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Highway ins Dunkel. Stories

Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:

Ebenso wie seine Romane bürgen auch die Kurzgeschichten des Meisters hautnahen Horrors für Schreckensqualitäten vom Feinsten. Namenlose Kreaturen, mörderische Ratten, mysteriöse Erscheinungen halten Einzug in die geheimsten Winkel unseres Nervensystems ...
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
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Um halb sechs nahm ich in einer Nische im Ace-Spot Platz, und Dorothy, die Kellnerin, brachte mir einen Scotch und Wasser, noch bevor mir die köstlichen Gerüche richtig in die Nase stiegen.

»Was soll’s denn sein, Jake?« fragte sie mit ihrer Stimme, die sich so anhörte, als würde man ein Glas in eine Porzellanschüssel werfen.

Ich bestellte ein Steak mit Spiegeleiern und einer doppelten Portion Pommes frites, und dann fragte ich: »Hat sich hier jemand nach mir erkundigt, Dory?«

Sie notierte die erste Satzhälfte auf ihrem Block, bevor ihr auffiel, daß das nicht mehr zur Bestellung gehörte. Angeblich war Dory früher einmal ein attraktives Straßenmädchen gewesen, aber daß sie Grips hatte, behauptete niemand.

»Bei mir nicht«, sagte sie. »Aber ich werde mal Benny fragen.«

Benny war der Barkeeper. Er war viel intelligenter als Dory. An seinen besten Tagen hätte er sogar eine Diskussion mit einer Karotte für sich entscheiden können.

Ich weiß nicht, warum ich eine besondere Vorliebe für die Gesellschaft von Dummköpfen und Vollidioten habe. Vielleicht weil ich mich ihnen überlegen fühlen kann. Ein Mann, der töricht genug ist, um Ende des zwanzigsten Jahrhunderts seinen Lebensunterhalt als altmodischer Privatdetektiv verdienen zu wollen, im Zeitalter von Computern, raffiniertesten Abhörmethoden und Drogensüchtigen, die für fünf Cent ihre eigene Großmutter umbringen würden - ein solcher Trottel braucht, verdammt noch mal, jede Bestätigung, die er irgendwo bekommen kann.

Als Dory mir mein Essen brachte, berichtete sie, daß niemand Benny über mich ausgefragt hatte. Ich verschlang alles mit großen Bissen, während ich über den Unbekannten nachdachte, der scheinbar durch die Wand in mein Schlafzimmer eingedrungen war.

Nach zwei weiteren doppelten Scotch ging ich nach Hause, um meine Wohnung noch einmal gründlich zu durchsuchen.

Ich wollte meinen Schlüssel gerade ins Schloß stecken, als die Wohnungstür von innen geöffnet wurde. Ein sehr komischer Kauz wollte soeben das Weite suchen.

»Hiergeblieben, mein Freund!« sagte ich, den 38er Colt auf seinen dicken Bauch gerichtet. Ich drängte ihn ins Wohnzimmer zurück, schloß die Tür und machte Licht. »Was willst du hier?« fragte der Kerl. »Was ich hier will? Hör zu, du Ganove, dies hier ist meine Wohnung! Ich bin hier zu Hause, und soviel ich weiß, habe ich keinen Untermieter.«

Er war so gekleidet, als wollte er in einem Bogart-Film mitwirken, und normalerweise hätte mich das zum Lachen gereizt, aber im Augenblick war ich stinkwütend. Er hatte einen riesigen Hut tief ins Gesicht gezogen.

Sein Mantel hätte auch siamesischen Zwillingen genügend Platz geboten. Er reichte ihm bis zu den Knien, und darunter kamen weite zerknitterte Hosenbeine und riesige - ich meine wirklich RIESIGE - abgetragene Tennisschuhe zum Vorschein. Diese Tennisschuhe paßten nicht ganz zum Image von Bogart, aber insgesamt wirkte alles sehr mysteriös.

Von der Größe her erinnerte er allerdings eher an Sidney Greenstreet, der mir aus alten Filmen bekannt war.

»Ich will dir nichts zuleide tun«, sagte er mit einer Stimme, die auf chronische Mandelentzündung hindeutete und zwar etliche Tonlagen tiefer als die von Dory war, aber genauso harsch klang.

»Bist du der Kerl, der vor ein paar Stunden schon einmal hier war?« fragte ich.

Mit gesenktem Kopf antwortete er: »Ich bin noch nie hier gewesen.«

»Laß dich mal anschauen.«

Ich streckte die Hand nach seinem Hut aus. Er wollte zurückweichen, stellte fest, daß ich schneller war, und holte zum Schlag gegen meine Brust aus. Aber ich riß ihm den Hut vom Kopf, und sein Boxhieb traf mich nur an der Schulter und nicht über dem Herzen, wohin er gezielt hatte.

Grinsend blickte ich ihm ins Gesicht, doch in der nächsten Sekunde verging mir das Lachen, und ich murmelte: »Großer Gott!«

»Das war’s dann wohl!« Er verzog das Gesicht, und zwischen den schwarzen Lefzen kamen große, breite Zähne zum Vorschein.

Ich stand mit dem Rücken zur Tür, und obwohl ich zum erstenmal seit Jahren Angst hatte, war ich fest entschlossen, ihn nicht gehen zu lassen. Sollten Drohungen nicht ausreichen, würde ein Schuß ihn gefügig machen - jedenfalls hoffte ich das.

»Wer ... was bist du?« fragte ich.

»Die erste Frage war richtig. Wer.«

»Dann antworte.«

»Könnten wir uns vielleicht setzen? Ich bin wahnsinnig müde.«

Ich hatte nichts dagegen, daß er sich setzte, aber ich selbst blieb lieber stehen, um mich schneller bewegen zu können. Er ging zum Sofa und ließ sich erschöpft darauf fallen. Währenddessen schaute ich ihn mir genauer an. Er war ein Bär. Ein Meister Petz. Kein kleiner Teddy, nein, ein fast zwei Meter großer Bär mit breiten Schultern. Unter seiner weiten Kleidung waren bestimmt baumstarke Beine und ein Brustkorb wie ein Faß verborgen. Sein Gesicht war ein Granitblock, an dem sich ein Bildhauer mit Buttermesser und stumpfem Schraubenzieher zu schaffen gemacht hatte. Nur harte ebene Flächen, die Augen unter einer vorspringenden Stirn halb verborgen, ein Kinn, um das ihn sogar Schwarzenegger beneidet hätte. Und über all dem: Pelz.

Hätte ich nicht die Angewohnheit, mir - wenn nicht viel zu tun ist - nachmittags im Fernsehen die diversen Talkshows anzuschauen, wo Männer bekennen, mit den Müttern ihrer Ehefrauen geschlafen zu haben, und wo Transvestiten behaupten, von Außerirdischen entführt worden zu sein, dann hätte mich der Anblick eines sprechenden Bären bestimmt total umgehauen. Doch wenn man gemütlich auf dem Sofa sitzt und sieht, was sich heutzutage, in den 90er Jahren, auf unseren Großstadtstraßen so alles tummelt, wird man automatisch härter als Sam Spade und Philip Marlowe zusammen.

»Na los, pack aus!« sagte ich.

»Mein Name ist Bruno.«

»Und?«

»Du hast vorhin nur gefragt, wer ich bin.«

»Laß gefälligst diese Spitzfindigkeiten!«

»Dann hast du dich wohl nicht genau ausgedrückt?«

»Wieso?«

»Gefragt hast du, wer ich bin, aber in Wirklichkeit wolltest du umfassende Auskünfte, ein breites Datenspektrum.«

»Ich hätte größte Lust, dir eine Kugel durch den Kopf zu jagen«, sagte ich.

Er schien verwundert zu sein und rutschte unbehaglich auf dem Sofa herum, so daß die Federn quietschten. »Warum denn?«

»Weil du wie ein verdammter Buchhalter daherredest.«

Er überlegte kurz. »Okay, warum nicht? Was habe ich schon zu verlieren? Ich bin hinter Graham Stone her, jenem Mann, den du vor einigen Stunden hier gehört hast. Er wird wegen diverser Verbrechen gesucht.«

»Was für Verbrechen?«

»Das würdest du nicht verstehen.«

»Sehe ich so aus, als wäre ich in einem Nonnenkloster aufgewachsen und hätte von Sünden keine Ahnung? Mich kann nichts mehr überraschen, was irgend so ein Dreckschwein anstellt. Also - wie ist dieser Stone hier reingekommen? Und wenn wir schon dabei sind - wie bist du reingekommen?«

Ich wedelte mit dem Colt vor seiner Nase herum, als er mit der Antwort zögerte.

»Sieht so aus, als müßte ich dir reinen Wein einschenken«, sagte Bruno. »Er und ich - wir sind aus einer anderen Wahrscheinlichkeit hierher durchgedrungen.«

»Ha?« Sogar diesen Laut brachte ich nur mühsam hervor, weil mein Mund weit offenstand, so als wäre ich ein mit Drogen vollgepumpter Fan bei einem Konzert der Grateful Dead.

»Eine andere Wahrscheinlichkeit. Eine andere Zeitebene. Graham Stone stammt von einer Gegen-Erde, von einer der unzähligen möglichen Welten, die nebeneinander existieren. Ich komme aus einer anderen Welt als Stone. Du bist zum Brennpunkt für Zeitkreuzungsenergien geworden. Wenn dir das jetzt zum erstenmal widerfährt, dürftest du diese Fähigkeit erst seit kurzem besitzen. Du bist ja auch noch nirgends verzeichnet - im Führer stehst du jedenfalls nicht. Wenn es eine alte Fähigkeit wäre .«

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