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Die Gedanken Des Bösen

Электронная книга - «Die Gedanken Des Bösen». Краткое содержание книги:

Mitten im Pazifik wird ein Raumschiff auf dem Meeresgrund entdeckt. Ein US-Expertenteam untersucht das geheimnisvolle Objekt. Die technologisch hochentwickelte Konstruktion des neunhundert Meter langen Raumschiffs gibt den Forschern Rätsel auf. Die größte Überraschung: Es muß seit dreihundert Jahren dort liegen. Haben Außerirdische es gesteuert? Kommt es aus einem anderen Universum?
»Ein atemberaubend spannendes Buch.« (»New York Times Book Review«)

Zu diesem Buch
Michael Crichton hat in seinem Roman kenntnisreich und mit großer Fabulierkunst das heute technisch Machbare und das vielleicht morgen schon Mögliche verbunden. Er führt den Leser zugleich in die fernsten Regionen des Alls und in die Tiefen des Unterbewußtseins.
»>Die Gedanken des Bösen< bestätigen Crichtons Rang als Mitbegründer und erfolgreichsten Vertreter des Genres >Science-Thriller<: spannend bis zur letzten seite.« (»welt am sonntag«)
Michael Crichton, geboren 1942 in Chicago, studierte Philosophie und Medizin an der Universität Harvard. Seine Romane und populärwissenschaftlichen Bücher (u. a. »Im Kreis der Welt«, rororo Nr. 12946) sind internationale Bestseller. Michael Crichton ist auch ein erfolgreicher Filmregisseur, so drehte er u. a. »Der erste große Eisenbahnraub« (nach seinem eigenen Roman), »Kein Mord von der Stange« und »Runaway«.
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»Dr. Johnson, Sir!«

Norman blieb stehen. Die Frauen sahen gut aus und wirkten muskulös. »Stehen Sie bequem«, sagte Norman lächelnd.

Sie rührten sich nicht. »Bedaure, Sir! Wir haben unsere Befehle, Sir!«

»Aha«, sagte Norman. »Nun, also weitermachen.« Er wollte an ihnen vorbei in den Schlafraum gehen.

»Entschuldigung, Dr. Johnson, Sir!«

Sie verstellten ihm den Weg.

»Was ist?« fragte Norman so unschuldig er konnte.

»Niemand hat Zutritt zu diesem Bereich, Sir!«

»Aber ich möchte mich schlafen legen.«

»Tut uns sehr leid. Dr. Johnson, Sir! Niemand darf Dr. Adams stören, während er schläft, Sir!«

»Ich werde ihn nicht stören.«

»Tut uns leid, Dr. Johnson, Sir! Dürfen wir sehen, was Sie in der Hand haben, Sir?«

»In der Hand?«

»Ja, Sie haben da doch etwas, Sir!«

Ihre abgehackte Art zu sprechen, vor allem aber das beständige >Sir!<, ging ihm allmählich auf die Nerven. Er musterte sie erneut. Ihre gebügelten Uniformen verbargen kräftige Muskeln. Mit Gewalt würde er sich an ihnen vorbei wohl keinen Zutritt verschaffen können. Hinter der Tür sah er Harry, der schnarchend auf dem Rücken lag. Es wäre ein idealer Augenblick, ihm die Spritze zu geben.

»Dr. Johnson, dürften wir sehen, was Sie in der Hand haben, Sir!«

»Nein, verdammt noch mal, das dürfen Sie nicht.«

»Sehr wohl, Sir!«

Norman wandte sich um und ging zurück in Röhre D.

»Ich habe alles mitangesehen«, sagte Beth und wies auf den Bildschirm der Video-Überwachungsanlage.

Normans Blick folgte ihrer Geste. Die beiden Frauen standen nach wie vor im Gang. Dann fiel sein Blick auf den Bildschirm daneben, der die Kugel zeigte.

»Die Kugel hat sich verändert!« sagte Norman.

Das Muster der spiralig gewundenen Furchen in der Tür hatte sich verändert, war komplexer und weiter nach oben gerutscht. Er war sich dessen ganz sicher.

»Ich glaube, du hast recht«, sagte Beth.

»Wann ist das passiert?«

»Wir können die Bänder später zurücklaufen lassen«, sagte sie. »Im Augenblick sollten wir uns besser um die beiden da kümmern.«

»Wie?« fragte Norman.

»Ganz einfach«, sagte Beth und ballte die Fäuste. »Wir haben in Röhre B fünf Harpunen mit Explosivköpfen. Ich geh hin, hol mir zwei davon und schick die beiden Schutzengel zur Hölle. Du rennst rein und verpaßt Harry die Spritze.«

Ihre kaltblütige Entschlossenheit hätte ihm angst gemacht, hätte Beth dabei nicht so schön ausgesehen. Ihre Züge wirkten verfeinert, sie schien mit jeder Minute eleganter zu werden.

»Die Harpunen sind in B?« fragte Norman.

»Klar. Ich zeig sie dir auf dem Monitor.« Sie drückte auf einen Knopf. »Mist!«

Die Harpunen waren aus Röhre B verschwunden.

»Man muß zugeben, daß sich der Dreckskerl gut abgesichert hat«, sagte Norman. »Der gute alte Harry.«

Beth sah ihn nachdenklich an. »Norman, fehlt dir was?«

»Nee, wieso?«

»Im Erste-Hilfe-Kasten ist ein Spiegel. Sieh mal da rein.«

Er öffnete den weißen Kasten und betrachtete sich im Spie-gel. Was er sah, entsetzte ihn. Zwar erwartete er keinen Ado-nis, da er mit seinem schwammigen Gesicht wohlvertraut war. Auch die grauen Bartstoppeln waren durchaus ein gewohnter Anblick, da er sich daheim an Wochenenden nicht zu rasieren pflegte.

Aber das Gesicht, das ihm jetzt entgegenstarrte, war hager und mit einem dichten schwarzen Bart bedeckt. Unter fiebrig glänzenden, blutunterlaufenen Augen lagen dunkle Ringe, sein Haar hing ihm strähnig und fettig in die Stirn. Er sah beinahe gefährlich aus.

»Wie Dr. Jekyll«, sagte er, »oder, besser gesagt, Mr. Hyde.«

»Ja, genauso siehst du aus.«

»Und du wirst dafür immer schöner«, sagte er zu Beth. »Ich war ja auch derjenige, der Jerry schlecht behandelt hat, also sehe ich zur Strafe auch immer schlechter aus.«

»Meinst du, das ist Harrys Werk?«

»Ich denke schon«, sagte Norman. Insgeheim fügte er hinzu: hoffentlich.

»Fühlst du dich anders als sonst, Norman?«

»Nein, genau wie immer, nur daß ich abscheulich aussehe.«

»Ja, zum Fürchten.«

»Das kann man wohl sagen.«

»Aber du fühlst dich wirklich gut?«

»Beth ...«

»In Ordnung«, sagte sie. Sie wandte sich um und sah wieder auf die Bildschirme. »Mir fällt da noch was ein. Wir gehen beide in Röhre A, steigen in unsere Anzüge, gehen weiter nach B und drehen im ganzen Habitat die Atemluft ab. Dann verliert Harry auf jeden Fall das Bewußtsein. Seine Wachen verschwinden, wir können reingehen und ihm die Spritze verpassen. Was hältst du davon?«

»Ist einen Versuch wert.«

Norman legte die Spritze hin, und sie machten sich auf den Weg zu Röhre A. Als sie in C an den beiden Wächterinnen

vorbeikamen, nahmen diese erneut Haltung an.

»Dr. Halpern, Sir!«

»Dr. Johnson, Sir!«

»Weitermachen, Leute«, sagte Beth.

»Ja, Sir! Dürfen wir fragen, wohin Sie gehen, Sir!«

»Routine-Kontrollgang«, sagte Beth.

Eine Pause trat ein.

»Sehr wohl, Sir!«

Sie durften passieren. Sie erreichten Röhre B mit ihrem Leitungsgewirr und den zahlreichen Maschinen. Norman betrachtete sie nervös, ihm gefiel der Gedanke nicht, an den Lebenserhaltungssystemen herumzufummeln, aber er sah keine andere Möglichkeit.

In Röhre A hingen noch drei Taucheranzüge. Norman griff nach seinem. »Weißt du auch, was du tust?« fragte er.

»Ja«, sagte Beth. »Vertrau mir nur.«

Sie schob einen Fuß nach dem anderen in ihren Taucheranzug, zog ihn sich über die Schultern und machte sich daran, ihn zu verschließen.

Im selben Augenblick jaulten die Alarmsirenen auf, begannen die roten Lampen zu blinken. Norman wußte sofort, daß der Alarm aus dem Außenbereich kam.

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