Die Gedanken Des Bösen
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Gedanken Des Bösen». Краткое содержание книги:
»Ein atemberaubend spannendes Buch.« (»New York Times Book Review«)
Zu diesem Buch
Michael Crichton hat in seinem Roman kenntnisreich und mit großer Fabulierkunst das heute technisch Machbare und das vielleicht morgen schon Mögliche verbunden. Er führt den Leser zugleich in die fernsten Regionen des Alls und in die Tiefen des Unterbewußtseins.
»>Die Gedanken des Bösen< bestätigen Crichtons Rang als Mitbegründer und erfolgreichsten Vertreter des Genres >Science-Thriller<: spannend bis zur letzten seite.« (»welt am sonntag«)
Michael Crichton, geboren 1942 in Chicago, studierte Philosophie und Medizin an der Universität Harvard. Seine Romane und populärwissenschaftlichen Bücher (u. a. »Im Kreis der Welt«, rororo Nr. 12946) sind internationale Bestseller. Michael Crichton ist auch ein erfolgreicher Filmregisseur, so drehte er u. a. »Der erste große Eisenbahnraub« (nach seinem eigenen Roman), »Kein Mord von der Stange« und »Runaway«.
Die Folgerungen hingen unausgesprochen in der Luft.
»Was diese Manifestiererei angeht«, sagte Beth, »meinst du, er muß vollständig bewußtlos sein, damit nichts passiert?«
»Ja.«
»Oder tot«, sagte Beth.
»Ja«, sagte Norman. Auch er hatte schon an diese Möglichkeit gedacht. Er konnte es kaum fassen, daß die Dinge in seinem Leben eine so unwahrscheinliche Wendung genommen hatten, daß er dreihundert Meter unter dem Meeresspiegel den Mord an einem anderen in Erwägung ziehen mußte. Dennoch war er gerade dabei, genau das zu tun.
»Ich würde ihn nur sehr ungern töten«, sagte Beth.
»Ich auch.«
»Ich meine, ich wüßte nicht mal, wie ich das anstellen sollte.«
»Vielleicht müssen wir ihn ja gar nicht töten«, sagte Norman.
»Nein, außer er stellt was an«, sagte Beth. Dann schüttelte sie den Kopf. »Ach zum Teufel, Norman, wir wollen uns doch nichts vormachen. Das Habitat kann einen weiteren Angriff keinesfalls überstehen. Wir müssen ihn einfach töten. Ich will mir das nur nicht eingestehen.«
»Geht mir genauso«, sagte Norman.
»Wir könnten uns eine von den Harpunen holen. Ein Unfall kann immer passieren. Dann warten wir einfach, bis die Zeit um ist und die Leute von der Navy herkommen, um uns hier rauszuholen.«
»Das möchte ich eigentlich nicht tun.«
»Ich auch nicht«, sagte Beth. »Aber was bleibt uns sonst übrig?«
»Wir brauchen ihn nicht umzubringen«, sagte Norman, »es genügt, wenn er bewußtlos ist.« Er trat an den Erste-Hilfe-Kasten und ging die verschiedenen Medikamente durch.
»Meinst du, da ist was Passendes dabei?« fragte Beth.
»Möglich. Ein Betäubungsmittel war genau das richtige.«
»Würde das funktionieren?«
»Ich nehme an, daß alles funktioniert, was sein Bewußtsein ausschaltet. Ich vermute es jedenfalls.«
»Hoffentlich hast du recht«, sagte Beth, »denn wenn er anfängt zu träumen und in diesen Träumen Ungeheuer vorkommen, könnte das unliebsame Folgen für uns haben.«
»Ja. Aber eine Narkose führt einen traumlosen Zustand vollständiger Bewußtlosigkeit herbei.« Norman las die Beschriftungen der Flaschen. »Kennst du irgendwas von dem Zeug hier?«
»Nein«, sagte Beth, »aber es ist alles im Computer.« Sie setzte sich vor das Gerät. »Lies die Namen vor, und ich seh nach.«
»Diphenyl-Paralen.«
Beth gab es ein und überflog den eng geschriebenen Text auf dem Bildschirm. »Es ist, hm ... sieht aus wie ... was gegen Verbrennungen.«
»Ephedrin-Hydrochlorid.«
Ein neuer Text erschien. »Es ist ... ich glaube gegen Reisekrankheit.«
»Valdomet.«
»Gegen Magengeschwüre.«
»Sintag.«
»Synthetischer Opiumersatz. Wirkt nur sehr kurz.« »Macht es bewußtlos?« fragte Norman. »Nein, nicht nach dem, was hier steht. Außerdem hält die Wirkung bloß ein paar Minuten an.« »Tarazin.«
»Ein Beruhigungsmittel. Macht benommen.« »Gut.« Er stellte das Mittel beiseite. »Und kann Phantasievorstellungen hervorrufen.« »Bloß nicht«, sagte er und legte es zurück. An Phantasievorstellungen hatten sie keinen Bedarf. »Riordan?« »Ein Antihistaminikum. Gegen Bisse.« »Oxalamin?« »Ein Antibiotikum.« »Chloramphenikol?« »Auch ein Antibiotikum.«
»Verdammt.« Die Flaschen gingen ihm allmählich aus.
»Parasolutrin?«
»Ruft Sopor hervor ...«
»Was ist das?«
»Tiefer bewußtloser Schlaf.«
»Also ein Schlafmittel?«
»Nein, es ist - hier steht, man kann es zusammen mit Para-zin-Trichlorid geben. Dann wirkt es wie ein Anästhetikum.« »Parazin-Trichlorid . Ja, das hab ich hier«, sagte Norman. Beth las vom Bildschirm ab. »Zwanzig ml Parasolutrin intramuskulär mit sechs ml Parazin gegeben bewirkt einen für chirurgische Noteingriffe geeigneten Tiefschlaf: keine kardiale Nebenwirkung . der Betroffene läßt sich nur schwer wieder wecken . REM-Aktivität wird unterdrückt .« »Wie lange wirkt es?« »Drei bis sechs Stunden.« »Und wie rasch?«
Sie runzelte die Stirn. »Steht hier nicht. >Nach Eintreten einer
angemessenen Anästhesietiefe können auch umfangreiche chirurgische Eingriffe durchgeführt werden .. .< Aber wie lange es dauert, bis es so weit ist, darüber steht hier nichts.«
»Mist«, sagte Norman.
»Wahrscheinlich geht es schnell«, sagte Beth.
»Und was ist, wenn nicht?« fragte Norman. »Wenn es zwanzig Minuten dauert? Kann er sich dagegen wehren? Gegen die Wirkung ankämpfen?«
Sie schüttelte den Kopf. »Darüber steht hier auch nichts.«
Schließlich entschieden sie sich für eine Mischung aus Para-solutrin, Parazin, Dulcinea und dem Opiat Sintag. Norman zog eine Spritze mit den farblosen Flüssigkeiten auf. Sie war so groß, daß man glauben konnte, sie sei für ein Pferd bestimmt.
»Meinst du, es kann ihn umbringen?« fragte Beth.
»Ich weiß nicht. Haben wir denn eine Wahl?«
»Nein«, sagte Beth. »Wir müssen es tun. Hast du schon mal jemand 'ne Spritze gegeben?«
Norman schüttelte den Kopf. »Du?«
»Nur Versuchstieren.«
»Wo stech ich sie rein?«
»Am besten in die Schulter«, sagte Beth. »Wenn er schläft.«
Norman hob die Spritze gegen das Licht und spritzte aus der Nadel einige Tröpfchen in die Luft. »In Ordnung«, sagte er.
»Ich komm besser mit«, sagte Beth, »und halt ihn fest.«
»Nein«, sagte Norman. »Falls er wach ist und uns beide kommen sieht, wird er sicher sofort mißtrauisch. Vergiß nicht, daß du nicht mehr dahinten schläfst.«
»Und wenn er gewalttätig wird?«
»Ich krieg das schon hin.«
»Na schön, Norman. Wie du willst.«
Die Lichter im Gang von Röhre C schienen unnatürlich hell. Norman hörte seine durch den Teppich gedämpften Schritte, hörte das ständige Summen der Luftumwälzanlage und der Raumheizungsstrahler und spürte das Gewicht der in seiner
Hand verborgenen Spritze. Er erreichte die Tür des Schlafraums.
Vor der Schott-Tür standen zwei weibliche schwarze Marineangehörige. Sie salutierten, als sie seiner ansichtig wurden.