Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Du bleibst, wo du bist, und ißt dein Frühstück zu Ende«, befahl Alex Harrison mit fester Stimme. Er wandte sich an den Butler. »Wir kennen keinen Dr. Mallory.«
Paige las die Zeitung beim Ankleiden. Sie fand allerdings keinerlei Befriedigung angesichts der Tatsache, daß Mallory für seine schreckliche Tat nun doch bestraft werden würde. Ganz gleich, wie hoch die Strafe auch ausfiele - sie konnte Kat nicht zurückbringen.
Es läutete. Paige ging öffnen. Vor der Tür stand ein Unbekannter. Er trug einen schwarzen Anzug und hatte eine Aktentasche dabei. »Dr. Taylor?« »Ja, bitte.«
»Mein Name ist Roderick Pelham. Ich bin Anwalt der Kanzlei Rothman & Rothman. Darf ich hereinkommen?« Paige musterte ihn ratlos. »Ja.« Er betrat die Wohnung. »Was verschafft mir die Ehre?«
Er öffnete die Aktentasche und zog einige Dokumente hervor. »Ihnen ist natürlich bekannt, daß Sie die Hauptnutznießerin des Testaments von John Cronin sind?«
Paige starrte ihn verständnislos an. »Was reden Sie da? Da muß ein Irrtum vorliegen.«
»O nein, da liegt kein Irrtum vor. Mr. Cronin hat Ihnen die Summe von einer Million Dollar hinterlassen.«
Paige sank völlig überwältigt auf einen Stuhl, weil sie sich plötzlich erinnerte.
>Sie müssen Europa kennenlernen. Tun Sie mir einen Gefallen. Besuchen Sie Paris... wohnen Sie im Hotel Crillon, essen Sie bei Maxim's zu Abend, bestellen Sie sich ein großes, dickes Steak und eine Flasche Champagner, und wenn Sie das Steak dann essen und den Champagner trinken, dann denken Sie bitte an mich.<
»Wenn Sie hier bitte unterschreiben möchten, werden wir uns um alle notwendigen Formalitäten kümmern.«
Paige hob den Kopf.
»Ich. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich ... er hatte doch Familie.«
»Die letztwillige Verfügung meines Mandanten sieht für dessen Familie den Rest der Hinterlassenschaft vor. Dabei handelt es sich um keine große Summe.«
»Das kann ich nicht annehmen«, erklärte Paige.
Pelham schaute sie verblüfft an. »Und warum nicht?«
Auf die Frage wußte sie keine Antwort. John Cronin hatte schließlich gewollt, daß sie sein Geld bekam. »Ich weiß nicht. Es ... es kommt mir unethisch vor, irgendwie. Er war doch mein Patient.«
»Also, ich lasse Ihnen den Scheck da. Es bleibt ganz Ihnen überlassen, wie Sie ihn verwenden. Sie müssen hier nur unterschreiben.«
Paige war ganz benommen, als sie ihre Unterschrift auf das Stück Papier setzte.
»Auf Wiedersehen, Doktor.«
Sie sah, wie er durch die Tür ging, und stand nicht einmal auf, um ihn hinauszubegleiten. Sie war in Gedanken bei John Cronin.
Die Nachricht von Paiges Erbschaft war im Krankenhaus das Gesprächsthema. Paige hatte gehofft, daß es nicht herauskommen würde. Sie hatte sich noch immer nicht entschlossen, was sie mit dem Geld anfangen würde. Es gehört mir nicht, dachte Paige. Er hatte doch Familie.
Eigentlich war Paige gefühlsmäßig noch nicht in der Lage, ihre Arbeit wiederaufzunehmen, doch ihre Patienten brauchten Betreuung. Für den Morgen war eine Operation geplant. Arthur Kane fing Paige im Flur ab. Seit dem Vorfall mit den seitenverkehrten Rönt-genbildern hatte sie kein Wort mehr mit ihm gewechselt. Obwohl Paige keinen Beweis hatte, daß Kane der Täter war, hatten ihr die zerstochenen Autoreifen damals einen maßlosen Schreck eingejagt.
»Hallo, Paige. Wir sollten Vergangenes vergessen. Was meinen Sie?«
Paige zuckte mit den Schultern. »Okay.«
»Furchtbar, die Geschichte mit Ken Mallory, nicht wahr?«
»Ja«, erwiderte Paige.
Kane schaute sie listig von der Seite an. »Können Sie sich einen Arzt vorstellen, der mit Absicht einen Menschen tötet? Schrecklich, nicht wahr?«
»Ja.«
»Übrigens«, sagte er, »meinen Glückwunsch. Sie sind, wie ich höre, Millionärin geworden?«
»Ich verstehe nicht.«
»Ich habe Theaterkarten für heute abend, Paige. Ich dachte, wir könnten zusammen hingehen.«
»Vielen Dank«, sagte Paige. »Aber ich bin verlobt.«
»Dann schlage ich vor, daß Sie sich wieder entloben.«
Paige warf ihm einen überraschten Blick zu. »Verzeihung?«
Kane rückte näher. »Ich habe eine Autopsie bei John Cronin angeordnet.«
Paiges Herz begann schneller zu schlagen. »Ja?«
»Er ist überhaupt nicht an Herzversagen gestorben. Irgend je-mand hat ihm eine Überdosis Insulin gegeben. Ich vermute, diese Person hat wohl die Möglichkeit einer Autopsie übersehen.« Paige hatte auf einmal einen ganz trockenen Mund. »Sie sind doch bei ihm gewesen, als er starb, nicht wahr?« »Ja«, erwiderte sie zögernd.
»Ich bin der einzige, der das weiß. Ich bin übrigens auch der einzige, der den Autopsiebericht besitzt.« Er tätschelte ihre Schulter. »Und meine Lippen sind versiegelt. Nun, wie steht's mit dem Theaterbesuch heute abend.« Paige entzog sich ihm. »Nein.« »Wissen Sie, was Sie da tun?«
Sie holte tief Luft. »Ja. Und wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen möchten.«
Und damit ließ sie ihn stehen. Kane schaute ihr nach. Seine Gesichtszüge verhärteten sich. Er drehte sich um und machte sich auf den Weg zu Dr. Benjamin Wallaces Büro.
Sie wurde um ein Uhr morgens in der Wohnung vom Schrillen des Telefons geweckt.
»Sie sind schon wieder ein unartiges Mädchen gewesen.« Die gleiche heisere Stimme, zu einem rauchigen Flüstern verstellt - diesmal erkannte Paige die Stimme. Mein Gott, dachte Paige, ich hatte recht, mich zu fürchten.
Am nächsten Morgen warteten im Krankenhaus zwei Männer auf Paige. »Dr. Paige Taylor?« »Ja.«
»Sie müssen uns bitte begleiten. Sie sind wegen Mordes an John Cronin verhaftet.«
s war der letzte Prozeßtag. Der Verteidiger Alan Penn hielt sein Schlußplädoyer.
»Meine Damen und Herren, Sie haben eine Menge Zeugenaussagen über Dr. Taylors Kompetenz oder Inkompetenz gehört. Nun, die Richterin wird Ihnen auseinandersetzen, daß es in diesem Pro-zeß nicht um diese Frage ging. Ich bin außerdem sicher, daß wir für jeden Arzt, der Dr. Taylors Arbeit nicht billigte, ein Dutzend anderer Ärzte finden können, die Dr. Taylors Arbeit guthießen. Aber darum geht es hier gar nicht.