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Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
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Die Guaharibos entfernten sich also vom Rio Torrida, der nach Südwesten verlief. Dabei trafen sie auf mehrere kleine Zuflüsse seines rechten Ufers, die jetzt ausgetrocknet waren und kein Hinderniß bildeten. Nur einzelne, wenig ausgedehnte

Bayous, die noch mit stagnierendem Wasser gefüllt waren, mußten vermieden werden.

Nach halbstündiger Mittagsrast brach der Pater Esperante wieder auf, und Alle strengten sich so nach Kräften an, daß die Guaharibos schon gegen fünf Uhr am Fuße des Bergstockes der Parima und in der Nähe der Stelle anlangten, wo sich einer jener Cerros erhebt, den Chaffanjon nach dem Namen Ferdinand von Lesseps' getauft hat.

Hier fand man noch Spuren eines Lagers, das erst vor kurzer Zeit aufgehoben sein konnte. Erkaltete Asche, Reste von Speisen, niedergedrückte Graslagerstätten und dergleichen wiesen darauf hin, daß jemand noch die letzte Nacht hier zugebracht habe. Damit schwand aber jeder Zweifel, daß Alfaniz mit den Quivas und jedenfalls auch mit seinen Gefangenen die Richtung nach dem Strom eingeschlagen hatte.

Während der Rast, die eine Stunde dauerte und den Pferden gestattete, sich durch frisches Futter zu stärken, ging der Pater Esperante abseits von den Andern auf und ab.

Seine Gedanken weilten bei den zwei Namen, die der junge Indianer genannt hatte.

»Der Sergeant Martial, sagte er wiederholt für sich hin, der Sergeant. hier. auf dem Wege nach Santa-Juana.«

Dann sann er wieder über Jean von Kermor nach. über das Kind, das seinen Vater sachte!. Wer war dieser junge Mann? Der Oberst hatte ja keinen Sohn gehabt!. Nein, Gomo mußte sich täuschen!. Doch gleichvieclass="underline" jedenfalls schmachteten hier Franzosen in grausamer Gefangenschaft. Landsleute, die zu befreien, den Händen der Quivas zu entreißen, er sich verpflichtet fühlte. Wieder ging es also vorwärts, und gegen sechs Uhr wurde das rechte Ufer des Orinoco erreicht.

Hier ergossen sich die ersten Wasserfäden von der Sierra Parima in den Strom durch die Bergschlucht, in deren Innern ein tollkühner Forscher am 18. December 1886 die französische Fahne aufgepflanzt hatte.

Dieser Theil der Sierra war von uralten Bäumen bedeckt, die einmal von allein zusammenzubrechen bestimmt schienen, denn keine Axt des Holzfällers würde sie in dieser weltfernen Gegend je niederlegen.

Die nächste Umgebung zeigte sich völlig verlassen. Keine Pirogue, nicht einmal ein Curiare, hätte in der heißen Jahreszeit bis hier hinauf gelangen können, und auch die beiden Falcas hatten schon fünfzig Kilometer weiter unten liegen bleiben müssen.

Diese fünfzig Kilometer konnten, wenn die Guaharibos derselbe Eifer beseelte wie ihren Anführer, noch in der Nacht zurückgelegt werden, so daß die Truppe dann mit Tagesanbruch bei dem Lagerplatze am Pic Maunoir eintraf. An ein Verfehlen des richtigen Weges war nicht zu denken, denn es genügte ja, am rechten Ufer des Stromes, dessen ausgetrocknete Rios keine Schwierigkeiten bereiten konnten, hinzuziehen.

Der Pater Esperante brauchte seine Indianer gar nicht erst zu fragen, ob sie sich diese Anstrengung zumuthen wollten. Er erhob sich und trabte voraus. Die Reiter und die Fußgänger folgten ihm einfach nach.

Der an seinem Ursprung sehr eingeengte Orinoco hatte nur eine Breite von wenigen Metern und zwängte sich zwischen steilen, abwechselnd aus Thon und Gesteinen bestehenden Uferwänden hin. Auf diesem ersten Theile seines Laufes hätte in der Regenzeit eine Pirogue mehrere Raudals überwinden müssen, wäre also auch dann nur mit starker Verzögerung vorwärts gekommen.

Es wurde schon langsam dunkel, als die Guaharibos die Furt le Crespo überschritten, die auf der Karte von dem französischen Reisenden zu Ehren des Präsidenten der venezuolanischen Republik mit diesem Namen bezeichnet worden ist.

Am völlig klaren Himmelsgewölbe herabsinkend, war die Sonne hinter dem wolkenlosen Horizonte verschwunden. Die funkelnden Sternbilder sollten bald vor dem Glanze des aufgehenden Vollmonds erbleichen.

Begünstigt durch die die ganze Nacht andauernde Helligkeit, konnten die Guaharibos eine weite Wegstrecke leicht überwinden. Sie wurden nicht einmal durch die schilfbedeckten Sumpfniederungen aufgehalten, durch die sie sich, ohne die Gefahr, bis zum halben Leibe einzusinken, im Dunkeln gar nicht hätten wagen können.

Vom Uferrande aus gesehen, ließ das Flußbett eine Menge darin liegender Felsblöcke erkennen, die jede Schifffahrt darin, selbst zur Zeit des anhaltendsten Regens, so gut wie unmöglich machen mußten. Auch drei Monate früher wären die »Gallinetta« und die »Moriche« nur mit größter Beschwerde durch diese »Engen« hinausgekommen, die man auf der Karte als die Raudals Guereri, Yuvilla und Salvajuo eingetragen findet. Hier hätte man dazu greifen müssen, die Fahrzeuge streckenweise zu tragen und es ist kaum zu erwarten, daß dieser Theil des obern Orinoco jemals zu einem brauchbaren Verkehrswege umgewandelt werden könne. Hier oben besteht der Strom - in der trocknen Jahreszeit - aus wenigen dürftigen Wasserfäden die sich um die Felsstücke schlängeln und kaum den weißlichen Thon des Ufers befeuchten. Erst vom Cerro Ferdinand von Lesseps an nimmt er allmählich an Tiefe zu, weil sich von da an vom rechten und linken Ufer her mehrere Nebenflüsse in ihn ergießen.

Als es gegen fünf Uhr morgens Tag wurde, hatte der Pater Esperante, kaum zwölf Kilometer von der Mündung des Rio Torrida, eine Biegung des Flusses erreicht.

Binnen drei Stunden sollte er nun mit dem Schiffer Parchal und den zur Bewachung der Falcas zurückgebliebenen Mannschaften Fühlung bekommen.

Im Südwesten und an der andern Seite des Orinoco ragte der Pic Maunoir empor, dessen Gipfel in den ersten Strahlen des Morgenroths erglühte. Auf jener Seite erhob sich auch ein sechs- bis siebenhundert Meter hoher Cerro, der mit dem Pic demselben orographischen System angehörte.

Keinen Augenblick entstand jetzt etwa die Frage, eine Zeit lang, und wäre es nur eine Stunde, auszuruhen. Hatten sich die Quivas längs des Flusses hinabbegeben, um das Lager anzugreifen, so befanden sie sich entweder noch dort, oder hatten sich nach Ausplünderung der Piroguen schon wieder in der Richtung nach der Savanne zurückgezogen. Wer konnte wissen, ob sich Alfaniz dann nicht entschlossen hatte, doch wieder, statt nach Columbia, nach den westlichen Theilen Venezuelas zu gehen und seine Gefangnen dahin mitzuschleppen?

Eine Stunde lang zog der Trupp so dahin, und der Pater Esperante hätte vor Erreichung des Rio Torrida gewiß nicht Halt gemacht, wenn sich nicht gegen sechs Uhr ein unerwarteter Zwischenfall ereignete.

Der junge Indianer lief den Uebrigen etwa fünfzig Schritte voraus - er war ja bekannt mit dem Uferlande, das er mit seinem Vater oft genug besucht hatte. Während er nun bemüht war, immer die Spuren von den vorübergezogenen Quivas im Auge zu behalten, bemerkte man, wie er plötzlich stehen blieb, sich zur Erde niederbeugte und einen lauten Schrei ausstieß.

Da, wo er sich befand, lag am Fuße eines Baumes regungslos ein Mann, der entweder schlief oder todt war.

Auf den Aufschrei Gomos hin wandte der Pater Esperante sein Pferd nach jener Seite, und mit einem kurzen Galopp erreichte er schnell den jungen Indianer.

»Er ist es. er! rief der Knabe schluchzend.

- Er?« wiederholte fragend der Pater Esperante.

Dabei war er schon aus dem Sattel gesprungen und näherte sich dem bewegungslosen Manne.

»Der Sergeant. der Sergeant Martial!« rief er.

Der alte Soldat lag ausgestreckt auf der Erde, die von seinem Blute geröthet war. Er hatte eine Kugel in die Brust bekommen. vielleicht war er schon todt.

»Martial!. Martial!« rief der Pater Esperante ihn an, während schwere Thränen seinen Augen entquollen.

Er richtete den Unglücklichen auf, näherte dessen Kopf dem seinigen und lauschte auf einen Athemzug aus den Lippen des Mannes; dann rief er fast freudig erregt:

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