Highway ins Dunkel. Stories
- Автор: Кунц Дин Рэй
- Год: 1997
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
»Hast du Bargeld?« fragte er. »Ich muß sehen, was für Banknoten ihr habt.«
Ich holte zweihundert Dollar aus meiner Brieftasche und warf die Scheine auf den Couchtisch.
Er legte die Fünfziger und Zwanziger sorgfältig nebeneinander, holte eine schmale Kamera aus der Manteltasche und photographierte die Scheine. Gleich darauf glitten die entwickelten Duplikate seitlich heraus. Er überreichte sie mir und wartete auf meine Reaktion.
Es waren perfekte Banknoten.
»Aber das ist Falschgeld!« beklagte ich mich.
»Stimmt, doch das wird kein Mensch merken. Fälscher werden nur geschnappt, weil sie Tausende von Scheinen mit derselben Seriennummer anfertigen. Du hast aber nur jeweils zwei Scheine mit derselben Nummer. Wenn du weiteres Bargeld im Haus hast, werde ich auch das kopieren.«
Ich holte meine Reserven aus dem kleinen Tresor, den ich immer unter dem doppelten Boden des Küchenschranks versteckte. Innerhalb weniger Minuten hatte ich meine dreitausend Dollar. Nachdem ich das ganze Falschgeld samt Vorlagen im Schrank versteckt und nur die echten zweihundert Dollar wieder in die Brieftasche geschoben hatte, sagte ich: »So, und jetzt werden wir diesen Stone aufspüren.«
2
Die Dämmerung brach herein, und es begann zu schneien, als wir vor einer Gasse, etwa drei Kilometer von meiner Wohnung entfernt, endlich eine heiße Spur aufnahmen.
Bruno warf einen Blick auf die Silberplakette, die er mir als Dienstmarke präsentiert hatte, die in Wirklichkeit aber offenbar ganz anderen Zwecken diente. Er brummte zufrieden, als sie orangefarben aufleuchtete, und erklärte mir, dieses Ding messe die verbliebene Zeitenergie, die Stone ausstrahle, und verfärbe sich, je näher wir dem Gesuchten kämen.
»Ein nützliches Gerät«, sagte ich.
»Spielberg hat es erfunden.«
Die Plakette war gelb gewesen, als wir meine Wohnung verlassen hatten. Jetzt wurde das Orange - vom Rand ausgehend - immer kräftiger.
»Wir sind nicht mehr weit von ihm entfernt«, konstatierte Bruno befriedigt. »Versuchen wir’s mal mit dieser Gasse.«
»Nicht gerade die beste Gegend der Stadt.«
»Gefährlich?«
»Für einen zwei Meter großen Bären mit futuristischen Waffen wahrscheinlich nicht.«
»Gut.« Er versuchte sich kleiner zu machen und wie ein bärtiger Mann auszusehen, indem er die Schultern einzog, den riesigen Hut noch tiefer ins Gesicht schob und den Kopf senkte. In seinem weiten Mantel stapfte er vorwärts, und ich folgte ihm, wegen des scharfen Windes und des heftigen Schneetreibens ebenfalls in geduckter Haltung.
Die Gasse führte zu einer Straße mit Gebrauchtwagenmärkten, Industrie-Zulieferfirmen, Lagerhäusern und einigen anderen Geschäften; hinter all diesen Fassaden trieb zweifellos die Mafia ihre dunklen Machenschaften. Eines der Lagerhäuser, ein verwahrloster Klinkerbau mit Wellblechdach, stand leer. An den beiden Fenstern hoch über der Straße waren die Scheiben eingeschlagen.
Bruno zog seine Plakette zu Rate, die jetzt rötlich leuchtete, und deutete auf das Lagerhaus. »Dort muß er sein.«
Wir überquerten die Straße und hinterließen dabei schwarze Spuren im unberührten Schnee. Im Erdgeschoß gab es zwei Eingänge: eine Tür von normaler Größe und ein Garagentor für LKW’s. Beide waren verschlossen.
Ich deutete auf das Schloß der kleineren Tür. »Das könnte ich mit einem Schuß leicht aufsprengen.«
»Stone ist irgendwo oben«, meinte Bruno nach einem weiteren Blick auf seine Plakette. »Versuchen wir’s mal an der Tür im ersten Stock.«
Wir stiegen die Feuerleiter hinauf, wobei wir uns am eiskalten Eisengeländer festhalten mußten, weil die Stufen spiegelglatt waren. Diese Tür war aufgebrochen worden und hing an losen Angeln schräg nach außen. Wir gingen hinein, blieben im Dunkeln stehen und lauschten angestrengt. Schließlich knipste ich meine Taschenlampe an, weil ich endlich kapiert hatte, daß Bruno im Gegensatz zu mir offenbar in der Dunkelheit sehen konnte. Wir standen auf einer breiten Galerie über der Lagerhalle.
Dreißig Meter links von uns war plötzlich ein Rasseln zu hören, so als würde ein Sack voller Knochen kräftig geschüttelt. Wir eilten dorthin: Es war nur eine Holzleiter, die vibrierte, nachdem jemand hinabgeklettert war.
Ich spähte in die Tiefe, aber Stone war verschwunden. Keine der beiden unteren Türen war geöffnet worden, denn das hätten wir gehört. Wir nahmen die Verfolgung auf.
Zehn Minuten später hatten wir nicht nur alle leeren Kisten und kaputten Maschinen abgesucht, sondern auch die unübersichtlichen Stellen zwischen den leeren Büros an der Rückwand. Keine Spur von diesem Stone. Die vorderen Türen waren immer noch von innen abgeschlossen.
Wir hielten unsere Pistolen in den Händen. Brunos Waffe sah sehr fremdartig aus, aber er versicherte mir, daß sie tödlich sei. »Es ist eine 780er Disney Death Hose.«
»Disney?«
»Walt Disney. Der beste Waffenhersteller der Welt.«
»Tatsächlich?«
»Kennt man ihn bei euch nicht?«
»Meine Knarre ist eine Smith & Wesson«, erwiderte ich.
»Die Hamburger-Kette?«
Ich runzelte die Stirn. »Was?«
»Na, du weißt schon, die schmackhaften >Golden Arches< von Smith & Wesson.«
Ich ließ das Thema fallen. Offenbar sind diese alternativen Welten sehr merkwürdig.
Leise Akkorde von Heavy Metal-Musik waren plötzlich zu vernehmen. Sie schienen einfach aus der dünnen Luft um uns herum zu kommen, doch als ich die Wände sorgfältig ableuchtete, entdeckte ich eine alte Tür, die wir bisher übersehen hatten, weil sie in der Farbe der Wände gestrichen war. Ich öffnete sie vorsichtig und sah nur gähnende Finsternis. Dröhnende Gitarren, ein Keyboard-Synthesizer, Trommeln. Ich ging die Treppe hinab, und Bruno folgte mir.
»Wo kommt die Musik her?« wollte mein Freund Petz wissen.
Es gefiel mir nicht besonders, seinen heißen Atem im Nacken zu spüren, aber ich beklagte mich nicht, denn solange er dicht hinter mir war, konnte mich wenigstens niemand rücklings angreifen. »Sieht ganz so aus, als gäbe es hier oder in einem benachbarten Gebäude einen Keller, wo sie spielen.«
»Wer?«
»Die Band.«
»Welche Band?«
»Woher soll ich das wissen?«
»Ich liebe Bands«, sagte Bruno.
»Das freut mich für dich.«
»Ich tanze auch sehr gern«, fuhr der Bär fort.
»Im Zirkus?« fragte ich.
»Wo?«
Mir wurde plötzlich klar, daß ich ihn um ein Haar schwer beleidigt hätte. Schließlich war er ein intelligenter Mutant, ein Wahrscheinlichkeitspolizist und nicht einer unserer Bären. Er würde niemals in einem Zirkus tanzen oder mit einem Spitzenröckchen um die Hüften auf einem Einrad fahren.
»Wir kommen Stone näher«, informierte Bruno mich auf der Treppe, »aber er ist nicht hier.«
Die Plakette hatte sich immer noch nicht leuchtend rot verfärbt.
»Hier entlang«, sagte ich, als wir in dem moderigen Keller standen, der voller Gerumpel war. Es stank nach Urin und verwestem Fleisch. Dies war mit Sicherheit eine der Brutstätten für jenes Virus, das eines Tages die Menschheit auslöschen wird.
Ich folgte den Klängen der Heavy Metal-Musik von einem kalten Steinraum in den anderen. Ratten, Spinnen und anderes Getier ergriffen die Flucht. Sogar Jimmy Hoffa hätte hier unten sein können. Oder Elvis - aber als wandelnder Toter, mit vielen scharfen Zähnen, roten Augen und uncharakteristisch schlechter Haltung.
Im dunkelsten Kellerraum, wo es am meisten stank, entdeckte ich eine alte Holztür mit Eisenbeschlägen. Sie war verschlossen.
»Bleib etwas zurück«, riet ich Bruno.
»Was hast du vor?«
»Nur eine kleine Renovierung.« Ich schoß das Schloß aus der Tür.
In den Steingewölben hallte der Schuß unheimlich laut wider. Als der Höllenlärm endlich verebbte, sagte Bruno: »Ich habe subtilere Geräte für so etwas.«