mehreren erfolglosen Versuchen hatte Beth es geschafft, ihn an Harrys Handrücken anzulegen. Auf diese Weise hielten sie ihn unter Narkose. Harrys Atem roch sauer und metallisch, aber sonst war alles in Ordnung. Er war vollkommen bewußtlos.
Beth meldete sich über die Sprechanlage. »Ich bin am Tauchboot und steig jetzt ein.«
Durch das Bullauge sah Norman Beth beim DH-7 unter der Kuppel verschwinden, unter der das Klein-U-Boot vertäut war. Ein letztes Mal würde sie den Verzögerungsknopf drücken, danach war es nicht mehr erforderlich. Er wandte sich wieder Harry zu.
Im Computer hatten sie keine Angaben darüber gefunden, welche Auswirkungen es hatte, wenn man jemanden für zwölf Stunden in Bewußtlosigkeit versetzte, aber was blieb ihnen anderes übrig? Wenn Harry durchkam, war es gut, wenn nicht, konnten sie auch nichts daran ändern.
Das gilt auch für Beth und mich, dachte Norman. Er sah auf die Zeitanzeige der Bildschirme: Sie zeigte noch zwölfeinhalb Stunden an, die Uhr lief stetig rückwärts. Er legte eine Decke über Harry und trat an den Computer.
An der Kugel war nach wie vor das veränderte Linienmuster zu erkennen. In der Aufregung hatte er fast gar nicht mehr daran gedacht, wie sehr die Kugel ihn ursprünglich gefesselt hatte, woher sie kam und was sie bedeutete. Letzteres verstanden sie jetzt. Wie hatte Beth die Kugel noch genannt? Ein geistiges Enzym. Ein Enzym war etwas, das chemische Reaktionen ermöglichte, ohne selbst daran beteiligt zu sein. Unser Körper muß chemische Reaktionen durchführen, aber für den reibungslosen Ablauf der meisten von ihnen ist unsere Körpertemperatur zu gering. Also haben wir Enzyme, die das Verfahren unterstützen und beschleunigen. Sie machen alles Erforderliche möglich. Daher hatte Beth die Kugel ein geistiges Enzym genannt.