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Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:

1825 wird eine franko-kanadische Verschwörung gegen die englische Regierung in Kanada verraten. Aber der Verräter verzweifelt an seiner Schuld und erschießt sich. Nun setzt die Familie alles daran, dieses Verbrechen zu sühnen, bis ihr guter Name wieder hergestellt ist. In spannenden Episoden schildert uns Verne das Schicksal der beiden Söhne des Verräters, die für ein freies Kanada kämpfen -bis zum bitteren Ende. Ein Abenteuerroman vor historischem Hintergrund, bei dem auch die kanadischen Indianer eine wichtige Rolle spielen.
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Das Gemetzel hatte nur wenige Minuten angedauert und viele Opfer desselben wären gewiß verschont geblieben, wenn nicht Mac Leod, jenes Scheusal in Menschengestalt, an der Spitze der Mörder stand.

Dieser hatte in seinem Boote nämlich eine Menge leicht brennbaren Materials mitgebracht und das ließ der Elende auf das Deck der »Caroline« schaffen. Binnen wenigen Secunden standen nun Rumpf und Takelwerk in Flammen.

Gleichzeitig waren die Haltetaue durchschnitten worden und das kräftig vom Lande abgestoßene Fahrzeug schwankte hinaus in die Strömung.

Die Lage wurde entsetzlich.

Drei Meilen weiter unten stürzte der Niagara seine Wasserfluthen in den Abgrund der berühmten Fälle.

Auch jetzt sprangen noch fünf oder sechs Unglückliche, sinnlos vor Verzweiflung, in den rauschenden Strom, doch nur Wenigen gelang es, nach schwerstem Kampfe mit treibenden Eisschollen, das rettende Land zu erreichen.

Inzwischen schoß die »Caroline« gleich einem verderbenbringenden Brander zwischen den Ufern dahin. Die Feuersbrunst verbreitete sich schon nach dem Hinterdeck. Ihrer Sinne kaum mächtig, stand Clary allein noch aufrecht und rief.

Johann hörte sie endlich; er öffnete die Augen, richtete sich ein wenig auf und sah sie fragend an.

Beim Schein der lodernden Flammen sah man das Bild des Ufers rasch vorüberziehen.

Johann erkannte das junge Mädchen an seiner Seite.

»Clary!« murmelte er kaum hörbar.

Hätte er die Kräfte noch besessen, er würde sie in die Arme genommen, sich mit ihr in den Strom gestürzt und versucht haben, sie zu retten. Jetzt konnte er sich aber selbst nicht mehr erhalten und fiel auf das Verdeck zurück. Das dumpfe Rauschen der Wasserfälle war in der Entfernung von kaum einer halben Meile deutlich hörbar.

Das war der Tod für sie und für ihn, wie für die anderen Opfer, welche die »Caroline« den Niagara hinunter trug.

»Johann, sagte da Clary, wir sterben, doch wir sterben vereint!. Johann, ich liebe Dich. Ich wäre so stolz gewesen, Deinen Namen zu tragen!. Gott hat es nicht gewollt!.«

Johann hatte noch die Kraft, Clarys Hand zu drücken. Dann stammelten seine Lippen noch die letzten Worte seiner Mutter:

»Sühne!. Sühne!«

Das Fahrzeug schoß jetzt mit rasender Schnelligkeit dahin und flog fast um Goat-Island (die Ziegeninsel), welche den amerikanischen von dem canadischen Falle scheidet, und endlich - in der Mitte des Hufeisens, wo der Fall sich einen grünlich schillernden Abgrund ausgehöhlt hat - neigte sich die »Caroline« über diesen und verschwand im Wogenschaume des »Donnerers der Wasser«.

Vierzehntes Capitel

Die letzten Zuckungen des Aufstandes

Die von den Engländern unter Verletzung des Völker- wie des Menschenrechtes begangene greuliche Schandthat fand in der Alten wie in der Neuen Welt einen ungeheuren Widerhall. Von den Behörden in Niagara-Falls wurde eine Untersuchung darüber eingeleitet. Mac Leod war von Einzelnen derjenigen, welchen es gelungen war, der Abschlachtung und dem Feuertode zu entgehen, erkannt worden; übrigens zögerte dieser Verruchte gar nicht, sich offen zu rühmen, daß er es gewesen sei, der »die Geschichte gegen die verdammten Yankees so prächtig durchgeführt habe«.

Und doch lief die traurige Angelegenheit nur auf eine an England gerichtete Indemnitätsforderung hinaus, als Mac Leod im November 1840 in den Straßen von New-York verhaftet worden war.

Fox, der Vertreter Englands, verlangte dessen Auslieferung; die Bundesregierung verweigerte dieselbe. In der Pairskammer wie im Hause der Gemeinen wurde das Ministerium angegangen, Mac Leod in Freiheit setzen zu lassen, da dieser nur gemäß den Befehlen der Königin gehandelt habe. Der Congreß antwortete auf dieses Verlangen mit einer Erklärung, welche die Rechte des Staates New-York einfach bestätigte. Diese Erklärung wurde als wirklicher casus belli aufgefaßt und das Vereinigte Königreich traf diesbezügliche Maßregeln.

Seinerseits bewilligte das Bundesparlament, indem es den Mordbrenner unter Anklage des überlegten Mordes vor die Assisen verwies, die nöthigen Geldmittel, und ohne Zweifel wäre der Krieg entbrannt, hätte nicht Mac Leod einen, übrigens kaum annehmbaren Alibi-Beweis beigebracht, der den Engländern wie den Amerikanern Gelegenheit bot, die schmachvolle Affaire zu vertuschen, worauf man den Schurken straflos laufen ließ.

So wurden die Opfer jenes entsetzlichen Ueberfalles der »Caroline« gerächt.

Nach der Niederlage der Aufständischen auf der Insel Navy erhielt Lord Gosford die Mittheilung, daß die Reformer auf eine weitere Empörung gegen die englische Regierungsgewalt verzichteten. Uebrigens waren deren hervorragendste Anführer theils versprengt, theils in den Gefängnissen von Montreal und Quebec eingekerkert, und Johann ohne Namen existirte nicht mehr.

Nichtsdestoweniger kam es im Jahre 1838 noch zu vereinzelten Erhebungen an verschiedenen Punkten der canadischen Provinzen.

Im Monat März geschah der erste derartige Versuch, hervorgerufen durch Robert Nelson, den Bruder des Mannes, der bei St. Denis befehligte, aber schon bei diesem ersten Auftreten einen Mißerfolg zu verzeichnen hatte.

In Napierville loderte eine zweite Emeute auf, in welcher zweitausend Patrioten im Kampfe gegen nur sechshundert Mann reguläre Truppen Sir John Colborne's - ohne fünfhundert Indianer und vierhundert Freiwillige mitzuzählen -im Gefecht von Odelltown in die Flucht geschlagen wurden.

Im Monat November ereignete sich der dritte Fall von Insurrection. Die Reformisten aus den Grafschaften Chambly, Vercheres, Laprairie, Acadien, Terrebonne und Deux-Montagnes, unter Anführung Briere's, der Lorimier, der Rochon u.a. theilten sich in zwei Haufen von je hundert Mann. Der eine derselben stürmte einen Edelsitz, der von Freiwilligen vergeblich vertheidigt wurde; der andere bemächtigte sich eines Dampfbootes am Quai des Fleckens Beauharnais. Ferner unternahmen in Chateauquai Cardinal, Duquet, Lepailleur und Ducharme, welche die Wilden von Caughnawaga zur Ablieferung ihrer Waffen zwingen wollten, eine Art Streifzug, welcher gänzlich scheiterte. Endlich organisirten Robert in Terrebonne, die beiden Sanguinet in Sainte-Anne, ferner Bouc, Gravelles, Roussin, Marie, Granger, Latour und Guillaume Prevost nebst seinen Söhnen die letzten Aufstandsversuche, welche das Ende der insurrectionellen Periode der Jahre 1837 und 1838 bezeichneten.

Jetzt schlug die Stunde der Wiedervergeltung. Die hauptstädtische Regierung ging dabei mit einer so unerbittlichen Rücksichtslosigkeit vor, daß diese schon mehr an Grausamkeit grenzte.

Am 4. November hatte Sir John Colborne unter Vollmacht der obersten Regierungsbehörden das Standrecht verkündigt und die Habeas corpus-Acte vorläufig aufgehoben. Nach Errichtung eines Kriegsgerichtes fällte dieses seine Urtheile mit einer wahrhaft empörenden Parteilichkeit und Leichtfertigkeit. Auf das Schaffot schickte dasselbe unter Andern Cardinal, Duquet, Robert, Hamelin, die beiden Sanguinet, Descogne, Narbonne, Nicolas, Lorimier, Hindelang und Daunais, deren Namen in der Martyreologie der franco-canadischen Geschichte niemals erlöschen werden.

Diesen Namen haben wir noch die einiger Personen hinzuzufügen, welche in dieser unserer Erzählung hervortraten, wie der Advocat Sebastian Gramont, Vincent Hodge, der ebenso starb wie sein Vater, mit demselben Muthe und für dieselbe Sache.

Da William Clerc auf amerikanischem Boden seinen Wunden erlegen war, überlebte Andre Farran, der sich nach den Vereinigten Staaten geflüchtet hatte, seine Kampfgenossen ganz allein.

Hierzu kommt nun die Liste der Verbannten. Sie umfaßte etwa fünfzig der hervorragendsten Patrioten, und es sollten gar viele Jahre vergehen, ehe diese in ihr Vaterland zurückkehren konnten.

Was den Abgeordneten Papineau angeht, den Politiker, dessen Persönlichkeit diesen ganzen Zeitraum der Erhebung nationaler Ansprüche beherrschte, so gelang es ihm zu entkommen. Ein langes Leben gestattete ihm, Canada noch im Besitz seiner Selbstregierung, wenn auch nicht seiner völligen Selbständigkeit zu sehen.

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